Die Rechtsentwicklung in Athen im 5.Jhrd.


Seminararbeit, 2000

9 Seiten, Note: 2


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Die Rechtsentwicklung in Athen im 5. Jhdt v. Chr.

Als bedeutenste Rechtsentwicklung in Athen im 5 Jahrhundert v.Chr. lässt sich zweifelsfrei die Errichtung von demokratischen Grundstrukturen erkennen. Allerdings wird der Prozess dieser Veränderung teilweise mehreren politischen Strömungen und Epochen zugerechnet, so reicht der Versuch der Datierung der Demokratisierung von Theseus über Solon bis zu Kleisthenes. Zwar hat Solon die Voraussetzungen für die Öffnung des politischen Spielraumes geschaffen, jedoch lässt sich dies noch nicht als Demokratie bezeichnen. Der Abschluss der Demokratisierung lässt sich wohl auf das Jahr 461 v.Chr. und die hiermit verbunden Reformen des Ephialtes festlegen. Die politische und soziale Vorarbeit hierfür hat Kleisthenes geleistet. Es gilt somit vor der Betrachtung der Demokratie, also der Herrschaft des Demos, das Augenmerk auf die politischen Voraussetzungen hierfür zu richten.

Nach der Vertreibung des letzten Tyrannen gelang es Kleisthenes, als Führer einer der beiden beim Kampf um die Macht aneinander geratenen Adelsgeschlechter, in der Reform von 508/7 die Grundlagen für die Demokratisierung zu schaffen. Die zeitliche Eingrenzung ist von Aristoteles datiert worden, wobei allerdings klar sein dürfte, dass sich die Reform und die damit verbundenen Folgen schwer auf einen so engen Zeitraum fixieren lassen. Die von Kleisthenes vollzogene Reform zielte nicht nur auf eine politische und militärische Stärkung der Athener, sondern auch auf Stärkung seiner Gefolgschaft im Kampf gegen andere adlige Rivalen ab.1 Die durch die veränderten politischen Machtverhältnisse teilweise mündig ge- wordenen Athener sahen in Kleisthenes sinnvollerweise einen ihrer wichtigsten Fürsprecher.2 Dieser Vorgang ist nicht als eine dynamische Reform von der breiten Masse zu verstehen, sondern vielmehr als eine Umwälzung von oben herab. Die politischen Veränderungen waren kein Motor dieser Bewegung, sondern vielmehr deren logische Konsequenz.

Die Reform bestand zunächst in der administrativen Neugliederung des attischen Gebietes. Hierbei entstanden Demen als kleinste organisatorische Einheit. Diese kleinsten Siedlungseinheiten erhielten administrative Kompetenz und fungierten als Grundstufe der athenischen Staatsordnung.

Diese wurden zu den nächstgrößeren Verwaltungseinheiten, den Trittyen, zusammengefasst, die wiederum in der größten Verwaltungsgröße, den Phylen, aufgingen. Das athenische Gebiet, das früher nach Phratrien und Phylenin, einer Form der Personenverbänden gegliedert gewesen ist, verwandelte sich , dem Territorialprinzip folgend, nun zu zehn neuen geographischen Bezirken. Ein weiteres wichtiges Element war der Gedanke der Mischung verschiedener landschaftlicher Gebiete Attikas innerhalb einer jeden Phyle. Die Phylen setzten sich aus jeweils drei Dritteln, den Trittyen, zusammen, wobei jedes Drittel, das Trittys, einen der drei großen Landschaftsbereiche, nämlich die Stadt (ásty), das Binnenland (mesógeion) und die Küste (paralía) vertrat. So verband eine Pyhle städtische Gebiete mit dem des Hinterlandes und hob so vorhandenen Lokalgeist auf, ebenso wie wirtschaftliche Interessen, die sich aus der lokalen Zusammen- gehörigkeit ergaben. Ein weiterer Wandel vollzog sich auch bei der Namens- gebung der Athener. Üblich war es, dass der Adlige seine Identität durch die Nennung des Vaternamens, des patronymikón, erhalten hatte, diese Methode zur Bestimmung einer anderen Person wurde zwar auch vereinzelt von Nichtadligen benutzt, erfreute sich jedoch keiner besonderen Beliebtheit. Dies änderte sich mit der Einführung eines Namensteil, der die Demenzugehörigkeit ausdrückte, dem demotikón. Die Führung der Demenzugehörigkeit im Namen als Identitäts- merkmal entsprach auch dem verstärkten politischen Gewicht das den Demen in ihrer neuen Rolle zukam. Zwar lag der politische und administrative Schwerpunkt besonders auf den Phylen, jedoch erfuhren die Demen eine politische Aufwertung, indem sie, bis dahin zwar als gewachsene demographische Grundeinheit bestehend, allerdings ohne politische Präsenz, autonom wurden.

