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"Sibirischer Exorzismus" im 21. Jahrhundert. Durkheims Erklärungen zur Schaffung und Verehrung von Göttern

Titel: "Sibirischer Exorzismus" im 21. Jahrhundert. Durkheims Erklärungen zur Schaffung und Verehrung von Göttern

Essay , 2021 , 11 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Regina Gajnanow (Autor:in)

Soziologie - Kultur, Technik, Völker
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Essay erklärt mithilfe von Durkheims Theorie anhand des Beispiels des Schamanen Alexander Gabyschew, weshalb alle Religionen untereinander im Grunde flache Hierarchien zeigen und denselben menschlichen innerlichen Drang als Ursprung vorweisen.

„Schamane will Putin angeblich den Teufel austreiben“. Derartige Schlagzeile im 21. Jahrhundert in den öffentlichen Medien zu lesen ruft beim Leser sofort große Verwunderung hervor. Es stellt sich unweigerlich die Frage, wer sich hinter solch einem Vorhaben verbirgt und welche Mechanismen diejenige Person dazu verleiteten oder gar unterstützten, den Plan in die Tat umzusetzen und dabei Anhänger zu finden, zunächst in einer begrenzten Anzahl: 12. Diese zahl ruft Assoziationen hervor: Auch Jesus von Nazareth begleiteten 12 Jünger auf seinem Weg. Möchte der Schamane sich auf eine Ebene mit dem Menschensohn stellen? Der Soziologe Emile Durkheim liefert in seinem Text "Die elementaren Formen des religiösen Lebens" aus dem Jahre 1912 mögliche Antworten auf diese Frage. Aus soziologischer Perspektive wird analysiert, wie derartigen Personen, unabhängig von der zugehörigen Religion, derartige Legitimation zuteil wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Schlagzeilen zum jakutischen Schamanen

Schamane Alexander Gabyschew

Schamanismus in Sibirien

Durkheims Erklärung zur Schaffung von Göttern

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des sibirischen Schamanen Alexander Gabyschew unter Rückgriff auf die soziologische Theorie von Émile Durkheim. Dabei wird analysiert, inwiefern die von Durkheim in „Die elementaren Formen des religiösen Lebens“ beschriebenen Mechanismen zur Entstehung religiöser Überzeugungen und kollektiver Ehrfurcht auf moderne politische Phänomene und die spezifische Figur des Schamanen im 21. Jahrhundert übertragen werden können.

  • Analyse der Protestaktion von Alexander Gabyschew aus kultursoziologischer Perspektive.
  • Darstellung der religionsphänomenologischen Grundlagen des sibirischen Schamanismus.
  • Anwendung von Durkheims Unterscheidung zwischen dem Heiligen und dem Profanen.
  • Untersuchung der Rolle von Kollektivität bei der Entstehung von religiösem oder politischem Respekt.
  • Vergleich zwischen archaischen Glaubensformen und modernen gesellschaftlichen Dynamiken.

Auszug aus dem Buch

Schamanismus in Sibirien

Um die zuvor erwähnten Informationen einordnen zu können, wird nun allgemein der noch heute praktizierte Schamanismus in Sibirien skizziert. Aus religionsphänomenologischer Sicht lässt sich der Schamanismus als eine religiöse Erscheinung betrachten, die aus religiösen, magischen und kultischen Komponenten besteht. Diese lässt sich überwiegend im nordeurasiatischen und zirkumpolaren Raum wie Sibirien beobachten. Über den Ursprung des Wortlauts herrschen Uneinigkeiten. Es besteht unter anderem die Annahme, dass das Wort aus dem Sanskrit stammt und übersetzt „Bettelmönch“ bedeutet. Die Aufgabe eines Schamanen besteht darin, als Mittler zwischen Übernatürlichen und Irdischen Kräften zu fungieren mithilfe von „ritualisierten visionär-ekstatischen“ Techniken. Durch diese spezifische Komponente sollen sich die Schamanen von einfachen „Magiern“ unterscheiden, welche lediglich auf ein rein „äußerlich-magisches Zauberverfahren“ aufbauen. Durch derartige Sonderstellung seinesgleichen in seiner Gemeinschaft erfüllt der Schamane wichtige Aufgaben in seiner Gemeinschaft, zu welchen andere Gemeinschaftsmitglieder nicht befähigt sind. Laut Ivar Paulson agiert der Schamane dabei als „psychomentales Sicherheitsventil“, welches Ungewissheiten auflöst und vor Gefahren im Diesseits und im Jenseits schützt. Nicht jedes Gemeinschaftsmitglied kann problemlos zum Schamanen werden. Wer dazu auserwählt wird, entscheidet lediglich der Wille der Geister. Dabei handelt es sich größtenteils um spezifische „Schamanengeister“, welche im Körper eines (vorherigen) Schamanen leben und zur gesamten Sippe gehören. Stirbt dieser, so begeben sich die Sippengeister auf die Suche nach einem neuen Sippenmitglied. In dieser Zeit der „Kandidatensuche“ überkommen die Sippenmitglieder schreckliche Krankheiten, bis die Geister sich endgültig in einem auserwählten Mitglied niedergelassen haben. Im Anschluss daran überkommt diesen die sogenannte „Schamanenkrankheit“, welche von starken körperlichen Schmerzen begleitet wird, die er ausschließlich in einem Zustand der Ekstase durch Trommeln überwinden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

