Galapagos - Spezialgebiet


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
22 Seiten

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Galapagos

Lage und Entstehung

Die Galapagosinseln liegen im Pazifischen Ozean, 1000 km westlich der südamerikanischen Küste auf der Höhe des Äquators.

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14 größere und zahlreiche kleinere Inseln und

Felsen bilden insgesamt eine Landfläche von fast 8000 km².

Die Entfernungen zwischen den Inseln sind beachtlich: Die Distanz von der östlichsten Insel San Cristòbal bis Fernandina im Westen beträgt fast 300 km. Alle Galapagosinseln sind als Vulkane aus dem über 3000 m tiefen Meer aufgetaucht. Der Meeresboden an dieser Stelle liegt über einem „hot spot“, einer heißen Stelle unter der Erdkruste, an der immer wieder glühendes Magma an die Erdoberfläche dringt. Zunächst bilden sich unterseeische Vulkane, die Hunderttausende von Jahren brauchen - immer wieder unterbrochen von Ruheperioden - bis sie schließlich die Meeresoberfläche erreichen.

Weitere Ausbrüche lassen die Insel wachsen und formen einen Schildvulkan von gewaltigen Ausmaßen. Die dünnflüssige baltische Lava kühlt an der Luft langsamer ab als im Wasser und legt weite Strecken zurück, bevor sie erstarrt. Dabei entsteht ein Vulkankegel mit flach ansteigenden Hängen und beachtlichem Durchmesser. Der Meeresboden, auf dem diese Vulkane entstehen, ist Teil der ozeanischen Nazca - Platte, die mit derartigen Platten auf dem flüssigen Erdmantel driftet.

So kam eine Gruppe von Vulkanen bzw. Vulkaninseln zustande, von denen die ältesten im Osten liegen und die jüngsten im Westen. Die östlichsten Inseln des Archipels bestehen schon seit etwa vier Millionen Jahren, während die westlichste Insel Fernandina nicht älter als 700 000 Jahre ist. Hier und auf der benachbarten Insel Isabela befinden sich die jüngsten und höchsten Vulkane, die auch heute noch tätig sind. Fast jedes Jahr bricht einer von ihnen aus.

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Ähnlich wie Galapagos sind auch andere Inseln entstanden; man nennt sie „ozeanische Inseln“. Im Gegensatz zu den in der Nähe des Festlandes gelegenen „kontinentalen Inseln“ sind sie relativ kurzlebig, da das vulkanische Basaltgestein leichter erodiert und die Inseln mit der Zeit wieder im Meer versinken. Gemeinsam ist den ozeanischen Inselgruppen (wozu z.B. auch Hawaii und die meisten Südseeinseln gehören), dass sie nie eine Verbindung zum Festland besessen haben. Dies ist für die Besiedlung durch die Pflanzen und Tiere von großer Bedeutung, da die Vorfahren aller Organismen, die solche Inseln bewohnen, einmal das Meer überquert haben müssen. Die unterseeischen Meeresrücken nahe Galapagos (Cocos - und Carnegie -Schwelle) wurden früher herangezogen, um die Besiedlung der Inseln, vor allem durch große Tiere, wie die Riesen - Landschildkröten, zu erklären. Die neueren Erkenntnisse über die Plattentektonik zeigen, dass der Tiefseegraben vor der südamerikanische Küste keine Verbindung zu diesen Meeresrücken zugelassen hat. Cocos - und Carnegie - Schwelle haben darüber hinaus niemals die Meeresoberfläche erreicht; damit ist die Landbrückentheorie nicht mehr haltbar.

Die Galapagosvulkane sind alle ähnlich aufgebaut, wenn sie sich auch in verschiedenen Altersstadien befinden. Die Schildvulkane mit ihrer breiten, flachen Basis und einem steilen, aufgeblähten Kraterkegel erinnern an umgedrehte Suppenteller. Typisch ist ferner die sogenannte Caldera, ein Einsturzkrater mit steilen Wänden. Die unter einem Vulkan liegende Magmakammer wird bei stärkeren Ausbrüchen so weit geleert, dass der Druck nachlässt und der Kraterboden einbrechen kann. Ein spektakulärer Calderaeinbruch ereignete sich im Jahre 1968 im Vulkan von Fernandina, als bei einem Ausbruch gewaltige Mengen an Material ausgeworfen wurden und anschließend der Kraterboden in wenigen Tagen mehr als 200 m tief absackte. Der Kratersee wurde auf die gegenüberliegende Seite verlagert, blieb aber erhalten.

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Klima und Wetter

Obwohl die Galapagosinseln am Äquator liegen, existiert dort durchaus kein tropisches Paradies mit üppiger Vegetation und Palmenstränden. Das Klima ist eher subtropisch zu bezeichnen und meist extrem trocken. Das liegt an den kühlen Meeresströmungen, welche die Inseln umspülen. Wie kleine Landmassen ganz allgemein haben auch die Galapagosinseln ein ausgeglicheneres Klima als kontinentale Gebiete. Die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen sind gering; es ist das ganze Jahr über angenehm warm, und auch die Windgeschwindigkeiten sind gering, da die Inseln in der Kalmenzone liegen, Stürme sind unbekannt, doch weht an den Küsten immer ein erfrischender Wind. Aus dem Wechselspiel von Wind und Meeresströmungen ergeben sich die Jahreszeiten auf den Galapagosinseln:

Die kühle und trockene Jahreszeit dauert von Mai bis Dezember. In diesen Monaten herrscht der Südostpassatwind vor, mit dem der Humboldtstrom kühles Tiefenwasser von der südamerikanischen Küste nach Norden führt; auf der Breite von Guayaquil geht er in die Südäquatorialströmung über, die an den Galapagosinseln vorbei nach Westen fließt. Gleichzeitig wird der von Westen kommende Cromwellstrom, eine kalte Tiefenströmung, an der Galapagos - Plattform nach oben gedrückt. Die Wassertemperaturen betragen daher nur 16°C im Westen und bis zu 24°C um die zentralen Inseln. Die Niederschläge sind in dieser Zeit gering.

In der warmen und feuchten Jahreszeit von Dezember bis April überwiegt der Nordostpassat und mit ihm die warme Panamaströmung. Die Wassertemperaturen betragen im Westen bis 24°C, um die zentralen Inseln bis 26°C. Es kommt zur Bildung hoher Cumuluswolken, die sich in kurzen und heftigen Regenschauern entladen, wie sie für die Tropen typisch sind. Alle sieben bis fünfzehn Jahre kommt es zu einer ausgeprägten Regenzeit, die von den Einheimischen „El Nino“ genannt wird. Dieser Name wird vom spanischen Wort für Kind abgeleitet, da El Nino meist um die Weihnachtszeit beginnt. Dieses Nino - Phänomen äußert sich in unverhältnismäßig hohen Wassertemperaturen und heftigen Regenfällen, die mitunter bis Juni/Juli anhalten können.

