Kirchliche und ethische Banken. Ein kritischer Vergleich


Hausarbeit, 2021

20 Seiten, Note: 2.3


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kirchliche Banken
2.1 Definition kirchlicher Banken
2.2 Eigenschaften kirchlicher Banken
2.3 Arten kirchlicher Banken
2.3.1 Evangelische Banken
2.3.2 Katholische Banken
2.3.3 Islamische Banken

3. Ethische Banken
3.1 Definition ethischer Banken
3.2 Eigenschaften ethischer Banken

4. Vergleichskriterien kirchlicher und ethischer Banken
4.1 Vergleich nach ökonomischen Kriterien
4.2 Vergleich nach Produktauswahl
4.3.1 Vergleich nach Gebühren für Privatkunden
4.3.2 Vergleich nach Gebühren für Geschäftskunden
4.4 Vergleich nach ethischen Kriterien
4.5 Vergleich nach ökologischen Kriterien

5. Auswertung der kritischen Vergleichskriterien

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Abstract

Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit thematisiert den kritischen Vergleich zwischen kirchlichen und ethischen Banken. Im Rahmen der thematischen Ausarbeitung werden dafür diverse Vergleichskriterien, wie zum Beispiel die Produktauswahl oder Ökologie berücksichtigt. Zudem werden spezielle Finanzierungsmöglichkeiten sowie potenzielle Einflüsse herausgearbeitet.

Aufgrund von wirtschaftlichen Einbrüchen im Bankensektor stechen kirchliche und ethische Banken durch innovative Ideen hervor. Im Gegensatz zu konventionellen Banken, können kirchliche und ethische Kreditinstitute aufgrund ihrer Anpassung an die veränderten Marktbedingungen, seit der Finanzkrise ein höheres Vertrauen der Kunden sowie eine höhere Nachfrage erzielen. Die wissenschaftliche Analyse zeigt, dass sich kirchliche und ethische Banken außerhalb von Geschäften in Bezug auf Spekulation, rasant entwickelt haben. Des Weiteren lassen sich anhand der Ergebnisse verschiedene Aspekte ableiten, die für diese Wachstumsphase förderlich waren und es aktuell noch sind.

Die vorliegende Arbeit zeigt, dass diese Faktoren auch zukünftig an der Weiterentwicklung von kirchlichen und ethischen Banken maßgeblich beteiligt sein werden. In Zukunft wird sich zeigen, welche Art von Banken sich durchsetzt und welche Art von Bank noch strukturelle Veränderungen benötigt.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Abwertungen Negativ- und Positivkritieren der GLS und Triodos Bank

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Gebühren für Privatkunden

Tabelle 2: Gebühren für Geschäftskunden

Abkürzungsverzeichnis

BIB Bank im Bistum

EURIBOR European Interbank Offered Rate

GLS Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken

KT Kuveyt Türk

1. Einleitung

Ausgelöst durch die im Herbst 2008 ausgebrochene Finanzkrise, ist in den vergangenen Jahren eine weitreichende Debatte über die gesellschaftlichen Werte im Finanzsektor entstanden. So wurde ein kleiner Teil der Finanzelite durch die Finanzkrise begünstigt, während der Rest der Gesellschaft für die Verluste riskanter Finanztransaktionen zahlen musste. Insbesondere die verrufenen Bankrettungsprogramme haben dazu geführt, dass Banken und Finanzakteure ihr gesellschaftliches Ansehen verloren haben und es bis heute nicht vollständig herstellen konnten. Gleichzeitig hat innerhalb dieser Zeit ein wesentlicher Wandel inmitten der konventionellen Finanzierungsbranche stattgefunden. Reduzieren lässt sich diese Entwicklung aber nicht allein auf das Bankensystem, vielmehr kann in nahezu allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen eine zunehmend an Bedeutung gewinnende Manifestation der Themen Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung beobachtet werden. So steigt die Nachfrage an Banken mit primärem Fokus auf Verhaltensstandards, Nachhaltigkeit und Ethikkodizes enorm an.1

