Dynamiken des Bauwerkes Sportstätte

Eine historische Analyse der Reziprozität von Soziokultur und Sportarchitektur


Masterarbeit, 2020

95 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserläuterungen – Definition und Entstehungsgeschichte
2.1 Sportstätte
2.2 Sportanlagen
2.3 Sportgelegenheiten
2.4 Stadion
2.5 Amphitheater
2.6 Circus
2.7 Exkurs: Der Begriff Sport

3. Sport im Wandel der Zeit Von „Brot und Spiele“ zu „Bier und Fußball“
3.1 Griechische Antike
3.2 Römische Antike
3.3 Entwicklungen ab dem 19. Jahrhundert
3.3.1 Die Turnbewegung in Deutschland
3.3.2 Die Entstehung des englischen Sports und seine geographische Ausbreitung
3.3.3 Die Weimarer Republik
3.3.4 Zeit des Nationalsozialsimus´
3.3.5 Die Entwicklungen in der Nachkriegszeit (Bundesrepublik Deutschland)

4. Bestimmung der Vergleichsindikatoren Ausdifferenzierung und Analyse aus der soziokulturellen, politisch-gesellschaftlichen und sporthistorischen Entwicklung
4.1 Indikator Religiöse und zeremonielle Rituale
4.2 Indikator Kultureller Wandel
4.3 Indikator Politische Projektion und Instrumentalisierung
4.4 Indikator Erlebnischarakter Sport

5. Anwendung und Verifizierung der Vergleichsindikatoren
5.1 Das Amphitheatrum Flavium
5.1.1 Religiöse und zeremonielle Rituale Impuls für die Errichtung des Amphitheatrum Flavium
5.1.2 Kultureller Wandel Sportarchitektonischen Auswirkungen auf das Amphitheatrum Flavium
5.1.3 Politische Projektion und Instrumentalisierung Sportarchitektonischen Auswirkungen auf das Amphitheatrum Flavium
5.1.4 Erlebnischarakter Sport Sportarchitektonischen Auswirkungen auf das Amphitheatrum Flavium
5.2 Das Olympiastadion München
5.2.1 Religiöse und zeremonielle Rituale Impuls für die Errichtung des Olympiastadions in München
5.2.2 Kultureller Wandel Sportarchitektonischen Auswirkungen auf das Olympiastadions in München
5.2.3 Politische Projektion und Instrumentalisierung Sportarchitektonischen Auswirkungen auf das Olympiastadions in München
5.2.4 Erlebnischarakter Sport Sportarchitektonischen Auswirkungen auf Olympiastadions in München

6. Fazit und Ausblick

Tabellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Geschlechtergerechte Sprache

Um auch auf linguistischer Ebene einen Beitrag zur Veränderung bestehender Geschlechterverhältnisse zu leisten, wird in der vorliegenden Arbeit auf eine gendergerechte Sprache geachtet. Um allerdings eine gute Lesbarkeit zu garantieren, wird, soweit es möglich ist, zugunsten der sprachlichen Vereinfachung das Gender neutralisiert.

Abkürzungsverzeichnis

BRD Bundesrepublik Deutschland

DDR Deutsche Demokratische Republik

DOSB Deutscher Olympischer Sportbund

DRA Deutscher Reichsausschuss für Leibesübungen

DRAfOS Deutscher Reichsausschuss für Olympische Spiele

DRL Deutscher Reichsbund für Leibesübungen

DSA Deutscher Sportausschuss

DSB Deutscher Sportbund

DT Deutsche Turnerschaft

Jh. Jahrhundert

NOK Nationales Olympisches Komitee

NS Nationalsozialismus

NSDAP Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

NSRL Nationalistischer Reichsbund für Leibesübungen

u. Z. unserer Zeitrechnung

v. u. Z. vor unserer Zeitrechnung

1. Einleitung

Sport und Architektur. Zwei Kulturbereiche des menschlichen Lebens, die zunächst wenig gemein zu scheinen haben, in Interaktion jedoch zur Bühne ungebremster Emotionen werden können. Sport als ein Part dieser erfolgreichen Dualität, im Sinne der motorischen Bewegungskultur, als des Menschen inneres Bedürfnis´ zu überleben, die Gesundheit zu fördern und den Normen der Körperästhetik gerecht zu werden. Die Architektur, als Streben nach der ästhetischen Gestaltung sowie die konstruktive Lösung des gebauten Raums, bildet den zweiten Part. Die Symbiose beider erschafft einen Ort, dessen fast schon magisches Potential bereits früh in der Geschichte des Menschen erkannt wurde. Seit der Antike sind Spiele und Wettkämpfe ein maßgeblicher Bestandteil des öffentlichen Lebens. Ihre gesellschaftliche Funktion zeigt sich jeher in seiner ordnungsbildenden und strukturstiftenden Eigenschaft. Der Ort Sportstätte wirkt dabei als Emotionsmultiplikator. Wie an keinem anderen Ort begegnen sich hier Menschen. Sie demonstrieren gemeinsam die gesellschaftliche Ordnung und erzeugen zusammen ein Sportereignis, und somit einen greifbaren Moment, der nur durch die Architektur möglich gemacht wurde.