Die Flora

Wegen der Schwierigkeiten bei der Besiedlung ist die Zusammensetzung der Flora auf den Galapagosinseln zufällig und disharmonisch. Die überwiegende Mehrzahl der rund 550 einheimischen Pflanzen stammt ursprünglich vom südamerikanischen Kontinent. Fast die Hälfte davon sind Endemiten, deren Vorfahren sich in der Isolation der Inseln zu neuen Arten weiterentwickelt haben. Die meisten dieser endemischen Pflanzenarten haben kleine und unscheinbare Blüten, da nur wenige Insekten als Bestäuber vorhanden sind und daher kaum Konkurrenz zwischen den Pflanzen aufttritt. Zweihäusige Pflanzen konnten sich auf den Inseln nahezu gar nicht ansiedeln.

In der reich vertretenen Familie der Korbblüter (Composotae) findet man vier endemische Gattungen. Die Gattung Scalesia zeigt die weitgehende evolutive Entfaltung unter den Galapagospflanzen, die mit derjenigen der Darwinfinken und Galapagos - Riesenschildkröten vergleichbar ist. Insgesamt gibt es heute 15 Scalesiaarten; die meisten davon sind wie ihre Vorfahren krautige oder strauchartige Pflanzen, die vorwiegend in den küstennahen und trockenen Gebieten verbreitet sind. Zwei Arten dieser Gruppen haben sich zu Bäumen entwickelt und charakterisieren den Nebelwald der höheren Lagen. Scalesia pedunculata und Scalesia cordata konnten diese ökologische Nische erobern, da in diesem Lebensraum keine anderen Bäume vorkommen. Von den übrigen drei endemischen Gattungen der Korbblütler ist Lecocarpus auf die südöstlichen Inseln des Archipels beschränkt, während Macraea laricifolia und Darwiniothamnus mit drei sehr variablen Arten in Galapagos weit verbreitet sind.

In Anpassung an die Umweltbedingungen der verschiedenen Klimazonen haben sich Vegetationsstufen mit charakteristischen Pflanzengesellschaften herausgebildet. Entlang der Küsten findet man die schmale Litoralstufe mit salzhaltigen Boden und regelmäßiger Überflutung. Nur wenige angepasste Spezialisten können unter diesen extremen Bedingungen überleben. An den flachen Lavaküsten bilden die Mangroven undurchdringliche Dickichte. Mangroven gehören verschiedenen Pflanzenfamilien an und stellen einen Lebensformtyp dar, der im Salzwasser wachsen kann und häufig Luftwurzeln ausbildet. Sie bildet bereits am Baum Keimlinge aus, die ins Wasser fallen und weit verbreitet werden können.

Dahinter liegt die weite Trockenstufe, die viele flache Inseln zur Gänze bedeckt. An der Südseite der höheren Inseln erstreckt sich diese Stufe bis 100 m Seehöhe, auf der windabgewandten Nordseite kann sie bis über 400 m weit hinaufreichen. Der Boden ist sandig oder steinig, und es fällt hier nur wenig Regen, was eine Anpassung aller hier vorkommenden Pflanzen an lange Trockenzeiten notwendig macht.

Manche, wie die den Trockenwald prägenden Burseraarten, verfallen in eine Art Trockenruhe und wirken die meiste Zeit des Jahres wie tot. Nur wenige Tage Regen genügen jedoch, um diese Bäume mit einem zarten Grün zu bedecken. Andere haben tiefe Wurzeln, mit denen sie die spärlichen Wasseradern im Boden erreichen können. Manchmal sind die Blätter ledrig, zu Stacheln reduziert oder werden senkrecht zur Sonne ausgerichtet.

Zu den besten Anpassungsformen an die Trockenstufe gehören die Sukkulenten, wie z.B. Kakteen. Sie assimilieren nur in der Nacht, so dass die Spaltöffnungen tagsüber geschlossen bleiben. Außerdem speichern Kakteen Wasser und haben ihre Blätter zu Stacheln reduziert. In der Trockenstufe gehören sie zu den auffallendsten Pflanzen. Alle Kakteenarten der drei in Galapagos vorkommenden Gattungen sind endemisch, ebenso zwei Gattungen: der Lavakaktus und der Kandelaberkaktus. Auf höheren Inseln sind weitere Vegetationsstufen ausgebildet, besonders an den feuchteren Südflanken. An die Trockenstufe schließt die Übergangsstufe an, in der auf den besiedelten Inseln häufig Landwirtschaft betrieben wird. Die wichtigsten heimischen Bäume dieser Stufe sind Pisonia floribunda und Psidium galapageium, daneben findet man sowohl trockenliebende als auch Arten der feuchteren Stufe.

Darüber liegt die immerfeuchte Psychotriastufe, die auf den meisten Inseln durch den endemischen Strauch Psychotria rufipes charakterisiert wird. Auf den bewohnten Inseln wurden seit der Besiedlung der Galapagosinseln durch den Menschen viele Pflanzen eingeschleppt, die das Bild der Vegetation verändern, insgesamt nahezu 200 Arten. Neben Nutzpflanzen wie Avocado, Papaya oder Bananen in Plantagen sind einige Pflanzenarten verwildert, darunter die Guayaba, der Chininbaum und das Elefantengras. Ein anderes Problem für die Vegetation auf den Galapagosinseln sind die Brände. Im März 1985 lenkte ein großer Brand auf der Südseite des Vulkans Sierra Negra auf Isabela die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Galapagosinseln. Das Feuer ist durch menschliche Unachtsamkeit ausgelöst worden und hatte nicht nur auf den kultivierten Weiden am Abhang des Vulkans, sondern auch im unberührten Gebiet des Nationalparks verheerende Auswirkungen. Möglicherweise sind diesem Feuer einige heimische Pflanzenarten zum Opfer gefallen und ausgerottet worden.

Die Fauna

Überall auf den Galapagosinseln begegnet man dieser urtümliche Tiergruppe., den Reptilien. Besonders in den trockenen Gebieten sind Reptilien allgegenwärtig, aber auch in den höhergelegenen feuchten Regionen trifft man sie wieder an. Die Barriere des offenen Ozeans konnte von den gepanzerten und unempfindlichen Reptilien leichter überwunden werden als von großen Landsäugetieren. Zusätzlich sind sie auf trockene und karge Lebensräume spezialisiert und konnten nach der Ankunft auf den Inseln gut Fuß fassen. Im Lauf der Zeit haben sich in Anpassung an die Besonderheiten des neuen Lebensraumes neue Arten herausgebildet, und so findet man gerade bei dieser Tiergruppe besonders viele Endemiten, also Arten, die nur auf den Galapagosinseln vorkommen und sonst nirgends auf der Erde. Sie vertreten hier die großen Pflanzenfresser, die am Festland von den Säugetieren gestellt werden. In Galapagos und den umliegenden Gewässern kommen folgende Reptilien vor:

Galapagos - Riesenschildkröte (Geochelone elephantopus) mit 15 Unterarten, endemisch Grüne Meeresschildkröte Karettschildkröte Lederschildkröte Bastardschildkröte Meerechse mit 7 Unterarten, endemisch Landleguan oder Drusenkopf, endemisch Lavaechsen oder Kielschwanzleguane, 7 Arten, alle endemisch Geckos, 6 Arten, davon 5 endemisch Nattern, 3 Arten, alle endemisch Plättchen - Seeschlange Galapagos - Riesenschildkröten:

Für die frühen Seefahrer waren die Landschildkröten die auffallendsten Bewohner dieser sonderbaren Inseln, weshalb sie den ganzen Archipel nach ihnen benannten. Das Wort „Galápago“ ist ein alter spanischer Ausdruck für Schildkröte.

