Die beschleunigte Gesellschaft. Eine soziologische Untersuchung der Zeitstrukturen der Moderne


Hausarbeit, 2020

24 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Die universale Relativität der Zeit
2.1. Die Natur der Zeit
2.2. Die Phänomenologie der Zeit
2.3. Die soziale Zeit

3. Zeitstrukturen der Gesellschaft
3.1. Die Formen des Zeitbewusstseins
3.2. Die Temporalebenen aus der Akteursperspektive
3.3. Die Zeitpraxis im Strukturprinzip der funktionalen Differenzierung

4. DiesozialeBeschleunigung
4.1. Die drei Dimensionen sozialer Beschleunigung
4.1.1. Technische Beschleunigung
4.1.2. Die Beschleunigung des sozialen Wandels
4.1.3. Die Beschleunigung des Lebenstempos
4.2. Desynchronisationsmechanismen

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Sie eilt uns voraus, sie rast und rennt uns davon, dann wieder scheint sie still zu stehen. Sie ist noch nicht reif. Doch ist es so weit, bringt sie die Wahrheit ans Licht und heilt alle Wunden. Neigen wir doch immerwährend dazu, sie zu zähmen, und werden infolgedessen versuchen, sie zu optimieren, zu planen und zu takten. Nicht nur einmal werden wir sie dabei verlieren und verschwenden. Sind wir nicht wachsam, so werden wir sie versäumen. Auch werden wir manches Mal versuchen, sie totzuschlagen, ohne ihr dabei dochje ein Haar zu krümmen. Diese gegenseitige Prägung wäre endlos weiterzuführen, doch gibt es etwas, das nicht möglich scheint, denn anhalten oder gar zurückdrehen können wir sie nicht, und auch sie selbst vermag es niemals zu tun. Ihr universelles Sein durchdringt den Raum undjeden von uns, der in ihm und folglich mit ihr lebt.

Das Rätsel der Zeit treibt den Menschen seitjeher um. Viele arbeiteten und arbeiten sich immer und immer wieder an ihr ab. Ganze Bibliotheken an Literatur überschwemmen den Markt und zelebrieren die Auseinandersetzung mit dem allumgreifenden Thema der Zeit.

Wie es sich in dem Ausmaß der Literatur widerspiegelt, scheint die Universalität der Zeit die Menschen wie kaum eine andere Thematik zu durchdringen. In welchem Maße auch immer, so scheintjedes Individuum irgendeine Vorstellung von ihr zu haben. Eine ganz spezielle subjektive Wahrnehmung in den westlich geprägten Gesellschaften des 21. Jahrhunderts scheint sich kollektiv zu manifestieren. Das Gefühl der Beschleunigung.

Begriffe wie Fast Food, Speeddating und Burn-out, um hier nur einige zu nennen, sind in der Moderne zu gängigen Gesellschaftspraxen und -erfahrungen avanciert und anscheinend allgegenwärtig geworden. Auch der technische und technologische Wandel, die Wissenschaft und die Wirtschaft sowie die Globalisierung an sich scheinen sich unaufhaltsam und mit immer schnellerem Tempo zu beschleunigen, nicht ohne Auswirkungen auf den Menschen und seine Wahrnehmungen der Zeit. Mit immer neuen Techniken und Technologien, man denke hierbei zum Beispiel an die Möglichkeiten des Heizens, des Buchdrucks oder letzten Endes des Internets, gewinnt der Mensch Zeit in rauen Mengen und doch scheint sie mit dem Fortschreiten der Entwicklungen in der Moderne immer knapper zu werden. „Wir haben keine Zeit, obwohl wir sie im Überfluss gewinnen“ (Rosa, 2005 2016, 11). So beschreibt Hartmut Rosa dieses Paradox in seinem führenden Werk „Beschleunigung. Die Veränderungen der Zeitstrukturen in der Moderne“ in der 11. Auflage von 2016. Auf der Grundlage seines Werkes soll mit dieser Arbeit und im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein Versuch unternommen werden, dieser paradox erscheinenden Entwicklung und den aus ihnen resultierenden Erfahrungen der Beschleunigung auf den Grund zu gehen.

