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Dynamiken des Bauwerkes Sportstätte

Eine historische Analyse der Reziprozität von Soziokultur und Sportarchitektur

Title: Dynamiken des Bauwerkes Sportstätte

Master's Thesis , 2020 , 95 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Johannes Wetzel (Author)

Sport - Sport Sociology
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Zwischen der Architektur von Sportstätten und sozialkulturellem Einfluss gibt es eine Wechselwirkung. Das ist nach intensiver Sichtung der aktuellen Forschungsliteratur Konsens. Diese Masterarbeit geht daher einen Schritt weiter und fragt, ob es möglich ist, Faktoren zu benennen, die diese Reziprozität konstant, also zeitlich unabhängig, in der Sportstättenarchitektur sichtbar machen bzw. auslösen. Ob diese Faktoren, die in Form von Indikatoren herausgearbeitet werden, bei einer konkreten
Anwendung zweier Baudenkmäler der Sportgeschichte Stand halten können, gilt es ebenfalls zu prüfen.

Sobald Sport und Gesellschaft zusammen gesehen werden, rückt auch die Entwicklung der Sportstättenarchitektur in adäquate Perspektive und muss zwingend in den entsprechenden Zusammenhang gebracht werden. Deshalb wird eine ganzheitliche Analyse der soziokulturellen, sporthistorischen sowie sportarchitekturhistorischen Ereignisse der jeweiligen Epochen durchgeführt. Grundlage für die nähere Betrachtung und Analyse bildet eine systematische Literaturanalyse.

Die für diese Arbeit essentielle historische Analyse beginnt in einem ersten Schritt bereits im zweiten Kapitel. Dieses soll primär eine Grundlage für die in der vorliegenden Ausarbeitung verwendeten Termini bieten. Sechs relevante Begriffe werden evident definiert. Da bei einer Begriffsdefinition die Entstehungsgeschichte aber nie außer Acht gelassen werden sollte, sind Begriffe doch meist historisch gewachsen und dynamisch geformt, erweitert diese reine Definition ihre Perspektive und schließt bereits erste historische Entwicklungen ein. Diese werden in den folgenden Kapiteln aufgegriffen und zum Teil näher beleuchtet. In Folge der sporthistorischen Analyse werden Vergleichsindikatoren bestimmt. Schließlich soll geprüft werden, ob anhand der Vergleichsindikatoren die jeweiligen Wechselwirkungen der kulturellen Teilbereiche unabhängig vom zeitlichen Kontext normiert und quantifizierbar bestimmt werden können.

Im darauffolgenden Kapitel werden die ausdifferenzierten Vergleichsindikatoren auf zwei bedeutende Sportstätten aus differierenden Epochen angewendet. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt und es wird ein Fazit aus der historischen Analyse, der Herausarbeitung der Indikatoren sowie deren systematischen Anwendung gezogen. Von den
Untersuchungsergebnissen ausgehend soll ein Verständnis für architektonische Entscheidungen im Zusammenhang mit den soziokulturellen Bedingungen geschaffen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserläuterungen – Definition und Entstehungsgeschichte

2.1 Sportstätte

2.2 Sportanlagen

2.3 Sportgelegenheiten

2.4 Stadion

2.5 Amphitheater

2.6 Circus

2.7 Exkurs: Der Begriff Sport

3. Sport im Wandel der Zeit

Von „Brot und Spiele“ zu „Bier und Fußball“

3.1 Griechische Antike

3.2 Römische Antike

3.3 Entwicklungen ab dem 19. Jahrhundert

3.3.1 Die Turnbewegung in Deutschland

3.3.2 Die Entstehung des englischen Sports und seine geographische Ausbreitung

3.3.3 Die Weimarer Republik

3.3.4 Zeit des Nationalsozialsimus´

3.3.5 Die Entwicklungen in der Nachkriegszeit (Bundesrepublik Deutschland)

4. Bestimmung der Vergleichsindikatoren Ausdifferenzierung und Analyse aus der soziokulturellen, politisch-gesellschaftlichen und sporthistorischen Entwicklung