Architektur entfaltet seine vollständige Bestimmung erst, wenn sie als Verbindungselement zwischen Raum und Mensch fungiert. Als Synthese aus Funktion, Konstruktion und Ausschöpfung.1 Johann Wolfgang von Goethe notierte 1786 zu seinem Besuch des Amphitheaters in Verona: „Als ich hinein trat, mehr noch aber, als ich oben auf dem Rande umher ging, schien es mir seltsam, etwas Großes und doch eigentlich nichts zu sehen. Auch will es leer nicht gesehen sein, sondern ganz voll von Menschen [...]. Denn eigentlich ist so ein Amphitheater gemacht, dem Volk mit sich selbst zu imponieren, das Volk mit sich selbst zum besten [sic] zu haben. Dieses allgemeine Bedürfnis zu befriedigen, ist hier die Aufgabe des Architekten.“2 Erst die Menschenmasse transformiert den Baukörper zu einem emotional aufgeladenen Krater. Solch ideal verknüpfte Synthesen bildeten und erzeugen noch heute die größten und erfolgreichsten Sportveranstaltungen der Welt. Die Eröffnungszeremonie Olympischer Spiele vor Ort mitzuerleben oder die Nationalhymne vor einem Fußballweltmeisterschaftsspiel mit den Massen im Stadion zu singen sind Momente prägenden Eindrucks. Das hier entstehende Gefüge erscheint als eine organisierte Choreografie der Massen 3 . Genau hier wird jedoch die politische Brisanz dieser gigantischen Bauprojekte sichtbar. Denn die gezielte Organisation der Massen in einer solchen Sportstätte kann dem Frieden wie auch dem Krieg, rührenden Verbrüderungsszenen wie zügelloser Gewalt genauso wie der Erbauung oder der Erniedrigung dienen.

Eine Sportstätte war jeher nicht nur Austragungsort von Sportveranstaltungen, sondern auch ein Ort der geplanten Manipulation und Instrumentalisierung.4 Ob in religiösen Prozessionen, im sportlichen Wettkampf oder in musikalischen Großevents: das Stadion wird zum Medium kollektiver Selbstdarstellung und politischer Propaganda. Nach Volkwin Marg5 ist die Architektur eines Stadions, genauso wie die Massenchoreographie an sich, in ihrem Wesen zutiefst politisch. Denn sie ist keine freie Kunst eines frei für sich entscheidenden Künstlers, sondern viel mehr eine gebundene Auftragskunst für die Inszenierung eines öffentlichen Raumes. Die Aufgabe der Architektinnen und Architekten liege darin, das Massenverhalten empirisch einzukalkulieren und mit Bedacht in die Sportstättenarchitektur einzuplanen.6 Eine Erkenntnis, die aus einer über Jahrtausende andauernden Entwicklung der Sportstättenarchitektur hervorgeht und von streng genutzten Zweckbauten über beliebig bespielbare Freiflächen bis hin zu hypermodernen Multifunktionsarenen verlief.

Die Entwicklung der Sportstättenarchitektur und deren Nutzung als andauernder Prozess lässt eine starke Kopplung an die gesellschaftliche Sportbegeisterung vermuten. Dabei ist die Relevanz des Sportes und seiner architektonischen Manifestierung nicht hoch genug einzuschätzen: Das zeigt sich nicht zuletzt an der Diskussion um Fußballspiele während der aktuellen Corona-Krise. Bereits nach wenigen Wochen der geltenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen wurden gesellschaftliche Forderungen nach der Wiederaufnahme des Fußball-Bundesligabetriebs laut, trotz der weiterhin herrschenden Gefahr von Ansteckungen. Ab Mai 2020 wurde bereits wieder Fußball in den Bundesligen gespielt, jedoch in Form von sogenannter Geisterspiele 7 . Mit Hochdruck wird an einem Konzept gearbeitet, dass es ermöglichen soll, die Zuschauenden in der neuen Fußball-Bundesligasaison 2020/21 in die Stadien zurückzuholen. Dass die Zuschauenden essentiell für das Erlebnis Sport sind, zeigt der Bericht von Oliver Fritsch, nachdem der Fußball ohne Fans, einfach nur Sport sei – eben kein Event.8 Es wird deutlich, dass eine Vielzahl an Breitensportarten heute nicht mehr ohne die Partizipation der Gesellschaft funktionieren will. Umgekehrt benötigt die Gesellschaft den Sport im Gesamten als wesentliches emotionales und strukturierendes Bedürfnis des alltäglichen Lebens. Mit der Sportstättenarchitektur als essentielles Bindeglied.

Es zeigt sich also ganz deutlich: Zwischen der Architektur von Sportstätten und sozial-kulturellen Einfluss gibt es eine Wechselwirkung. Das ist nach intensiver Sichtung der aktuellen Forschungsliteratur Konsens. Diese Masterarbeit geht daher einen Schritt weiter und fragt, ob es möglich ist, Faktoren zu benennen, die diese Reziprozität, konstant, also zeitlich unabhängig, in der Sportstättenarchitektur sichtbar machen bzw. auslösen? Ob diese Faktoren, die in Form von Indikatoren herausgearbeitet werden, bei einer konkreten Anwendung zweier Baudenkmäler der Sportgeschichte Stand halten können, gilt ebenfalls zu prüfen. Diesen beiden Forschungsfragen widmet sich die vorliegende Arbeit.