Die Frage nach der Beschleunigung der bzw. in der Gesellschaft wird dabei auf zwei Ebenen zu untersuchen sein, die hierbei unauflösbar miteinander verflochten sind. Auf der makrosoziologischen Ebene sind die strukturellen und kulturellen Gegebenheiten und Veränderungen in der Gesellschaft zu untersuchen und es gilt herauszufinden, was sich wann, wo und wie beschleunigt. Auf der mikrosoziologischen Ebene geht es um die Beschreibung und das Verstehen der individuellen Wahrnehmung und die Selbstverhältnisse des Menschen in Abhängigkeit von seiner strukturellen Umgebung (Rosa, 2005 2016, 25). Es muss mit dieser Arbeit zur Untersuchung der These der beschleunigten Gesellschaft folglich mehreren Fragen auf den Grund gegangen werden. Ein Blick zu Beginn in die Vergangenheit und vielmehr durch die verschiedenen Disziplinen der Wissenschaft zum Thema Zeit soll eine erste Abgrenzung schaffen. Dabei wird herausgearbeitet, mit welchem Verständnis des Zeitbegriffs in dieser Arbeit umgegangen werden soll. Im folgenden Verlauf werden die Erkenntnisse der bisherigen zeitsoziologischen Studien herausgearbeitet, um der darauffolgenden Bearbeitung der Beschleunigungstheorie das nötige Fundament zu bieten. Mit der Bearbeitung des 4. Kapitels werden vor allem die drei von Rosa entwickelten Dimensionen der sozialen Beschleunigung besprochen, die Aufschluss über die Fragen bieten werden. Mit der abschließenden Betrachtung der Desynchronisationsmechanismen werden zur Abrundung der Thematik die Folgen der Beschleunigung sichtbar gemacht.

2. Die universale Relativität der Zeit

Um sich dem Phänomen der Beschleunigung annähem zu können, kommen wir nicht umhin, uns dem Thema der Zeit ganz grundlegend zu widmen. Ohne die Zeit im weiteren Sinne gäbe es keine Beschleunigung. Sie ist die allumgreifende Kraft, die sich uns so schemenhaft und realistisch zugleich in den Weg stellt. Der Anfang dieser Betrachtung ist nicht leichtgetan. So lässt sich nach genauerem Hinschauen auf den Begriff der Zeit schnell feststellen, dass dieses Thema schier endlos zu sein scheint und sich nicht nur durch sämtliche Wissenschaftsdisziplinen zieht, sondern auch anscheinend so viele verschiedene Antworten wie immer wieder neue Fragen generiert. Der physikalische Zeitbegriff ist wohl einer, der einem am ehesten in den Sinn kommt, will man über die Zeit sinnieren. Schließlich wird hier eine mathematisch fundierte, messbare und nachweisbare Erkenntnis der Zeit postuliert. Doch ist das wirklich der Fall? Ein Blick aufEinsteins Relativitätstheorie kann an dieser Stelle nicht nur mir einen ersten Erkenntnishorizont eröffnen, sondern bot diesen auch schon einem großen Teil der bisherigen sozialwissenschaftlichen Auseinandersetzungen zu diesem Thema. Hier scheint es zu einer Tradition und ferner zu einer Faszination geworden zu sein, sich den physikalischen Ansätzen zu nähern. Dabei wird immer wieder herausgearbeitet, welche Wichtigkeit die Erkenntnisse der physikalischen Theorien für unser allgemeines Zeitverständnis haben und dass ihre Konsequenzen für die Gesellschaft und folglich für die sozialwissenschaftlichen Konzeptionen derZeitunerlässlich seien (Rosa, 2005 2016, 64).1 In der physikalischen Betrachtung ist die Zeit, ganz salopp gesagt, an die Uhr gebunden. Einstein erkennt mithilfe dieser in seiner Relativitätstheorie die Relativität der Zeit. Das bedeutet ganz grundlegend, dass Uhren unterschiedlich schnell ticken, wenn sie mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten durch den Raum bewegt werden (Rosa, 2005 2016, 64).2 Einstein selbst musste 1955 in einem Brief an die Familie seines verstorbenen Freundes und Kollegen Michele Besso erkennen:,,... Für uns gläubige Physiker hat die Scheidung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur die Bedeutung einer wenn auch hartnäckigen Illusion.“3 Das physikalisch vermeintlich so fundierte Wissen um die Zeit scheint in dieser Betrachtungsform an Realitätsgehalt zu verlieren.4

Diese stark verkürzte, aber dennoch pointierte Darstellung des physikalischen Zeitbegriffs führt uns daraufhin zu der Annahme, dass das allgemeine Verständnis der Zeit und vor allem der Beschleunigung der Gesellschaft an dieser Stelle nicht weiter zu suchen ist.

