Horvàth, Ödön von - Jugend ohne Gott - Charakteristik des T


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

6 Seiten, Note: 2


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CHARAKTERISTIK

Der Kriminalroman „Jugend ohne Gott“ von Ödön von Horváth erzählt die Geschichte eines Gymnasiallehrers und seiner Klasse zur Zeit des 2. Weltkriegs unter dem Nazi-Regime, unter denen sich ein Mörder befindet. Der Lehrer versucht herauszufinden wer der Täter ist, und gerät auch selbst unter Mordverdacht!

Der Lehrer, dessen Namen im Roman nicht erwähnt wird, ist auch gleich dem ich-Erzähler. Im Laufe seiner Ermittlungen trifft der Lehrer auf den Schüler T ( der Erzähler nennt seine Figuren stets nur beim ersten Buchstaben ihres Nachnamens ), der sich dann auch als der Übeltäter herausstellt :

Der Schüler T ist leicht an seinen hellen, runden Augen ohne Schimmer und ohne Glanz, seinen „Fischaugen“ mit dem lauernden Blick (S.104/105), wie der Lehrer sie nennt, zu erkennen. Seine Mutter ist allerdings der Ansicht, dass er die gleichen Augen wie sie selbst, also „Rehaugen“ (S.139) habe. Auffällig ist auch sein verhöhnendes, überlegenes Lächeln. Nach außen gibt er sich stets gelassen, wirkt cool und zeigt für gewöhnlich keinerlei Regung. Der perfekt Schauspieler. T hat einen schier unstillbaren Wissensdrang. So ist er äußerst neugierig, wissbegierig teils auch misstrauisch vielen Dingen gegenüber und kennt dabei auch keine Grenzen. Besonders wissensdurstig ist er nach allem was die Liebe/Sex, Geburt und den Tod betrifft, was er schließlich auch als Motiv für das Töten seines Mitschülers anführt.

Der 14-jährige Gymnasiast T kommt aus feinem Hause. Seine Eltern besitzen ein Anwesen, das fast einem Palast gleicht (S.121), im vornehmen Villenviertel mit gepflegtem Garten, mit Diener und Pförtner. Seine Vater ist Leiter eines Konzerns und somit in seiner Zeit sehr eingeschränkt. Demzufolge findet er nur selten Gelegenheit sich mit seinem Sohn zu beschäftigen. Seine elegante, gepflegte, stets lächelnde, auch etwas exzentrische (S.137,138,140) Mutter, die „perfekte Fabrikantengattin“, ist Hausfrau und erfüllt mit Leidenschaft alle öffentlichen, sehr zeitaufreibenden Verpflichtungen, die mit der hohen gesellschaftlichen Stellung ihrer Familie einhergehen. Dies geht sogar soweit, dass T sich einen Termin geben lassen muss, wenn er mit ihr sprechen möchte (S.122) Die Mutter des T ist jedem Fremden gegenüber freundlich und trifft sich mit vielen wichtigen Persönlichkeiten, dessen ungeachtet ist sie ihrem Sohn gegenüber gefühlskalt und distanziert.

Durch die Vernachlässigung seiner Eltern sucht T bei anderen Menschen nach Liebe. Diese, zumindest die körperliche, glaubt er bei Nelly, einer Prostituierten, zu finden. Trotz ihrer Erfahrung und Routine ist ihr der Sex mit ihm unangenehm, sie findet in gar widerlich und ekelhaft (S.126), da T dabei nur die passive Rolle spielt und ständig beobachtet (S.126), ohne irgendeine (Gefühls-)Regung zu zeigen.

Auch durch das Beobachten seines Mitschülers Z und dessen Freundin Eva beim Liebesspiel meint er, mehr über die Liebe zu erfahren.

Das Verhältnis seinem Lehrer gegenüber ist von Anfang an sehr getrübt. Dieser sieht seinen Schüler als Fisch, da er ihn für schwer fassbar, kalt, starr, gar für empfindungslos, teilnahmslos, gefühlskalt, unreflektiert, und vernunftlos hält. Auf den Lehrer ist auch die Beschreibung mit den

Fischaugen zurück zu führen, obgleich auch T der Meinung ist, dass der Lehrer sich wie ein Fisch benehme, dass er in der Klasse sogar den Spitznamen „Fisch“ trägt (S.105). Bei einem längeren Gespräch zwischen T und dem Lehrer benimmt sich der Schüler stets höflich (S.103). Dessen ungeachtet fühlt sich der Erzieher von seinem Schützling beobachtet und durchschaut (S.31,68,101), hält ihn sogar für seinen Gegenspieler (S.31)

Zu dem ermordeten Mitschüler N hat T, laut seiner Aussage, ein gutes Verhältnis, obgleich er mit all seinen Mitschülern keinen Kontakt außerhalb der Schule pflegte. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass T seinen Kameraden N immer als dumm bezeichnet hatte.