Eine isolierte Betrachtung und Untersuchung von Soziokultur und Sporthistorischer Entwicklungen in den jeweiligen Epochen im Kontext der Wechselwirkung ist hierbei wenig sinnvoll. Denn sobald Sport und Gesellschaft zusammen gesehen werden, rückt auch die Entwicklung der Sportstättenarchitektur in adäquate Perspektive und muss zwingend in den entsprechenden Zusammenhang gebracht werden. Deshalb wird eine ganzheitliche Analyse der soziokulturellen, sporthistorischen sowie sportarchitekturhistorischen Ereignisse der jeweiligen Epochen durchgeführt. Grundlage für die nähere Betrachtung und Analyse bildet eine systematische Literaturanalyse. Der notwendigerweise begrenzte Umfang dieser Arbeit ermöglicht die Fokussierung von lediglich zwei für die Sportentwicklung markante Zeitfenster. Die griechischen und römischen Antike sowie die Entwicklungen des westlich geprägten institutionalisierten Sportes ab dem 19. Jahrhundert. Die für diese Arbeit essentielle historische Analyse beginnt in einem ersten Schritt bereits im zweiten Kapitel. Dieses soll primär eine Grundlage für die in der vorliegenden Ausarbeitung verwendeten Termini bieten. Sechs relevante Begriffe werden evident definiert. Da bei einer Begriffsdefinition die Entstehungsgeschichte aber nie außer Acht gelassen werden sollte, sind Begriffe doch meist historisch gewachsen und dynamisch geformt, erweitert diese reine Definition ihre Perspektive und schließt bereits erste historische Entwicklungen ein. Diese werden in den folgenden Kapiteln aufgegriffen und zum Teil näher beleuchtet. In Folge der sporthistorischen Analyse werden Vergleichsindikatoren bestimmt. Schließlich soll geprüft werden, ob anhand der Vergleichsindikatoren die jeweiligen Wechselwirkungen der kulturellen Teilbereiche unabhängig vom zeitlichen Kontext normiert und quantifizierbar bestimmt werden können. Im darauffolgenden Kapitel werden die ausdifferenzierten Vergleichsindikatoren auf zwei bedeutende Sportstätten aus differierenden Epochen angewendet. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt und es wird ein Fazit aus der historischen Analyse, der Herausarbeitung der Indikatoren sowie deren systematischen Anwendung gezogen. Von den Untersuchungsergebnissen ausgehend soll ein Verständnis für architektonische Entscheidungen im Zusammenhang mit den soziokulturellen Bedingungen geschaffen werden.

Die Arbeit konzentriert sich auf den westlich geprägten Kulturraum. Zweifellos ist die Lesart somit ethno- und daher eurozentristisch mit den jeweiligen westlich geprägten sozialisierten Normen- und Wertesystemen gefärbt. Diese Einschränkung der Perspektive war dem Autor stets bewusst, daher beansprucht diese Arbeit keineswegs eine holistisch und allgemeingültige Aussagekraft über die globale Entwicklung des Sportes. Selbstverständlich gab es nicht nur in dem hier analysierten Zeitraum und den hier betrachteten Kulturen gleichermaßen dynamische Entwicklungen und Errungenschaften des Sports und seiner Architektur: hier soll dem Eindruck eines impliziten kulturellen Hegemoniestrebens entstehen.

2. Begriffserläuterungen – Definition und Entstehungsgeschichte

Für ein einheitliches Verständnis der für diese Arbeit bedeutenden und intensiv genutzten Begriffe werden diese im folgenden Kapitel definiert und im Kontext ihrer Entstehungsgeschichte aufgezeigt. Da Begriffe und deren Definitionen meist Interpretationen zu Grunde liegen, wird hier deren allgemeiner Konsens oder die diskutable Grundlage vorgestellt. In strittigen Fällen werden für diese Arbeit präferierte Definitionen festgelegt. Dabei ist der Blick auf die Entstehungsgeschichte und den dynamischen Wandel der jeweiligen Begriffe essentiell.

2.1 Sportstätte

Der Begriff Sportstätte dient als Sammelbegriff für alle Arten der Sportanlagen sowie aller Arten der Sportgelegenheiten (vgl. Abb. 1).9 So ist der Begriff entgegen der allgemeinen Vorstellung nicht unabdingbar mit einem Bauwerk oder einer Anlage gekoppelt, sondern vielmehr mit einer sportlichen Dienstleistung, die über die Sportstätte angeboten oder nachgefragt wird.10 Eine Sportstätte kann demnach ein Bauwerk oder eine Anlage darstellen, muss sie aber nicht.11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Definition Sportstätte (Quelle: Bach, 2011, Anhang, 6)

2.2 Sportanlagen

Eigens für den Sport geschaffene Anlagen, Räume oder Plätze werden nach dem Leitfaden für die Sportentwicklungsplanung des Bundesinstituts für Sportwissenschaft im Jahr 2000 als Sportanlagen deklariert, aufgegliedert in gedeckte und ungedeckte Sportanlagen. Darunter fallen beispielsweise Sporthallen, Sportplätze, Tennisplätze und Bäder.12 Ihre Baustruktur legt exakt fest, was darin getan werden darf und soll. Sie stellen eine eindeutige Räumlichkeit dar: Hier soll eine wettkampfgerechte Sportart ausgeübt werden. „Sportler wissen um die formellen und informellen Benutzerregeln und können „blind“ danach handeln.“13

Ausnahmen stellen Sportanlagen wie Streetballanlagen, Halfpipes und andere Anlagen ohne organisierten Rahmen dar. Diese werden nach dem nachhaltigen Sportstättenmanagement des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) den „nicht regelgerechten Sportanlagen“ zugeteilt.14