Schlagzeilen zum jakutischen Schamanen: Einleitung in den Fall des Schamanen Alexander Gabyschew, der durch seinen Protestmarsch gegen Putin bekannt wurde, und Hinführung zur theoretischen Grundlage durch Émile Durkheim.

Schamane Alexander Gabyschew: Detaillierte Biografie und Motivation des Schamanen, insbesondere seine „Schamanenkrankheit“ und sein Ziel, einen Dämon aus dem Präsidenten zu vertreiben.

Schamanismus in Sibirien: Erläuterung der religiösen und ekstatischen Praktiken des Schamanismus sowie die Bedeutung der Geisterwelt für die soziale Funktion des Schamanen.

Durkheims Erklärung zur Schaffung von Göttern: Theoretische Analyse der Durkheim’schen Konzepte von „heilig“ und „profan“ sowie deren Anwendung auf das Verständnis von Macht und kollektiver Verehrung im Kontext moderner Gesellschaften.

Schlüsselwörter

Schamanismus, Émile Durkheim, Alexander Gabyschew, Kultursoziologie, Religion, Heilig, Profan, Kollektiv, Sibirien, Ekstase, Schamanenkrankheit, Ritual, Geisterwelt, Gesellschaft, Tradition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das moderne Phänomen des sibirischen Schamanen Alexander Gabyschew und seine politische Protestaktion vor dem Hintergrund der soziologischen Religionstheorie von Émile Durkheim.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?

Die Themenfelder umfassen den sibirischen Schamanismus, die soziologische Theorie der Religion nach Durkheim, das Konzept des Heiligen und Profanen sowie die Dynamik von Kollektivität und Macht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob sich Durkheims Theorien über die Entstehung von Göttern und religiösen Gefühlen auf das aktuelle, außergewöhnliche Verhalten des Schamanen Gabyschew und die Reaktion seiner Anhänger übertragen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kultursoziologische Analyse angewandt, die den Grundlagentext von Émile Durkheim (1912) auf ein zeitgenössisches Fallbeispiel anwendet, um Parallelen zwischen archaischen und modernen Gesellschaftsformen aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Schamanen und seiner Mission, die allgemeine Einführung in den sibirischen Schamanismus sowie die theoretische Auseinandersetzung mit Durkheims Verständnis von religiösen Riten und gesellschaftlicher Ehrfurcht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Schamanismus, Durkheim, Heiliges, Profanes, Kollektiv und gesellschaftliche Mythenbildung geprägt.

Welche Rolle spielt die sogenannte „Schamanenkrankheit“ im Text?

Die „Schamanenkrankheit“ wird als notwendiger Transformationsprozess beschrieben, der den Übergang von einer normalen Person zu einem „übernatürlichen Wesen“ markiert und die Voraussetzung für die Ausübung schamanischer Tätigkeiten darstellt.

Wie vergleicht der Autor die Mission Gabyschews mit Durkheims Theorie?

Die Arbeit stellt fest, dass Gabyschews Anhänger ihm durch ihre kollektive Unterstützung eine „Majestät“ verleihen, die, ähnlich wie bei Durkheims Analyse von Göttern, auf einem kollektiven Glaubensakt und nicht auf physischer Überlegenheit beruht.

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Details

Titel
"Sibirischer Exorzismus" im 21. Jahrhundert. Durkheims Erklärungen zur Schaffung und Verehrung von Göttern
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Max-Weber-Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Kultursoziologie
Note
1,7
Autor
Regina Gajnanow (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
11
Katalognummer
V1012544
ISBN (eBook)
9783346408723
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schamanismus Kultur Soziologie Ethnie Religion Sibirien Religionssoziologie Kultursoziologie Exorzismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Regina Gajnanow (Autor:in), 2021, "Sibirischer Exorzismus" im 21. Jahrhundert. Durkheims Erklärungen zur Schaffung und Verehrung von Göttern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1012544
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Leseprobe aus  11  Seiten
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