Gryphius, Andreas - Menschliches Elende - Gegenüberstellung mit "Freundlichkeit der Welt"


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

2 Seiten


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Die Frage „Was ist der Mensch?“ ist nicht nur Thema der Barockdichtung, sondern ein grundsätzliches Thema der Literatur überhaupt. Versuche die Gedichte „Menschliches Elende“ ,von Gryphius, und „Von der Freundlichkeit der Welt“, von Brecht, einander gegenüberzustellen.

Das Gedicht „Menschliches Elende“ stammt von Andreas Gryphius, der einer der bedeutensten Lyriker und Dramatiker der Barockzeit war. Seine Jugend wurde sehr stark von den Schrecken des 30-jährigen Krieges geprägt. Die Kriegsereignisse und der Tod seines Vaters prägten ihn so sehr, dass ihm zeitlebends eine tiefe Melancholie blieb, die er in Gedichten verarbeitete.

Gryphius schreibt in seinem Sonett „Menschliches Elende“ von der Vergänglichkeit der Menschen. Er verwendet in seinem Gedicht einige Metaphern, wodurch es noch mehr Aussagekraft hat. Wie kann z. B ein Mensch, ein „Ball des falschen Glücks“ oder ein „Wohnhaus grimmer Schmertzen“ sein? Für Gryphius ist das Leben wie ein Strom, der hinwegfließt, den aber keine Macht und kein Wille aufhalten können. Es wird von Angst und Leid bestimmt und bevor man glücklich sein kann, steht der eigene Name im großen Buch der Sterblichkeit.

Bert Brecht schreibt jedoch von der „Freundlichkeit der Welt“. Er stammt aus bürgerlichen Verhältnissen, von denen er sich aber sehr bald abwandte. Viele seiner Gedichte müssen aus der sozialen und wirtschaftlichen Situation der Zwischenkriegszeit verstanden werden.

Während Gryphius in seinem Gedicht schreibt, dass der Mensch in seinem Leben nichts ändern kann, schreibt Brecht, dass jeder Mensch sein eigener Meister ist und dass man für sein Leben selber verantwortlich ist. Er glaubt, dass uns die Welt nichts schuldig ist und dass uns keiner hält, wenn wir gehen wollen.

Gryphius wurde stark vom 30-jährigen Krieg geprägt und das spiegelt sich in seinem Gedicht „Menschliches Elende“ wieder.

Im ersten Quartett fragt er sich, was wir Menschen doch sind? Sind wir nur ein „Irrlicht dieser Zeit“? Gryphius glaubt, dass unser Leben nur ein Schauplatz herber Angst ist und dass es so schnell verschwindet wie Schnee im Frühling oder wie eine Kerze, wenn sie brennt. Im zweiten Quartett schreibt er wieder, dass das Leben so schnell wieder vorbei ist wie ein Geschwätz oder ein „Scherzen“. Er ist also davon überzeugt, dass unser Dasein auf der Erde nur von kurzer Dauer ist und dass wir im Grunde genommen, nur „Besucher“ sind und keine „Bewohner“.

Im ersten Terzett setzt er das Leben einem guten Traum gleich, der nur allzu schnell aus der Bahn fällt. Er verwendet außerdem eine Häufung um noch mehr Aufmerksamkeit darauf zu richten, dass unser Name, die Ehre und der Ruhm verschwindet, wenn wir tot sind. Gryphius glaubt, dass, wenn man Atem holt, man sofort mit der Luft entflieht und alles, was nach uns kommen wird, also alles Schlechte und Unheil, wird auch in unser Grab nachziehen.

Im letzte Satz, der gleichzeitig die Kernstelle des Gedichtes ist, schreibt er „wir vergehn wie Rauch vom starken Wind“. Für Gryphius kann das leben so schnell wieder vorbei sein, wie es angefangen hat und dass wir nichts unternehmen können um daran etwas zu ändern.

Für Brecht ist das Leben jedoch ein Geschenk Gottes, für dass wir selber verantwortlich sind. Er schreibt, dass, als wir auf die Welt kamen, uns eine Frau eine Windel gab, wir jedoch unbekannt und nicht begehrt waren, und ein Mann sich dann unserer annahm. Wir waren vielen Kindern vielleicht gleich, aber viele weinten um uns. Brecht glaubt, dass man die Menschen auf den richtigen Weg lenken soll, von da an müssen sie ihr Leben dann selbst in die Hände nehmen und das Beste daraus machen.

Leider gibt es auch heute noch zu viele Kriege, wodurch die Menschen ihres Glückes beraubt werden. Viele sehen dadurch das Leben nicht als Geschenk und leben nur in den Tag hinein in der Hoffnung ihn zu überleben. Trotzdem sollte man sich von seinem Weg nicht abbringen lassen und wenigstens versuchen auch das Gute im Menschen zu finden. Ich weiß, dass für diejenigen, die in solchen Kriegsgebieten wohnen, das Wort „leben“ eine andere Bedeutung hat wie bei uns, aber so wie Brecht schon schrieb, „Fast jeder hat die Welt geliebt, wenn man ihm zwei Hände gibt.“ Man sollte also diesen Menschen, die die Hoffnung verloren haben, Mut machen und ihnen helfen. Man darf sein Leben nicht einfach aufgeben, auch wenn es noch so schwer erscheint, irgendwo gibt es meist immer etwas, für das es sich lohnt weiter zu leben.

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Details

Titel
Gryphius, Andreas - Menschliches Elende - Gegenüberstellung mit "Freundlichkeit der Welt"
Autor
Jahr
2001
Seiten
2
Katalognummer
V101242
Dateigröße
328 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gryphius, Andreas, Menschliches, Elende, Gegenüberstellung, Freundlichkeit, Welt
Arbeit zitieren
Kroboth Christina (Autor), 2001, Gryphius, Andreas - Menschliches Elende - Gegenüberstellung mit "Freundlichkeit der Welt", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101242

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