Lebert, Benjamin - Crazy - ein Pendant zu Salingers der Fänger im Roggen?


Facharbeit (Schule), 2001
34 Seiten, Note: 11

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Lebert, Benjamin - Crazy -

ein Pendant zu Salingers der Fänger im Roggen?

„ Wenn du jung bist, gibt es nicht viel das zählt. Wenn du etwas findest, das zählt,

ist es alles, was du hast! “ 14

Diese beiden Sätze beinhalten die Lebensphilosophie des 17jährigen Telly in Larry Clarks Film „Kids“ aus dem Jahre 1996. Wahrscheinlich ist es sogar die Philosophie einer ganzen Generation, nämlich die von frustrierten, überreizten Jugendlichen des 20. Jahrhunderts.

Deshalb möchte ich mich in meiner Facharbeit mit der Geschichte zweier Teenager auseinandersetzen, die, obwohl sie mehrere Jahrzehnte auseinander leben, genau nach dieser Maxime handeln. Beide sind sie auf der Suche nach etwas „das zählt“ und beide nehmen ihre Umwelt dabei wahr, wie man es nur zu einer Zeit seines Lebens empfinden kann.

Dies ist die Zeit, in der man weder Fisch noch Fleisch ist, wie der Volksmund zu sagen pflegt, und die die Altklugen unter uns Erwachsenwerden nennen.

Die Beiden, von denen ich spreche sind Holden Caulfield und Benjamin Lebert. Der eine ist der Protagonist in J.D. Salingers Roman „Der Fänger im Roggen“, der andere ist Benjamin Lebert selbst in seinem teilweise autobiographischen Werk „Crazy“. In meiner Facharbeit werde ich zuerst auf die Autoren und die Handlung ihrer Romane eingehen und diese dann anhand ihres Inhalts, ihrer Sprache, ihrer Struktur, ihrer Kritiken und sich damit befassenden Zeitungsartikeln vergleichen. Danach werde ich untersuchen, ob es sich um Entwicklungsromane handelt und Benjamin Lebert selber zu seinem Buch befragen. Abschließend ziehe ich mein Resümee und die beantworte Frage, ob „Crazy“ das deutsche Pendant zu „Der Fänger im Roggen“ ist.

I. „Der Fänger im Roggen“ von Jerome David Salinger

1. Biographie des Autors

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten 10

J.D. Salinger wurde am ersten Januar 1919 als Sohn des jüdischen Sol Salinger und seiner schottisch-irischen Frau Marie Jillich in New York geboren.1933 verlässt er die McBurney School nach zweijährigem Besuch ohne Schulabschluss und besucht ab September 1934 die Valley Forge Military Academy in Pennsylvania, wo er zwei Jahre später sein Abschlussdiplom bekommt.

Ab dem Sommer 1937 ist er am Washington Square College immatrikuliert, beschließt aber schon im darauffolgenden Frühjahr, nach einer Reise durch Polen und Österreich, im Fleischwarenimportgeschäft seines Vaters mitzuarbeiten. Trotzdem besucht er im Herbst 1938 das Ursinus College in Pennsylvania und schreibt als Kolumnist für die „Ursinus Weekly“. Das Ergebnis seiner Shortstory- Writing-Kurse an der Columbia Universität in New York ist seine Kurzgeschichte „The Young Folks“, die 1940 in dem Magazin seines Mentors erscheint. Ein Jahr später wird eine seiner Short-Short-Storys im "Colliers" und eine Satire im "Esquire" veröffentlicht.1942 wird er vom Militär einberufen, wo er als Gegenspion tätig ist. Von den Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs mitgerissen nimmt er am sechsten Juni an der Landung in Dünkirchen teil. Später bei seiner Arbeit im 12. Infanterie Regiment soll er sogar den berühmten Ernest Hemingway getroffen haben, der in aber eher empört als beeindruckt hat. Weiterhin werden einige seiner Kurzgeschichten von der „Saturday Evening Post“ und vom „Colliers“ herausgegeben.

1946 erscheint „Slight Rebellion off Madison“ im „New Yorker“ und ein Jahr später kehrt Salinger als freier Schriftsteller zurück in die U.S.A. .1948 erhält er einen festen Vertrag beim „New Yorker“ und schreibt weiterhin Kurzgeschichten. Nach mehreren Umzügen quer durch die Vereinigten Staaten erscheint am 16. Juli 1951 „Der Fänger im Roggen“, der aber vorerst weitgehend unbeachtet bleibt. Erst zwei Jahre später wird sein Roman langsam bekannt und hält sich immerhin 29 Wochen in der Bestsellerliste. Da der Roman in einer jugendlich saloppen Sprache geschrieben ist, wird er von vielen Kritikern, die mit der Entwicklung der Zeit nicht umgehen können, verrissen.

Vier Jahre später heiratet er die Engländerin Claire Douglas, die sich 1967 wegen seiner „Kommunikationsunfähigkeit“ von ihm scheiden lässt. Sie sagt, dass er einfach aufgehört habe mit ihr zu reden und da habe sie sich nach drei Jahren eben von ihm getrennt. 1961 wird „Franny and Zooey“ in Buchform veröffentlicht und zwei Jahre später kommt „Raise High the Roofbeam, Carpenters“ und „Seymour: an Introduction“ auf den Markt, wo es auf wenig Resonanz stößt. Mit der amerikanischen Studentin Joyce Maynard hat er 1972 eine einjährige Beziehung. In ihrem Roman "Tanzstunden", der vor einigen Jahren veröffentlicht wurde, verarbeitet sie diese unglückliche Liebe. Der Erfolg seiner Bücher und Geschichten irritiert ihn stark und er kann mit dem wachsenden Interesse der Bevölkerung an seiner Person nicht umgehen.

Salinger arbeitet von da an zurückgezogen in Cornish, New Hampshire, an verschiedenen Manuskripten und weigert sich bis heute, Journalisten Interviews zu geben, geschweige sich besuchen zu lassen. Man könnte fast annehmen, er ziehe es vor, an der Legende seiner Person zu arbeiten, anstatt die Welt mit neuen Werken zu bereichern.

(vgl. Münder, P., Analysen und Reflexionen, Beyer Verlage, S.5-18)

2. Inhalt des Romans

Der Roman umfasst 26 mehr oder weniger lange Kapitel und handelt von der verzweifelten Suche eines Teenagers nach verständnisvollen Gesprächspartnern und einem Ort der Ruhe im Winter von 1949 in New York.

Der 16-jährige Holden Caulfield befindet sich in einer Nervenheilanstalt in Kalifornien und erzählt in einem Rückblick was er in den vier Tagen vor den letzten Weihnachtsferien erlebt hat.

Seine Geschichte beginnt mit dem Verlassen seines Internates Pencey Prep in Agerstown vor Schulende, da offensichtlich ist, dass er das Lernziel nicht erreicht hat. Pency Prep ist mittlerweile die vierte Schule, von der er wegen ungenügender Leistungen verwiesen wird und da ihn dort nichts mehr hält, macht er sich nach einem demütigendem Gespräch mit seinem Geschichtslehrer Spencer und einer Diskussion und Prügelei mit einem seiner Klassenkameraden auf den Weg nach New York.

Im Nachtzug trifft er auf die Mutter eines Klassenkameraden, die er pausenlos belügt, weswegen er eigentlich ein schlechtes Gewissen hat.

In New York angekommen, beschließt er mit dem Taxi zum Hotel Edmont zu fahren. Er fragt den Taxifahrer, was die Enten im Central Park im Winter machen, doch dieser kann ihm keine Antwort geben. Im Hotel angekommen kann er durch sein Zimmerfenster die perversen Aktivitäten der Gäste in gegenüberliegenden Zimmern beobachten.

Holden ruft ein Mädchen namens Faith an um sich mit ihr zu verabreden, da er gehört hat, dass es leicht wäre, sie zum Sex zu überreden.

Er stellt sich dabei so ungeschickt an, dass Faith sich nicht zu einem Treffen bereiterklärt. Frustriert und deprimiert beschließt er, in den hoteleigenen Club, den Lavendelsaal, zu gehen. Dort beginnt er ein Gespräch mit drei Mädchen aus Seattle und fordert sie nacheinander zum Tanzen auf. Eine von ihnen kann besonders gut tanzen, zieht es aber vor nach berühmten Schauspielern Ausschau zu halten, als sich mit Holden zu unterhalten. Enttäuscht macht er sich auf den Weg zurück in sein Zimmer.

Am Lift bietet ihm der Page an, ihm eine Prostituierte zu schicken, welche ihn später auch besucht.

Holden beschließt aber, nicht mit ihr zu schlafen, sondern sich nur mit ihr zu unterhalten. Als sie mehr Geld als ausgemacht verlangt, schickt er sie weg, wird aber vom Pagen verprügelt, der ihm das restliche Geld abnimmt.

Am nächsten Tag verlässt er das Hotel und verabredet sich mit einer alten Bekannten, Sally Hayes. Er frühstückt in einem Schnellimbiss und schenkt zwei Nonnen zehn Dollar für ihre nichtvorhandene Kollekte.

Später kauft er eine Schallplatte für seine kleine Schwester Phoebe und Theaterkarten für die Matinee mit Sally. Da er noch Zeit hat bis zum Treffen mit ihr, geht er in den Central Park, um dort seine Schwester zu suchen. Er findet sie nicht und fährt zum Biltmore, wo er mit Sally verabredet ist. Ihr Aussehen raubt ihm den Atem, aber nach einer Weile geht sie ihm auf die Nerven. Die Beiden fahren nach der Theatervorführung zusammen nach Radio City um dort Eis laufen zu gehen. Schließlich bemerkt Holden, wie unterschiedlich er und Sally sind und bricht das Treffen vorzeitig ab.

