Wie flexibel ist der islamische Glaube in Anbetracht der rasanten Veränderungen? Und vor allem: Wie hat ein Muslim im 21. Jahrhundert zu sein, um dem Ideal des Islam am ehesten zu entsprechen. Dies alles sind Fragen, die vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Debatten und Diskussionen im muslimischen Bewusstsein vorhanden sind und die der argumentativen Auseinandersetzung bedürfen. Die folgende Arbeit hat sich ebenjenes zum Ziel gesetzt. Es geht im Kern darum, den Islam im Kontext der Moderne zu betrachten. Dazu ist es notwendig, zunächst den Religionsbegriff zu bestimmen, um zu verstehen, was "Religion" aus einer islamischen Perspektive bedeutet. Im Anschluss folgt die Behandlung mehrerer aufeinander aufbauender Aspekte aus einem islamischen Standpunkt.
Viel ist in den letzten Jahren hierzulande über den Islam geredet worden. Verfolgt man die vielen Fernsehsendungen, die sich in den letzten Jahren den islamischen Themen widmeten, fällt auf: Es fehlt in den Runden an muslimischen Repräsentanten, die über fundierte islamische Kenntnisse verfügen. Die fehlende Expertise der sogenannten Vertreter in jenen Talkshows sowie die Art und Weise, wie in den Medien über den Islam berichtet wird, sind zwei wesentliche Gründe, warum immer mehr Nichtmuslime Angst vor dem Islam haben und den Kontakt zu den Anhängern jener Religion scheuen. Sie sehen im Islam eine versteinerte Religion, die Gewalt, Unterdrückung und Feindschaft mit sich bringt.
Unterdessen häufen sich die Stimmen jener Muslime, die den Islam der heutigen Zeit anpassen wollen und angesichts der zunehmenden Agitation vieler Nichtmuslime von einer notwendigen Reform sprechen. Diese sogenannte Reformbewegung, die auch in Deutschland stärker wird, hat bei vielen Muslimen zu einer Abwehrreaktion geführt. Sie fühlen sich durch die „Reformer“ bedroht, unterstellen ihnen gar, sie würden sich durch ihre Vorstöße der bloß Mehrheitsgesellschaft anbiedern wollen. Außerdem würden sie mit ihren Änderungsvorschlägen die Botschaft des Islam verfälschen oder abändern, aus dem Islam eine neue Religion kreieren. Zwischen diesen beiden Positionen steht die Mehrheit der Muslime in Deutschland, sich fragend, wie sie sich im Zeitalter der Moderne und des technischen Fortschritts positionieren sollen. Wie können sie ihren Glauben leben, ohne als rückständig und extrem abgestempelt zu werden?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Definition des Religionsbegriffs
- Der Weg zur Religion
- Äußere Schale (Scharia)
- Wahrheitskern (haqiqah)
- Offenbarungsebene
- Menschliche Ebene
- Religion in Zeit, Raum und Situation
- Religiöse Pluralität
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht den Islam im Kontext der Moderne und strebt an, den Glauben im Zeitalter des technischen Fortschritts und der globalen Veränderungen zu verstehen.
- Definition des Religionsbegriffs aus islamischer Perspektive
- Unterscheidung zwischen festen und flexiblen Elementen der islamischen Religion
- Einfluss von Raum, Zeit und Situation auf die islamische Beurteilung
- Akzeptanz und Verhältnis des Islam zu anderen Religionen
- Rolle der Religion in der modernen Gesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet den Islam im Kontext der aktuellen Debatten und Diskussionen. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Definition des Religionsbegriffs aus islamischer Sicht und unterscheidet zwischen göttlich geoffenbarten und menschlichen Religionen. Kapitel 3 widmet sich der Herausarbeitung der festen und flexiblen Elemente der islamischen Religion. Kapitel 4 untersucht den Einfluss von Raum, Zeit und Situation auf die islamische Beurteilung von Ereignissen. Kapitel 5 befasst sich mit der Frage der religiösen Pluralität und der Akzeptanz anderer Religionen aus islamischer Sicht.
Schlüsselwörter
Islam, Religion, Moderne, Offenbarung, Scharia, haqiqah, Pluralität, Zeit, Raum, Situation, Glaube, Gesellschaft, Moderne, Technik, Areligiosität.
- Arbeit zitieren
- Ahmad Abbas (Autor:in), 2020, Islamische Religion im 21. Jahrhundert. Wie leben Gläubige Ihren Glauben?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1012431