Wie fossile Funde zeigen, waren Riesen - Landschildkröten in früheren Erdperioden in allen Erdteilen verbreitet. Mit dem Aufkommen der überlegeneren Säugetieren wurden sie auf den Kontinenten verdrängt und konnten sich nur auf entlegenen Inseln halten. Heute findet man diese urtümlichen Kriechtiere noch auf zwei Inselgruppen, den Seychellen im Indischen Ozean und den Galapagosinseln im Pazifik. Die Galapagos - Riesenschildkröten besiedeln die Mehrzahl der Inseln, wobei man auf jeder eine eigene Unterart finden, die sich im Aussehen von den anderen unterscheidet. Die Riesen - Landschildkröten sind vor allem im feuchten Hochland der höheren Inseln beheimatet, wo sie in großer Zahl vorkommen und genügend Nahrung und Wasser finden. Diese Formen haben den typischen kuppelförmigen Panzer beibehalten, mit dem sie durch dichteste Vegetation kriechen können, ohne sich zu verletzen. Sie weiden Gräser und Kräuter vom Boden ab. Auf den trockenen, flachen Inseln kommen dagegen Schildkröten mit abweichenden Merkmalen vor, die man nur in Galapagos beobachten kann. In Anpassung an den trockenen und vegetationsarmen Lebensraum haben sie einen sattelförmigen Panzer entwickelt, der es ihnen ermöglicht, den langen Hals weit hinaufzustrecken und höherhängende Pflanzenteile, wie Blätter von Büschen und sogar die fleischigen Äste von Baumkakteen abzuweiden. Zusätzlich sind die Vorderbeine verlängert. In diesen trockenen Gebieten ist das Nahrungsangebot so gering, dass die Schildkröten darauf angewiesen sind, nahezu alle vorhandenen Pflanzenarten zu fressen, sogar den für uns giftigen Manzanillo oder Giftapfel. Der durch die Sattelform des Panzers ungeschützte Nacken ist kein Nachteil, da auf den Inseln ursprünglich keine Feinde vorhanden waren. Wie alle Pflanzenfresser sind die Schildkröten friedliche Tiere. Auseinandersetzungen um Wegrecht oder Weibchen werden nur symbolisch ausgetragen, indem jede Schildkröte versucht, den Kopf so weit wie möglich empor zustrecken und den Gegner mit offenem Maul anzufauchen. Sieger ist, wer den längeren Hals hat. Die Weibchen der Hochlandformen wandern zur Eiablage in die wärmeren Zonen in Küstennähe, wo sie ihre Nester graben und ledrige tennisballgroße Eier ablegen. Diese werden von der Wärme der Sonne ausgebrütet; die Jungen wachsen am Beginn relativ rasch heran und sind nach etwa 20 bis 30 Jahren geschlechtsreif. Sie wachsen jedoch ihr ganzes Leben lang langsam weiter. Die größten Schildkröten in Galapagos können über einen Meter lang und bis zu 200kg schwer werden, wobei die Männchen größer sind als die Weibchen. Ihr maximales Lebensalter kann man nur schätzen. Sicher werden sie über 100 Jahre alt, vielleicht über 200.

Vor der Ankunft des Menschen in Galapagos haben die Schildkröten in großer Zahl die Inseln besiedelt; man schätzt ihre damalige Anzahl auf etwa 300 000. Sehr bald entdeckten die ersten Besucher der Galapagosinseln (Piraten, Walfänger, Pelzrobbenjäger) jedoch, dass man diese genügsamen Tiere, die monatelang ohne Wasser und Nahrung überleben, als lebendige Fleischkonserven auf die Schiffe mitnehmen konnte. Auf diese Weise wurde die Galapagos - Riesenschildkröte als Art stark dezimiert. Heute gibt es nur noch etwa 15 000 Galapagos - Riesenschildkröten, die auf den meisten Inseln ohne Hilfe des Menschen nicht mehr überleben können.

Meerechse (Iguanas):

Die Meerechsen sind wohl die merkwürdigsten und charakteristischsten Tiere der Galapagosinseln: Ihr nächster Verwandter am Festland ist der Grüne Leguan, von dem sie sich aber im Laufe der Jahrhunderttausende der Trennung weit auseinanderentwickelt haben. Die Meerechse von Galapagos ist die einzige Reptilienart, die sich das Meer als Nahrungsquelle erschlossen hat. Die einzige Nahrung der Meerechsen besteht aus Algen, die sie unter Wasser von den Felsen abweiden. Dazu haben sie eine Reihe von Merkmalen ausgebildet, die sie zu schwimmen und zu tauchen befähigen. Der abgeflachte Schwanz dient als einziger Antrieb im Wasser, während die Gliedmaßen am Körper angelegt bleiben. Mit ihren langen Krallen können sie sich auch in der starken Brandung an den rauen Lavafelsen festhalten. Die abgestumpfte und gerundete Schnauze weist eine Reihe kleiner, scharfer und dreispitziger Zähnchen auf. Damit können die Meerechsen Algen von den Steinen abweiden. Wie viele Tiere, die sich aus dem Meer ernähren, haben auch die Meerechsen im Kopf spezielle Drüsen zur Ausscheidung des überschüssigen Salzes entwickelt. Man kann diese Tiere oft Salz „niesen“ sehen. Bei längerem Aufenthalt im Wasser verlangsamt sich ihr Herzschlag bis zu einem Schlag pro Minute, wodurch das Blut langsamer durch den Körper getrieben wird und nur die wichtigsten Organe mit Sauerstoff versorgt werden. Dadurch können sie bis zu einer Stunde unter Wasser bleiben. Die Männchen sind größer und stärker als die Weibchen und haben auch einen auffälligeren Rückenkamm ausgebildet. Auf den verschiedenen Inseln haben sich sieben Unterarten herausgebildet, die sich in Farbe und Größe unterscheiden. Die meisten Meerechsen sind dunkelbraun bis schwarz und etwa einen Meter lang. Wie viele Bewohner von Inseln, zeigen die Meerechsen nahezu keine Aggression untereinander. Nur während der Fortpflanzungszeit zeigen die Männchen einen ritualisierten Territorialkampf, der sich hauptsächlich in heftigem Kopfnicken äußert. Der Gegner wird solange angenickt, bis er, ebenfalls heftig nickend, vor dem Stärkeren den Rückzug antritt. Mitunter können sie sich auch mit dem Kopf schieben. Es kommt jedoch nie zu Verletzungen des Gegners. Die Weibchen zeigen ähnliche Verhaltensweisen in der Konkurrenz um die wenigen Eiablageplätze. Dazu ist ein sandiges Gelände notwendig, in dem die Eier vergraben werden. Solche Sandstrände sind jedoch neben den von Meerechsen bevorzugten Lavastränden eher selten, so dass auch Weibchen um ihren Gelegeplatz „kämpfen“ müssen. Nach der

Fortpflanzungsperiode hören diese ritualisierten Kämpfe völlig auf, und die Meerechsen leben weiterhin friedlich nebeneinander.