Aus Langeweile verabredet er sich mit seinem alten Schulfreund Carl Luce für den Abend. Die Wartezeit überbrückt er mit einem deprimierenden Kinobesuch. Kurz nachdem Holden in der Wicker Bar angekommen ist, trifft auch Carl ein. Das Gespräch handelt von Sex und Beziehungen. Luce ist nicht besonders interessiert an Holdens Problemen, rät ihm aber zu einer Psychoanalyse.

Betrunken und allein macht sich Holden auf den Weg zum Central Park, um endlich die Antwort auf die Frage, was die Enten im Winter machen, zu beantworten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Bei einem Sturz im Park zerbricht die Schallplatte für Phoebe.

Völligst am Boden zerstört beschließt er nach Hause zu gehen um seine Schwester zu besuchen. Glücklicherweise sind seine Eltern unterwegs und er kann sich mit Phoebe unterhalten.

Sie kommt ihm sehr bald auf die Schliche und sagt ihm auf den Kopf zu, dass er schon wieder von der Schule geflogen ist.

Auf Phoebes Frage, was er denn eigentlich wirklich mag, weiß er zuerst keine Antwort, was sie in ihrer Vermutung bekräftigt, dass Holden perspektivenlos ist und zu negativ denkt. Phoebe will wissen, was Holden denn später einmal machen will. Daraufhin rezitiert ihr Bruder das Gedicht „Der Fänger im Roggen“ und stellt sich vor, der Retter der Kinder zu sein, die im Roggen spielen.

Er verlässt die Wohnung, um seinen Eltern nicht zu begegnen und versucht bei Mr. Antolini, einem Englischlehrer, mit dem er gut auskommt, unterzukommen.

Dieser nimmt Holden auf und versucht ihn aus seiner Lethargie herauszuholen. Jener kann oder will aber dem Gespräch nicht folgen und die Fetzen, die er aufschnappt, deprimieren ihn. Als Mr. Antolini beginnt, homosexuelle Annährungsversuche zu machen, flüchtet Holden aus der Wohnung und verbringt den Morgen im Wartesaal des Grand Central Bahnhofs. Beim Entlanggehen der Fifth Avenue stellt er sich vor, es wäre so gut wie unmöglich, bei einer Kreuzung die andere Straßenseite zu erreichen ohne zu verschwinden und bedankt sich jedes Mal bei seinem verstorbenen Bruder Allie, wenn ihm die Ankunft gelungen ist. Außerdem wünscht er sich taubstumm zu sein, was ein Verweis auf sein Kommunikationsproblem ist. Er möchte die Stadt verlassen und in den Westengehen, weshalb er sich auf den Weg macht, um sich von seiner Schwester zu verabschieden. Er geht zu ihrer Schule, in der er mit Wandschmierereien konfrontiert wird, die ihn anwidern. Als er Phoebe im Metropolitan Museum trifft, hat sie ihre Koffer dabei, da sie mit Holden weggehen will. Holden aber, möchte allein gehen, weswegen es zu einem Streit mit seiner Schwester kommt. Die Beiden versöhnen sich später wieder und Holden lädt sie zu einer Karussellfahrt im Central Park ein.

Damit endet dieäußere Handlung des Romans und Holden befindet sich wieder im Sanatorium. Dort wird er von einem Therapeuten gefragt, wie er sich seine Zukunft vorstellt.

Diese Frage lässt Holden offen, da er glaubt, dass man erst weiß was man tut, wenn man es tut.

II. „Crazy“ von Benjamin Lebert

1. Biographie des Autors

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Benjamin Lebert kam am 9. Januar 1982 in Freiburg im Breisgau auf die Welt. Er war von Geburt an halbseitig gelähmt und hatte somit Probleme beim Gehen und beim Greifen mit der linken Hand.

Mit seinen Eltern Andreas und Jutta Lebert lebte er einige Zeit in München. Von seinem Vater bekam er an Weihnachten 1991 sein erstes selbstgeschriebenes Werk als gebundenes Buch geschenkt.

Da sein Vater der Gründer und Chefredakteur des Magazins der SZ ist, konnte er durch diesen Kontakt schon im Alter von 14 Jahren für das Jugendmagazin „Jetzt“ der Süddeutschen Zeitung schreiben.

Mit 15 begann er die Arbeit an seinem Roman "Crazy", der am 17. Februar 1999 veröffentlicht wurde.

Obwohl Benjamin im Fach Deutsch immer sehr schlechte Noten bekam, wurde das Buch zu einem großen Erfolg und hielt sich wochenlang auf der Bestsellerliste. Noch im Herbst des gleichen Jahres wurde sein Werk von Hans Christian Schmid verfilmt und kam im Frühjahr 2000 in die deutschen Kinos.

Er besuchte ungefähr fünf Schulen und lebt heute ohne Abschluss, Studium oder Ausbildung abwechselnd in München und Berlin.

Er schreibt hin und wieder für "Jetzt ", wie zum Beispiel das Tagebuch im September 1999, und an seinem zweiten Roman, für den ihm nach Schätzungen 1,8 bis 2 Millionen Mark als Vorschuss vom Verlag Kiepenheuer & Witsch bezahlt worden sind.

2. Inhalt des Romans

Benjamins fast autobiographischer Roman umfasst 16 ungefähr gleichlange Kapitel. Der Roman beginnt, als der 16-jährige Benjamin Lebert im Internat Neuseelen ankommt, wo er seinen Sechser in Mathematik endlich loswerden soll. Neuseelen ist mittlerweile die fünfte Schule, die er besucht und durch seine schlechten Leistungen befindet er sich immer noch in der achten Klasse.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Im Büro des Direktors übergibt seine Mutter einen Brief, in dem sie um Nachsicht wegen Benjamins Halbseitenlähmung bittet. Anschließend wird er zu seinem Zimmer geführt, das er sich mit seinem Mitschüler Janosch Schwarze teilen soll. Am ersten Schultag stellt er sich der Klasse mit den Worten, „ Hallo Leute. Ich heiß e Benjamin Lebert, bin sechzehn Jahre alt, und ich bin ein Krüppel. Nur damit ihr es wisst. Ich dachte, es wäre von beiderseitigem Interesse. “ (S. 21)2 vor. Da er in Mathematik schlecht ist, schickt ihn der Lehrer zur Nachhilfe. Am Nachmittag geht er mit seinen neuen Freunden ins Dorf, wo sie über das Leben philosophieren. Die Jungs beschließen aus Spaß zu einer Sexualberatung zu gehen, wo Janosch der Beraterin vorgaukelt, er sei homosexuell und in seinen Mitschüler Troy verliebt. Troy, der nicht mit damit gerechnet hat, ist zuerst gekränkt, findet es dann aber wie die anderen auch lustig Am Abend beschließen die Jungen, die Mädchen zu besuchen. Nach einer Kletterpartie auf der Feuertreppe sitzen sie zusammen in einem der Mädchenzimmer und trinken Alkohol. Benjamin lernt Marie kennen und nach einer Weile beginnen sie miteinander zu flirten. Als er wegen der vielen Dosen Bier zur Toilette geht, folgt ihm Marie. Dort verführt sie ihn und Benjamin hat zum ersten Mal in seinem Leben Sex. Vom Alkohol und der Situation benebelt, muss er sich danach übergeben. Vier Monate vergehen bis Benjamin weitererzählt.

Er befindet sich in Troys Zimmer, wo ihm dieser eröffnet, dass er ein Bettnässer ist und deshalb alleine wohnt. Benjamin und Troy kommen dort zu dem Schluss, dass das Leben "ein groß es ins-Bett-pissen" (S. 90)2 ist. Troy hat die Idee abzuhauen, da er es im Internat nicht mehr aushält.

Als Benjamin und Troy den anderen von diesem Vorhaben erzählen, sind sie begeistert und die sechs Freunde machen sich am Nachmittag auf den Weg ins Dorf. Als sie auf den Bus warten, spricht sie ein alter Mann an, der sich als Sambraus Marek vorstellt. Sambraus war selber in Neuseelen und ertappt die Sechs gleich bei ihrem Fluchtversuch. Da er in München wohnt, bietet er ihnen an bei ihm zu übernachten.

Bei der Busfahrt nach Rosenheim will Janosch von Benjamin wissen, wie man einen Liebesbrief formuliert. Benjamin rät ihm, einfach aufzuschreiben, was er fühlt, doch sein Freund findet das zu langweilig. Bis sie in Rosenheim ankommen philosophieren sie über Gott und die Welt.

Am Rosenheimer Bahnhof kaufen sie sich Zigarren und schließen Blutsbrüderschaft, um ihre Freundschaft zu besiegeln.

Im Zug liest Benjamin seinen Freunden aus Hemingways Buch „ Der alte Mann und das Meer “ vor. Seine Freunde hören ihm aufmerksam zu. In München angekommen, gehen sie zu Sambraus` Wohnung, die sich über einem Striplokal befindet. In diesem Lokal betrinken sie sich mit Bacardi O und betrachten die Stripperinnen. Janosch und Benjamin stecken zusammen einer von ihnen einen Zehnmarkschein in den Slip. Schließlich bricht Benjamin betrunken zusammen.

