Leben und Philosophie von Sokrates


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

4 Seiten


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SOKRATES (469 v. Chr. - 399 v. Chr.)

LEBEN

Der griechische Philosoph Sokrates wurde im Jahre 469 v. Chr. in Alopeke, einem Vorort von Athen, als Sohn des Bildhauers Sophroniskos und der Hebamme Phainarete geboren. Als Junge half er in der Bildhauerwerkstatt seines Vaters und lernte zunächst den Beruf seines Vaters, bis ihn dann eines Tages Kriton ,,entzückt von seinen geistigen Reizen" mitnahm, um ihn die Liebe zur Erkenntnis einzuführen.

Im Jahre 399 v. Chr. wurde Sokrates wegen angeblicher ,,Verführung der Jugend und Gottlosigkeit" angeklagt und durch den Giftbecher zum Tode verurteilt. Er starb im biblischen Alter von 70 Jahren in Athen.

Sokrates führte ein einfaches, besonnenes Leben. Als Sokrates fast fünfzig Jahre alt war, heiratete er dennoch die wesentlich jüngere Xanthippe. Xanthippe war eine Frau mit Charakterstärke. Worüber sich Xanthippe am meisten erregte war Sokrates Philosophieren. Aristoteles berichtet, dass Sokrates noch eine zweite Frau gehabt habe. Myrto schenkte ihm zwei Söhne, Sophroniskos und Menexenos und erhöhte damit die Nachkommenschaft des Philosophen, der schon gemeinsam mit Xanthippe den Sohn Lamprokles hatte, auf drei Kinder.

Da Sokrates seinen Beruf aufgegeben hatte und das Vermögen seiner Eltern aufgebraucht hatte, nagte das Hungertuch an ihm und seiner Familie. Einer seinen bekanntesten Aussprüche in diesem Zusammenhang lautet: "Wie zahlreich sind doch die Dinge, deren ich nicht bedarf!"

PHILOSOPHIE

- Maieutik (Hebammenkunst)

Die sokratische bzw. elenktische (Elentik = Kunst, des Beweisens, Wiederlegens, Überführens) Methode der Wahrheitsfindung heißt Maieutik ( = Hebammenkunst). Das Gespräch: Rechenschaftsablegung und Wahrheitssuche

Wahrheit: im menschlichen Geist versteckt unter Vorurteilen, falschen Ideale und abergläubischen Vorstellungen

Gesprächsverlauf:

Fragen - ,,sokratischen Ironie" (,,verhüllend" befragen) - geschickte und bohrendere Fragen - konfrontiert mit Widersprüchen - Erkenntnis der Unwissenheit - Bereitschaft neues Wissen zu lernen - Wissen von Recht und Unrecht

Sokrates zwang also die Menschen dazu über Leben und Sitten, über Gut und Böse nachzudenken. Er half den Menschen bei ,,der Geburt" der wahren Erkenntnis durch Anwendung der Vernunft.

Mit seinem starken Glauben an die menschliche Vernunft war Sokrates ein ausgeprägter Rationalist.

- Ethik.

Sokrates' Ethik wird dem Eudämonismus zugerechnet. Eine Ethik, die die Glückseligkeit als Ziel und Motiv alles Strebens betrachtet, nennt man Eudämonismus.

Sokrates befasste sich vorrangig mit der Erforschung des Menschen und der Möglichkeit seiner Selbsterkenntnis. Sokrates forderte Selbsterkenntnis ("Erkenne dich selbst") und Selbstzucht ("Beherrsche dich selbst"). Er rief dazu auf, das menschliche Wissen zu prüfen und die "Tugend zu bestimmen". Für ihn war also die Untersuchung der Seele am wichtigsten, da diese die Tugend (das Gute) enthält. Er glaubte nämlich, die richtige Erkenntnis führe zum richtigen Handeln. Sokrates ging es darum, ganz klare, allgemeingültige und ,,universale" Definitionen dafür zu finden, was Recht ist und was Unrecht. Auf diese Weise entwickelte er das Konzept des ,,Universalen".