Seevögel:

Die Galapagosinseln sind durch ihre besondere Lage ein Paradies für Seevögel. Die kalten Gewässer um Galapagos sind reich an Plankton und Fischen. Dennoch ist dieses Nahrungsangebot nicht unendlich groß und für Seevögel nur begrenzt verfügbar. Die zahlreichen, nebeneinander vorkommenden Vogelarten teilen sich die Fischgründe in vielfältiger Weise auf. Sie jagen in verschiedenen Wassertiefen, in verschiedener Entfernung vom Land oder zu verschiedenen Tageszeiten, manche auch während der Nacht. Jede Art hat ihre eigene Fangmethode und Ernährungsweise entwickelt. Dadurch wird das Nahrungsangebot optimal genützt und Konkurrenz weitgehend vermieden.

Tölpel:

Von den neun auf der Erde bekannten Tölpelarten sind drei auf den Galapagosinseln heimisch: die Blaufuß-, Masken - und Rotfußtölpel. Sie gehören zu den auffallendsten und häufigsten Seevögel des Archipels. Alle drei Arten sind sturztauchende Fischer. Dennoch machen sie sich gegenseitig keine Konkurrenz, sondern haben sich das Revier aufgeteilt: Die Blaufußtölpel fischen in unmittelbarer Küstennähe im flachen Wasser, die Maskentölpel weiter draußen im offenen Meer. Diese beiden Arten sind vorwiegend auf den zentralen Inseln verbreitet, die Maskentölpel auch auf den peripheren. Die Rotfußtölpel dagegen sind auf tiefblaues, freies Wasser spezialisiert, weit von den Inseln entfernt und leben auf abgelegenen Inseln am Rande des Archipels.

Bei den einzelnen Tölpelarten der Galapagosinseln ist die Zahl der Jungen von der Entfernung zwischen Brutplatz und Fischgründen abhängig. Mit zunehmendem Abstand nimmt die Größe des Geleges ab, da nicht genügend Nahrung für mehrere Junge herbeigeschafft werden kann. Die Blaufußtölpel legen bis zu drei Eier und ziehen meist zwei Küken auf, bei besonders großem Nahrungsangebot sogar alle drei. Die Maskentölpel legen ein bis zwei Eier und ziehen in der Regel ein Junges groß. Bei den Rotfußtölpel dagegen wird nur ein Ei gelegt. Unterschiede zwischen den Tölpelarten auf den Galapagosinseln gibt es auch in Bau und Lage der Nester. Die Rotfußtölpel bauen ihr Nest auf Bäumen oder Sträuchern. Als einzige Tölpelart in Galapagos haben sie Füße, die zum Sitzen im Geäst geeignet sind. Ihre Zehen können trotz der

Schwimmhäute die Zweige umgreifen. Die Blaufuß - und Maskentölpel sind dagegen nicht in der Lage, auf Bäumen zu sitzen. An Land ruhen sie sich am Boden aus und bauen dort auch ihr Nest, das nur aus einer kahlen Mulde besteht. Bodenbrüter können nur auf ozeanischen Inseln überleben, auf denen keine räuberischen Säugetiere vorkommen. Dadurch haben die Tiere ihre natürliche Scheu ablegen können und betrachten auch den Menschen ohne Furcht, ja sogar mit Gleichgültigkeit oder Neugier.

Blaufußtölpel:

Sie sind an der Westküste des tropischen Amerika bis zum Golf von Kalifornien verbreitet. In Galapagos begegnen sie uns an den Küsten der meisten Inseln. Die erwachsenen Blaufußtölpel sind an ihren leuchtenden blauen Füßen zu erkennen. Auch den Vögeln selbst dient die auffällige und im übrigen Tierreich seltene Farbe als Arterkennungsmerkmal. Vor allem im innerartlichen Verhalten werden die Füße häufig als Signal eingesetzt, sowohl beim Landeanflug am Nest als auch bei der Balz. Das Beobachten der Blaufußtölpel beim Balztanz gehört zu den reizvollsten Erlebnissen eines Galapagosaufenthaltes. Die Partner stolzieren mit langsamen und übertriebenen Bewegungen voreinander auf und ab und treten oft auf die Stelle, wobei sie sich gegenseitig ihre blauen Füße zeigen. Zum Balztanz gehört auch das sogenannte Himmelweisen. Die Vögel recken dabei ihren Schnabel senkrecht nach oben, heben die Flügel an und stoßen einen charakteristischen Laut aus. Mit diesem Verhalten signalisieren sie dem Partner, dass sie nicht aggressiv sind. Sie wenden den Schnabel als ihre einzige Waffe weg. Trotz der gleichen Färbung sind die Geschlechter leicht zu unterscheiden: Die Weibchen sind etwas größer als die Männchen; die Pupille des Auges erscheint bei den Weibchen durch einen dunklen Ring sehr viel größer als die der Männchen; außerdem ertönt die Stimme der Weibchen als tiefes Quäken, während die Männchen helle Pfiffe ausstoßen. Obwohl die Blaufußtölpel als Bodenbrüter kein richtiges Nest bauen, wird während der Balz das zukünftige Nistareal festgelegt. Die Partner zeigen immer wieder mit dem Schnabel auf den Boden und legen symbolisch kleine Gegenstände, wie Hölzchen oder Federn, in die Nestmulde. Dieses Verhalten wird als ererbte Erinnerung an nestbauende Vorfahren gedeutet. Die Eier werden von beiden Partnern abwechselnd bebrütet, bis die Küken nach sechs Wochen schlüpfen. In der ersten Zeit sind die Kleinen mit ihrem weißen Dunenkleid besonders empfindlich gegen die starken Sonnenstrahlen und müssen von den Eltern beschattet werden. Diese leiden selbst unter der Hitze und versuchen durch Hecheln ihre Körpertemperatur zu senken. Beide Eltern beteiligen sich an der Aufzucht der Jungen und füttern sie fünf Monate lang. Mit zwei Monaten bekommen die Jungen ihr dunkles Jugendgefieder, dass sie bis zum Erreichen der Geschlechtsreife nach drei Jahren behalten. Erst dann färben sich auch ihre Füße blau. Die Brutzeit der Blaufußtölpel ist nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden, sondern an eine Periode mit günstigem Nahrungsangebot. Blaufußtölpel fischen gern in Gruppen, meist im flachen Wasser nahe der Küste. Sie stürzen sich aus bis zu 30 m Höhe in den Fischschwarm und tauchen mehrere Meter tief hinunter. Durch ihr geringes Gewicht schießen sie wie Korken wieder an die Oberfläche und versuchen beim Auftauchen einen Fisch zu fangen. Etwa jeder fünfte Versuch ist erfolgreich.