Als Benjamin wieder aufwacht, sitzt er in einem Auto mit seinen Freunden, Sambraus und dem Barbesitzer. Ihm wird gesagt, dass sie zum Friedhof fahren, da Sambraus erfahren hat, dass sein ehemaliger Schulfreund dort liegt.

Damit endet die Flucht und Benjamin erzählt erst weiter, als er sich wieder im Internat befindet.

Wegen schlechter Leistungen ist er durchgefallen und muss das Internat nun verlassen. Er findet, dass die Zukunft für ihn rosig aussieht, da er bei seinem Vater wohnen und bald siebzehn wird.

Seine Freunde geben ihm beim Abschied noch ein paar Ermutigungen mit, und sein Vater erwartet ihn schon.

Benjamin beendet seinen Roman mit dem Kommentar, dass er jetzt erschöpft ist.

III. Vergleich der beiden Romane

1. Inhaltliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Ich möchte gleich im Voraus erwähnen, dass es sich bei diesem Punkt nicht um alle inhaltlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede handelt, sondern, dass ich lediglich ein paar Beispiele ausgewählt habe.

Würde ich sämtliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede erklären, würde das mit Sicherheit den Rahmen dieser Facharbeit sprengen.

a) Familie

Bezüglich ihrer Familie sind sich Benjamin und Holden in etwaähnlich, da beide sehr an ihren Familienmitgliedern hängen. Bei Benjamin handelt es sich um die ganze Familie, Holden hat aber vor allem eine tiefe Beziehung zu seinen Geschwistern. Benjamins Familie besteht aus seiner Mutter Jutta, seinem Vater Andreas und seiner lesbischen Schwester Paula. Holdens Familie setzt sich aus seinem Vater und seiner Mutter, die nicht mit Namen genannt werden, seinem Bruder D.B., seinem verstorbenen Bruder Allie und seiner kleinen Schwester Phoebe zusammen. Während seiner Zeit im Internat sehnt sich Benjamin sehr nach seiner Familie, so sagt er auf dem Weg zu den Mädchen im vierten Kapitel: „ Ich muß an mein Bett denken. An Malen. Und an meine Eltern, die jetzt schlafen. “(S. 54)2 und nach dem schrecklichen Erlebnis auf der Toilette meint er: „ Ich fühle mich allein. Ganz allein auf dieser verfluchten groß en Welt. In irgendeinem bescheuerten Internat. (...) Ich vermisse mein Zuhause. “ (S. 83)2. Er sorgt sich auch sehr um sie, so möchte er sie z.B. im sechsten Kapitel anrufen nur um sicher zu gehen, dass sie sich nicht die Köpfe einschlagen (S. 74)2. Er glaubt auch, dass ihm diese Sorge entgegen gebracht wird, vor allem von seiner Mutter (S. 52)2. Seine Schwester Paula erwähnt er selten, aber wenn, dann erinnert er sich an sie in einer sehr liebevollen Art (S. 24)2 Auch Holden fehlt seine Familie auf seiner Odyssee durch New York. So fängt er im 14. Kapitel an, mit seinem verstorbenen Bruder Allie zu sprechen, weil er so deprimiert ist (S. 98)1 und sucht immer wieder an verschiedenen Orten seine kleine Schwester. Schließlich vermisst er sie so sehr, dass er sie besuchen geht (S. 155)1. Allerdings scheint Holden zu seinen Eltern ein sehr distanziertes Verhältnis zu haben. Er nimmt zwar gleich am Anfang des Romans auf sie Rücksicht, indem er sich weigert persönliche Auskünfte über sie zu geben, da sie sonst zwei Schlaganfälle pro Nase (S. 7)1 bekämen, spricht aber sonst im Verlauf des Buches kaum über sie. Lediglich wird erwähnt, dass die Mutter den Tod von Allie schlecht verkraftet hat (S. 106)1 und der Vater ihn „umbringen“ wird, wenn er erfährt dass Holden wieder von der Schule geflogen ist.

Bei seinen Geschwistern ist das anders.

Holden scheint auf alle sehr stolz zu sein. D.B. achtet er besonders wegen dessen schriftstellerischem Talent, da er den fabelhaften Kurzgeschichtenband „ Der geheime Goldfisch “ (S. 7)1 geschrieben hat. An Phoebe mag er besonders, dass sie vernünftig (S. 69)1 ist, lustige Bücher schreibt (S. 70 + S. 157)1, und er sich bei ihr wohlfühlen kann (S. 156)1. Ansonsten sagt er: „ Man kann sich kein netteres oder klügeres Mädchen vorstellen. “ (S. 69)1

Bei Allie wird klar, dass Holden ihn sehr vermisst und ihn somit zu seinem imaginären Schutzengel macht (193)1. Außerdem ist Allie der Einzige, den Holden ausstehen kann (S. 167)1, als er von Phoebe danach gefragt wird. Wie man sieht orientiert sich "Crazy" was die familiären Beziehungen betrifft, nur oberflächlich an der Handlung von Salingers Roman. Beide Protagonisten vermissen zwar ihre Angehörigen, aber Benjamin tut das in einer ganz anderen Weise als Holden. Benjamin scheint ein viel besseres Verhältnis zu seiner Familie, und vor allem zu seinen Eltern zu haben, als Holden. Außerdem versucht er, wie man sieht, seinen Eltern aus dem Weg zu gehen, während Benjamin sich nach einem Treffen mit ihnen sehnt.

b) Zuhause

Was ihr Zuhause betrifft, unterscheiden sich Benjamin und Holden doch sehr.

Während Holden sich davor drückt nach Hause zu gehen, da ihm dort nichts Gutes widerfahren wird, wenn sich herausstellt, dass er von der Schule geflogen ist, kann sich Benjamin nichts schöneres vorstellen, als wieder Zuhause zu sein.

Holden lässt sich, während er seine Geschichte erzählt, über alles mögliche aus, nur sein Zuhause erwähnt er so gut wie gar nicht. Erst als ihn die Einsamkeit zu sehr quält, schleicht er sich in die Wohnung seiner Eltern, aber nur um seine Schwester zu besuchen. Selbst als die Eltern nach Hause kommen, gibt er sich nicht zu erkennen, sondern versteckt sich in Phoebes Kleiderschrank (S. 172)1.

Benjamin wünscht sich nichts mehr, als wieder daheim zu sein, so schreibt er auf Seite 24: „ Ich muß an mein Zuhause denken. Das schönste Zuhause ganz Münchens. Eine gute Fahrstunde ist es von hier entfernt. Nicht weit, doch trotzdem unerreichbar. “ Benjamin hat regelrechtes Heimweh (S. 83)2 und er findet, zu Hause wäre es eben doch schöner. (...) Auch wenn meine Eltern streiten. (S. 92)2

c) Schule bzw. Internat

In diesem Punkt sind sich Benjamin und Holden wirklich einig. Die Schule beziehungsweise das Internat geht beiden auf die Nerven. Nicht umsonst verlässt Holden sein Internat vorzeitig und nehmen Benjamin und seine Freunde Reißaus nach München.

Holden ist vor allem von den Schülern genervt und deshalb nennt er sie Heuchler.

Auf Seite 45 sagt er: „ So eine Schule! Die ganze Zeit hatte man jemand vor der Nase, der sich die Zehenägel schnitt oder an Pickeln herumdrückt oder was weiß ich. (...) Ich gab ihm (Mitschüler Ward Stradlater) keine Antwort. Ich haß te ihn immer mehr. Holden war schon auf mehreren Schulen und er glaubt, dass sie alle gleich sind. Selbst die Lehrer mag er nicht, wie zu erkennen ist an dem Gespräch mit seinem Geschichtslehrer Spencer (S. 12 ff)1.Predigten, wie das Leben sei ein Spiel (S. 14)1, findet er unnötig und daneben. Er geht sogar so weit und sagt: „ Die ganze verdammte Schule war mir verhaß t. “ (S. 19)1

Auch Benjamin hat mehrmals die schule gewechselt und ist von dieser Institution genauso wenig begeistert wie Holden. Zu seinem ersten Schultag fallen ihm als Beschreibung nur wenige Worte ein. Als ihn der Wecker aufweckt sagt er: „ Es ist ein widerlicher Klang. (...) Und es klingt nach Mathematik. Voraussichtlich klingt es auch nach Note 6. “ (S. 19)2

Außerdem meint er: „ Ich frage mich, ob sie ( Mitschülerin Malen) wohl glücklich ist. Obüberhaupt ein Internatsschüler glücklich ist. Janosch sagt niemand wäre hier glücklich. “ (S. 67)2

Benjamin fühlt sich einsam und so fragt er sich: „ Wie kann man das Leben im Internat beschreiben? Als schwierig? Langweilig? Anstrengend? Einsam fällt mir dazu ein. Ich fühle mich einsam. “ (S. 85)2

Besonders schwer ist es für ihn zu ertragen, wenn er nach den Wochenenden mit seiner Familie wieder in die Schule zurückkehren muss, aber das sei die Tragik des Internatsschülers. (S. 92)2

Er geht sogar so weit und schimpft: „ Die Schule an sich ist ein richtiger Psychokrieg. Da muß man es ja schwer haben. Für einen Sechzehnjährigen ist das ziemlich hart. Man ist noch ziemlich jung und wird schon derartig verarscht. Von einem Typen, der sich Lehrer nennt. In Bayern ist das besonders schlimm. Da zählen nur kleine, programmierte Computerkinder, die von morgens bis abends für die Schule lernen. Die werden gefördert. Der Rest wird fallengelassen. (S. 123)2

Als Benjamin die Schule aber am Ende des Jahres wegen schlechter Noten verlassen muss, wird ihm das Herz doch ein bisschen schwer: „ Ich weiß nur, daß man das Internat nicht vergisst. In keinem Augenblick. Ob das nun gut sein mag oder nicht, das sollen andere entscheiden. Alles was ich für meinen Teil dazu sagen kann, ist, daß man auf die Gemeinsamkeit angewiesen ist. (...) Ich glaube das muß so sein. Manchmal möchte man sterben. Und manchmal fühlt man eine doppelte Portion Leben in sich. “ (S. 171)2

Wie ich schon sagte, beide können der Institution Schule nicht viel abgewinnen, aber im Gegensatz zu Holden konnte Benjamin dort Freunde gewinnen, für die er sehr dankbar ist. Dasändert aber trotzdem nichts daran, dass das Thema Schule bei beiden großen Unmut erzeugt.

d) Freunde

Was die Freunde betrifft, sind die beiden Hauptfiguren doch sehr verschieden.