Diese administrative Neugliederung zeigt sich deutlich bei der Beherrschung neugeschaffener politischer Aufgabenbereiche. So vollzog sich die Wahl der Beamten, ebenso wie die des neuen Rates und die Aushebung der Wehrdienst- leistenden nach der Zugehörigkeit zu Phylen. Gerade beim Heerwesen zeigten sich die Vorteile dieser Phylenreform. Jede Phyle stellte künftig ein Regiment mit einem Strategen als Führer. Die zehn Strategen, je einer aus jeder Phyle, wurden von der gesamten Volksversammlung gewählt, wodurch nun ein System geschaffen war, durch das man die numerische Stärke des Heeres übersah und das Heer sich auch schneller mobilisieren ließ.

Bemerkenswert ist allerdings das nicht alle athenischen Gebiete in diese Reform eingebunden wurden, die Insel Salamis und kleinere Grenzgebiete im Westen und Norden waren von dieser Neuorganisation ausgenommen.

Es vollzog sich jedoch nicht eine völlige Neustrukturierung von politischer Macht, es galt vielmehr eine Einbindung von bewährten politischen Strömungen in das neue politische System zu finden.

So blieben die Aufgaben des Archontats , um das sich weiterhin nur Angehörige der höchsten Gesellschaftsschicht bewerben durften, weitgehend erhalten be- stehen. Dennoch war durch die politische Bedeutung der Reform die Macht des Adels zunächst völlig gebrochen. Die alten aristokratischen Bindungen zu Athen als politisches Zentrum waren zerstört, ebenso wie jeder landschaftliche Sonder- einfluß auf der politischen Bühne. Wirtschaftliche Sorgen und politische Sonder- interessen eines Gebietes waren so nicht mehr politisch zu thematisieren. Durch die Nivellierung der politischen Macht schaffte die Reform eine neue politische Repräsentation aller Athener, wobei dies natürlich nur für die Mitglieder der drei Klassen zu gelten hat. Es lässt sich jedoch erkennen, dass die Idee der Gleichheit den Athener immer bewusster wurde. So schuf diese Wandlung eine Armee von politisch gleichstehenden Soldaten, was sich deutlich in der Schlachtordnung der Phalanx widerspiegelt. Der Begriff der Gleichheit war durch den Tyrannenmord von Harmodios und Aristogeiton formuliert worden, da sie Athen die Gleichheit des politischen Rechts brachten. Der griechische Begriff hierfür lautet Isonomia, wobei das íson, als Gleichheit als die Grundidee der Demokratie galt. Hierbei wird Kleisthenes teilweise als deren Begründer gesehen. So beschreibt ihn Herodot als Errichter der Demokratie. Ein Demokrat im eigentlichen Sinne war Kleisthenes jedoch sicherlich nicht. Seine Reform zielt eher auf die Abwehr der Adelsherrschaft und der Schaffung einer neuen politischen Repräsentation. Auch galt es das Heer neu zu strukturieren, um den von außen drohenden Gefahren Herr werden zu können. Das politische Potential seiner Reformen war von Kleisthenes weder gesehen noch beabsichtigt. Mit den neuen politischen Möglichkeiten wuchs auch die Notwendigkeit diese im politischen Leben zu artikulieren. Aus der politischen Mündigkeit der Athener entstand jedoch nicht zwangsläufig die Fähigkeit diesen Willen rhetorisch einzukleiden, oder gar eine politische Führungs- schicht.

Die Masse der Bevölkerung war, um sich politisches Gehör verschaffen zu können, weiterhin auf adlige Personen angewiesen, weil nur sie die notwendige Ausbildung und das politische Gespür besaßen. Die Voraussetzung für eine politische Führerschaft war nun jedoch Loyalität gegenüber dem Demon als dem neuen Herrn der politischen Ordnung. Das hierbei viele Adlige leicht in Verdacht standen, zumindest Sympathisanten der Tyrannis zu sein, liegt nahe. Um dieser Gefahr vorzubeugen führte Kleisthenes einen Kontrollmechanismus, eine Art Misstrauensvotum, den Ostrakismos, ein.

