Gegenstand dieser Arbeit ist die theoretische Fundierung von Wirkungen, die von expansiver Geldpolitik durch Zentralbanken ausgehen. Hierbei werden die Fälle einer Steigerung der Geldmengenwachstumsrate durch die Notenbank und der einmaligen Steigerung der Geldmenge untesucht. Desweiteren, lassen sich die Effekte noch danach unterscheiden, ob die Politikmaßnahme durch die Wirtschaftssubjekte antizipiert wurde, oder überraschend kam. Modellrahmen der Analyse bildet ein dynamischer Ansatz, der auf die Overshooting Modelle nach Dornbusch zurückgeht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Modellbetrachtung
2.1 Beschreibung und Charakterisierung des Modells
2.2 Darstellung des Modellrahmens
2.3 Analyse des Modells
2.4 Langfristiges Gleichgewicht des Modells
3 Auswirkungen expansiver Geldpolitik
3.1 Auswirkungen einer Änderung der Geldmengenwachstumsrate
3.1.1 Einführung
3.1.2 Langfristige Auswirkungen
3.1.3 Kurzfristige Auswirkungen und Anpassungsprozess
3.2 Auswirkungen einer Änderung der Geldmenge
3.2.1 Einführung
3.2.2 Langfristige Auswirkungen
3.2.3 Kurzfristige Auswirkungen und Anpassungsprozess
4 Schlussbetrachtung und Zusammenfassung
7 Anhang
7.1 Die Zustandsgleichungen des Systems
7.2 Die langfristigen Gleichgewichtswerte des Modells
7.3 Die Zeitpfade der Zustandsvariablen
7.3.1 Sattelpunktstabilität des Modells
7.3.2 Bestimmung der Zeitpfade der Zustandsvariablen
7.3.3 Bestimmung der Zeitpfade des Outputs
7.4 Erläuterungen zu den dargestellten Lösungszeitpfaden
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die intertemporalen Auswirkungen expansiver geldpolitischer Maßnahmen in einer kleinen offenen Volkswirtschaft anhand eines dynamischen Inflationsmodells, um den Zusammenhang zwischen Geldpolitik, Outputentwicklung und Wechselkursanpassungen zu klären.
- Dynamische Analyse von Geldmengenänderungen
- Unterscheidung zwischen kurz- und langfristigen Effekten
- Rolle rationaler Wechselkurserwartungen und verzögerter Preisanpassung
- Vergleich zwischen angekündigten und unerwarteten geldpolitischen Schocks
- Einfluss von Informationspolitik auf die Konjunkturstabilität
Auszug aus dem Buch
3.1.3 Kurzfristige Auswirkungen und Anpassungsprozess
Anhand der nachfolgenden Phasendiagramme soll der dynamische Anpassungsprozess der Zustandsvariablen des Systems zu den vorangehend beschriebenen steady state-Werten, die mit dem Normalniveau des Outputs korrespondieren, nach der dauerhaften Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate erläutert werden. Betrachtet man zunächst den Fall einer unangekündigten Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate in Abbildung 1.
Mit Durchführung der unerwarteten Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate kommt es zur Abwertung des nominalen Wechselkurses e und damit zur sprunghaften Absenkung der Terms of Trade auf τ(0+). Im Phasendiagramm stellt dieser Sprung die Bewegung vom bisherigen sattelpfadstabilen Gleichgewicht Q0 nach Q0' auf den neuen konvergenten Sattelpfad S1 dar. Mit dieser unmittelbaren Verbesserung der Terms of Trade kommt es durch den Einfluss des stimulierten Außenbeitrags und einer erhöhten privaten Absorption, die durch das kurzfristige Absinken des Realzinssatzes hervorgerufen wird, zu einer unmittelbaren Expansion des Outputs über sein natürliches Niveau y hinaus.
Aus dem erhöhten Outputniveau entsteht durch den damit verbundenen Lohndruck Inflation. Aufgrund der zeitverzögerten Preisreaktion auf die erhöhte Geldmengenwachstumsrate (die Inflationsrate übersteigt zeitweise die Geldmengenwachstumsrate) kommt es mittelfristig zur Konvergenz der Terms of Trade und des Realzins gegen ihre alten Gleichgewichtsniveaus, was wiederum zu einem Absinken des Outputs auf sein natürliches Niveau führt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Debatte um eine expansive Geldpolitik und stellt die Forschungsfrage nach den kurz- und langfristigen Auswirkungen solcher Maßnahmen in einem dynamischen Modell.
2 Modellbetrachtung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des dynamischen Inflationsmodells für eine kleine offene Volkswirtschaft hergeleitet, einschließlich der IS-LM-Beziehungen und der Preisanpassungsmechanismen.
3 Auswirkungen expansiver Geldpolitik: Das Kernkapitel analysiert die Effekte einer Änderung der Geldmengenwachstumsrate sowie einer einmaligen Geldmengensteigerung unter verschiedenen Szenarien wie Ankündigung oder Überraschungseffekt.
4 Schlussbetrachtung und Zusammenfassung: Hier werden die Ergebnisse resümiert, wobei betont wird, dass expansive Geldpolitik langfristig keine Realwirkungen hat und Informationspolitik eine zentrale Rolle bei der Glättung wirtschaftlicher Schwankungen spielt.
7 Anhang: Der Anhang enthält die detaillierten mathematischen Herleitungen der Zustandsgleichungen, der Stabilitätsbedingungen sowie der Lösungszeitpfade für die Zustandsvariablen und den Output.
Schlüsselwörter
Geldpolitik, offene Volkswirtschaft, Inflationsmodell, Terms of Trade, reale Geldmenge, Sattelpunktstabilität, Preisanpassung, Wechselkurs, Outputniveau, Realzins, Wirtschaftszyklen, Stabilisierungspolitik, Geldmengenwachstum, Dynamik, Phillips-Kurve
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wirkmechanismen einer expansiven Geldpolitik auf eine kleine offene Volkswirtschaft mittels eines mathematischen dynamischen Inflationsmodells.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die Auswirkungen von Geldmengenänderungen auf gesamtwirtschaftliche Größen wie den Output, die Terms of Trade und den Realzins unter Berücksichtigung rationaler Erwartungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ermitteln, ob eine expansive Geldpolitik zur Konjunkturstabilisierung geeignet ist und wie sich unterschiedliche geldpolitische Strategien kurz- und langfristig auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein dynamisches System von Differentialgleichungen genutzt, um das intertemporale Verhalten der Volkswirtschaft abzubilden und Sattelpfadstabilität zu analysieren.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert die Auswirkungen einer exogenen Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate und einer einmaligen Erhöhung der nominalen Geldmenge unter Berücksichtigung verschiedener Ankündigungsszenarien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Geldpolitik, Sattelpunktstabilität, Terms of Trade, Outputniveau und dynamische Preisanpassung geprägt.
Warum haben Geldmengenänderungen langfristig keine Wirkung auf den Output?
Da das Modell von einem natürlichen Outputniveau ausgeht, führen Anpassungen der Geldmenge langfristig lediglich zu einer Preisniveauanpassung, während reale Größen wieder auf ihr Ausgangsniveau zurückkehren.
Welche Rolle spielt die Informationspolitik der Zentralbank?
Die Arbeit zeigt, dass eine klare Informationspolitik, die es Akteuren erlaubt, Maßnahmen im Voraus zu antizipieren, eine schwankungsglättende Wirkung auf die volkswirtschaftlichen Größen hat.
- Citation du texte
- Kai Nekat (Auteur), 2002, Geldpolitik in einem dynamischen Inflationsmodell für die kleine offene Volkswirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10127