Holden hält nichts von seinen Mitschülern und kommt genauso wenig mit den Bekannten klar, die er auf seiner Odyssee durch New York trifft. Seinen Mitbewohner Stradlater nennt er einen dreckigen Schweinehund von einem Idioten (S. 48)1 und über Ackley, der im Zimmer nebenan wohnt sagt er, (...), er warüberhaupt ein ekelhafter Charakter, irgendwie schmierig. “ (S. 24)1

Von Sally Hayes und Carl Luce, mit denen er sich trifft, behauptet er, dass sie ihm Bauchkrämpfe bereiten. (S. 131 + S. 146)1

Die Einzige, über die er gute Worte verliert, ist seine alte Freundin Jane Gallagher:

Jane war ein sonderbares Mädchen. Ich würde sie im strengen Sinne nicht als schön bezeichnen. Aber ich war trotzdem begeistert von ihr. “ (S. 78)1 Benjamin dagegen braucht seine Freunde so sehr, wie die Luft zum atmen, denn ohne sie wäre das Leben im Internat für ihn unerträglich.

Seine Clique gibt ihm Auftrieb und oft neuen Lebensmut. Troy z.B. glaubt, dass sie die Besten sind (S. 94)2 und Janosch sagt einmal zu ihm, er sei ein Held (S. 130)2, weil das Leben durch ihn spricht.

Benjamin kommt mit allen fünf seines Freundeskreises in Neuseelen gut aus und geht mit ihnen durch dick und dünn.

Er und seine Freunde philosophieren viel über das Thema Freundschaft und nach verschiedenen Auslegungen kommen sie auf den Punkt, dass Freundschaft einfach nur Freundschaft ist, und man nicht immer alles ganz genau definieren muss. (135)2

Jedenfalls ist Benjamin sein Umfeld sehr wichtig, da ihm seine Freunde Bestätigung geben, so sagt Janosch einmal, Benjamins Komplex wegen der Behinderung betreffend: „ In meinen Augen bist du weder behindert noch normal. In meinen Augen bist du ... crazy. “ (S. 42)2

Obwohl Benjamin sein Zuhause vermisst, fühlt er sich doch zumindest bei seinen Freunden geborgen. Im Unterschied dazu leidet Holden sehr an Einsamkeit, da sich niemand wirklich mit ihm befassen will. Holden hat keine richtigen Freunde, obwohl er das oft nicht wahrhaben will.

Somit wird klar, dass sich die beiden Romane in diesem Punkt völlig unterscheiden.

e) Einsamkeit

Sowohl bei Holden, als auch bei Benjamin ist offensichtlich, dass sie beide einsam sind.

Sicherlich ist Holden einsamer als Benjamin, da dieser, wie ich zuvor erwähnt habe, schließlich seine Freunde als seelische Stütze hat. Allein, wenn man die rastlose Suche Holdens betrachtet ist verständlich, dass dieser sich nirgendwo geborgen fühlt.

Die vielen Orte, die er besucht und die seltsamen und uninteressierten Leute, die er trifft, sprechen für sich.

Einmal sagt er als er bei Ackley im Zimmer ist: „ Ich fühlte mich so verdammt allein. “ (S. 51)1

Als er im 20. Kapitel betrunken und ohne Begleitung durch den Central Park läuft meint er zum Schluss: „ Es war nur sehr kalt und ganz menschenleer. “(S. 153)1

Dies macht zwar sehr subtil, aber doch deutlich sichtbar, wie einsam Holden ist.

Benjamin sagt zwar nur einmal wortwörtlich (S. 85)2, dass er einsam ist, jedoch merkt man oft, wenn er von seiner Familie spricht, dass er sie sehr vermisst und sich manchmal alleingelassen fühlt.

Teilweise fühlt er sich regelrecht abgeschoben und hat ein schlechtes Gewissen gegenüber seiner Schwester Paula, die den familiären Zwist nun allein ertragen muss. (S. 59)2

Benjamin ist sicherlich nicht so verzweifelt wie Holden, jedoch neigt auch er zur Einsamkeit.

Holden erfährt aber definitiv noch eine immense Steigerung, da er zeitweise durch sein Alleinsein bedingt sogar zu Depressionen neigt.

f) Sexualität

Sowohl Holden als auch Benjamin sind zum Zeitpunkt der Handlung der beiden Romane 16 Jahre alt. Folglich beginnen auch beide sich für Frauen und Sexualität zu interessieren.

Gemeinsam sind sie der Meinung, dass Frauen von einem anderen Stern kommen, da sie ganz anders als Männer und außerdem ziemlich unverständlich sind. Holden wechselt seine Meinung über sich im Bezug auf seine Wirkung auf Frauen ständig. Zuerst erzählt er, als er die Mutter eines unbeliebten Mitschülers im Zug trifft: „ Ich meine damit nicht, dass ichübermäß ig sexy bin - obwohl ich ziemlich sexy bin; Ich mag Frauen einfach, das meine ich. “ (S. 57)1

Als ihm aber dann eine Prostituierte aufs Zimmer geschickt wird, reagiert er doch unsicher: „ Ich wurde zwar allmählich ziemlich sexy, aber nervös war ich doch. Ich war noch unschuldig, falls es jemand interessiert. “ (S. 92)1

Einmal gibt er schließlich zu: „ Das sexuelle Gebiet ist etwas, das ich nicht richtig verstehe. Man weiß nie, wo zum Teufel man eigentlich steht. (...)Von Sex verstehe ich einfach nichts, im Ernst, nichts. “ (S. 65)1

Zum Thema Frauen fällt Benjamins Clique viel ein. Janosch meint einmal:

Vielleicht sind sie auch so geil, weil sie so seltsam sind.“ (S. 120)2 und man bräuchte die Mädchen einfach. So wie das Licht oder den Sauerstoff. (S. 62)2 Außerdem seien die Mädchen manchmal noch komplizierter als das Leben an sich. (S. 65)2

Weiter glauben sie, wenn man nämlich erst einmal dreizehn ist, werden Mädchen und Hintern zur Droge. Man kommt nicht mehr davon los. (S. 72f)2

Benjamin kann mit seiner Sexualität an sich noch nicht wirklich umgehen, so fragt er sich: „ Warum ist die Jugend nur so brutal? (...) Nageln hin- nageln her. Ich fürchte mich davor. (S. 79)2

Als er mit Marie geschlafen hat, fühlt er sich schlecht und unwohl. (S. 83)2

Auch das Erlebnis im Striplokal zeigt, wie unerfahren er noch ist. (S. 163)2

Holden und Benjamin sind sich in dieser Beziehung somit sehrähnlich. Sie sind beide noch unerfahren und können kaum mit ihren sexuellen Regungen umgehen.

g) Lebensphilosophie

Während Holden seine Lebensphilosophie in einem kurzen, prägnanten Satz ausdrückt, lässt sich Benjamin lang darüber aus.

Holden meint: „ Wie soll man denn wissen, was man tun wird, bevor man es wirklich tut? “ (S. 208)1

Wenn man den Handlungsverlauf von Salingers Roman betrachtet, sieht man, dass Holden sich über alles eine Menge Gedanken macht. Das Leben an sich lässt er dabei allerdings ziemlich außer acht. Er ist perspektivenlos und legt eine unglaubliche Gleichgültigkeit an den Tag.

Er sucht nicht mal wirklich nach dem Sinn des Lebens. Benjamin dagegen denkt viel darüber nach.

Er und seine Freunde kommen einmal zu dem Schluss, dass man vom Leben saufen muss, dann dass das Leben ein Fluss sei und einigen sich schließlich darauf, dass das Leben ein Versuch ist. (S. 135)2

Obwohl Benjamin einige Rückschläge verkraften muss, sieht er immer wieder nach vorn. Selbst als er von der Schule fliegt, meint er, dass die Zukunft doch rosig aussieht. (S. 172)2

Trotz allem sind sich Holden und Benjamin sehrähnlich, da beide das Leben einfach so nehmen wie es kommt. Sie machen sich kaum bis keine Gedanken über den nächsten Tag und lassen einfach alles auf sich zukommen.

Für beide heißt Leben einfach leben.

h) Behinderung

Im vornherein möchte ich klarstellen, dass dieser Punkt sehr weitläufig zu sehen ist. Sicherlich ist Holden in keiner Weise körperlich behindert, doch bei seiner Person handelt es sich um einen extremen Hypochonder.

