Im Rahmen der Hausarbeit wird die Berliner Varietät, die umgangssprachlich auch "Berliner Schnauze" genannt wird, untersucht. Dabei wird zunächst auf den Begriff der "Varietät" und auf die Berliner Varietät im Besonderen eingegangen, wobei in diesem Punkt zuerst auf die historische Entwicklung der Berliner Umgangssprache und anschließend auf ihre lexikalisch-semantischen, lautlichen und grammatischen Merkmale eingegangen wird. Darauf folgt eine Analyse des Berlinischen in ausgewählten Artikeln der B.Z. In diesem Teil werden zu Beginn allgemeine Informationen über die B.Z. aufgeführt und anschließend auf den Hintergrund, der hinter dem Projekt steht, bezogen. Besonderes Augenmerk wird auf der schriftlichen Umsetzung der modernen Berliner Umgangssprache liegen und darauf, welche der sprachlichen Eigenheiten des Berlinischen im Text verschriftlicht wurden und auf welche Weise dies geschah. Dabei werden die sprachlichen Besonderheiten wieder in lexikalisch-semantische, lautliche und grammatische Merkmale untergliedert und an Beispielen aus den Artikeln dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Forschungsstand
2.1 Der Varietätenbegriff
2.2 Die Berliner Varietät
2.2.1 Geschichtliche Entwicklung
2.2.1.1 Entwicklung ab dem 12. Jahrhundert
2.2.1.2 Entwicklung nach der Teilung Berlins
2.2.2 Sprachliche Merkmale
2.2.2.1 Lexikalisch-semantische Merkmale
2.2.2.2 Lautliche Merkmale
2.2.2.3 Grammatische Merkmale
3 Berlinisch in der B.Z.
3.1 Die B.Z.
3.2 Hintergrund
3.3 Realisierung des Berlinischen im Text
3.3.1 Lexikalisch-semantische Merkmale
3.3.2 Lautliche Merkmale
3.3.3 Grammatische Merkmale
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Realisierung der Berliner Varietät in einer speziellen Ausgabe der Tageszeitung B.Z. vom 8. April 2010. Ziel ist es zu analysieren, welche sprachlichen Eigenheiten des Berlinischen durch die Redakteure verschriftlicht wurden und wie diese unter Berücksichtigung der Standardsprache in den Artikeln umgesetzt wurden.
- Historische Entwicklung der Berliner Umgangssprache
- Sprachwissenschaftliche Kategorisierung der Berliner Varietät
- Analyse der Verschriftlichung von Mundart-Merkmalen in Printmedien
- Untersuchung lexikalischer, lautlicher und grammatischer Besonderheiten
- Soziolinguistischer Kontext des Berlinischen in Ost- und West-Berlin
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Geschichtliche Entwicklung
Im 12. bis 15. Jahrhundert wurde im heutigen Berliner Stadtgebiet Niederdeutsch gesprochen, dass unter Einwirkung der Sprache niederländischer Siedler und anderer Zuwanderer stand. Innerhalb des 14. und 15 Jahrhunderts bediente man sich im Verwaltungs- und im privaten Bereich des Niederdeutschen als Schriftsprache (Schönfeld 1989: 85). Doch es finden sich auch im 13. Jahrhundert schon Lexeme aus dem Mittelniederdeutschen in lateinischen Urkunden aus Berlin (Schmidt 1988: 4). Das Hochdeutsche wurde nur in der markgräflichen und kurfürstlichen Verwaltung gebraucht (Schönfeld 1989: 85f). In Urkunden aus dieser Zeit finden sich hochdeutsche Lexeme wie alt, halten, geworfen und zeit (Schmidt 1988: 6). Anfang des 16. Jahrhunderts setzte sich das Hochdeutsche auch in der Verwaltung und später in anderen Lebensbereichen als Schriftsprache durch. Zu dieser Zeit löste die obersächsische Umgangssprache das Sprechen des Niederdeutschen in den oberen sozialen Schichten ab. Die unteren Schichten nutzten weiterhin die niederdeutsche Varietät, weshalb sich der Sprachgebrauch stark sozial differenzierte. Viele Bürger beherrschten sowohl Niederdeutsch als auch Hochdeutsch (Schönfeld 1989: 86). Die in Berlin gesprochene Sprache stand seit dem 16. Jahrhundert unter starken lexikalischen Einflüssen von Einwanderern, zum Beispiel der französischsprechenden Hugenotten, aber auch Jiddisch und Rotwelsch sowie später die Studenten- und Schülersprache färbten auf sie ab (Schönfeld 2001: 806).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Projekt der Berliner Tageszeitung B.Z. vor, eine gesamte Ausgabe im Berliner Dialekt zu verfassen, und skizziert das methodische Vorgehen der Untersuchung.