2.3 Sportgelegenheiten

Nach dem Leitfaden für Sportstättenentwicklungsplanung entsprechen Sportgelegenheiten für andere Zwecke errichtete Anlagen, die aber durch den Sport mitgenutzt werden können.15 Maßgeblich ist, dass der Sport immer nur die Sekundärnutzungsmöglichkeit ist.16 Darunter fallen „[...] beispielsweise Parkanlagen mit Rasenfläche für Ballspiele oder Feld- und Waldwege für Langlauf und Joggen.“17 Auch hier wird zwischen gedeckten und ungedeckten Sportgelegenheiten differenziert. Sportgelegenheiten bieten dem normfreien Sport mehr Nutzungsmöglichkeiten, da die Sportlerinnen und Sportler nicht an Reglementierungen gebunden sind und sich eigene Räume durch Neudeutung, Neugestaltung oder Neuschöpfung erschaffen können.18

2.4 Stadion

Das altgriechische Wort Stadion, welches wir heute umgangssprachlich für eine Wettkampfstätte umgeben von Zuschauerrängen nutzen, umschrieb im antiken Griechenland dreierlei: Ein Längenmaß, einen Wettlauf sowie die umgebende Wettkampfstätte der Laufstrecke.19 Gemeinsam ist den drei Definitionen das antike Längenmaß von 600 Fuß (192,25 Meter), welches einem Stadion entspricht. Das Stadion als Wettlauf meint einen Lauf über die gesamte Stadiondistanz.20 Das Maß als solches war allerdings nicht standardisiert, da das Fußmaß in den jeweiligen griechischen Regionen differierte. So misst das Stadion, also die Länge der Laufbahn, im im 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung (Jh. v. u. Z.) erbauten Stadion von Olympia, die Basis aller folgenden Stadien, exakt 192,25 Meter, während sie in Pergamon 211 Meter und in Delos nur 167 Meter misst.21 Die ersten Laufwettkämpfe wurden auf einem ebenen Stück im offenen Gelände ausgetragen.22 Da die Rennen zu Ehren verschiedener Gottheiten stattfanden, befanden sich die Ziellinien jeweils in der Nähe ihrer Altäre.23

Durch den Bau von Theatern im antiken Griechenland konnten wertvolle Erfahrungen gesammelt werden, die sukzessive in die Errichtung von Stadien einflossen. So wurden Großanlagen in die Natur integriert, meist an das Ende einer Talsenke, um sich das aufwändige Aufschütten von Wallanlagen, die als Zuschauerränge dienten, zu erleichtern.24 Ebenso wurden ab dem 4. Jh. v. u. Z. die S phendone, die Rundung einer Schmalseite im Zuschauerbereich, vereinzelnd aus dem Theaterbau übernommen (siehe Abb. 2). Auf diese Weise konnten die Zuschauenden, in Olympia bis zu 40.000 Menschen, noch näher an das Geschehen im Zielbereich der Wettstreite herangeführt werden.25 Da die Menschen auf den Zuschauerrängen stehend der Sonne ausgesetzt waren, wurden für deren Erfrischung umlaufende Wasserrinnen zwischen Kampfbahn und Zuschauerhügel, die in gewissen Abständen in Wasserbecken verliefen, verbaut.26 Auch für die freie Sicht der Zuschauenden auf das sportliche Spektakel war gesorgt. So wurden die Erdhügel, auf denen die Tribünen angebracht waren, absichtlich in leicht konkaver Form zu der Laufbahn gebaut, um auf diese Weise jeder Zeit freie Sicht zu garantieren. 27 Die Stadionlaufbahnen bestanden aus geglättetem Lehm und wurden mit Sand be­streut. Sie waren im antiken Griechenland lediglich von einer steinernen Schwelle an Start und Ziel, Aphesis und Terma ( siehe Abb. 2 ), begrenzt und verliefen im Gegensatz zu den Zuschauerrängen über die gesamte Distanz gerade.28

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Sphendone Stadion Delphi (Quelle: Eigene Darstellung, 2019)

Den heutigen Startblock der Laufenden stellten in der griechischen Antike die Längsrillen in der Start- sowie in der Zielschwelle dar (siehe Abb. 2). Diese konnten die Athletinnen und Athleten beim Start als Widerlager für ihre Zehen nutzen. Bei dem Wettlauf um die doppelte Stadiondistanz, dem Diaulos, starteten die Laufenden am Ziel und wendeten am eigentlichen Start, weshalb auch die Zielschwellen Längsrillen für die Zehen aufwiesen. Dadurch war das Ziel jeden Laufes, wie auch heute, an der gleichen Stelle; lediglich der Startplatz wechselte.29 Ein weiteres Erbe der antiken griechischen Stadionarchitektur ist der heutige Zugangstunnel in die Sportstätte für die Athletinnen und Athleten. Bereits im Stadion von Milet (siehe Abb. 3) durchliefen die Athletinnen und Athleten das wohl monumentalste aller Stadiontore und wurden auf diese Weise feierlich begrüßt und vorgestellt.30 Es bestand aus sieben Durchgängen, die aus zwei Reihen von je acht Säulen korinthischer Ordnung auf sechseckigen Sockeln gebildet wurden, darüber bildete sich ein auf Halbkreisbögen gestütztes Walmdach.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Stadiontor von Milet (Quelle: Zschietzschmann, 1960, S. 59)