4.1 Indikator Religiöse und zeremonielle Rituale

4.2 Indikator Kultureller Wandel

4.3 Indikator Politische Projektion und Instrumentalisierung

4.4 Indikator Erlebnischarakter Sport

5. Anwendung und Verifizierung der Vergleichsindikatoren

5.1 Das Amphitheatrum Flavium

5.1.1 Religiöse und zeremonielle Rituale

Impuls für die Errichtung des Amphitheatrum Flavium

5.1.2 Kultureller Wandel

Sportarchitektonischen Auswirkungen auf das Amphitheatrum Flavium

5.1.3 Politische Projektion und Instrumentalisierung

Sportarchitektonischen Auswirkungen auf das Amphitheatrum Flavium

5.1.4 Erlebnischarakter Sport

Sportarchitektonischen Auswirkungen auf das Amphitheatrum Flavium

5.2 Das Olympiastadion München

5.2.1 Religiöse und zeremonielle Rituale

Impuls für die Errichtung des Olympiastadions in München

5.2.2 Kultureller Wandel

Sportarchitektonischen Auswirkungen auf das Olympiastadions in München

5.2.3 Politische Projektion und Instrumentalisierung

Sportarchitektonischen Auswirkungen auf das Olympiastadions in München

5.2.4 Erlebnischarakter Sport

Sportarchitektonischen Auswirkungen auf Olympiastadions in München

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen soziokulturellen Entwicklungen und der Architektur von Sportstätten. Ziel ist es, Indikatoren zu identifizieren, die diese Reziprozität zeitunabhängig sichtbar machen, und diese anhand historischer Baudenkmäler zu verifizieren.

  • Analyse der sporthistorischen Entwicklung in der Antike und ab dem 19. Jahrhundert.
  • Erarbeitung von Vergleichsindikatoren zur Bewertung von Sportstättenarchitektur.
  • Untersuchung des soziokulturellen Einflusses auf architektonische Entscheidungen.
  • Verifizierung der Indikatoren am Amphitheatrum Flavium und dem Olympiastadion München.
  • Kritische Reflexion der Instrumentalisierung von Sportstätten durch Politik und Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Sport und Architektur. Zwei Kulturbereiche des menschlichen Lebens, die zunächst wenig gemein zu scheinen haben, in Interaktion jedoch zur Bühne ungebremster Emotionen werden können. Sport als ein Part dieser erfolgreichen Dualität, im Sinne der motorischen Bewegungskultur, als des Menschen inneres Bedürfnis´ zu überleben, die Gesundheit zu fördern und den Normen der Körperästhetik gerecht zu werden. Die Architektur, als Streben nach der ästhetischen Gestaltung sowie die konstruktive Lösung des gebauten Raums, bildet den zweiten Part. Die Symbiose beider erschafft einen Ort, dessen fast schon magisches Potential bereits früh in der Geschichte des Menschen erkannt wurde. Seit der Antike sind Spiele und Wettkämpfe ein maßgeblicher Bestandteil des öffentlichen Lebens. Ihre gesellschaftliche Funktion zeigt sich jeher in seiner ordnungsbildenden und strukturstiftenden Eigenschaft. Der Ort Sportstätte wirkt dabei als Emotionsmultiplikator. Wie an keinem anderen Ort begegnen sich hier Menschen. Sie demonstrieren gemeinsam die gesellschaftliche Ordnung und erzeugen zusammen ein Sportereignis, und somit einen greifbaren Moment, der nur durch die Architektur möglich gemacht wurde.

Architektur entfaltet seine vollständige Bestimmung erst, wenn sie als Verbindungselement zwischen Raum und Mensch fungiert. Als Synthese aus Funktion, Konstruktion und Ausschöpfung. Johann Wolfgang von Goethe notierte 1786 zu seinem Besuch des Amphitheaters in Verona: „Als ich hinein trat, mehr noch aber, als ich oben auf dem Rande umher ging, schien es mir seltsam, etwas Großes und doch eigentlich nichts zu sehen. Auch will es leer nicht gesehen sein, sondern ganz voll von Menschen [...]. Denn eigentlich ist so ein Amphitheater gemacht, dem Volk mit sich selbst zu imponieren, das Volk mit sich selbst zum besten [sic] zu haben. Dieses allgemeine Bedürfnis zu befriedigen, ist hier die Aufgabe des Architekten.“ Erst die Menschenmasse transformiert den Baukörper zu einem emotional aufgeladenen Krater. Solch ideal verknüpfte Synthesen bildeten und erzeugen noch heute die größten und erfolgreichsten Sportveranstaltungen der Welt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Symbiose von Sport und Architektur als Bühne für Emotionen und strukturbildendes Element der Gesellschaft.