Seinen Drang nach Wissen und Erkenntnis konnte T schließlich stillen, indem er seinen Mitschüler T ermordete und am Ende des Romans aus Angst vor Entdeckung Selbstmord beging.

Mögliche Beweggründe könnten wie oben angeführt, der Wissensdurst, die Neugier, und die fehlende Zuneigung durch seine Eltern sein. Sein Freitod mag vielerlei Folgen gehabt bzw. verhindert haben: T entging seiner sicheren Verurteilung, und seinem wahrscheinlich sehr trostlosem und lieblosem Leben. Dieses Geschehnis mag auch seinen Eltern die Augen geöffnet haben, was sie alles falsch gemacht hatten. Der Roman soll Jugendlichen zeigen, was Leichtfertigkeit und übertriebene Neugier für Ausmaße haben kann, und gleichzeitig ein Beispiel für die Erwachsenen sein, wie die Jugend damals und vielleicht auch teilweise heute noch oder wieder denkt und handelt.

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Details

Titel
Horvàth, Ödön von - Jugend ohne Gott - Charakteristik des T
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
6
Katalognummer
V101239
Dateigröße
371 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Literarische Charakteristik mit Gliederung
Schlagworte
Horvàth, Jugend, Gott, Charakteristik
Arbeit zitieren
Verena Knauf (Autor), 2001, Horvàth, Ödön von - Jugend ohne Gott - Charakteristik des T, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101239

Kommentare

  • Gast am 22.5.2007

    Jugend ohne Gott?.

    Erst ma vorweg ist zu sagen, dass viele Dineg in der Charakteristik sehr gut herausgearbeitet sind und auch meist zutreffen. Aber mal ehrlich:
    Wissen wir wirklich, ob Horváth mit seinem Roman den zweiten Weltkrieg beschreibt? Wird diese verrohte Jugend mit all ihren noch schlimmeren Eltern nicht eher als Kollektiv behandelt? Wie endet die Suche nach Gott? Hatt der Lehrer ihn schließlich entdeckt?
    Also auch wenn zu Schüler T alle wichtigen Dinge gut herausgearbeitet sind, fehlt einer Meinung nach der richtige Hintergrund!

  • Gast am 19.4.2010

    meiner Meinung nach ist diese Charakteristik sehr gut gelungen. Doch @ Jens es ist ziemlich sicher dass Horváth den 2. Weltkrieg oder die zeit davor beschreibt. Es wird relativ klar, dass es sich in dem Buch um Nazis handelt. In einem der Ersten Kapitel kommt die Szene mit dem Vater von dem N der meinte, dass man die Schwarzen nicht als Menschen betrachten könne. Das ist für mich eig schon genug Beweis um sagen zu können die meisten Schüler des Lehrers sind Nazis und es handelt sich auch um die Zeit kurz vor dem 2. Weltkrieg. Auch mit der ganzen Radiogeschichte, dass das Radio Lügengeschichten erzählt.
    Dadurch, dass die Charakterisierung sich nur um dem T handelt find ich ist meiner Meinung nach der Hintergrund nicht so wichtig.

  • Gast am 2.6.2010

    Es ist leicht zu verstehen, dass es im bzw vor dem 2.weltkrieg handelt, weil sie oft genug vom propaganda reden, außerdem wurden die Jungen in ein Zeltlager geschickt um sich dort für den krieg vor zu bereiten, dort lernen sie ja auch wie man mit waffen umgeht und die mädchen lernen wie sie handhaben müssen, wenn krieg anbricht..außerdem ist es indirekt sogar beschrieben wie hitler die jugend haben wollte:
    "Alles denken ist ihnen verhasst.
    sie pfeifen auf den menschen! sie wollen maschinen sein, schrauben, räder, kolben, riemen - doch noch lieber als maschinen wären sie munition: bomben, schrapnells, granaten."
    Außerdem existierte in diesem buch auch ein klub, dort laßen sie bücher die damals, in der nazi zeit verboten waren, unter anderem auch dieses..

  • Gast am 10.1.2016

    Auf der 4. Seite ist ein kleiner Fehler zu finden : "Seinen Drang nach Wissen und Erkenntnis konnte T schließlich stillen, indem er seinen Mitschüler T ermordete und am Ende des Romans aus Angst vor Entdeckung Selbstmord beging" -> er ermordete seinen Mitschüler N denn er kann sich schlecht selber umbringen.

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Titel: Horvàth, Ödön von - Jugend ohne Gott - Charakteristik des T



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