Der dreierlei bedeutende Stadionbegriff der Antike ist in der heutigen Zeit auf eine einzige Bedeutung verengt: die Gesamtanlage einer offenen Wettkampfstätte mit ringsum einschließenden Rängen für die Zuschauenden. Vom modernen Stadionbau, wie wir ihn heute kennen, kann erst ab dem 19. Jahrhundert die Rede sein. Im Laufe der Zeit haben sich wandelnde Bedürfnisse des Sportes auf die visuelle und konstruktive Gestaltung des Stadions übertragen.31 Und dennoch entwickelte sich das moderne Großstadion aus dem Vorbild des Amphitheaters. „Spätestens mit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit aber [...] konnte die Renaissance des Stadionbaus beginnen.“32 Im ersten Olympiastadion der olympischen Spiele der Neuzeit, das 1896 in Athen wiedereröffnete Panathenäische Stadion, waren die Gegebenheiten für die Sportlerinnen und Sportler noch sehr unzureichend. Der Wiederaufbau des ehemaligen Hippodroms war mit den 333,33 Meter langen Laufbahnen und den engen, fast rechtwinkligen Kurven eher leistungshindernd als -fördernd.33 Nach drei olympischen Spielen in provisorischen Sportstätten entstand für die Spiele 1908 in London mit dem White City Stadium das erste Großstadion mit einem Fassungsvermögen von nahezu 100.000 Zuschauern und vielen sporttechnischen sowie konstruktiven Neuerungen. In den unverkleideten Stahlskelettbau waren neben der herkömmlichen Aschenbahn und dem Leichtathletikfeld auch die Radrennbahn, die Boxanlage sowie das Schwimmbecken integriert.34 Neben diesen funktionellen Modifikationen hatte das Stadion allerdings keinerlei architektonische Qualitäten und zeigte mit seinen großen räumlichen Distanzen eine deutliche Konkurrenz zwischen funktionalen und kultischen Elementen des Sportes.35 Dennoch war dies der Anfang der Multifunktionsstadien. In den darauffolgenden Jahren wurde zunehmend an der Stadionarchitektur experimentiert. Vom openhorseshoe Stadium 36 in Stockholm als erstes baukünstlerisches Stadion mit einer Schauwand, gebaut mit gotischen Stilelementen komplett aus Ziegelstein; bis hin zum Olympiastadion in Amsterdam, dass aufgrund seiner modernen Architektur die Goldmedaille in der Kategorie Architektur erhielt. Dennoch vollzog sich weltweit eine schleichende Transformation im Stadionbau durch den Übergang vom über Jahrzehnte dominierenden Leichtathletikstadion hin zum heute vorherrschenden Fußballstadion. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts intensiviert sich dieser Wandel im Zuge der Vermarktbarkeit der populärsten aller Massensportarten Fußball hin zur Multifunktionsarena. In zwei Schritten wurden das ursprüngliche Volksstadion zum Klassenstadion umgestaltet; dem Konsumverhalten entsprechend. Zunächst wurden Parkplätze, Vorfahrten, Zugänge, Gastronomie und Aufenthaltszonen der jeweiligen Klassen strikt getrennt. In einem zweiten Schritt wurde in die Stadien Mehrfachnutzungen integriert wie:

- Schließbarkeit des Daches zur wetterunabhängigen Nutzbarkeit als Mehrzweckarena
- Unterbauung der Tribünen mit sportaffinen Zusatznutzungen
- Ergänzung um Hotel- und Kongresseinrichtungen
- Vermarktung des Standorts für Produktpräsentationen.37

Die seit den 1980er Jahren wachsende Kommerzialisierung des Sportes und der damit einhergehenden Wandlung der Sportorganisationen zu kapitalistischen Wirtschaftsunternehmen führt zu einer Stadionarchitektur nach dem Prinzip der Bild- und Markenzeichen. Die Repräsentation von nationalen Symbolen oder Prestigeträchtigen Namen anhand der Stadionarchitektur wird zunehmend in Planungsausschreibungen gefordert und umgesetzt.38 Ein Ende dieser Entwicklung ist bis heute nicht zu erkennen.

Nach der modernen Definition des Stadions gelten das Amphitheater und der Circus ebenfalls als Stadion. Jedoch aufgrund der eminenten Bedeutung der Bauten und der historischen Definition des Stadions, wurden sie in dieser Arbeit nicht dem Stadion untergeordnet, sondern jeweils in einem Unterkapitel thematisiert.

2.5 Amphitheater

Das Amphitheater ist wohl, neben dem Circus- und Thermenbau, die „römischste“ der drei bedeutenden, aus der römischen Antike stammenden Sportbauten.39 Denn abgesehen von der Ableitung der Bezeichnung amphitheatrum vom griechischen α͗μφί für beide/doppelt und θέατρον für Theater, hatte es mit dem griechischen Theater nur wenig Analogien gemein, da sowohl der Bautyp wie auch die durchgeführten Veranstaltungen eine nicht-griechische Erfindungen waren.40 Durch die Zusammensetzung zweier (römischer) Theater auf einem elliptischen Grundriss entstand das Amphitheater, welches ringsum von aufsteigenden, stufenförmigen Sitzreihen (cavea) umschlossen wurde.41 Der ovale Grundriss garantierte jederzeit eine ungestörte Sicht auf das Geschehen in der Arena (harena). Ein Dach war kein Bestandteil der Amphitheater-Architektur. Um die Zuschauenden jedoch vor der Sonne zu schützen, wurden teils bewegliche Sonnensegel (velum) über den Innenraum gespannt.42

Das Amphitheater diente in den meisten Fällen als Schauplatz für Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen oder auch für aufwendige Nachstellungen von Seeschlachten, bei denen die Arena geflutet wurde.43 Eine Multifunktionalität, wie sie in den heutigen durchtechnisierten Multifunktionsarenen wiederzufinden ist. Für solche Darbietungen bedurfte es höchst komplexer Installationen wie Lift- und Hebeeinrichtungen oder auch ein unterirdisches Wegenetz, um Tiere sowie Gladiatorinnen und Gladiatoren in die Arena zu leiten.