Während Benjamin wirklich ein körperliches Problem und deshalb große Schwierigkeiten im normalen Alltag hat und psychisch stark darunter leidet, hat Holden keine ernstzunehmenden Krankheiten oder körperliche Beeinträchtigungen. Dennoch bildet er sich von Anfang bis Ende des Romans ununterbrochen irgendwelche Erkrankungen oder Verletzungen ein.

Um ein paar Beispiele zu nennen: in einer Bar tut er so, als ob er angeschossen wäre (S. 146f)1, weil er nasse Haare hat glaubt er, dass er an einer Lungenentzündung sterben wird (S. 151)1, als er in einem Magazin einen Bericht über Krebs liest, bildet er sich ein, dass er daran erkrankt ist (S. 191)1 u.s.w.

Seine Hypochondrie ist ein Ausdruck von „Auf-sich-aufmerksam-machen“, da er, wie schon zuvor erwähnt, an Einsamkeit leidet.

So fragt er sich, ob viele Menschen seine Beerdigung besuchen würden.

Benjamin jedoch leidet immens an seiner Behinderung und wünscht sich nichts sehnlicher, als nicht immer durch sie auffallen zu müssen.

Ein Kommentar von ihm bezüglich der Lähmung der linken Seite ist sehr doppeldeutig zu werten. Man sieht dadurch, dass er nicht nur an den körperlichen Beschwerden leidet, sondern auch an den psychischen.

„ Sowohl meinen Arm als auch mein Bein kann ich kaum bewegen. Es fühlt sich taub an. Nur wenn man mir weh tut spüre ich es. “ (S. 76)2

Allein die Art wie er sich vor seiner neuen Klasse vorstellt, nämlich als Krüppel, spricht für sich (S. 21)2. Treppensteigen bedeutet für ihn Schmerzen, so wie viele andere alltägliche Handlungen.

Auch wenn ihm seine Freunde sagen er sei nicht behindert, sondern crazy (S. 42)2 oder cool (S. 38)2, hilft ihm das nicht über seinen Komplex hinweg. Am Hochklettern an der Feuerleiter verzweifelt er fast. In diesem Punkt sind Holden und Benjamin dochäußerst ungleich. Während Holden um alles in der Welt auffallen will, möchte Benjamin doch eher unbemerkt sein.

2. Erzählerische Gemeinsamkeiten und Unterschiede

a) Erzählsituation

In „Der Fänger im Roggen“ handelt es sich um einen auktorialen Ich-Erzähler.

Das erkennt man daran, dass Holden in einem Rückblick erzählt, da er sich zum Zeitpunkt des Erzählens in einem Sanatorium befindet. Er kennt also Anfang und Ende der Geschichte und ist durch seine zeitliche Distanz zum Geschehen in gewisser Weise allwissend.

Besonders deutlich wird die auktoriale Erzählweise daran, dass Holden ununterbrochen Kommentare und Urteile über das Erlebte einbringt.

Trotz dieser Kennzeichen kann man sich nicht hundertprozentig festlegen, welche Erzähltechnik Salinger wirklich verwendet, da er zwar viele Merkmale des auktorialen Erzählers benutzt, aber trotzdem das Gefühl der Unmittelbarkeit suggeriert und somit dem Leser einen subjektiven Blickwinkel verleiht. Bei “Crazy“ handelt es sich definitiv um einen personalen Ich-Erzähler, was daran zu erkennen ist, dass der Erzähler nuräußerlich Wahrnehmbares erkennt, innerhalb des Geschehens steht und erlebendes und erzählendes Ich zusammenfallen. Was die Illusion der Unmittelbarkeit hervorruft. Der Roman wird aus einem subjektiven Blickwinkel erzählt.

Allerdings verzichtet der Autor nicht auf eine Kommentierung des Gesamtgeschehens

b) Erzählverhalten / Erzählhaltung

Besonders auffällig am Erzählverhalten in Salingers Roman ist, dass Holden den Leser immer einbezieht, indem er ihn anspricht. So fragt er den Leser oft nach seiner Meinung und ob er das Gelesene verstanden hat.

Holden nimmt verschiedene Haltungen gegenüber dem Erzählten ein. Oft ist er sarkastisch oder ironisch.

Auch Benjamin verzichtet nicht darauf den Leser manchmal anzusprechen, vor allem im letzten Kapitel.

Des Weiteren ist auch er spöttisch und spricht unheimlich doppeldeutig.

c) Darbietungsformen

Salinger wechselt in seinem Roman oft zwischen Erzählerbericht und Personenrede ab.

Manche Kapitel bestehen ausschließlich aus einem Erzählerbericht, was daran zu erkennen ist, dass Holden über Ereignisse berichtet, Menschen ausführlich beschreibt und das Geschehen kommentiert.

Dann gibt es auch einige Kapitel in denen sich Holden nur unterhält, wie zum Beispiel sein Treffen mit Carl Luce.

Die Darbietungsformen in „Crazy“ entsprechen denen im „Fänger im Roggen“, da auch dort der Erzähler zwischen Personenrede und Erzählerbericht abwechselt.

d) Raum und Zeit

Der Handlungsort in „Der Fänger im Roggen“ wechselt ständig, da Holden sich ja gewissermaßen auf einer Reise befindet. Es gibt verschiedene erlebte Räume wie das Museum, die Bars oder den Central Park, die oft gleichzeitig auch Stimmungs- oder Symbolräume darstellen.

Das Museum stellt z.B. einen Stimmungsraum dar, da Holden dort allein ist und die Zeit weder ihm noch den Mumien etwas anhaben kann.

Auch bei Leberts Buchändert sich der Handlungsort andauernd und ebenso stellen bestimmte erlebte Räume Stimmungs- sowie Symbolräume dar. Die unpersönlich wirkende Toilette, in der Benjamin seine Unschuld verliert, ist zum Beispiel symbolisch für die Unpersönlichkeit des Geschlechtsverkehrs mit Marie. Bei der Zeitgestaltung handelt es sich um zeitraffendes Erzählen, da Holden viele Dinge überspringt.

Da die Erzählung einen Rahmen hat, macht er einen Zeitsprung in die Vergangenheit, erzählt aber diesen Teil chronologisch.

Auch in „Crazy“ benutzt der Autor zeitraffendes Erzählen, da es sich um einen Zeitraum von fast einem halben Jahr handelt. Er erzählt chronologisch, macht aber oft Zeitsprünge und Erzählpausen. Einmal lässt er sogar vier Monate aus.

3. Sprachliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede

a) Sprachebene und Wortwahl

Beide Romane befinden sich auf der gleichen Sprachebene, nämlich einer altersspezifischen.

Es handelt sich um eine Jugendsprache, um die Realitätsnähe zu zeigen. Wenn man Holdens Erzählen betrachtet oder die Gespräche von Benjamin und seinen Freunden, fällt der saloppe Umgangston besonders auf.

So benutzt Holden oft Wörter wie „verdammt“(S. 52)1, „verflucht“(S. 207)1, „wahnsinnig“(S. 160)1, „dickarschig“ (S. 134)1 oder „kotzen“(S. 84)1 und Benjamin solche wie „geil“(S. 72)2, „pissen“(S. 35)2, „Tussi“ (S. 44)2 oder „ficken“(S. 73)2. Wie man sieht handelt es sich dabei um Modewörter, die zu der Zeit, als beide Romane veröffentlicht wurden, vor allem Jugendliche benutzen. Dies hat den Sinn, die Leser, die doch zumeist jugendlich sind, anzusprechen, damit sie sich mit den Protagonisten identifizieren können.

Holden und Benjamin verwenden besonders häufig aussagekräftige Adjektive. Allerdings sind die Wörter im Allgemeinen sehr farbig und abwechslungsreich. Besonders auffällig in beiden Romanen sind aber die ununterbrochenen Flüche.

Bei Holdens Sätzen kommt dauernd das Wort „verdammt“ (z.B. S. 26 + S. 33 + S. 36 + S. 52 u.s.w.)1 oder „verflucht“ (S. 43 + S. 207)1 vor und Benjamin kann sich damit auch nicht im Zaum halten. So ist vieles „scheiße“ (S. 119)2 oder „beschissen“ (S. 130)2.

Es ist also nicht abzustreiten, dass sich Salingers und Leberts Roman in diesem Punkt unwahrscheinlich gleichen. Sie verwenden zwar nicht die identischen Wörter und Ausdrücke, jedoch die auffällige Jugendsprache sticht bei beiden Büchern sofort ins Auge.

Benjamin Lebert erwähnt auch selber, dass er sich dabei an Salinger orientiert hat.

b) Satzbau

Bezüglich der Satzform sind „Crazy“ und „Der Fänger im Roggen“ zwei extreme Gegensätze. So benutzt Salinger vor allem hypotaktische und Lebert fast ausschließlich parataktische Sätze.

Holden schafft es, seine Sätze so ineinander zu verschachteln, dass sie sich über mehrere Zeilen ausbreiten können: „ Schließ lich dachte ich an das Mädchen, mit dem ich oft ausgegangen, Sally Hayes, weil ich wusste, daß sie schon Ferien hatte - sie hatte mir einen langen affektierten Brief geschrieben und mich eingeladen, ihr am Heiligen Abend den Baum schmücken zu helfen -, aber ich befürchtete, dass ihre Mutter ans Telefon käme. “ (S. 62)1

Benjamin dagegen spricht und schreibt fast nur in Hauptsätzen. Somit erhöht er die Übersichtlichkeit und verstärkt die einprägsame Wirkung.