Galapagos - Albatros:

Die Galapagos - Albatrosse sind die größten Vögel des Archipels. Ihre Flügelspannweite beträgt etwas mehr als zwei Meter, die Körperlänge fast einen Meter. Sie kommen ausschließlich auf Galapagos vor und dort wieder nur auf der Insel Espanola. Die Albatrosse gehören zur Ordnung der Röhrennasen, die sich durch große, röhrenförmige, verlängerte Nasenlöcher auszeichnen. Durch diese geben sie das überschüssige Salz ab, das alle Seevögel mit der Nahrung aufnehmen. Die Albatrosse sind als ausgezeichnete Flieger bekannt und segeln stundenlang ohne einen Schlag ihrer langen schmalen Schwingen über dem Meer, indem sie geschickt die Aufwinde zwischen den Wellentälern nutzen. Vorwiegend bei Nacht lassen sie sich auf dem Wasser nieder und fangen die zur Oberfläche aufsteigenden Tintenfische , Krebse und Fische. Mit Ende der Regenzeit beginnt die Balz und die Aufzucht der Jungen. Der Balztanz der Albatrosse gehört zum Eindrucksvollsten , das man auf

Galapagos beobachten kann. Wenn sich zwei Partner begegnen, vollführen sie eine Reihe von seltsamen Bewegungen, begleitet von melancholisch klingenden Lauten. Zunächst verneigen sie sich beide tief und zeigen damit symbolisch auf den künftigen Nistplatz. Dann beginnt ein schnelles Schnabelflechten, das plötzlich unterbrochen wird, indem ein oder beider Partner den Schnabel aufreißen und mit hörbarem Geräusch wieder zuklappen. Zwischendrin wiegen sie den Körper mit übertriebenen Bewegungen hin und her und wandern langsam umeinander herum. Dieser Balztanz zieht sich über mehrer Stunden hin und wird immer heftiger und ausgeprägter, bis es zur Korpula kommt. Es scheint nicht nur Besucher zu faszinieren, sondern auch andere Albatrosse, die mitgerissen werden und oft mittanzen. Die Partner bleiben für den Rest ihres Lebens beisammen und finden jedes Jahr wieder zum Balztanz und zur Fortpflanzung zusammen. Das einzige Ei wird zwischen die Steine auf den Boden gelegt und von den Eltern abwechselnd bebrütet. Das Küken bekommt eine ölige Flüssigkeit aus vorverdautem Fisch, welche die Eltern aus dem Magen hervorwürgen. Das fast flügge Junge wiegt mehr als seine Eltern und muss erst fasten, bevor es mit den anderen Albatrossen die Insel verlassen muss.

Galapagos - Pinguin:

Die drolligsten Gesellen an den Felsküsten von Galapagos sind die Pinguine. Diese kleinen Vögel - sie zählen mit nur etwa 33 cm Körpergröße zu den kleinsten aller Pinguinarten - brüten vor allem um die westlichen Inseln, wo kaltes Tiefenwasser an die Oberfläche gelangt. Als einzige Pinguine leben die Galapagos - Pinguine am Äquator, alle anderen sind ausschließlich in der südlichen Erdhemisphäre beheimatet. Die nächsten Verwandten des Galapagos - Pinguins sind der Magellan - und der Humboldt - Pinguin von Feuerland bis Peru. Anders als diese müssen sich Galapagos - Pinguine vor der tropischen Hitze schützen. Sie suchen daher bevorzugt schattige Plätze aus, und wenn dies nicht möglich ist, regulieren sie ihre Körpertemperatur durch Hecheln und Ausstrecken der Flügel im Wind, oder sie gehen ins Wasser. Die Pinguine sind geschickte Verfolgungsschwimmer und Taucher. Neben kleinen Fische fressen sie mitunter auch Krebse. Sie schwimmen einzeln oder in größeren Gruppen langsam an der Wasseroberfläche entlang und beobachten wie Schnorchler das Geschehen unter Wasser, um dann blitzartig in einen Fischschwarm abzutauchen, eine Spur von Luftblasen hinter sich herziehend. Wendig und mit raschen Flügelschlägen folgen sie den Fischen - sie „fliegen“ durch das Wasser. An Land leben die

Pinguine in kleinen Kolonien auf Felsabsätzen und in Brandungsnischen. Es wirkt eher ungeschickt, wenn sie in der rauen Lavalandschaft von Fels zu Fels hüpfen, indem sie mit ihren zu Schwimmflügel umgewandelten Vorderextremitäten in der Luft zu rudern und mühsam das Gleichgewicht zu halten versuchen. Die Pinguine sind soziale Tiere und leben in kleineren Gruppen beisammen. Jedes Individuum benötigt jedoch einen gewissen Freiraum, den es mit dem Schnabel verteidigt. Vor dem anstrengenden Brutgeschäft muss das Federkleid gewechselt werden. Während der Mauser können sie aber nicht ins Wasser gehen. Daher müssen sie sich einen Fettvorrat anlegen, von dem sie die ganze Zeit zehren können. Die Weibchen legen ein bis zwei Eier in kleine Felshöhlen. Ein Elternteil passt ständig auf das Gelege auf. Die Jungen sind leicht am fehlenden weißen Halsstreifen von den Erwachsenen zu unterscheiden.

Küsten - und Lagunenvögel

Die Galapagosinseln weisen mehr als 3000 km Küste auf: Steilaufragende, schroffe Lava, Sandstrände, Mangrovensümpfe, Felsküsten mit Gezeitentümpeln sowie vom Meer abgetrennte Salz - und Brackwasserlagunen bilden einen vielseitigen Lebensraum. Dieser Übergangsbereich zwischen Land und Meer ist überaus reich an Nahrung, so dass hier die verschiedensten Vogelarten heimisch geworden sind. Andere kommen als Zugvögel hierher, um zu überwintern oder wenigstens auszurasten.

Zu den auf Galapagos brütenden Arten und zu den regelmäßig anzutreffenden Durchzügler, die auf den Inseln heimisch zu werden beginnen, gehören: Lavareiher, endemisch Kuhreiher, Durchzügler Lavamöwe, endemisch Steinwälzer, Durchzügler Sanderling, Durchzügler

Reiher:

Von den drei auf Galapagos brütenden und überall häufigen Reiherarten (Cayennereiher und Graureiher) ist der Lavareiher endemisch. Er kommt in zwei Formen vor, einer grauen und einer braungestreiften, die in ihrem jeweiligen Lebensraum, Lava oder Mangroven, sehr gut getarnt sind. Ihre Hauptnahrung bilden die flinken Roten Felsenkrabben, denen die Reiher oft stundenlang bewegungslos auflauern; außerdem fangen sie kleine Fische.