2 Forschungsstand: Dieses Kapitel erläutert den soziolinguistischen Varietätenbegriff und analysiert die historische Genese sowie die linguistischen Merkmale der Berliner Varietät.
3 Berlinisch in der B.Z.: Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der Umsetzung des Berlinischen in vier ausgewählten B.Z.-Artikeln hinsichtlich lexikalischer, lautlicher und grammatischer Aspekte.
4 Schlussbetrachtung: Das Fazit bewertet das B.Z.-Projekt als positiven Beitrag zum Erhalt der Umgangssprache und betont die Notwendigkeit, das Berlinische als facettenreiches System zu verstehen.
Schlüsselwörter
Berlinisch, Berliner Varietät, B.Z., Dialekt, Umgangssprache, Soziolinguistik, Sprachwandel, Schriftsprache, Lexik, Lautlehre, Grammatik, Sprachliche Merkmale, Medienanalyse, Identifikation, Regionalvarietät
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie die Berliner Umgangssprache (das Berlinische) in einer gezielten Spezialausgabe der Tageszeitung B.Z. verschriftlicht wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themen umfassen die historische Entwicklung des Berlinischen, die soziolinguistische Definition von Varietäten sowie die praktische Anwendung von Mundartmerkmalen in einem journalistischen Kontext.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie sprachliche Eigenheiten des Berlinischen in der schriftlichen Form der Zeitung realisiert wurden und welche Einflüsse dabei dominieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wird eine deskriptive linguistische Analyse durchgeführt, die vier Zeitungsartikel als Datenbasis nutzt, um lexikalische, lautliche und grammatische Auffälligkeiten zu identifizieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der B.Z., den Hintergrund des Projekts und eine detaillierte Analyse der sprachlichen Merkmale (Lexik, Lautung, Grammatik) in den gewählten Textbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Kernbegriffe sind Berliner Varietät, Sprachwandel, Soziolinguistik und die Verschriftlichung von Dialekten.
Warum spielt die Berliner Mauer in dieser Untersuchung eine Rolle?
Sie wird im Rahmen der geschichtlichen Entwicklung erwähnt, da sie die sprachliche Entwicklung in Ost- und West-Berlin über Jahrzehnte hinweg maßgeblich beeinflusst und zu unterschiedlichen gesellschaftlichen Einstellungen gegenüber dem Berlinischen geführt hat.
Wie werden Fremdwörter in den analysierten B.Z.-Artikeln behandelt?
Die Analyse zeigt, dass viele Fachwörter und Anglizismen standardisiert geschrieben bleiben, um die Verständlichkeit für die Leserschaft zu gewährleisten, anstatt sie konsequent berlinisch zu kodieren.
Wie bewertet die Autorin das B.Z.-Projekt?
Das Projekt wird als wertvoller Ansatz gewürdigt, um das Bewusstsein für die Berliner Kultur und die „Berliner Schnauze“ zu stärken und dem weiteren Rückgang der Mundart entgegenzuwirken.
- Arbeit zitieren
- Antonia Wolf (Autor:in), 2012, Untersuchung des Berlinischen. Analyse im Hinblick auf die Tageszeitung B.Z., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1012722