Das erste dauerhafte Amphitheater wurde 70 v. u. Z. in der Region Kampanien, in Pompeji errichtet. Der untere Teil der Sitzreihen wurde in den Boden gegraben, der obere ruhte auf einem aufgeschütteten Erdwall, der außen von einer Stützmauer umschlossen wurde. Hierbei handelte es sich um einen nach innen gerichteten Zweckbau, der im Innenraum viele prunkvolle Elemente aufwies, nach außen hin aber lediglich ein Erdgeschoss hatte und offenbar keinen Wert auf Repräsentation legte.44 Später wurden Amphitheater als Sport- und Vergnügungsstätte in beinahe allen römischen Städten, aber auch in Gebieten Algeriens, Libyens, Marokkos, Tunesiens sowie Frankreichs und Ungarns gebaut.45 Als Vorläufer des Bautyps können lediglich provisorisch errichtete Holztribünen auf den Marktplätzen genannt werden. In Rom diente eine einfache Holzkonstruktion auf dem Forum Romanum als Schauplatz für Gladiatorenkämpfe.46 Vitruv schrieb zu der Gestaltung der Marktplätze in Italien, dass diese nicht quadratisch wie bei den Griechen angelegt werden dürften, sondern rechteckig. Ein ideales Verhältnis von Länge zu Breite sei drei zu zwei. „So nämlich wird seine Form länglich und seine Anlage für das Erfordernis der Spiele zweckmäßig sein.“47 Dieses innovative Gestaltungskonzept findet sich in den ovalen Arenen der Amphitheater wieder.

2.6 Circus

Im Gegensatz zu dem heutigen Zirkus, griechisch κίρκος für „ Kreis “, der meist mit nomadisierenden Familienunternehmen, die in kreisförmigen Manegen darstellende Kunst aufführen, assoziiert wird, entsprach der antike Circus einer langgezogenen rechteckigen Arena mit einem an einer Schmalseite eingefügten Halbkreis.48,49,50 Die Anlage diente der Durchführung von Wagenrennen, aber auch Tierhetzen, Prozessionen und Triumphzüge fanden dort statt.51 Das griechische Pendant zu der Circusanlage bildete das Hippodrom, griechisch ἵππος für „ Pferd “ und δρόμος für „ Lauf “, welches keine dauerhaften Bauten waren, sondern lediglich bei Bedarf angelegte Flächen mit zwei provisorischen Wendemarken und natürlichen Abhängen als Zuschauerränge. Die Wendemarken wurden in den römischen Bauten zu einer Mauer (s pina oder später euripus) verbunden, sodass zwei parallele Rennbahnen entstanden, welche sich im Laufe der Zeit zu einem beliebten Ort für die Präsentation der Trophäen und Statuen entwickelte (siehe Abb. 4). Ebenso befanden sich dort bei vereinzelten Rennen bewegliche hölzerne Eier (ova), die die zurückgelegten Runden der Wagenlenker angaben.52

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 Rekonstruktion des Circus Maximus (Quelle: Weber, 1989, S. 91)

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Arena waren die Starttore (carceres) für die Wagen. Jeder Wagen startete aus einer Einzelkabine, die sich an der geraden Schmalseite der Arena befanden (siehe Abb. 4). Somit war dies die einzige Seite des Circus an der die dreistöckigen Zuschauerränge, die Cavea, aussetzte. Um die Hufschläge der Pferde abzudämpfen, waren die Arenen komplett mit Sand bedeckt und für die Austragung der Rennen vollständig eben.53

Ähnlich wie bei dem Amphitheater wurden Circusse im gesamten römischen Reich gebaut, allerdings waren diese nicht in einer solchen Vielzahl vertreten, da sie aufgrund ihrer Größe und den damit verbundenen Baukosten für viele kleine Städte zu teuer waren. War eine Stadt im Besitz eines Circus´, galt diese als kulturell bedeutender Ort.

Der größte und wohl bekannteste antike Circus ist der Circus Maximus in Rom, dessen Grundstein im 7. Jh. v. u. Z. gelegt wurde. In seinem endgültigen Ausbauzustand war er etwa 600 Meter lang und 150 Meter breit und bot Platz für 250.000 bis 450.000 Personen. Damit war der Circus Maximus das größte Bauwerk der Antike und gilt heute noch als die größte Sportanlage, die jemals gebaut wurde. Seine Grundform diente bei der Errichtung des Olympiastadions in Stockholm 1912 und für große Stadien lange Zeit danach als Vorbild, bis sich schlussendlich die geeignetere Grundform des Amphitheaters durchsetzte.54

2.7 Exkurs: Der Begriff Sport

Der Begriff Sport gilt als moderner und weltweit gebräuchlicher Begriff und darf nicht mit dem zeitlichen Ursprung der Bewegungskultur gleichgesetzt werden. Aus dem Spätlateinischen abgeleitet bedeutet deportaresich vergnügen “ und wurde über das altfranzösische Wort desport in die englische Terminologie mit to sport aufgenommen. In England steht sport seit dem 19. Jh. als Bezeichnung für das Freizeitvergnügen der englischen Oberschicht, der Gentlemen. Von dort aus verbreitete er sich im Rahmen der Kolonialisierung in die gesamte Welt.55

