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Vergessene Opfer. Italienische Militärinternierte nach 1945

Title: Vergessene Opfer. Italienische Militärinternierte nach 1945

Term Paper , 2016 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Paola Briani (Author)

History - Miscellaneous
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Die vorliegende Hausarbeit will auf die Spur nach den Beweggründen für das Schweigen der italienischen Ex-Internierten gehen, welches ihr Leben insbesondere die ersten Jahre seit dem Kriegsende prägte. Es dauerte, bevor ihre Geschichte ans Licht kam und ihnen Politik und Öffentlichkeit die entsprechende Anerkennung zollten.

Bevor auf die zentrale Frage eingegangen wird, soll zunächst in Kapitel 2 der historische Kontext beleuchtet werden: Der durch den amerikanischen General Dwight Eisenhower verkündete Waffenstillstand am 8. September 1943 sowie die Umstände, die zur Entwaffnung der italienischen Militärkräfte führten. Parallel dazu wird kurz auf Mussolinis Befreiung und auf die in Norditalien neugegründete „faschistische Nationalregierung“ eingegangen. Kapitel 2 schließt mit der Schilderung der Umstände ab, unter denen die italienischen Militärangehörigen nach dem Waffenstillstand in die deutsche Kriegsgefangenschaft verschleppt wurden.

So nimmt Kapitel 3 das Problem mit den ehemaligen Verbündeten ins Blickfeld, indem die Gründe für die Statusänderung der Kriegsgefangenen in italienische Militärinternierte ( kurz „IMI“) zur Sprache kommen. Die materielle Versorgung der IMI, die Arbeitsfelder sowie ihre Lebensbedingungen sollen hier entsprechenden Raum finden. Der zweite Teil des Kapitels 3 befasst sich weiter mit dem im August 1944 von der R.S.I gemeldeten zweiten Statuswechsel und dessen Gründen. Neben der Problematik, die den Zwangsübertritt in das Zivilverhältnis veranlasste, soll abschließend kurz kommentiert werden, welche Vor- und Nachteile diese letzte Überführung für die IMI bedeutete.

Das Hauptgewicht dieser Hausarbeit liegt in Kapitel 4. Hier sollen die Beweggründe gesucht werden, die das Schweigen der IMI wieder zurück in ihrer Heimat begründeten. Dieses Kapitel befasst sich hauptsächlich mit drei Schwerpunkten: Dem Umgang der Alliierten mit den Ex-Internierten zum Kriegsende, ihrer Repatriierung sowie dem Neuanfang in Italien.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext: Der 8. September 1943

3. Das Problem mit den ehemaligen Verbündeten

3.1. Von Kriegsgefangenen zu italienischen Militärinternierten (IMI)

3.2. Die Überführung in das zivile Arbeitsverhältnis

4. Die Beweggründe für das Schweigen der Ex-Internierten

4.1. Der Umgang der Alliierten mit den Ex-IMI nach der Befreiung

4.2. Die Maßnahmen zur Repatriierung der Ex-IMI

4.3. Der Neuanfang für die Ex-IMI wieder zurück in Italien

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sozio-politischen und psychologischen Ursachen für das langjährige Schweigen der italienischen Militärinternierten (IMI) nach ihrer Rückkehr aus der deutschen Gefangenschaft. Dabei wird analysiert, wie eine Kombination aus feindseliger Behandlung durch die Alliierten, bürokratischer Vernachlässigung durch den italienischen Staat und ein gesellschaftlicher Wunsch nach Verdrängung der faschistischen Vergangenheit dazu führte, dass die ehemaligen Internierten sich in ihrer Heimat entfremdet und nicht anerkannt fühlten.

  • Historische Einordnung des Waffenstillstands von 1943 und der Entstehung des Status als IMI.
  • Analyse der Lebens- und Arbeitsbedingungen während der Internierung und des Statuswechsels zum Zivilarbeiter.
  • Untersuchung der problematischen Repatriierung und des Umgangs der Nachkriegsgesellschaft mit den Heimkehrern.
  • Hintergründe der Stigmatisierung und die Rolle des A.N.E.I. bei der Aufarbeitung der Geschichte.