Lavamöwe:

Diese Möwenart kommt mit weniger als 400 Paaren ausschließlich auf den Galapagosinseln vor. Die graue Färbung ihres Gefieders ist hervorragend an die Lava angepasst. Die Lavamöwe zeigt im Gegensatz zur ebenfalls endemischen Gabelschwanzmöwe eine für Möwen typische Lebensweise. Sie ist ein Allesfresser der Gezeitenzone, folgt aber auch gern den Fischerbooten. Ihr charakteristisches Geschrei erinnert an die europäischen Lachmöwen. Da sie in größeren Gruppen in der Nähe von Orten vorkommt, wirkt sie gar nicht so selten.

Landvögel:

Nur wenige Arten von Landvögeln haben die Galapagosinseln erreicht, doch haben sie sich den veränderten Lebensbedingungen angepasst und neue Arten entwickelt. Anders als bei den Seevögeln finden wir unter den Landvögeln einen sehr hohen Anteil an Endemiten, die meist schwache Flieger sind.

Galapagos - Bussard, endemisch Galapagos - Zwergralle, endemisch Galapagos - Taube, endemisch Galapagos - Tyrann, endemisch Galapagos - Schwalbe, endemisch Kleinder Grundfink, endemisch Mittlerer Grundfink, endemisch Großer Grundfink, endemisch Kaktusfink, endemisch Vegetarierfink, endemisch Baumfink, endemisch Spechtfink, endemisch Mangrovenfink, endemisch Laubsägerfink, endemisch

Galapagos - Bussard:

Als Greifvogel ist der Galapagos - Bussard einer der wenigen Räuber von Galapagos. Vor der Ankunft des Menschen war er auf fast allen Inseln vertreten, heute schätzt man die Population auf insgesamt nur noch etwa 130 Paare. Die Bussarde wurden von den Siedlern, die um ihre Hühner fürchteten, in großer Zahl erschlagen und auf den Inseln Floreana und San Christóbal bereits ausgerottet. Unüblich für Räuber, aber charakteristisch für die Bewohner von Galapagos, kennen die Vögel keine Fluchtreaktion und sind dem Menschen hilflos ausgeliefert. Der Bussard ist in seiner Nahrungswahl unspezialisiert und frisst Insekten, Hundertfüßer, kleine Vögel, Ratten und Echsen sowie Aas. Das Brutverhalten des Galapagos - Bussards zeigt eine bemerkenswerte Besonderheit: Ein Weibchen paart sich mit mehreren Männchen, die gemeinsam das Brutterritorium verteidigen und auch bei der Aufzucht der Jungen helfen.

Die Ursachen für dieses Verhalten sind noch nicht geklärt; möglicherweise ist der Fortpflanzungserfolg auf diese Weise größer. Die Nester werden auf Bäumen oder erhöhten Felsen gebaut.

Galapagos - Taube:

Bei einer Wanderung durch den Trockenwald fallen uns sehr bald die hübschen Tauben mit leuchtenden blauem Augenring, roten Füßen und irisierendem Schimmer an den Halsseiten auf. Die Galapagos - Taube ist in den ausgedehnten Trockenstufen der meisten Inseln heimisch und kommt außerhalb von Galapagos nirgends vor. Sie ist ebenso wenig scheu wie der Bussard. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen, die das ganze Jahr über ausreichend zur Verfügung stehen. Daher findet man zu jeder Jahreszeit brütende Tauben auf Galapagos.

Darwinfinken:

Die wohl berühmtesten Vögel der Galapagosinseln sind die Darwinfinken. Heute leben hier dreizehn verschieden Arten, die alle endemisch sind. Sie sind ein schönes Beispiel für die adaptive Radiation, die Aufspaltung in verschiedene Arten in Anpassung an unterschiedliche Lebensbedingungen. Bei ihnen hat das Angebot zahlreicher Nahrungsquellen zur Spezialisierung in der Lebensweise und zur Ausbildung abweichender Schnabelformen geführt. Die verschiedenen Arten kommen häufig nebeneinander vor, auf manchen Inseln gibt es bis zu zehn Arten.

Die Finken erkennen die eigenen Artgenossen an der Schnabelform und am Gesang. Ihr Gefieder ist unscheinbar, meist braun gefärbt. Die Männchen der Grundfinken und Kaktusfinken sind fast ganz schwarz, die der Baumfinken haben einen schwarzen Kopf und Vorderkörper. Bis auf die verschiedene Ausbildung des Schnabels sehen sich die Arten recht ähnlich. Brütende Finken erkennt man an ihrem schwarzen Schnabel. Alle Arten bauen ein kugelförmiges Nest aus Gras und Zweigen mit einem kleinen seitlichen Eingang auf Büschen und Bäumen. Darin werden bis zu fünf Eier gelegt. Die Fortpflanzung erfolgt in der Regenzeit, wenn das Nahrungsangebot an Pflanzen und Insekten am größten ist. Oft genügt schon ein kurzer Regen nach einer längeren Trockenperiode, um die Finken in Brutstimmung zu bringen. Entsprechend der Unzuverlässigkeit der Niederschläge sind auch die Brutfolge sehr unterschiedlich.

Von allen Finkenarten in Galapagos ist der Kleine Grundfink am häufigsten zu sehen, vorwiegend in der Trockenstufe. Dort findet er verschiedene Samen, die er vom Boden oder von Pflanzen aufnimmt; doch verschmäht er auch Blüten, Früchte und Insekten nicht. Der Mittlere und Große Grundfink unterscheiden sich vom Kleinen Grundfink nur durch die Schnabelgröße, der Große Grundfink hat somit den größten Schnabel, der die ganze Kopfhöhle einnimmt. Damit ist er in der Lage, auch große und harte Samen zu knacken.

Der Kaktusfink hat sich in seinen Nahrungsansprüchen und der Wahl des Nistplatzes auf Opuntien spezialisiert. Er zeichnet sich durch einen langen Schnabel aus, mit dem er tief in die Blüten und Früchte dieser Kakteen eindringen kann, um Nektar und Samen herauszuholen. Der größte aller Darwinfinken ist der Vegetarierfink. Man trifft ihn vorwiegend in den feuchten Bereichen aller höheren Inseln an, wo er sich von weichen Samen, Früchten und Blättern ernährt.

Der Laubsägerfink ist der kleinste unter den Darwinfinken von

Galapagos. Er ist grünlich bis blassgrau gefärbt und kommt auf nahezu allen Inseln des Archipels vor, von der Küste bis ins Hochland. Mit

seinen auffallenden kleinen Schnabel pickt er Insekten und Spinnen von den Zweigen und fängt auch Fluginsekten.

Im Jahr 1835 verbrachte der englische Naturforscher Charles Darwin fünf Wochen auf den Galapagosinseln. Obwohl er nicht alle Inseln des Archipels besuchte, sammelte Darwin während dieser kurzen Zeit eine Fülle ungewöhnlicher wissenschaftlicher Daten, die wesentlich zur Entwicklung seiner aufsehenerregenden Evolutionslehre beitragen sollten. Er erkannte vor allem anhand der später ihm zu Ehren benannten Darwinfinken und der Galapagos - Riesenschildkröten, dass die Arten nicht unveränderlich sind, sondern sich in Anpassung an die Lebensbedingungen umwandeln und aufspalten. Diesen Prozess nennt man heute „adaptive Radiation“ der Arten.