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit setzt sich mit der Entwicklung und dem Vergleich mit kirchlichen und ethischen Banken auseinander. Eine Auswertung aller Banken aus dem Sektor ist in Anbetracht der Komplexität der Branche sowie des Rahmens der Arbeit nicht möglich. Deshalb dienen als Beispiele für ethische Banken die Triodos und die Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken (GLS Bank). Als Beispiel für kirchliche Banken dienen eine katholische Bank, die Bank im Bistum Essen (BIB Essen), und die Evangelische Bank. Die Kuveyt Türk-Bank (KT-Bank), dient als Beispiel für die erste islamische Bank in Deutschland. Ziel der Arbeit ist es, unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte, einen Vergleich der vorgestellten Banken aufzustellen und ihre Marktfähigkeit zu prüfen. In Kapitel zwei und drei werden dafür die jeweiligen Bankformen definiert und ihre Eigenschaften einführend beschrieben. Das vierte Kapital stellt Vergleichskriterien auf, die als Auswertungsgrundlage für die anschließende Analyse der Entwicklung dienen. Inhaltlich widmet sich die wissenschaftliche Arbeit dem deutschen Markt. Allerdings werden auch Zahlen aus dem europäischen Markt herangezogen. Das fünfte Kapitel beinhaltet die Auswertung der Vergleichskriterien. In diesem Kapitel wird deutlich, welche Banken die Entwicklung fördern oder strukturelle Verbesserung benötigen und in einzelnen Bereichen Entwicklungen einschränken oder erschweren. Das letzte Kapitel beinhaltet einen Ausblick über die zukünftige Entwicklung und eine Betrachtung der möglichen Auswirkungen.

2. Kirchliche Banken

Im Folgenden werden kirchliche Banken kurz definiert und ihre Eigenschaften erläutert.

2.1 Definition kirchlicher Banken

In der Bunderepublik Deutschland gibt es unter den Spezialinstituten der Kreditgenossenschaften seit 1927 leistungsfähige kirchliche Banken. Zu diesen Banken gehören evangelische sowie katholische Banken.2 In Deutschland und Österreich bilden kirchliche Banken die Stabilität des caritativen und diakonischen Engagements und sind an der Finanzierung der mehr als 50.000 kirchlichen Sozial- und Gesundheitseinrichtungen beteiligt. Sie fungieren im weiteren Sinne als Hausbanken der katholischen Bistümer und evangelischen Landeskirchen.3 Auch islamische Banken gehören mit ihren schariakonformen Rechtsquellen im weiteren Sinne zu den heutigen kirchlichen Kreditinstituten.4 Aktuelle wirtschaftliche Ereignisse und ihre Auswirkungen fördern die Nachfrage nicht nur bei Kundengruppen mit religiösen Hintergrund.5