Der Begriff der Ostrakismos ist abgeleitet von dem für die Abstimmung benutzten Schreibmaterial, dem óstrakon, also einer Keramikscherbe, und bezieht sich eigentlich auf das Verfahren selbst, denn die Abstimmung heißt ostrakophoría. Hierbei wurde zu Beginn der zweiten Hälfte eines jeden Amtsjahres der Volks- versammlung die Frage vorgelegt werden, ob eine Abstimmung mittels Scherben abgehalten werden solle. Wurde diese Frage grundsätzlich bejaht, so stimmten die Athener in einer späteren Versammlung in der Weise ab, dass sie den Namen desjenigen auf eine Keramikscherbe ritzten, der zu verbannen sein sollte. Für die Verfahrenszulässigkeit waren 6000 abgegebene Stimmen erforderlich. Wurden diese erreicht, entschied die relative Mehrheit, und es musste derjenige, auf den die meisten Stimmen entfallen waren, für zehn Jahre ohne Einbuße an Ansehen und Vermögen in die Verbannung gehen. Erstaunlich ist jedoch, das der erste erfolg-reiche Ostrakismos 487, also erst 20 Jahre nach seiner Entstehung stattfand. Mögliche Gründe hierfür sind in der recht hohen Zahl der Zulässigkeitsstimmen zu sehen, wie in einer ausreichenden politischen Stabilität. Es ist jedoch unklar welchen Grund die Einführung eines solchen Verfahrens, das die Straffolgen eines Gerichtsurteils hatte, ohne jedoch Gericht zu sein, haben könnte. Wenn die Datierung stimmt, so ist es in die Zeit des Kleisthenes einzuordnen, was es wiederum als Abwehrwaffe gegen die Führer allzu mächtiger Adelscliquen erkennbar werden lässt.3 Es wäre somit als Instrument zur Absicherung der Harmonie und der Hegemonie aller Bürger auf der Grundlage der Gleichheit sinnvoll gewesen. Die Tyrannis, die als Ursache des Verfahrens deutlich wird,dürfte wohl kaum noch eine reelle Bedrohung für das athenische politische Leben bedeutet haben.

Somit erscheinen Zweifel, insbesondere im Hinblick auf die relativ späte Datierung des ersten Ostrakismos, angebracht, und zwar dahingehend, dass es nicht völlig auszuschließen ist, daß der Ostrakismos erst zu der Zeit geschaffen worden ist, als er auch tatsächlich Anwendung fand.4

Eine weitere Triebfeder der athenischen Politik war der Konflikt mit den Persern. Im Hinblick hierauf erfolgte im Jahre 487/86 eine Reform des Archontats, im Rahmen der die Archonten aus 100 von den Demen vorgewählten Bewerbern gelost wurden. Diese Umstrukturierung der Wahl der höchsten Staatsbeamten fällt nicht zufällig in die Zeit zwischen zwei Kriege mit dem Persischen Reich., da der oberste Feldherr, der polémarchos, als Archon deutlich auf das Kriegsglück Einfluß nahm.

Durch die Vielzahl der Bewerber wird deutlich, daß es sich hierbei nicht mehr nur um Kandidaten der ersten Zensusklasse handeln kann, sondern das erstmalig auch der zweiten Zensusklasse, den Hippeis, das passive Wahlrecht hierfür zugebilligt werden konnte. Der Zugang der dritten Klasse, den Zeugniten war nur unmerklich später, im Jahre 457. War die Besetzung des Archontats zu Beginn des 5. Jahr- hunderts noch vom Kampf um politischen Einfluß der obersten Gesellschafts- schicht geprägt, so entschied wenige Jahre später das Los über Besetzung der höchsten Beamtenstellen. Die Ursache für diese, einer Entmachtung nahe- kommende, Umstrukturierung des Archontats ist sehr problematisch. Es gibt Anzeichen für schwere Adelskämpfe, die das innenpolitische Gefüge schwächen, und den verstärkten Wunsch nach einer Stabilisierung der außenpolitischen Erfolge.5 Eine weitere wesentliche Komponente zeigt sich in der Bedrohung durch die Perser und die Rivalität mit Ägina, und der dadurch forcierte Flotten- bau. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts wurde der Kriegshafen Piräus ausgebaut, und eine Vielzahl neuer Kriegsschiffe auf Stapel gelegt. Als Initiator dieser Politik gilt Themistokles, wobei die Verzerrung ins Heroische, eine auf Motive und Hinter- gründe ausgerichtete Betrachtung des Flottenbauprogramms nicht mehr zulässt. Wenngleich eine zielgeleitete Ausrichtung des Flottenbaus nicht mehr einwandfrei möglich ist, so bleibt auch die Finanzierung dieser doch mit immensen Kosten verbundenen Aufrüstung weitgehend im Dunklen. Als gesichert gilt jedoch der technische Ablauf dieses Flottenbaus.