Säugetiere:

Wie auf allen ozeanischen Inseln sind auch in Galapagos nur wenige Landsäugetiere heimisch. Das Meer ist gerade für diese Tiergruppen eine schwer überwindbare Barriere. Fledermäuse und einige kleine Reisratten konnten die Inseln fliegend bzw. auf angetriebenen Flößen erreichen. Alle übrigen Landsäuger wurden vom Menschen eingeschleppt und haben das Ökosystem empfindlich gestört. Zwei Arten aus der Familie der Ohrenrobben, die Seelöwen und Seebären, sind mit Strömungen zu den Galapagosinseln gekommen und haben ihre Strände und Küsten erobert. Die heimischen Säuger von Galapagos sind:

Santa - Fe - Reisratte, endemisch Fernandina - Reisratten, endemisch

Reisratten von Santa Cruz und Isabela, 3 Arten, ausgestorben Galapagos - Fledermaus, endemisch

Weißgraue Fledermaus

Galapagos - Seelöwe, Unterart, endemisch Galapagos - Seebär, endemisch

Galapagos - Seelöwe:

An allen Stränden von Galapagos begegnet man Seelöwen, die Besucher neugierig oder gelangweilt, ohne Furcht, aber auch ohne Aggression mustern. Sie sind äußerst verspielt und lassen sich aus nächster Nähe beobachten. Gerade beim Anblick dieser sympathischen Tiere dürfte so manchem Besucher klar werden, das wir Menschen in Galapagos nur geduldete Eindringlinge und die Tiere die eigentlichen Herren der Inseln sind.

Die Vorfahren der Seelöwen sind einst mit Strömungen von den kalifornischen Küsten gekommen und haben sich in der Isolation der Inseln zu einer eigenen Unterart entwickelt. Sie haben sich im gesamten Archipel niedergelassen, vorwiegend an flachen Felsküsten und Stränden, wo sie Ruheplätze und Schatten für die Jungen finden. Seelöwen sind ausgesprochene Herdentiere. Sie sind tagaktiv und gehen morgens und abends auf Fischfang. Ansonsten liegen die Weibchen und Jungen in Gruppen in der Sonne, wo sie dösen oder spielen. In der Fortpflanzungszeit bewacht jeweils ein Männchen eifersüchtig einen Harem. Es schwimmt aufmerksam am Ufer hin und her und verteidigt mit lauter Stimme sein Territorium gegen jeden Eindringling, wozu auch wir Menschen zählen. Daher muss man sich vor ihnen in Acht nehmen: Seelöwen sind trotz ihrer Körperfülle sogar an Land erstaunlich schnell und gewandt. Erwachsene Männchen erkennt man sofort an ihrer Größe sowie am auffallenden Stirnhöcker. Während der Paarungsperiode haben die Bullen keine Zeit zum Frischen und zehren von ihren Speckreserven, was sie aber nur bis zu zwei Wochen durchhalten. Dann löst sich ihr Harem auf, und das Territorium wird an ein anderes Männchen abgetreten. Die Weibchen säugen nur ihr eigenes Junge, das sie am Geruch und an der Stimme kennen. Wenn die Mutter vom Fischfang zurückkehrt, ruft sie sofort nach ihrem Jungen, das mit einer meckernden Stimme antwortet. Schnuppernd begrüßen sich beide, und erst dann kann das Kleine trinken. Fremde Junge werden nachdrücklich zurückgewiesen. Die jungen Seelöwen werden bis zu drei Jahre gesäugt, obwohl sie dann schon gleich groß sind wie ihre Mutter. Mit etwa zwei Wochen gehen die Jungen zum ersten Mal ins flache Wasser, wo sie spielend ihre Geschicklichkeit schulen und richtige Kindergärten bilden. Ihre größten Feinde sind Haie und Killerwale.

Galapagos - Seebär:

Im vorigen Jahrhundert wurden die Seebären, auch Pelzrobben genannt, wegen ihres dichten Felles intensiv gejagt und waren um die Jahrhundertwende nahezu ausgerottet. Heute hat sich die Population erfreulicherweise wieder erholt; man schätzt sie derzeit auf etwa 40 000. Der in Galapagos endemische Seebär ist mit dem vom Süden bis Peru vorkommenden Südamerikanischen Seebären nahe verwandt. Seine Vorfahren gelangten mit kalten Meeresströmungen bis zu den Galapagosinseln. Die größten Kolonien der Galapagos - Seebären findet man an Küsten, vor denen kaltes, nährstoffreiches Tiefenwasser aufsteigt und einen besonderen Fischreichtum ermöglicht. Das dichte Fell und die isolierende Fettschicht erschweren am Äquator die Abgabe von überschüssiger Körperwärme. Um der Gefahr der Überhitzung zu entgehen, halten sich die Tiere nur an felsigen Küsten auf, wo sie genügend schattige Liegeplätze zwischen den Lavablöcken finden. Wie alle Ohrenrobben, können sie die Hinterflossen nach vorn drehen und sehr gut klettern; darin sind sie sogar den Seelöwen überlegen. Die Galapagos - Seebären ruhen meist während des Tages an Land und gehen nachts auf Fischfang, wobei sie vorwiegend an die Oberfläche steigende Tintenfische und Fische erbeuten. Sie tauchen weniger tief hinunter als Seelöwen. Auch im Aussehen und im Körperbau gibt es Unterschiede. Die Seebären sind wesentlich kleiner und haben eine kürzere und stumpfe Schnauze. Ihr Fell ist sehr dicht. Die großen Augen stellen eine Anpassung an die nächtliche Lebensweise dar. Trotz ihres missmutig wirkenden Gesichtsausdruckes und ihres tiefen Knurrens sind sie friedfertiger als die Seelöwen. Bis vor kurzem war über die Lebensweise der Seebären nur wenig bekannt. Erst intensive Untersuchungen der letzten Jahre haben die Kenntnisse über Lebenszyklus und Verhalten dieser an unzugänglichen Stellen lebenden Tiere vermehrt. Die Seebärenbullen sind weniger aggressiv als die Seelöwen und verteidigen ihr Territorium an Land. Zwischen den Weibchen kommt es häufig zu Streitereien um die sichersten und schattigsten Liegeplätze für sich und ihr Junges, das bis zu zwei Jahre von seiner Mutter abhängig ist. Dennoch kann das Weibchen auch im zweiten Jahr wiederum ein Junges gebären. Dieses muss aber meistens verhungern, da nur die kräftigsten Weibchen in der Lage sind, sich selbst und zwei Junge zu ernähren. Das zweite Junge stellt, wie bei vielen Tierarten, eine biologische Reserve dar, und wird nur aufgezogen, wenn dem ersten etwas zustößt.