Auszug aus dem Buch

3.1. Von Kriegsgefangenen zu italienischen Militärinternierten (IMI)

Schreiber belegt, dass unmittelbar nach dem Waffenstillstand bis kurz vor Gründung der faschistischen Regierung die italienischen Militärangehörigen nicht als Internierte sondern als Kriegsgefangene bezeichnet wurden. Die Bezeichnung als Internierte erfolgte erst am 20. September 194330. Damit standen die italienischen Streitkräfte auf einmal nicht mehr unter dem Schutz der Genfer Konvention des Jahres 1929, die eben nur für Kriegsgefangene gelten sollte31. Die Statusänderung in italienische Militärinternierte (kurz: IMI) sollte die Fiktion über das Fortbestehen des italienisch-deutschen Bündnisses verstärken und die Überzeugung über die Anerkennung der neu gegründeten faschistischen Regierung gegenüber der Badoglio-Regierung aufrechterhalten bzw. sie aufwerten. Auch Mussolini war daran interessiert, der italienischen Bevölkerung einen unzutreffenden Eindruck der privilegiert behandelten IMI zu geben32. In Wirklichkeit konnte Hitler aufgrund der neuen Bezeichnung über die Gefangenen frei verfügen und sie als Zwangsarbeiter ohne Einschränkungen für die deutsche Kriegswirtschaft ausbeuten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsziel, die Hintergründe der Vernachlässigung der IMI-Geschichte und gibt einen Überblick über die methodische Vorgehensweise und die relevanten Quellen.

2. Historischer Kontext: Der 8. September 1943: Dieses Kapitel erläutert den Waffenstillstand von Cassibile, die Entwaffnung der italienischen Armee durch deutsche Truppen und die Gründung der faschistischen Gegenregierung unter Mussolini.

3. Das Problem mit den ehemaligen Verbündeten: Hier wird der Statuswechsel der italienischen Soldaten in IMI sowie deren harte Arbeits- und Lebensbedingungen in den Lagern und der Rüstungsindustrie untersucht.

4. Die Beweggründe für das Schweigen der Ex-Internierten: Das Kernstück der Arbeit befasst sich mit der problematischen Rückkehr, der fehlenden staatlichen Unterstützung in Italien und der psychologischen Belastung durch die gesellschaftliche Ausgrenzung.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Schweigen der IMI eine Folge aus kollektiver Verdrängung, politischer Instrumentalisierung der Resistenza und dem Gefühl der Entfremdung von einer Heimat war, die ihre Soldaten als "Verlierer" des Krieges behandelte.

Schlüsselwörter

Italienische Militärinternierte, IMI, Zweiter Weltkrieg, Waffenstillstand, Zwangsarbeit, Repatriierung, Faschismus, Nachkriegszeit, A.N.E.I., Resistenza, Kollektivschuld, Erinnerungskultur, Statuswechsel, Kriegsheimkehrer, Ausgrenzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit thematisiert die Geschichte der italienischen Militärinternierten (IMI) und insbesondere die Gründe für ihr langjähriges Schweigen über ihre Erfahrungen in der deutschen Gefangenschaft nach 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die völkerrechtliche Statusänderung nach dem 8. September 1943, die Zwangsarbeit unter deutschen Bedingungen, die schwierige soziale Wiedereingliederung in Italien und der Umgang der Politik mit dieser Opfergruppe.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, warum die ehemaligen Internierten nach ihrer Rückkehr bevorzugten zu schweigen und welche sozio-politischen und psychologischen Faktoren dieses Schweigen begünstigten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse unter Einbeziehung zeitgenössischer Dokumente, Interviews mit Ex-IMI, Sekundärliteratur und Studienbriefen des Moduls G5 zur Erfahrungsgeschichte und Oral History.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet den historischen Kontext, die Bedingungen der Internierung, die Repatriierung durch die Alliierten sowie die politischen Rahmenbedingungen in Italien, die zu einer Stigmatisierung der Rückkehrer führten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind IMI, Zwangsarbeit, Repatriierung, Nachkriegsgesellschaft, politische Entfremdung und die Aufarbeitung durch den Verband A.N.E.I.

Warum lehnte die italienische Regierung finanzielle Unterstützung ab?

Die italienische Regierung betrachtete Nachkriegszahlungen als finanzielle Belastung und fürchtete, dass eine Anerkennung der IMI die problematische Vergangenheit des faschistischen Regimes zu stark in den öffentlichen Fokus rücken würde.

Welche Rolle spielte der Verband A.N.E.I.?

Der A.N.E.I. wurde von Ex-IMI gegründet, um materielle und seelische Unterstützung zu leisten und das öffentliche Erinnern an die Geschichte der Internierten trotz politischer Widerstände wachzuhalten.

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Details

Title
Vergessene Opfer. Italienische Militärinternierte nach 1945
College
University of Hagen
Grade
1,3
Author
Paola Briani (Author)
Publication Year
2016
Pages
25
Catalog Number
V1012032
ISBN (eBook)
9783346404510
ISBN (Book)
9783346404527
Language
German
Tags
Italienische Militärinternierte 1945
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Paola Briani (Author), 2016, Vergessene Opfer. Italienische Militärinternierte nach 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1012032
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