Sokrates war es sehr wichtig, dass man nicht Unrecht tun darf. Dieses Gebot des Herzens führte Sokrates auf einen Gott zurück. Sokrates glaubte, eine göttliche Stimme in sich zu hören, und dass dieses ,,Gewissen" ihm sagte, was richtig war. Wer wisse, was gut ist, werde auch das Gute tun, meinte er. Er nannte diese göttliche Stimme das Daimonion und verwies so auf den Bereich des Göttlichen, denn die Dämonen sind ihm die Mittler zwischen Göttern und Menschen.

- Philosoph

Sokrates konnte die ,,eristische Dialektik" der Sophisten (also das Wahre falsch, das Falsche wahr erscheinen lassen) nicht akzeptieren. Er wandte sich daher gegen die strikte Vernunftorientierung der Sophisten und glaubte an ewige, allgemein gültige ethische Regeln oder Normen für das menschliche Handeln.

Aber Sokrates unterschied sich noch in einem wichtigen Punkt von den Sophisten. Sokrates nannte sich Philosoph, im wahrsten Sinne des Wortes. Ein ,,Philosoph" ist eigentlich ein ,,Liebhaber der Weisheit", jemand, der danach strebt, Weisheit zu erlangen. Sokrates gilt daher als Urvater der Philosophie.

Ein Philosoph ist jemand, der erkennt, dass es sehr viel gibt, was er nicht versteht. Und das quält ihn. So gesehen ist er immer noch klüger als alle, die mit ihrem vermeintlichen Wissen prahlen. In seiner Verteidigungsrede sagte Sokrates: ,,Ich weiß, dass ich nichts weiß."

TOD

Im Jahre 399 v. Chr. wurde Sokrates von den 3 athenischen Männern Meletos, Anykos und Lykon wegen Gottlosigkeit und Verführung der Jugend angeklagt.

In seiner Verteidigungsrede verzichtete Sokrates darauf, seine Richter günstig zu stimmen. Nach Schuldfindung bat er auch nicht um Gnade. Da er sein eigenes Gewissen - und die Wahrheit - für wichtiger hielt als sein Leben. In Anwesenheit seiner engsten Freunde trank er einen Becher mit Gift, den Schierlingsbecher.

Warum musste Sokrates sterben? Gottlosigkeit und Verführung der Jugend waren sicherlich nicht die wahren Gründe. Durch seine Gesprächskunst und besonderst durch seine Ironie konnte Sokrates immer wieder Schwächen im Denken der Athener aufdecken. Außerdem erfand er keine Gewissheiten für die Menschen, damit sie leben können, sondern er sagte, dass niemand wirklich etwas wissen könne. Er wirkte daher störend und nervtötend - vor allem auf die Mächtigen in der Gesellschaft. Seine philosophischen Aktivitäten wurden

Sokrates letztendlich zum Verhängnis

SCHÜLER SOKRATES

Sokrates schrieb seine Lehren nicht selbst nieder und hinterließ so keine schriftlichen Quelle. Deshalb geben ausschließlich die Schriften Xenophons, diejenigen Platons sowie einige Kommentare Aristoteles Auskunft über seine Persönlichkeit und Denkweise. Es ist vor allem Platons Bild von ihm, das die westlichen Denker seit fast 2400 Jahren inspiriert.

Sokratiker:

Als Sokratiker werden daher die Anhänger der Lehren des Sokrates bezeichnet. Darunter waren vor allem seine 7 bedeutendsten Schüler: Platon, Antisthenes, Alkibiades, Euklid von Megara, Aristippos, Phaidon von Elis und Xenophon. Die bedeutendsten Sokratiker gründeten Philosophenschulen und verbreiteten so philosophisches Denken, obwohl jeder eine sehr unterschiedliche philosophische Position vertrat.

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Details

Titel
Leben und Philosophie von Sokrates
Autor
Jahr
2001
Seiten
4
Katalognummer
V101404
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sokrates
Arbeit zitieren
Vanessa Faschauner (Autor), 2001, Leben und Philosophie von Sokrates, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101404

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