Katastrophe: Unheil über Galapagos Aus der mit 600.000 Liter Dieselöl und 300.000 Liter schwerem Heizöl beladenen „Jessica“ sind vermutlich bereits 80 Prozent der Ladung ausgelaufen. Das von einem Tochterunternehmen des staatlichen Ölkonzerns Petroecuador betriebene Schiff war völlig veraltet und praktisch ein schwimmender Schrotthaufen.

Ignoranz und Sorglosigkeit

Dass der Tanker rund 800 Meter vor der Insel San Christobal auf eine Sandbank auflief, war eine Verkettung von Sorglosigkeit und menschlichem Versagen. Obwohl der Kapitän die Gewässer nicht kannte, wurde aus Kostengründen kein Lotsendienst angefordert. Als die „Jessica“ mit viel zu hoher Geschwindigkeit in die Gewässer vor San Christobal einfuhr, führte vermutlich ein zu spät begonnenes und noch dazu falsches Steuermanöver dazu, dass sie auf die Sandbank auflief. Der nächste Schritt zur Katastrophe war, dass offenbar die Behörden die Tankerhavarie auf die leichte Schulter nahmen. Gestrandet war die Jessica bereits am vergangenen Dienstag. Offenbar in völliger Unkenntnis vom Zustand des Schiffes und einer Fehleinschätzung des zunehmenden Wellengangs wurde abgewartet, ob der Tanker nicht aus eigener Kraft wieder freikommen könnte. Dieses Zuwarten erwies sich als fatal. Am vergangenen Freitag bekam die Jessica 20 Grad Schlagseite und schlug leck. Die derzeitige Lage schilderte der US - Experte Edwin Stannard, der vor Ort ist: „Das Schiff ist völlig instabil, es droht auseinanderzubrechen.“ Alle Versuche, den auslaufenden Ölmengen mit Barrieren beizukommen, sind gescheitert.

Ölverschmutzte Strände

Die ersten Ausläufer der Ölpest erreichten gestern die Strände der Inseln San Christobal, Santa Cruz und Santa Fe. Seelöwen, Pelikane und andere Vögel sowie Reptilien sind bereits mit dem Öl in Berührung gekommen. Der Ölteppich, der einen einmalige Tierwelt gefährdet, treibt weiter in Richtung der Insel Espanola, auf der sich große Seelöwen - Kolonien befinden. Die sich anbahnende katastrophale Verschmutzung der Strände gefährdet auch die Riesenschildkröten, die zwischen Juni und Dezember an die Küste zur Eiablage kommen.

OÖ Nachrichten, vom Dienstag, 23. Januar 2001

Tourismus:

Die Einmaligkeit der Galapagosinseln und besonders ihrer Tierwelt hat die Menschen immer wieder fasziniert. Waren es früher Forscher und Einzelreisende , so kamen in den letzen Jahrzehnten mehr und mehr interessierte Touristen nach Galapagos. Die Verwaltung des Nationalparks kontrollierte den Besucherstrom von Anfang an, eine Reihe von Regeln wurde erstellt, die den Einfluß des Tourismus auf das Ökosystem der Inseln von vornherein auf das Minimum beschränken sollte. Auf diese Einhaltung dieser Regeln wird strengstens geachtet. Im Bereich des Nationalparks wurden 45 Gebiete ausgewählt, die von Touristen besucht werden können. Innerhalb dieser Gebiete sind Wege ausgesteckt, die nicht verlassen werden dürfen. Von den Inseln darf außer Erinnerungen nichts mitgenommen werden, nicht einmal ein leeres Schneckenhaus oder eine Feder. Es darf jedoch aber auch nichts auf den Inseln zurückgelassen werden, was nicht dort hingehört. Man soll auch darauf achten, keine fremden Organismen, Samen oder Insekten, an seinen Kleidern oder Schuhen von Insel zu Insel zu transportieren. Aus diesem Grund dürfen auf den Landausflügen auch keine Lebensmittel mitgenommen werden. Die Tiere dürfen in ihrer Lebensweise nicht gestört, auch nicht gestreichelt oder gar gefüttert werden. Es wird oft die Frage gestellt, ob der Tourismus schädlich für Galapagos sei und es nicht besser wäre, die Inseln für Besucher zu sperren. Mehrere Inseln sind tatsächlich nicht zugänglich und dürfen nur von Wissenschaftern mit einer Sondererlaubnis betreten werden. Andererseits ist ein Nationalpark unter anderem dazu da, besucht zu werden; die für Touristen ausgewählten Gebiete sind gegenüber den riesigen unberührten Flächen verschwindend klein.

Der Tourismus stellt für Ecuador eine bedeutende Einnahmequelle dar und garantiert dadurch den Erhalt des Nationalparks. In seiner jetzigen, kontrollierten Form hat er für die Erhaltung der Tier - und Pflanzenwelt von Galapagos eine positive Bedeutung.

Galapagos ist so einzigartig, weil die Evolution sichtbar wird, sie ist hier so einfach zu erkennen.

Manche Inseln sind noch vollkommen unbewohnt.

Die Evolution hat über Millionen von Jahren auf den Inseln stattgefunden, ohne dass der Mensch darauf Einfluss hatte. Das ist der letzte Platz auf dieser Erde, wo man noch solche Bedingungen vorfindet.

Erich Pröll, Taucher und Naturfilmer

„ Auf diesen paradiesischen Urinseln erlebt man die Entstehung der Erde!

Dort kann man wie sonst nirgendwo auf der Welt die Evolution beobachten. So leben zum Beispiel auf einer der Inseln Kormorane, die nicht mehr fliegen können. Ihre Flügel haben sich in Laufe derzeit zurückentwickelt, weil sie dort keine Feinde haben.“

GALAPAGOS IST EIN PARADIES; DAS MAN NIRGEDWO SONST FINDET!

22 von 22 Seiten

Details

Titel
Galapagos - Spezialgebiet
Veranstaltung
Abitur
Autor
Jahr
2001
Seiten
22
Katalognummer
V101215
Dateigröße
771 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Da ich heuer mein Abitur mache, musste ich in einigen Fächern Spezialgebiete schreiben - und das ist unter andere eines davon! Vielleicht hilft es weiter! Baba
Schlagworte
Galapagos, Spezialgebiet, Abitur
Arbeit zitieren
Nikola Haas (Autor), 2001, Galapagos - Spezialgebiet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101215

Kommentare

  • Gast am 7.3.2002

    sehr gut mein alder.

    also dein vortrag oder was das auch ist echt faszinierend und sehr lang is aber auch gut so find ich hab gleich gefunden was ich gesucht hab thank`s sagt deathmash

  • Gast am 17.6.2004

    Na ja.....

    Für einen schnellen Vortrag den man ausdruckt und dann als seine Arbeit ausgibt vielleicht gut. Ansonsten für nix anderes zu gebrauchen. Keine Quellenangaben, keine logische Gliederung.

  • Gast am 15.10.2008

    Vielen Dank.

    Vielen Dank das du das hier eingestellt hast.^^
    Ich musste auch ein Schulprojekt machen und hier so manches gefunden, dass ich stundenlang gesucht habe.
    Vanessa

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Titel: Galapagos - Spezialgebiet


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