2.2 Eigenschaften kirchlicher Banken

Kirchliche Banken agieren im Spannungsfeld von Ökonomie und Theologie und erfüllen im Alltagsgeschäft ein wirtschaftliches Ziel. Kirchennahe Privatanleger sowie kirchliche Institutionen sollen mit Krediten versorgt werden und die Option haben, eine attraktive und nachhaltige Geldanlage zu erhalten. Kirchliche Banken sollen im theologischen Kontext Dienstleister für den Dienst am Menschen sein. Ihre Existenzberechtigung erfüllen kirchliche Banken somit in erster Linie durch die bestmögliche Unterstützung der jeweiligen Kunden, Mitglieder oder Anteilseigner und nicht durch die Erwirtschaftung von Gewinnen.6 Ihre Geschäftstätigkeit ist in den letzten Jahren komplexer geworden, wodurch auch die Ansprüche der jeweiligen Aufsichtsräte gewachsen sind. Die zusammengefassten Bilanzsummern aller aufgeführten kirchlichen Banken sind von ca. 31 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf ca. 41 Milliarden Euro im Jahr 2012, gestiegen. Das entspricht einer jährlichen Steigerung von 4%. Das Hauptgeschäftsfeld ist hierbei der Gesundheitsmarkt. Aber auch die stärkere staatliche Regulierung der Bankaufsichtsräte wurde erhöht. Im Jahr 1998 wurde beispielsweise die Unternehmensplanung zur gemeinsamen Aufgabe von Vorstand und Aufsichtsrat gemacht, die durch das Auftreten der Finanzkrise nochmals verschärft wurde.7 Zudem haben kirchliche Banken mit eigenen Corporate Governance Kodizes Leitlinien eine professionelle Aufsicht ihrer caritativen und diakonischen Einrichtungen erschaffen.8 Durch die Firmierung als Genossenschaft ist die Mehrzahl der kirchlichen Banken einer Unternehmenskontrolle durch den Kapitalmarkt entzogen. Aufgrund der Eigentümerstruktur ist es nicht möglich, bei Familienunternehmen die Kontrolle des Kapitalmarktes durch die Identität von Eigentümer und Manager auszugleichen. In der Unternehmenskontrolle und Unternehmenssteuerung kommt dem Aufsichtsrat bei Genossenschaftsbanken also eine besondere Rolle zu.9

2.3 Arten kirchlicher Banken

Besonders in Deutschland gibt es eine große Auswahl kirchlicher Banken, die fast eine 100-jährige Tradition vorweisen können. Im deutschsprachigen Raum existieren keine Banken, die von nicht-christlichen Religionsgemeinschaften getragen werden.10

2.3.1 Evangelische Banken

In Deutschland gibt es drei evangelische Banken. Sie alle befinden sich mehrheitlich im Besitz einer evangelischen Landeskirche bzw. davon abhängiger Körperschaften und zum Teil kirchennaher Privatpersonen. Die nach Bilanzsumme größte Kirchenbank Deutschlands ist die Evangelische Bank. Diese entstand im Jahr 2014 aus der Fusion der Evangelische Kreditgenossenschaft Kurhessen in Kassel und der Evangelische Darlehnsgenossenschaft in Kiel. Die Evangelische Bank wies im Jahr 2019 eine Bilanzsumme von rund 7,3 Millionen Euro aus. Im Jahr 2018 lag die Bilanzsumme noch bei rund 7,7 Millionen Euro.11 Zum Großteil kommen institutionelle Kunden dieser Kreditinstitute aus Einrichtungen der Kirche und Diakonie und haben trotz regionaler Verordnung ein bundesweites Geschäftsgebiet.12

2.3.2 Katholische Banken

Innerhalb der deutschen Landesgrenzen gibt es fünf katholische Banken, die sich überwiegend im Besitz katholischer Diözesen und davon abhängiger Körperschaften befinden.13 Diözesen sind Amtsgebiete eines katholischen Bistums.14 Die Liga-Bank in Regensburg bedient Kunden aus Süddeutschland und Österreich. Den nordwestdeutschen Raum deckt die Darlehnskasse Münster ab. Um ihren Kundenstamm im Heimatsbistum kümmern sich die BIB Essen sowie die Bank für Kirche und Caritas in Paderborn. Die Bilanzsumme der aufgezählten Banken betrug im Jahr 2013, 4-5 Milliarden Euro. Nur die Pax-Bank mit ihrem Sitz in Köln und ihrer Geschäftsstelle in Berlin, ist mit einer Bilanzsumme von 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2013 etwas kleiner. Alle beschriebenen Kreditinstitute haben eine katholische Konfession und sind Genossenschaftsbanken. Diese Banken sind über ihren Kerngeschäftsbereich hinaus auch überregional aktiv und befinden sich in einem latenten Konkurrenzverhältnis. Katholische Kirchenbanken aus dem kirchlichen und caritativen Umfeld bieten ihre Dienste hauptsächlich institutionellen Kunden und deren Mitarbeitern an. Privatpersonen ohne kirchlichen Arbeitgeber können teilweise auch Kunde der Bank werden. Die BIB Essen hat sich für solche Vorgänge geöffnet.15