Um ein Beispiel zu zeigen: „ Ich zwänge meine Beine um Janoschs Hüften. Rechts ist das kein Problem. Doch links macht es Schwierigkeiten. Es dauert. Felix und die anderem helfen mir. Janosch muß noch etwas in der Hocke warten. Dann erhebt er sich. Durch den kleinen Ruck werde ich in die Luft geschmissen. Ich falle fast. Schnell lege ich den Arm um Janoschs Hals. Wir marschieren weiter. “ (S. 54)2 Allerdings gibt es in „Crazy“ auch viele Sätze, die eigentlich keine sind, da zum Beispiel ein Prädikat: „ Das Haar. Die Augen “ (S. 52)2, oder ein Subjekt: „ Ruhen. Atmen. Schlafen. “ (S. 52)2 fehlt.

In beiden Romanen ist die Verteilung der Satzarten ausgeglichen und keine sticht besonders hervor.

c) Besondere Stilmittel

Da es sich bei beiden Romanen um eine mittlere Stilebene handelt, sind auch einige Stilmittel und rhetorische Figuren zu finden.

Während bei Benjamin vor allem die Ironie im Vordergrund steht, ist bei Salinger das häufigste Stilmittel die Hyperbel.

Um einige Beispiele für die Ironie in „Crazy“ zu nennen: „ Wenn Janosch mich nicht verarscht hat, gilt es sogar die Feuerleiter zuüberwinden, um in den einen Stock höher gelegenen Mädchengang zu gelangen. (...) Eine Routinearbeit für einen Krüppel wie mich. “ (S. 44)2 oder „ ´ Du wirst Nachhilfe haben müssen` sagt er. (...)Große Freude steigt in mir auf. “ (S. 22)2

Holden übertreibt ununterbrochen, wenn er etwas erzählt. So sagt er einmal: „ Er hielt meine Handgelenke fest, und ich betitelte ihn mit allem, was mir einfiel. Ungefähr zehn Stunden lang. “ (S. 47)1 oder „ Das letzte, was ich gegessen hatte, waren zwei Würstchen gewesen als ich mit Brossard und Ackley nach Agerstown gefahren war. Das war schon lange her. Es schien vor fünfzig Jahren gewesen zu sein. “ (S. 104)1 oder, „ Und auch, weil ein wahnsinnig groß er Schreibtisch darin steht, (...) und ein rieß iges, ungefähr zehn Kilometer langes und zehn Kilometer breites Bett. (S. 155)1 Außerdem benutzt Holden oft Repetitionen, wie auf Seite 121, auf der das Wort „Beinen“ viermal und das Wort „Esel“ ebenso oft vorkommt innerhalb weniger Sätze.

Holden scheint diese Stilmittel zu benutzen um dem Leser seine Meinung und seine Gedanken einzubläuen.

Benjamin zielt auf das Gleiche ab, aber indem er eine sehr bildhafte Sprache verwendet. Er vergleicht sehr oft und arbeitet mit vielen Metaphern.

Der wohl herraustechendste Vergleich befindet sich auf Seite 25. Dort sagt Janosch:

„ Wir sind alle Fleischbrocken in einer verdammten Chappi-Dose. “

Weiter erscheinen die Vergleiche, die ich schon in den Punkten Lebensphilosophie und Sexualität zitiert habe, in denen das Leben und die Frauen mit Flüssen, Licht oder Ähnlichem verglichen werden.

Wie man sieht, sind sich die Romane in diesem Punkt nur weitgehendähnlich. Es handelt sich zwar nicht um dieselben Stilmittel, jedoch gleichen sie in der Funktion, die sie ausüben sollen. Sowohl Holden als auch Benjamin liegt es am Herzen, den Leser von sich zu überzeugen, nur gehen sie dabei zweierlei Wege.

4. Strukturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Die Struktur der beiden Romane ist völlig unterschiedlich. Während es bei „Der Fänger im Roggen“ einenäußeren Rahmen gibt, der die eigentliche Handlung umschließt, erzählt Benjamin von Anfang an chronologisch.

Salingers Roman beginnt in dem Sanatorium, in dem sich Holden befindet und endet auch damit. Er erzählt die eigentlich Handlung (Seite 8 bis 207) in einem Rückblick, der chronologisch aufgebaut ist.

Benjamins Geschichte beginnt, als er im Internat ankommt und endet damit, dass er es am Ende des Schuljahres wieder verlässt. Während Holden die innere Handlung in einem Stück erzählt, macht Benjamin oft Zeitsprünge und Erzählpausen. Des Weiteren besteht „Der Fänger im Roggen“ aus 26 Kapiteln, die in ihrer Länge stark variieren. So kann sich ein Kapitel nur über mehrere Zeilen erstrecken, aber ein anderes über einige Seiten. Die Länge der 16 Kapitel in „Crazy“ ist jedoch meistens ausgeglichen.

Obwohl die Seitenzahl beider Romane annähernd gleich ist ( 208 und 175) unterscheiden sie sich trotzdem in ihrer Gesamtlänge. „Der Fänger im Roggen“ ist sehr klein gedruckt und „Crazy“ sehr groß. Hätten beide die gleiche Größe des Schriftbilds, wäre Salingers Roman wahrscheinlich doppelt so lang.

5. Rezensionen

Als der 16-jährige Benjamin Lebert sein Erstlingswerk veröffentlichte, blieb, durch sein Alter bedingt, ein großer Medienrummel nicht aus. Sein Buch wurde von fast jedem deutschen Kritiker bewertet und ein Vergleich, der dabei sehr oft auftaucht, ist der mit J.D. Salinger.

Da „Crazy“ einige Parallelen zum „Fänger im Roggen“ aufweist, unterstellte man Benjamin Lebert das Plagiieren.

Eine gewisse Ähnlichkeit bestreitet der junge Autor gar nicht, so schreibt Sven Boedecker in Die Woche in seinem Artikel Boy Wonder vom 26.2.1999: „ Dann kam das Angebot der Lektorin, einen längeren Textüber Jugenderfahrungen zu verfassen - nicht wie sonstüblich aus der Erinnerung, sondern noch im Moment des Erlebens.

Der Autor war ganz aufgeregt: ´ Sie meinen ich soll etwas schreiben wie „ Der Fänger im Roggen “ auf modern?` “ 3 Und so schien es dann auch gewesen zu sein.

Etliche verglichen ihn mit Salinger und sein Entdecker Maxim Biller betitelte ihn in der FAZ vom 25.2.99 als Jung-Salinger, der garantiert von der Literatur träumt 4. Nun ist Salinger aber ein sehr berühmter Schriftsteller und wenn man Benjamin Lebert als sein Pendant darstellt, weckt das natürlich auch die letzten schlafenden Kritiker.

Und so wurde sein Roman umso mehr verrissen. Dabei war es gar nicht Benjamins Absicht, sich mit diesem erfolgreichen Autor zu vergleichen. Er hatte sich nie angemaßt, ein neuer Salinger zu sein und immer wieder darauf hingewiesen, dass die Handlung seines Werkes nicht zu verwechseln sei mit der des „Fänger im Roggen“. Das beeindruckte die Kritiker gar nicht und munter verglichen sie weiter. So fragt die WAZ am 13.5.99: „ Haben wir es mit einem frühreifen Salinger zu tun, mit einem neuen ´ Fänger im Roggen`? “ 5

Darauf scheint die Neue Züricher Zeitung schon am 23.3.99 eine Antwort gefunden zu haben, denn der Autor Andreas Nentwich schreibt in seinem Artikel Der junge Mann und die Medien:Armer Benjamin Lebert! Die einen pumpen ihn auf zu einem neuen Hemingway oder Salinger oder gar zu einem dieser Vor-ihm-hat-noch-keiner- Autoren, was er alles nicht ist und niemals sein wird, und die anderen strafen ihn gnadenlos ab für dererlei Elogen, für seine Väter und Onkels und hängen ihm den Untergang des Abendlands ans Bein. Aber das geht vorüber, wie alle Selbsterregungen des Kulturbetriebs. “ 6

Es entstand ein wahres Chaos und nachdem man Benjamin wegen seines Werkes angegriffen hatte, war nun der Verlag KiWi dran, weil er seinen Schützling Benjamin so vermarktet hatte. So schreibt Gerrit Bartels von der TAZ am 26.2.99: „ Nach ein paar Texten in jetzt, dem Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung, war Lebert von Maxim Biller empfohlen worden, und ruck, zuck machten sich die KiWi- Verantwortlichen mit Lebert dran, „ halb im Spaß , halb im Ernst, dem ,Fänger im Roggen ´ ein Pendant entgegenzusetzen “ . Ein zweites Boywonder im KiWi-Szene- Land, ein „ echtes “ Kind, ein Teenager, der schreiben kann! “ 7 Zeitgleich führt das SZ-Magazin am 26.2. ein Interview mit dem jungen Autor und sagt an einer Stelle: „ Man vergleicht sie mit Salinger. “ 8

Worauf Benjamin zurückfragt: „ Aber das ist doch ein guter Schriftsteller. Oder nicht? “ 8

Vielleicht lag es daran, dass die Journalisten zu ungenau waren, denn keiner von ihnen hat sich die Mühe gemacht zu erklären warum „Crazy“ ein Pendant zum „Fänger im Roggen“ ist oder nicht. Sie haben verurteilt und gewertet, aber nie ihre Thesen argumentiert.

Vielleicht hätten sie sich mit beiden Büchern ein wenig mehr beschäftigen sollen, denn dann wären ihnen möglicherweise die Unterschiede aufgefallen.