Die Problematik des Sportbegriffs wird schnell ersichtlich, wenn es in der Sportwissenschaft und dort insbesondere in der Sportgeschichte um frühere Epochen der Menschheitsgeschichte und ihrer Bewegungskultur geht. Können die verschiedenen Formen und Ausprägungen der körperlichen Übungen, Spiele, Kämpfe und Wettkämpfe, wie sie als Teil der Erziehung, der Ausbildung, der Gesundheitspflege aber auch zur Unterhaltung und Freizeitgestaltung ausgeübt wurden, unter dem viel später entwickelten Begriff Sport zusammengefasst werden?56 Eine evidente Antwort auf diese Frage ist zu aktuellem Forschungsstand nicht möglich, bislang gibt es hier noch keinen wissenschaftlichen Konsens:

Allen Guttmann stieß mit seinem Buch „From Ritual to Record“ diese Diskussion überhaupt erst an, indem er Kategorien entwickelte, mit denen das Wesen des modernen Sportes 57 von den vormodernen Formen der Leibesübungen, Wettkämpfe und Spielen körperlicher Art abzugrenzen möglich ist. Seine sieben Charakteristika des modernen Sports (Weltlichkeit, Gleichheit, Spezialisierung, Rationalisierung, Bürokratisierung, Quantifizierung und Rekordstreben) schließen nach seiner Analyse die Formen des Sportes in den Urformen sowie in der Antike aus.58 Wolfgang Decker hingegen argumentiert in seinem Buch „Sport in der griechischen Antike“ mit dem Begriff des Sports als interkultureller Oberbegriff, der überall auf der Welt verstanden werde und deshalb auch mit Kulturen in Verbindung gebracht werden dürfe, die seiner Entstehung vorausgehen ohne des Anachronismus´ beschuldigt zu werden.59 Auch Uwe Mosebach argumentiert in seinem Buch „Sportgeschichte“ für die offene Begriffsnutzung mit der Entstehung des Sports. Aus Grundformen der Bewegung (Laufen, Springen, Hüpfen) verknüpft mit den Phänomenen des menschlichen Handelns (Kampf, Spiel, Jagd) entstand Sport. Die Phänomene sind nach Mosebach gesellschaftsübergreifend gleich und konnten in Fähigkeiten abgeleitet werden, aus denen sportliche Elemente geschaffen wurden. Im Verlauf der Geschichte wurden diese Elemente zwar unterschiedlich ausgeführt, jedoch kontinuierlich mit Techniken verfeinert und durch Regeln limitiert. Daraus etablierte sich der Wettbewerb des Sports.60

Wolfgang Behringer schreibt in seinem Buch „Kulturgeschichte des Sports“: „Versuche, zu definieren, was Sport ist, haben bisher niemanden glücklich gemacht61.“ Dem Versuch wird auch in dieser Arbeit nicht gefolgt. Der Begriff Sport wird hier fortlaufend im Kontext des modernen Sprachgebrauches verwendet. Es sollen darunter alle leibesbezogenen und kulturellen Erscheinungen der Körperübungen verstanden werden.

3. Sport im Wandel der Zeit

Von „Brot und Spiele“ zu „Bier und Fußball“

Das Ziel dieser Arbeit besteht darin zu untersuchen, welche soziokulturellen und politischen Faktoren die Entwicklungen im Sport durch die Zeit formten, ob sich diese Faktoren auch in der Sportarchitektur wiederfinden und zuletzt in der Klärung der Frage, ob diese Faktoren identifiziert werden können und inwieweit sie sich mit der sporthistorischen Entwicklung transformiert haben oder wohlmöglich konstant gelten können. In einem ersten Schritt wurden im vorangegangen Kapitel zunächst die Begriffe, mit denen diese Ausarbeitung arbeitet, definiert. Um die zugrundeliegende Forschungsfrage beantworten zu können, bedarf es nun eine Grundlage für den, im Laufe der Arbeit folgenden, Faktorenvergleich, zu schaffen. Um eine Vergleichbarkeit der häufig sowohl kulturell wie auch funktional und entstehungszeitlich differierenden Sportanlagen zu ermöglichen, bedarf es eines gründlichen Einblicks in die Sportgeschichte und in die daraus resultierenden gesellschaftlichen Funktionen des Sports. Deshalb folgt in diesem Kapitel nun eine Analyse der sporthistorischen Entwicklung. Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, fokussiert sich die Analyse auf zwei Zeitfenster, in denen es in der Sportgeschichte markante Entwicklungen gab, die zum Teil noch heute anhalten. Die Antike, griechische und römische, sowie der Sport ab dem 19. Jahrhundert werden deshalb an dieser Stelle näher erläutert und richten sich bereits nach den in Kapitel 5 ausgewählten Sportstätten anhand derer die in Kapitel 4 ausgearbeiteten Vergleichsindikatoren überprüft werden sollen. Schnell zeigt sich in der Sportgeschichte, dass die Entwicklung stets multifaktoriell beeinflusst ist und der Sport immer in die soziokulturellen und politischen gesellschaftlichen Gegebenheiten seiner jeweiligen Zeit eingebettet ist.