2.3.3 Islamische Banken

Im Koran und in den Hadithen sind Gebote und Grundsätze sowie Verbote in Bezug auf Finanzen und Wirtschaften festgelegt, die bei den Bankprodukten und Finanzdienstleistungen berücksichtigt werden müssen.16 Im Islam wird das religiöse Rechtssystem als Scharia bezeichnet. Scharia benennt die Gesamtheit der aus der göttlichen Offenbarung abgeleiteten Regeln, denen ein gläubiger Muslim folgen muss, damit seine religiösen Pflichten anerkannt werden.17 Die KT-Bank ist die erste schariakonforme Bank in Deutschland.18 Eine der wichtigsten Finanzregeln der Scharia ist das Zinsverbot, welches arabisch als Riba bezeichnet wird. Riba wird als Mittel zur Ausbeutung von Vermögenswerten verurteilt.19 Die Einnahmen von Zinsen sowie die Zahlung von Riba sind bei islamischen Banken verboten, da der Zins keinen Mehrwert bietet, sondern für die Bereitstellung von Kapital erhoben wird.20 Nach Aussage der Scharia, ist das Geld zum Tauschen erfunden worden und durch Zinsen vermehrt es sich durch sich selbst. Ein zweites Verbot sind geschäftliche Transaktionen, die Eigenschaften von Spekulation beinhalten und arabisch Gharar genannt werden. Geschäfte im Bereich Glücksspiel oder auch mit Wettcharakter sind ebenfalls unzulässig.21 Ein weiteres Verbot betrifft unethische Geschäfte. Der Handel, die Beförderung und der Verkauf von Schweinefleisch sowie Alkohol, Pornografie, Tabak, Prostitution und der Handel mit Waffen sind untersagt. Auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die diese verbotenen Geschäfte betreiben, ist verboten. Erträge aus unerlaubten Transaktionen müssen zwingend eliminiert werden.22 Wenn eines der aufgezählten Verbote nicht eingehalten wird, hat das die grundsätzliche Nichtigkeit des Rechtsgeschäfts zur Folge.23 Seit der Gründung der ersten islamischen Banken im Jahr 1971 in Ägypten, sind seit dem Jahr 2008 ca. 280 islamische Banken in mehr als 40 Ländern eröffnet worden.24

3. Ethische Banken

Das nächste Kapitel befasst sich inhaltlich mit der Definition und den Eigenschaften ethischer Banken.

3.1 Definition ethischer Banken

Im Gegensatz zu konventionellen Banken, geben ethische Banken ein Geschäftsmodell, das sich nicht rein an wirtschaftlichen Kriterien, sondern auch an ökologischen und sozialen Aspekten orientiert.25 Anstatt über Preismechanismen, sollen Gelder und Güter ausgehend vom Grad ihrer Wirksamkeit verteilt werden. In den letzten Jahren verzeichnen ethische Banken ein enormes Wachstum an Neukunden, Einlagen und Investoren. Im Zeitraum zwischen 2006 und 2011 sind die Kredite und Einlagen von in Deutschland tätigen ethischen Kreditinstituten um 20 bis 30 Prozent gewachsen. Während zudem der Kundenstamm im Jahr 2007 laut Statista noch rund 127.000 Kunden umfasste, bestand er im ersten Halbjahr 2010 hingegen aus rund 175.000 Kunden.26 Ethische Banken wie die Triodos Bank oder die GLS Bank heben häufig ihre Krisenfestigkeit hervor.27 Seit der Finanzkrise haben ethische Banken einen institutionellen hohen Verdichtungsgrad und sind stark expandiert.28 Die Bilanzsumme der Triodos Bank belief sich im Jahr 2019 auf rund 12 Millionen Euro. Im Jahr 2009 waren es noch 2,9 Millionen Euro.29 Die GLS Bank konnte im Jahr 2019 eine Bilanzsumme von 6,7 Millionen Euro erwirtschaften. Zum Vergleich waren es 2012 noch 2,7 Millionen Euro.30