Bei meiner Recherche stieß ich auf eine Buchbesprechungsseite im Internet. Dort hatte es Tobias Fritz aus Bayreuth als einziger geschafft seine Meinung zu begründen.

Am 28.9.99 schrieb er: „ Ich denke, man kann diesem Buch eigentlich nur einen oder fünf Sterne geben. Entweder erwartet man einen Roman im Stil von „ Catcher in the rye “ ( wie ich es auch zu Beginn des Buches ehrlich gesagt getan habe) und ist dann enttäuscht, daß Lebert nie die philosophische Tiefe eines Holden Caulfield erreicht, oder man liest das Buch einfach als das, was es ist: ein Buchüber das Leben eines nicht ganz durchschnittlichen, aber doch für unsere Generation vollkommenen relevanten Jugendlichen, der sich, im Gegensatz zu den meisten anderen die Mühe gemacht hat, seine Erlebnisse einmal wirklich zu beobachten. (...)Ich glaube, das Problem ist, daß das Buch zu sehr hochgejubelt wurde und sozusagen unter falscher Flagge verkauft wurde. Es ist kein Klassiker à la Salinger (und ich glaube auch nicht, dass er es als solchen geschrieben hat) sondern für das Hier und Heute und unsere Generation geschrieben. Obwohl ich nicht wie manche andere sagen kann, daß ich mich in Benjamin 100%ig wiedererkannt habe, ist es doch eins der Bücher, von denen Holden in „ Der Fänger im Roggen “ sagt, daß man, nachdem man sie zuende gelesen hat am liebsten den Autor anrufen würde, um mit ihm reden zu können. Deswegen habe ich mich entschieden dem Buch fünf Sterne zu geben. “ 9 Benjamin hat irgendwann aufgegeben zu dementieren und richtig zu stellen. Er akzeptiert die Meinung anderer einfach und grollt auch nicht gegen Salinger. In einem Interview vom Börsenblatt am 2.3.99, gehalten von Martina Hintz, wird er gefragt, welche Bücher er Jugendlichen empfehlen würde und siehe da, an erster Stelle legt er ihnen ans Herz „Der Fänger im Roggen“ zu lesen!

IV. Beantwortung der Frage:

„Sind die beiden Romane Entwicklungsromane?“

1. Begriffsdefinition

Der Begriff des Entwicklungsromans taucht vor allem in der deutschen Literatur auf. Dieser Romantypus zeigt die Entwicklung der Charaktereigenschaften einer besonderen Person in ständiger Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt. So stellt er den emotionalen und gesellschaftlichen Werdegang eines Menschen bis zu einer bestimmten Reifung dar.

Weiter reflektiert es ein bestimmtes Musterbild eines Menschen in einer speziellen Epoche. Ableger des Entwicklungsromans sind der Bildungs- und der Erziehungsroman. Die Grenzen der drei zueinander sind kaum zu erkennen. Oft wirkt der Entwicklungsroman autobiographisch, da der Autor die Ich-Form benutzt.

(Vgl. Bantel, O., Schaefer, D., Grundbegriffe der Literatur, Hirschgraben-Verlag, Seite 40, und Wagner, R., Grundkurs Deutsch 3B, Bayerischer Schulbuch - Verlag, Seite 24)

2. Stellungnahme

Ich denke, dass es sich sowohl bei Salingers Roman als auch bei Leberts um einen Entwicklungsroman handelt.

Obwohl man wohl bei „Der Fänger im Roggen“ auf den ersten Blick nicht glaubt, dass es sich um einen Roman dieser Gattung handelt, da Holden sich nicht wirklich weiter zu entwickeln scheint, sieht man doch bei genauerem Hinsehen eine Art „Evolution“.

In meiner Begriffsdefinition erwähnte ich, dass in einem Entwicklungsroman ein bestimmtes Ideal eines Menschen einer speziellen Epoche gezeigt wird. Natürlich stellt man sich unter einem Ideal etwas Positives vor, doch auch Holden zeigt ein Ideal seiner Epoche. Er verkörpert den sinnsuchenden, heimatlosen Jugendlichen der Nachkriegszeit, der nicht weiß, was er will.

Obwohl er sich mit seiner Umwelt ununterbrochen und kleinlichst auseinandersetzt findet er keine zufriedenstellenden Antworten auf seine Fragen und mögen diese auch nur so unwichtige Details wie die Enten im Central Park betreffen. Holden macht sich auf die Suche nach einem Sinn, findet aber keinen. Dass er sich in einem Sanatorium befindet, scheint ein weiterer gutgemeinter Versuch zu sein mit sich selbst klar zu kommen, doch auch dieser scheitert, denn Holden sagt zum Schluss: „ Viele Leute, vor allem der Psychoanalytiker hier im Haus, wollen von mir wissen, ob ich mir mehr Mühe geben werde, wenn ich im nächsten September wieder in die Schule gehe. Meiner Meinung nach ist das eine blöde Frage. Wie soll man denn wissen, was man tun wird, bevor man es wirklich tut? Die Antwort ist, daß man es eben nicht weiß . Ich glaube, daß ich mir dann Mühe gebe, aber wie kann ich das wissen? Ich finde diese Frage wirklich dumm. Das ist sicher. “ (208)1 Gerade für Holden scheint es ein Ideal zu sein, ein Kind zu bleiben, obwohl er sich immer als Erwachsener ausgeben will. Ich glaube, dass der Fänger im Roggen gerade deshalb ein Entwicklungsroman ist, weil Holden sich nicht entwickelt und dieser Tatbestand für seine Generation und sein Alter bezeichnend ist. Besonders in der Jugend, in der sich tagtäglich etwas verändert, möchte man doch auch mal die Zeit stillstehen lassen, um sich erst einmal mit den Veränderungen auseinander zu setzen, die schon eingetreten sind. In der Pubertät wird man sozusagen überrannt mit der Entwicklung seiner Seele, seines Körpers und dem Blickwinkel auf die Umwelt.

Holden scheint die Zeit anhalten zu wollen um seine Vergangenheit verarbeiten zu können und in gewisser Weise gelingt ihm das damit, dass er darüber erzählt und sich weigert Fortschritte zu machen.

„Crazy“ ist auch ein Entwicklungsroman im unklassischen Sinn, da das zuerst angestrebte Ideal nicht erreicht wird. Allerdings handelt es sich in diesem Roman um zwei Ideale. Das eine ist Benjamin von seinen Eltern oktroyiert worden, nämlich, dass Benjamin die Schule schaffen muss und das bis zum Abitur. Das andere Ideal, das Benjamin auch ohne weiteres erreicht, ist das ein ganz normaler, verwirrter Jugendlicher zu sein. Er setzt sich mit seiner Umwelt auseinander und versucht aus seinen Erfahrungen zu lernen. Durch die Erlebnisse mit seinen Freunden entwickelt er sich weiter, verfeinert seine Charaktereigenschaften und erreicht damit eine weitere Stufe zum Erwachsenwerden.

Ein weiteres Indiz für den Entwicklungsroman ist, dass beide Romane durch die IchForm autobiographisch erscheinen.

Obwohl, wie ich schon zuvor erwähnt habe, „Der Fänger im Roggen“ untypisch für einen Entwicklungsroman ist, kann man ihn als solchen sehen und somit mit „Crazy“ vergleichen.

V. Interview mit Benjamin Lebert

Ich hatte das Glück am 28.12.2000 Benjamin Lebert persönlich zu treffen. Bei zwei kleinen Spezis stellte ich ihm Fragen zu seinem Buch und meiner Facharbeit. Da leider in diesem Cafe keine Steckdose für mein Diktiergerät aufzufinden war, werde ich hier nun den ungefähren Verlauf des Gesprächs wiedergeben.

Zuerst will ich von ihm wissen, ob er Salingers Buch selber gelesen hat und ob er das getan hat, bevor er „Crazy“ schrieb.

Benjamin bejaht beides und erzählt mir, dass er „Der Fänger im Roggen“ auch als ungefähre Vorlage für sein eigenes Buch verwendet hat.

Allerdings weist er daraufhin, dass es ihm dabei nicht um die Geschichte an sich ging, sondern um die Art und Weise wie Salinger erzählt, welchen Stil er benutzt und wie er mit der Sprache umgeht. Er sagt auch, dass er immer wieder, während er seinen eigenen Roman schrieb, im „Fänger“ nachsah, wie Holden Caulfield seine Geschichte erzählt.

Als ich ihn nach seinem Eindruck vom „Fänger“ frage, lächelt er und meint, dass es schön ist, wenn man etwas liest das „wahr“ ist und mit dem man sich selber identifizieren kann.

Als ich von ihm wissen will, was er von Salinger als Person denkt, überlegt er erst und sagt dann, dass er ihn lustig findet, genauso wie die Art mit der er Journalisten behandelt und sich total von der Welt zurückzieht.

Besonders komisch findet er, dass Salinger schon mal auf einen Reporter geschossen hat um ihn zu vertreiben.

Benjamin selber hat kein Problem damit, die Fragen von anderen Leuten zu beantworten. Er sagt, dass er für die meisten Sachen gar keine Zeit hat und deshalb gerne bereit ist Interviews zu geben, wenn er kann. Nun möchte ich von ihm wissen, wie seine Familie reagiert hat, als ihr Privatleben so öffentlich wurde und vor allem, ob sich sein Vater angegriffen gefühlt hat, als ihm vorgeworfen wurde, dass sein Sohn den Erfolg nur durch die guten Beziehungen durch ihn hatte.