2.1. Die Natur der Zeit

Wenn der physikalisch so vermeintlich konsistente Zeitbegriff für die Betrachtungen in dieser Arbeit nicht weiter zielführend zu sein scheint, so stellt sich weiterhin die Frage, woher die Zeit oder vielleicht doch eher das Empfinden der Zeit rührt. So hatten die Menschen doch schon weit vor der Einführung der mechanischen Uhr, um das Jahr 1300, ein Verständnis von der Zeit gehabt. Der naturgegebene Übergang von Tag und Nacht sowie der Wechsel der Jahreszeiten bestimmte das Zeitempfinden der Menschen im Früh- und Hochmittelalter, als die mechanischen Uhren noch nicht erfunden waren. Für die damaligen agrarisch geprägten Gesellschaften war es auch wenig nötig, eine genauere Zeitbestimmung zu haben. Der Arbeitstag begann mit dem Aufgehen der Sonne und endete mit dem Einbruch der Dunkelheit. Die Zeitwahrnehmung war somit eine andere als die heutige. Die Zeit wurde nicht als etwas Lineares, Voranschreitendes, wahrgenommen, sondern vielmehr als etwas immer Wiederkehrendes, ein ewiger Kreislauf.5 Darauf werde ich im späteren Kapitel 3.1.,

Die Formen des Zeitbewusstseins, noch einmal genauer zu sprechen kommen. Mit der Einführung der mechanischen Uhr und ihrer Verbreitung ab dem 14 Jahrhundert wurde die Zeit objektiviert und führte folglich zu fundamentalen Umbrüchen im gesellschaftlichen Leben. Der Historiker Marc Bloch beschrieb die Einführung der Uhr und die damit einhergehende veränderte Wahrnehmung der Zeit als ,,... eine der tiefgreifendsten Revolutionen im Intellektuellen und praktischen Leben unserer Gesellschaften und eines der Hauptereignisse der spätmittelalterlichen Geschichte.“6 Eine weitere ethnologische Untersuchung des Zeitbegriffs scheint mir für die weiterführende Bearbeitung nun ebenfalls wenig zielführend zu sein. Aus diesem Abschnitt lässt sich heraussteilen, dass die substanzielle Zeit, mit der wir in dieser Arbeit umgehen wollen, in der Natur selbst so nicht zu finden ist. Die Zeit ist eine menschlich kulturelle Konstruktionsleistung und somit immer in Abhängigkeit von der Position des beobachtenden Subjekts zu betrachten.

2.2. Die Phänomenologie der Zeit

„Die Zeit kommt aus der Zukunft, die nicht existiert, in die Gegenwart, die keine Dauer hat, und geht in die Vergangenheit, die aufgehört hat zu bestehen.“7 Mit diesem Satz räsonierte bereits Augustin im 4. Jahrhundert v. Chr. über das Geheimnis der Zeit. Diese Überlegungen zur Zeit wurden noch vor der Ableitung der Zeit aus der Natur und ihrer Messung in den Naturwissenschaften angestellt. Weitere Philosophen wie Platon, der die ersten systematischen Gedanken zur Zeit lieferte, aber auch Heraklit, Kant und später Bergson, Mc Taggert, Heidegger oder Mead befassten sich umfangreich mit der Thematik (Rosa, 2005 2016, 23). Es kristallisiert sich dabei heraus, dass die philosophischen Zeitbegriffe wenig heterogen und vielmehr inkompatibel sind. Sie sind uneinig in den elementarsten Fragen. Es lässt sich keine Einigkeit darüber heraussteilen, ob die Zeit eine Kategorie der Natur, der Anschauung bzw. des Verstandes oder doch eher ein soziales Konstrukt ist (Rosa, 2005 2016, 23). Diese Uneinigkeit spiegelt sich auch später in den zeitsoziologischen Perspektiven wider, worauf wir im folgenden Abschnitt zu sprechen kommen. Tabboni konstatiert, dass Zeitanalysen regelmäßig in der „Selbstevidenz-Falle“ oder in der „Enigma- Falle“ landen (Rosa, 2005 2016, 23).8 Diese Hin- und Hergerissenheit spiegelt sich in dem so oft zitierten Satz Augustins wider: „Was ist Zeit? Wenn niemand mich fragt, weiß ich es. Will ich es einem Freund erklären, so weiß ich es nicht.“ (Augustin 1982, XI, 14). Die hier zu erkennenden Schwierigkeiten in der Begrifflichkeit der Zeit spiegeln sich, wie im Folgenden zu zeigen sein wird, auch in den Ausarbeitungen des soziologischen Zeitbegriffs wider.