3.2 Eigenschaften ethischer Banken

Ethische Banken beziehen sich auf den gesellschaftlichen Nutzen eines nachhaltigen Bankgeschäfts. Dabei sollen Prinzipien wie Nachhaltigkeit und Transparenz einen Gewinn für Mensch, Planet und Profit herbeiführen. Ethische Banken haben eine enge Verbindung zu Anthroposophie.31 Als Anthroposophie wird die Anregung zur Entwicklung des Individuums und zur Neugestaltung von Lebens- und Kulturverhältnissen und nicht das System oder die Lehre verstanden.32 Das Unternehmensleitbild der ethischen GLS Bank blickt auf den Menschen und die Natur. Die ethische Triodos Bank setzt auf die Förderung von Vielfalt und unternehmerischem Denken und Handeln.33 „Darüber hinaus zielt die Bank mit ihrer Tätigkeit auf die Bewahrung und Weiterentwicklung der natürlichen Lebengrundlage und praktiziert ein Ökonomieverständnis, wonach wirtschaftlicher Gewinn eine Folge, aber nicht Zweck des Handelns ist“.34 Somit grenzen sich ethische Banken von Organisationen ab, dessen Ziel die Gewinnmaximierung bei gleichzeitiger Reduzierung sozialer und ökologischer Faktoren, Gleichberechtigung von sozialen Eigenschafen und ökologischer Einflussgrößen ist. Ein Verständnis von Geld als soziales Gestaltungsmittel, das die Möglichkeit ergibt, professionelle Finanzdienstleistungen mit aktueller Zeitfrage zu verbinden, ist grundlegend für das Selbstverständnis ethischer Banken.35

4. Vergleichskriterien kirchlicher und ethischer Banken

Im Folgenden werden die Vergleichskriterien erstellt und unter den Banken verglichen.

4.1 Vergleich nach ökonomischen Kriterien

Das Hauptgeschäftsfeld kirchlicher Banken ist die Finanzierung von kirchlichen Sozial- und Gesundheitseinrichtungen wie konfessionellen Krankenhäusern. In den letzten Jahren ist besonders der Gesundheitsmarkt ein herausfordernderes wirtschaftliches Umfeld geworden. Das Gesamtvolumen des deutschen Gesundheitsmarktes umfasste im Jahr 2017 rund 376 Milliarden Euro. Zum Vergleich entstand im Jahr 2015 ein Gesamtvolumen von rund 343 Milliarden Euro. Krankenhäuser hatten dabei den größten Anteil und waren 2017 für 94,7 Milliarden Euro verantwortlich.36 Durch die Aufteilung der Gebiete am Markt entsteht trotz konfessionellen Schwerpunkten, ein Wettbewerb zwischen kirchlichen Banken, da die Grenzen der Tätigkeitsfelder nicht trennscharf zu ziehen sind.37 Allerdings stehen kirchliche Banken auch mit anderen Banken im Wettstreit. Wenn Kunden kirchlicher Banken beispielsweise den Service oder die Konditionen anderer Geschäftsbanken vorteilhafter finden, kann es zu einem Wechsel des Kunden zu einer anderen Einrichtung kommen. Auch kirchliche Unternehmen haben mehrere Banken. Der Weltbild-Verlag, das bekannteste kirchliche Wirtschaftsunternehmen in Deutschland, ist auch Kunde der Commerzbank Augsburg.38 Durch die Finanzkrise im Jahr 2008 haben islamische Banken eine höhere Bedeutung bekommen, da, die Verharmlosung des überdimensionalen Leverage-Effektes, der Spekulationsbetrieb der Finanz- und Wirtschaftsteilnehmer und die Auswirkungen auf die Nutznießer um ein Vielfaches höher waren, als bei islamkonformen Banken und deren Akteuren.39 Dennoch sind islamische in Deutschland bisher nicht sehr beliebt und auch in Europa ist nie der große Durchbruch gekommen, da sich erst die Struktur islamischer Banken ändern müsse. Es existiert kein Aufsichtsrat, sondern nur international nicht anerkannte Scharia-Räte, die zudem unterschiedliche Finanzprodukte schariakonform bewerten können. Im Juni 2019 wurde bekannt, dass zwei islamische Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 700 Millionen US-Dollar nicht mehr islamkonform seien. Die Anleihen mussten daher umstrukturiert werden, was zu schlechteren Bedingungen für die Investoren führte.40 Bei der ethischen GLS Bank wird Geld als soziales Gestaltungsmittel genutzt, um ein Mittel zur Verwirklichung von gesellschaftlichen Projekten zu sein und nicht dem Zweck der Selbstvermehrung zu dienen.41 Es entsteht eine Idealvorstellung von wirtschaftlichen Verhältnissen, in denen die Finanzwirtschaft der Realwirtschaft dient und die Wirtschaft summiert unter einer ethischen Zielorientierung steht.