Hierbei war ein Trierarch für jeweils ein Schiff verantwortlich, der dieses Schiff für eine feste Summe aus Mitteln der öffentlichen Hand baute und ausrüstete, wobei Fehlbeträge von ihm persönlich aus eigenem Vermögen zu leisten waren. Auch gehörte das Einweisen der Mannschaft, ebenso dazu wie das Führen des Schiffes, wenngleich dies nicht gleich zusetzten ist mit dem neuzeitlichen Begriff des Kapitäns.

Die große Bedeutung dieses Flottenbaus liegt neben der militärischen Dynamik in einem innenpolitisch brisanten Detail. Für die große Zahl an neuen Schiffen wurde eine noch viel größere Zahl an Ruderern gebraucht, die es jedoch nach der gängigen politischen Zählung nicht gab. Die Zahl der Sklaven, die man als Ruderern hätte einsetzen können war viel zu gering, außerdem galt das Rudern des Schiffes als soldatisches Handwerk, da das Schiff selbst als Waffe betrachtet wurde.

Dieses Problem brachte die eigentlichen Schwierigkeiten der expansiven Flotten- politik, da man für die Besetzung der Schiffe eine Masse von frei geborenen Männern benötigte. Hierfür kamen nur die ärmeren Schichten Athens in Frage, da nur sie zahlreich genug gewesen sind, um diese logistische Lücke zu schließen, und da sie aufgrund ihrer mangelnden finanziellen Möglichkeiten nicht in der Lage waren, sich für das Feldheer selbst auszurüsten. So wurden die Athener zum Ruderdienst herangezogen, die keiner der drei Vermögensklassen angehörten und Theten hießen. Durch das Rudern als Militärdienst erwarben sich die Theten auch einen Anspruch auf aktiven Anteil am politischen Leben. Das dieser natürlich nicht sofort in politische Verantwortung umgemünzt werden konnte, liegt zum einem an der Überlagerung durch die Kriegsgeschehnisse selbst, zum anderen an der noch mangelnden Gleichwertigkeit dieser Art des Militärdienstes. Durch das Erringen der ersten großen militärischen Erfolge zur See, stieg auch das Ansehen der Marine, und mir ihr, dass der, diese Siege ermöglichende, Ruderer.

Neben den Veränderungen, die die Reform des Kleisthenes mit sich brachte, so galt die Reform des Ephialtes ebenfalls als wegweisend in Richtung Demokratie. Im Jahre 462/61 wurde eine weitere große Säule des politischen Lebens in Athen, wenn auch nicht eingerissen, so doch verschoben. Der Areopag, der als alterAdelsrat aus gedienten Archonten bestehend, vor allem über die Blutgerichtsbarkeit herrschte und die Aufsicht über die Beamten führte, bekam eine neue kraftvollere politische Gewichtung.

Durch die faktische Entmachtung des Archontats, kam dem Areopag die Rolle des starken und kontinuierlichen politischen Impulsgebers zu. Die Ratsversammlung war noch nicht zu ihrer späteren politischen Stärke entfaltet, auch wenn Verfahren wie das probouleuma von ihr übernommen worden sind. Auch waren die Strategen, als weiterer politischer Machtfaktor oft an militärische Aktionen Athens gebunden, und zuwenig präsent um intensiven politischen Einfluss führen zu können. Nach der Beschreibung Aristoteles lag die gesamtes Staatsverwaltung in der Zeit zwischen 479 und 462 in der Hand des Areopag. Es gilt als unsicher, ob Ephialtes, als Gegner Kimons, tatsächlich den Areopag stürzte, um die Macht in die Hände der breiten Massen legen zu können und sie damit zu politisieren. Ein Versuch des Nachzeichnens von politischer Kompetenz des Areopag gestaltet sich als schwierig, und ist nur über einen Abgleich zwischen den Aufgaben des Areopag im Jahre 462/61 und den ihm zurückverliehenen Rechten der Jahre 404/03 möglich. Es lässt sich aber feststellen, dass die Dokimasie, die Über- prüfung der Qualifikation der Beamten, und die Euthynie, als die Amtsprüfung nach Ablauf der Amtszeit, als Kontrolle der Exekutive dem Areopag entzogen wurden, und nun in den Aufgabenbereich von Rat, Volksversammlung und Geschworenen-gerichte fiel.6 Problematischer ist es für diese Reform die Ursachen zu beleuchten. Es ist jedoch als sicher davon auszugehen, dass der Schwerpunkt des damaligen politischen Lebens der Seebundpolitik galt. Dies lässt wiederum den Schluss zu, dass das Motiv für diese Reform in der Außenpolitik zu suchen ist. Durch den Bruch mit Sparta im Jahre 462 und die Verbannung des Kimon aufgrund eines Ostrakismos 461 wird der neue politische Kurs deutlich.