2.3. Die soziale Zeit

Wie im bisherigen Verlauf zu erkennen ist, wirft die Bearbeitung des Themas der Zeit eine große Diversität auf. Es wurde über den Zeitbegriff philosophiert, gebrütet, erkannt, wieder verworfen, analysiert und definiert. So versucht sich die Soziologie seit dem 20. Jahrhundert daran, diese Thematik zu begreifen und anschlussfähig zu machen. Dass die soziologische Forschung es sich dabei nicht gerade leicht macht, verrät ein Blick auf die bisherige Auseinandersetzung mit dieser Thematik. Die Klagen in der Literatur zu den bisherigen Konzepten sind nicht zu übersehen.9 Der soziologischen Zeitanalyse fehle es grundlegend an einer systematischen und fundierten Anbindung an die soziologische Theoriebildung.

Die Forschung behandle das Thema zumeist willkürlich mit einer Anbindung an philosophische, anthropologische oder gar alltägliche Zeitbegriffe. Dementsprechend sei die zeitsoziologische Literatur eine Ansammlung unverbundener Studien, die aufgrund ihres fehlenden Anschlusses an die gesellschaftstheoretischen Ansätze zum Solipsismus neigen (Rosa, 2005 2016, 20).10 Obwohl die Literatur zu der Thematik sehr umfangreich ist, überrascht die Forschung auf diesem Gebiet durch eine hohe Ignoranz. Somit entstanden, zum Teil mit großen Abständen, immer wieder zahlreiche neue Studien, ohne sich dabeijedoch auf Vorangegangenes zu beziehen. Als Grund dafür sieht Bergmann den Gegenstand der Untersuchung selbst an. Die Stellung der Zeit in der Gesellschaft und im Alltag scheint eine Selbstverständlichkeit zu haben, die zu einer vorwissenschaftlichen Forschung führte, die eben ohne spezifische Definitionen und Theoriebildungen arbeitete.11

Hartmut Rosa kritisiert die bisherige Forschung auf dem Gebiet der Zeitsoziologie und erstellt drei Kategorien, mit denen er die bisherige Menge an Literatur einzuordnen versucht.12 Er selbst ist mit seinen Erkenntnissen zu dem Thema inzwischen zu einem Pionier auf diesem Gebiet avanciert. „Alle Ereignisse, Objekte und Zustände in der sozialen Welt sind prozessualerNatur und haben die Zeit somit als Schlüsselkategorie fürjede angemessene Analyse inne“ (Rosa, 2005 2016, 19). So eröffnet er sein Werk „Beschleunigung. Die Veränderungen der Zeitstrukturen in der Moderne“ in der 11. Auflage von 2016 und bemerkt zuerst diese grundlegende und in den Sozialwissenschaften allgemeingültige These. Alle sozialen Phänomene wie Herrschaftstechniken, Klassenunterschiede, interkulturelle Probleme, sozioökonomische Entwicklungsrückstände, Geschlechterverhältnisse, Wohlfahrtsregime bis hin zu Krankenhaus-, Gefängnis- und Drogenerfahrungen lassen sich „temporal rekonstruieren“, also unter zeitbezogenen Gesichtspunkten neu beschreiben (Rosa, 2005 2016, 19).

3. Die Zeitstrukturen der Gesellschaft

Die bisherigen Erkenntnisse führen uns nun zu der Annahme, dass die Zeit als vor allem subjektive Wahrnehmung einen nicht unerheblichen Teil, wenn nicht sogar den ausschlaggebenden Teil, einer gesellschaftlichen Ordnung mitbestimmt.

Im folgenden Prozess sollen die bisherigen grundlegenden Überlegungen der sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema der gesellschaftlichen Zeitstrukturen untersucht und vorgestellt werden. Zeitsoziologische und ethnologische Studien bilden eine Einheit in den Erkenntnissen zu den Zeitstrukturen und schlussfolgern zwei wesentliche Perspektiven. Die erste Annahme beschreibt die Kulturabhängigkeit von der Zeitmessung, der Zeitwahmehmung und den Zeithorizonten. Diese ändern sich mit der Sozialstruktur von Gesellschaften (Rosa, 2005 2016, 26).