[...]


1 Vgl. Neckel (2018)

2 Vgl. Wennemers (1989).

3 Vgl. Ruhwedel (2015) S. 1.

4 Vgl. Ernst (2017), S. 21.

5 Vgl. ebd., S. 17.

6 Vgl. ebd. S. 1 ff.

7 Vgl. Ruhwedel (2015), S. 2.

8 Vgl. Ruhwedel (2015), S. 3.

9 Vgl. ebd., S. 4.

10 Vgl. ebd., S. 7 f.

11 Vgl. Statista (2020).

12 Vgl. Ruhwedel (2015), S. 8.

13 Vgl. ebd., S. 7.

14 Vgl. Duden (o.J.).

15 Vgl. Ruhwendel (2015), S. 8.

16 Vgl. Ernst (2017), S. 72.

17 Vgl. Muschol (2014), S. 13.

18 Vgl. Rauschenberger (2017)

19 Vgl. Muschol (2014), S. 14.

20 Vgl. Ernst (2017), S. 22.f.

21 Vgl. Muschol (2014), S. 38.

22 Vgl. Ernst (2017), S. 25.

23 Vgl. Muschol (2014), S. 39.

24 Vgl. Ernst (2017), S. 74.

25 Vgl. Lenz (2019), S. 1 ff.

26 Vgl. Statista (2010).

27 Vgl. Lenz (2019), S. 42.

28 Vgl. Neckel (2018).

29 Vgl. Statista (2019).

30 Vgl. Statista (2020).

31 Vgl. Lenz (2019), S. 35.

32 Vgl. Schafer (o.A)

33 Vgl. Lenz (2019), S. 35.

34 Ebd., S. 34.

35 Vgl. Lenz (2019), S.35.

36 Vgl. Statista (2019).

37 Vgl. Ruhwedel (2015), S. 10.

38 Vgl. Ebd., S. 11.

39 Vgl. Ernst (2017), S. 74.

40 Vgl. Rauschenberger (2017)

41 Vgl. Herzog (2015), S. 8 f.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Kirchliche und ethische Banken. Ein kritischer Vergleich
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Note
2.3
Autor
Jahr
2021
Seiten
20
Katalognummer
V1012225
ISBN (eBook)
9783346403988
ISBN (Buch)
9783346403995
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kirchliche, banken, vergleich
Arbeit zitieren
Jean-Pierre Rasch (Autor:in), 2021, Kirchliche und ethische Banken. Ein kritischer Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1012225

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