Die Masse als Souverän trat auf die politische Bühne, der Bürger rückte ins Zentrum der politischen Macht, und mit dieser Kräfteverschiebung kam der Wunsch auf das Privileg des Bürgers neu einzuzäunen. Der Kreis der politische Berechtigten war innerhalb der Demen als kleinste Form der politischen Organisation weitgehend gegeben. Schwieriger fiel die Abgrenzung zwischen Bürger und Nichtbürger mit dem Erwachen eines demokratischen Bewusstseins und den damit verbundenen finanziellen und sozialen Aufstiegschancen. Als Bürger galt man nur nach Abstammung von einer alteingesessenen Familie, und so war die Einbürgerung nur durch die Aufnahme durch die Familie möglich. Dies konnte entweder durch Einheiraten oder durch Adoption vollzogen werden. Dieser Vorgang war jedoch nur Frauen möglich, so dass Männer von der Einbürgerung, mit wenigen administrativen Ausnahmen abgesehen, keinen Gebrauch machen konnten. Die wirtschaftliche und politische Prosperität Athens machten jedoch eine gesetzliche Regelung hierfür notwendig. So wurde im Jahre 451/50 durch Perikles das Bürgerrechtsgesetz eingebracht, nach dem nur die Person als Athener galt, dessen beide Elternteile ebenfalls Athener waren. Dieser Regelung beruhte im wesentlichen auf dem neuen Selbstbewusstsein Athens durch materiellen Privilege und der machtpolitischen Stellung zu dieser Zeit. Dennoch lässt sich hierbei ein griechisches Grundprinzip zur Abgrenzung zwischen Bürger (astós) und den Fremden (xénos) erkennen. Der grundsätzlich geschlossene Kult- und Rechtsverband den jede griechische Stadt für sich bildete, wurde durch dieses Gesetz noch enger gezogen, indem es fremden Ehepartner und deren Kinder vom Bürgerverband ausschloss. Dies ist wiederum lediglich eine Folge der neuen politischen Ordnung und deren Zeit.

Literaturverzeichnis:

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Ehrenberg : Losung, Realencyclopädie XIII, 1927, S. 1451-1490

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Rhodes : A commentary on the Aristotelian Athenaion politeia ,1981

Ruschenbusch : ? ??ast????? p a ? t ? ? ?????? : Historia 6, 1957, S. 257-274

Thompson : The origin of ostracism, 1972

[...]


1 Forrest, William George Grieve: The Emergence of Greek democracy 400-800 B.C., 1966, S. 196 ff.

2 MacKendrick, Paul: An aristocratic reformer: Kleisthenes and after,Stud. pres. To Sterling Dow, 1984, S. 195

3 Ehrenberg, V.: Origins of democracy, Historia 1, 1950, S. 547 f.

4 Thompson, Robert: The origin of ostracism, 1972, S. 109

5 Martin, Jochen: Von Kleisthenes zu Ephialtes. Zur Entstehung der athenischen Demokratie, Chiron 4, 1974, S. 26 ff.

6 Ostwald, Martin: From popoular sovereignty to the sovereignty of law. Law, society, and politics in fifth-century Athens, 1990, S. 47 ff.

8 von 9 Seiten

Details

Titel
Die Rechtsentwicklung in Athen im 5.Jhrd.
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Seminar
Note
2
Autor
Jahr
2000
Seiten
9
Katalognummer
V101316
Dateigröße
342 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechtsentwicklung, Athen, Jhrd, Seminar
Arbeit zitieren
Jan Rainer Schulz (Autor:in), 2000, Die Rechtsentwicklung in Athen im 5.Jhrd., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101316

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