2. Begriffserläuterungen – Definition und Entstehungsgeschichte: In diesem Kapitel werden grundlegende Termini wie Sportstätte, Sportanlage und Stadion definiert und ihr historischer Wandel nachgezeichnet.

3. Sport im Wandel der Zeit: Es erfolgt eine Analyse der sporthistorischen Entwicklung von der Antike bis zur modernen Ära, fokussiert auf markante Zeitfenster.

4. Bestimmung der Vergleichsindikatoren: Hier werden aus der soziokulturellen und historischen Entwicklung Indikatoren abgeleitet, um Sportstätten vergleichbar zu machen.

5. Anwendung und Verifizierung der Vergleichsindikatoren: Die theoretisch erarbeiteten Indikatoren werden exemplarisch auf das Amphitheatrum Flavium und das Olympiastadion München angewendet.

6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Reziprozität zwischen Soziokultur und Sportarchitektur als dauerhaftes gesellschaftliches Abbild.

Schlüsselwörter

Sportstättenarchitektur, Soziokultur, Reziprozität, Stadion, Amphitheater, Sportgeschichte, Instrumentalisierung, Gesellschaftsordnung, Erlebnischarakter Sport, Olympiastadion, Massenkultur, Politische Projektion, Sport, Architektur, Wertevorstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Wechselwirkung zwischen soziokulturellen Bedingungen und der Architektur von Sportstätten im historischen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung von Sportbauwerken, deren gesellschaftliche Funktion und ihre Rolle als Instrumente politischer und kultureller Einflussnahme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Indikatoren zu benennen, die die Reziprozität von Soziokultur und Sportstättenarchitektur zeitunabhängig belegbar machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine systematische Literaturanalyse, um Indikatoren zu entwickeln und diese durch eine vergleichende Analyse zweier Baudenkmäler zu verifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse des Sports, die Herleitung von Vergleichsindikatoren und deren Anwendung auf das Kolosseum und das Münchener Olympiastadion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie Sportstättenarchitektur, Reziprozität, Instrumentalisierung und Erlebnischarakter Sport stehen im Zentrum der Arbeit.

Warum wurde das Kolosseum als Untersuchungsobjekt gewählt?

Das Kolosseum dient als architektonischer und historischer Ankerpunkt, um die Verknüpfung von Zeremonien, politischer Repräsentation und sportlicher Unterhaltung in der römischen Antike zu illustrieren.

Inwiefern ist das Olympiastadion München als Fallbeispiel relevant?

Es dient als moderner Gegenentwurf zur monumentalen Machtarchitektur und demonstriert den Versuch, Sportarchitektur als Ausdruck demokratischer Werte und Offenheit zu gestalten.

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Details

Title
Dynamiken des Bauwerkes Sportstätte
Subtitle
Eine historische Analyse der Reziprozität von Soziokultur und Sportarchitektur
College
University of Koblenz-Landau  (Sportwissenschaft)
Grade
1,0
Author
Johannes Wetzel (Author)
Publication Year
2020
Pages
95
Catalog Number
V1014241
ISBN (eBook)
9783346406637
ISBN (Book)
9783346406644
Language
German
Tags
Sportgeschichte Sportsoziologie Sportarchitektur Olympiastadion Circus Maximus Reichssportfeld Olympische Spiele München Berlin Antikes Rom Griechische Antike Stadion Sportstätte Sportgelegenheit Amphitheater Sportanlage Turnbewegung Sport in der Zeit des Nationalsozialismus Wechselwirkung Soziokultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Wetzel (Author), 2020, Dynamiken des Bauwerkes Sportstätte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1014241
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