Benjamin meint, dass seine Familie eigentlich sehr gut damit umgegangen ist und sich sein Vater zwar sicherlich geärgert hat, aber alles in allem auch gut damit zurecht gekommen ist.

Als nächstes frage ich ihn, ob „Crazy“ ein Auftragswerk war und ob er sich mit seinem Buch selber etwas beweisen wollte.

Er bejaht ersteres und verneint letzteres, da ihm beim Schreiben gar nicht in dem Sinn gekommen ist, dass er so viel Erfolg damit haben könnte.

Weiter erklärt er mir, dass schreiben für ihn sein Lebensinhalt ist.

Er ist zum Schreiben gekommen, da ihm durch seine Behinderung viele Dinge vorenthalten blieben. So musste er mit seiner Zeit schließlich etwas anfangen, während andere Kinder zum Beispiel beim Fußballspielen waren.

Er sagt, dass er das Schreiben unterteilt. Zum einen schreibt er für sich selber und zum anderen schreibt er Texte, die er vielleicht veröffentlichen könnte, wenn er wollte. So sagt er auch, dass ihm von seinem Verlag die Möglichkeit gegeben ist, dass er etwas abliefern kann, aber nicht muss.

Ihm steht auch offen über was er schreibt, da er nicht festgelegt ist.

Allerdings ist er sich sicher, dass in seinen Geschichten immer Behinderte vorkommen werden, da er zeigen möchte, welche Probleme sie haben.

Außerdem findet er es unmöglich, welches Menschenbild von den Medien vorgegaukelt wird. Er meint, wenn man einen Fernsehkanal wie Mtv anschaltet, lächeln einem immer nur schöne und glückliche Menschen entgegen, die Welt sei aber nun mal nicht schön.

Nun komme ich auf die zahlreichen Kritiken und Rezensionen zu seinem Buch zu sprechen.

Ich frage ihn, ob er von den schlechten verletzt oder enttäuscht war.

Benjamin sagt, dass es ihn sicherlich im ersten Moment irritiert hat, aber dass es völligst in Ordnung ist, wenn jemand sein Buch nicht gut findet und, dass sich schließlich jeder seine eigene Meinung bilden darf.

Besonders genervt habe ihn allerdings die Diskussion, ob sein Werk nun hohe Literatur sei oder nicht. Er meint, dass sei ein gewisses Schubladendenken und er hat sowieso nie darauf abgezielt hohe Literatur zu schreiben, geschweige denn sich mit anderen Schriftstellern gleich zu stellen. Auch, dass meine Facharbeit sich mit seinem Buch befasst, wundert ihn ein bisschen, da er eigentlich vorhatte etwas zu schreiben, was nicht in der Schule analysiert und auseinandergenommen werden kann und soll. Als nächstes interessiert mich, ob er sich die Seiten im Internet über sich angeschaut hat, da ihm unzählige Homepages von Mädchen gewidmet worden sind, die sich durch sein Buch in ihn verliebt haben.

Er sagt, dass er sich diese nicht angeschaut hat und die Mädchen natürlich oft in ihm jemanden sehen, der er gar nicht ist. Außerdem kann er sich mit der Figur, die er in seinem Roman darstellt, heute kaum mehr identifizieren. Er meint, dass die Geschichte sowieso nur etwa zur Hälfte der Wirklichkeit entspricht und viele Leute somit einen falschen Eindruck von ihm haben.

Folglich betrachtet er die Menschen, die ihm begegnen auch mit gewisser Vorsicht. Als letztes möchte ich wissen wie er sich seine Zukunft vorstellt. Diese Frage beantwortet er sehr schnell!

Benjamin möchte eine Familie gründen und Kinder haben.

Natürlich haben wir uns bei unserem Treffen über vieles anderes unterhalten, was aber wohl erstens nicht hierher passt und zweitens sicherlich den Rahmen sprengen würde.

Alles in allem hatte ich an diesem Nachmittag sehr viel Spaß und das Interview war wohl der angenehmste Teil meiner Facharbeit.

Benjamin war mir von Anfang an sehr sympathisch und wir haben viel zusammen gelacht. Der Nachmittag wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben, da ich nicht nur einem wichtigen deutschen Autor, sondern auch einem besonders netten Menschen begegnet bin.

Zum Abschluss meiner Facharbeit möchte ich nun selber meine Meinung zu den beiden Romanenäußern.

Ich habe mir dieses Thema ausgesucht, da ich „Crazy“ schon zuvor gelesen habe und mir das Buch sehr gefallen hat. Allerdings war mir damals nicht klar, was ich für eine wahnsinnige Abneigung gegen Salingers Roman und vor allem dessen Protagonisten entwickeln würde. Während mir Benjamin durch seine jugendliche Unbeholfenheit sympathisch war, konnte ich Holden von der ersten bis zu letzten Seite nicht leiden. Seine gleichgültige Art und seine ununterbrochenen Abschweifungen gingen mir irgendwann nur noch auf die Nerven. Somit tat er mir auch kaum leid, als er am Ende an sich selber scheiterte, denn es musste ja so kommen, da er wirklich überhaupt nichts kapierte.

Sicherlich irritierte mich auch Benjamins Art zuweilen, zum Beispiel seine Gedanken über Mädchen waren manchmal doch unter der Gürtellinie. Doch diesänderte trotzdem nichts an meiner Sympathie für ihn.

Hinzu kam, dass mich die Wortwahl in „Crazy“ natürlich um einiges mehr ansprach, als die in Salingers Roman. Dies ist aber auch zum Teil der schlechten Übersetzung des Buches zuzuschreiben. Ich habe sowohl die englische Version gelesen, als auch die deutsche und dabei fiel mir beispielsweise auf, dass das englische Wort „fuck“ in der deutschen Ausgabe mit „...dich“ übersetzt wurde. Ich bin der Meinung, dass solche Fehler den Sinngehalt verfälschen und somit das Leseverständnis unheimlich erschweren. So konnte ich zuerst überhaupt nicht verstehen, warum sich Holden so darüber aufregt, dass dieses Wort an irgendwelche Wände geschmiert wurde. Das Ganze gibt schon mehr Sinn, wenn man weiß, dass es sich um ein Schimpfwort handelt.

Benjamins Ausdrücke dagegen waren mir natürlich geläufig und folglich fiel mir das Lesen leichter.

Der Vergleich an sich fiel mir schwer, da ich beide Romane zum Teil für völligst unterschiedlich halte. Zwar finden sich einige Gemeinsamkeiten, was den oberflächlichen Inhalt, die Sprache und die Gattung betrifft, aber allein der frappierende Unterschied der Protagonisten macht sie zu individuellen Werken.

Ich denke schon, dass man „Crazy“ als deutsches Pendant zum „Fänger im Roggen“ sehen kann, doch sollte man dabei auch die wichtigen Unterschiede zur Kenntnis nehmen.

33 von 34 Seiten

Details

Titel
Lebert, Benjamin - Crazy - ein Pendant zu Salingers der Fänger im Roggen?
Note
11
Autor
Jahr
2001
Seiten
34
Katalognummer
V101249
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lebert, Benjamin, Crazy, Pendant, Salingers, Fänger, Roggen
Arbeit zitieren
Michèle Loetzner (Autor), 2001, Lebert, Benjamin - Crazy - ein Pendant zu Salingers der Fänger im Roggen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101249

Kommentare

  • Gast am 6.5.2001

    Lebert, Benjamin - Crazy - ein Pendant zu Salingers der Fänger im Roggen?.

    Super!!!
    Einfach bis ins kleinste Detail recherchiert!

  • Gast am 13.5.2002

    DANKE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!.

    Danke Michele,
    du hast mir sehr weiter geholfen!!
    Ich muss eine Buchbeschreibung über
    mein Lieblingsbuch schreiben und habe
    mal geschaut was es da so gibt!!
    Und da hab ich deinen Eintrag gesehen!
    Also danke!!!!
    Knuli

  • Gast am 24.5.2003

    Fußnoten zu ihrer Facharbeit.

    Hallo Autor,

    ich habe eine Frage zu ihrer Facharbeit über "crazy von Benjamin Lebert - ein Pendant zu Salingers der Fänger im Roggen?".
    In dem Dokument sind Fußnoten angegeben, aber wo sind sie erklärt bzw. ihre Zugehörigkeit erklärt ???

    Bitte mailen sie zurück.

    MfG

  • Gast am 5.8.2006

    Fragen zur Facharbeit.

    Hallo Michele,
    bezüglich deiner Facharbeit habe ich einige Fragen. In deinem Text finden sich mehrere Fußnoten deren Erläuterung jedoch fehlt. Da ich selbst eine Facharbeit über das Buch "Crazy" verfasse, wäre ich dir für einige Informationen dankbar. Wärst du so freundlich und würdest mir bitte den Link der Hompage des Internats Neuseelen schicken, falls du diesen hast. Desweiteren bin ich natürlich selbst sehr an einem Treffen mit Benjamin Lebert interessiert. Vielleicht könntest du mir einíge Tipps geben oder mir zumindestens darüber berichten, wie euer Treffen zustande kam. Für den Link zu seiner Homepage oder seine E-Mail Adresse wäre ich dir sehr dankbar(falls du diese besitzt). Aber auch über jede andere Information, die mir die Kontaktaufnahme mit Benjamin Lebert erleichtert, wäre ich dir sehr dankbar!!!
    Vielen Dank vorab für deine Bemühungen, ich hoffe auf deine Antwort, Irmi

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