Otthein Rammstedt beschreibt dabei vier verschiedene Formen des Zeitbewusstseins und der Zeiterfahrung, diese entfalten sichjeweils abhängig von der Gesellschaftsstruktur und bringen je eigene Handlungsorientierungen und Selbstverhältnisse hervor.13 Im folgenden Abschnitt 3.1. sollen die vier verschiedenen Formen des Zeitbewusstseins vorgestellt und eingeführt werden. Als Zweites wird angenommen, dass die in einer Gesellschaft vorzufindenden Zeitstrukturen einen normativ und kognitiv verbindlichen Charakter aufweisen und tief in der Persönlichkeitsstruktur des Individuums verankert sind. Norbert Elias beschreibt dabei zum einen den funktionalen Charakter der Zeit, der eine genaue zeitliche Planung und Regulierung aufgrund der Koordination und Synchronisation sozialer Prozesse erforderlich macht. Zum anderen hebt er hervor, dass dieses Zeitbewusstsein als zweite Natur und sozialer Habitus einen festen Bestandteil derPersönlichkeitsstruktur darstellt (Rosa, 2005 2016, 29). Norbert Elias prägte in seinem Werk von 1988 den Gedanken, dass das Erleben der Zeit, vor allem in streng regulierten Gesellschaften, für eine Persönlichkeitsstruktur steht, die die Zeitwahmehmung als eine biologische Gegebenheit empfindet, obwohl die Zeit stark sozial erworben ist (Elias, 1988, 122).14 So sieht Elias in der Verschränkung systemischer und individualpsychologischer Strukturen schon den Grund für die Beschleunigung in der Gesellschaft.

[...]


1 Vgl.: (Adam, 1990, 89 f.), (Nowotny, 1993, 157 ff.)

2 Der Nachweis dafür ist physikalisch erbracht und in Experimenten wiederholbar. Würde man demnach eine Uhr in einem Flugzeug positionieren und diese um die Erde fliegen lassen, so würde sie langsamer laufen als dieselbe Uhr, die man am Flughafen unbewegt zurücklassen würde.

3 Brief vom31.3.1955; Vgl.: (Rosa, 2016, 64)

4 Vgl.: (Adam, 1990, 154), (Geißler, 1999, 152f.)

5 Vgl.: https://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/die-entdeckung-der-zeit-a-1015939.html/26.10.2020

6 https://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/die-entdeckung-der-zeit-a- 1015939.html/26.10.2020

7 Vgl.: (Augustin, 1982)

8 Vgl.: (Tabboni, 2001, 6)

9 Vgl.: (Zerubavel, 1981, IXf.)

10 Vgl.: (Bergann 1983, 462); (Adam, 1990, 5 f.)

11 (Lauer, 1981); (Bergmann, 1983); Vgl.: (Adam, 1990, 13); (Nowotny, 1993, 8)

12 Die erste Kategorie umfasst Überblicksarbeiten, welche die bisherigen Forschungen zusammenfassen. In der zweiten Kategorie verortet er detailreiche Studien über die Zeit, welche allerdings auf einem sehr theoriearmen Niveau operieren. In der dritten Kategorie werdenjene Arbeiten genannt, welche stark theorieorientiertverfahren, aber zuoftineinemzuhohen Abstraktionsgrad enden. (Rosa, 2005 2016, 21)

13 (Rammstedt, 1975)

14 Vgl.: (Nowotny, 1993, 9)

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Die beschleunigte Gesellschaft. Eine soziologische Untersuchung der Zeitstrukturen der Moderne
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Soziologie)
Veranstaltung
freie Hausarbeit
Note
2.0
Autor
Jahr
2020
Seiten
24
Katalognummer
V1014231
ISBN (eBook)
9783346406651
ISBN (Buch)
9783346406668
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zeitstrukturen der Moderne, Hartmut Rosa, Allgemeine Soziologie, Beschleunigte Gesellschaft, Zeit, Zeitbewusstsein, Temporalebenen, Zeitpraxis, soziale Beschleunigung, technische Beschleunigung, Desynchronisationsmechanismen, Beschleunigung des Lebenstempos, Beschleunigung sozialer Wandel
Arbeit zitieren
Viktoria Kinzelt (Autor), 2020, Die beschleunigte Gesellschaft. Eine soziologische Untersuchung der Zeitstrukturen der Moderne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1014231

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