Der erste Blick fällt auf die griechische Antike, da den zuvor herrschenden Kulturen im Alten Orient oder im Alten Ägypten nur vereinzelnde Sportanlagen nachgewiesen werden können und deren Nutzung ohnehin ephemer war.62 Die griechische Antike gilt als die erste Epoche, die mit ihren Stadien und Theatern eine Sportarchitektur hervorbrachte, welche in ihrer Beständigkeit und ihrer Relevanz auf ewig von Dauer zu sein scheint. Von der Vielfalt und der Spezialisierung der griechischen Sportkultur zeugen auch heute noch Sportkulte und Sportgeräte63. Von ebenfalls großer Bedeutung sind die sporthistorischen Ereignisse sowie die Sportarchitektur des antiken römischen Reiches. Mit dem Circus und dem Amphitheater, erbaut vor tausenden Jahren, wurden Grundsteine für die Sportarchitektur unserer Zeit gelegt. Allerdings stellten sie auch Orte für eine neue Form des Missbrauchs dar, der Instrumentalisierung des Sports. Diese kalkulierte Instrumentalisierung wurde zum Vorbild der Nationalsozialisten im Dritten Reich. Um aber den Wandel des Sports und seiner Bedeutung, insbesondere im besagten Dritten Reich, nachvollziehen zu können, bedarf es ebenfalls einen Blick auf dessen Verbindungslinien in das Deutsche Kaiserreich sowie in die Zeit der Weimarer Republik. Mit der Sportentwicklung in der deutschen Nachkriegszeit wird die Wiederumkehr der Bedeutung des Sports und seiner Architektur mit den bis in die Gegenwart reichenden Folgen deutlich.

3.1 Griechische Antike

Auch wenn der Sport im antiken Griechenland den Untergang der Antike zunächst nicht überlebte, so spielte er in der europäischen Geistesgeschichte seit dem Humanismus und der Renaissance wieder eine bedeutsame Rolle und ist im kulturellen Bewusstsein des heutigen Menschen somit eine feste Größe.64 „Über den griechischen Sport der Antike sind wir besser informiert als über irgendeine andere Sportkultur der Alten Welt.“65

Sie wird nach Bohus in vier Epochen unterteilt; die Kretisch-mykenische Epoche (1600 bis 1200 v. u. Z.), das Archaische Zeitalter (800 bis 500 v. u. Z.), das Zeitalter der Klassik (500 bis 300 v. u. Z.) sowie die Hellenistische Epoche (336 bis 30 v. u. Z.).66

Mit der Einwanderung der kriegerisch überlegenen indogermanischen Stämme in den östlichen Mittelmeerraum und der damit einhergehenden Unterwerfung der mediterranen indigenen Bevölkerung kam es in einem Jahrhunderte lang andauernden Prozess zu einer kulturellen Verschmelzung der beiden Stämme und der Entstehung des frühen Griechentums. Eine staatliche Einheit wurde aufgrund der geographischen Verhältnisse sowie ausgeprägter Differenzen nicht gebildet.67 Durch die verschobenen Machtverhältnisse entstand eine dualistische Sozialstruktur mit einer privilegierten aristokratischen Gesellschaftsschicht, welche sich die Darstellung ihrer Vorherrschaft zu dem Hauptmerkmal ihrer Lebensform machte. Besonders im Krieg, auf der Jagd und bei festlichen Anlässen ließ sich die Überlegenheit gegenüber anderer Adligen demonstrieren.68 Forscher des 19. Jahrhunderts sahen in der Begeisterung für Wettkämpfe der Griechen den Ausdruck eines tieferen Wesens ihrer Kultur, die agonale Idee, Agon griechisch αγών für Wettkampf, also das intrinsische Verlangen, sich messen zu wollen.69 Aus diesem Konkurrenzverhalten und der militärischen Ausbildung entstanden erste fassbare Formen des Sportes in der mykenischen Zeit. Voraussetzungen für den militärischen Erfolg als Einzelkämpfer70 waren der qualifizierte Umgang mit der Waffe und dem Streitwagen, das Beherrschen des Faustkampfes sowie eine überlegene körperliche Physis.71,72 Es lässt sich ableiten, dass der Sport an die gehobene männliche Gesellschaftsschicht gebunden war und somit einen exklusiven wie auch elitären Charakter aufwies.73 Es gab verschiedenste Anlässe für sportliche Wettkämpfe. Diese konnten nach Homer74 besonders festliche Anlässe sein, zu Ehren eines Toten oder lediglich als Zeitvertreib, jedoch galten sie stets als Unterhaltung für eine Zusammenkunft von Männern.75,76 Beeinflusst wurde der Sportkult im Laufe der Kretisch-mykenische Epoche durch eine Reihe von Sportpraktiken der minoischen Kultur auf Kreta. „Im Zentrum steht dabei das akrobatische Stierspiel, bei dem ein Athlet den angreifenden Stier mit einer Art Handstandüberschlag überspringt.“77 Diese Praktik war in ihrem Ursprung ein Ritual des Fruchtbarkeitskultes. Bedeutender jedoch war der Einfluss des kretischen Tanzes, welcher ebenfalls im Rahmen religiöser Anlässe oder zu Erntefesten aufgeführt wurde. Bislang war der Sport aufgrund der militärischen Ausrichtung den Männern vorbehalten, mit dem Tanz wurden aber dem weiblichen Geschlecht der Zugang zum Sport partiell ermöglicht.78

Bereits in der mykenischen Epoche galt Olympia als Kultstätte der Götterverehrung und der Totenfeiern, zu deren Anlässe sportliche Wettkämpfe veranstaltet wurden. Somit lässt sich der Ursprung der Olympischen Spiele bis in die mykenische Epoche zurückführen, wenn auch der Sport hier als rituelle Handlung interpretiert werden muss.79

Nach erneuten Unruhen und gewaltsamen Einmärschen durch die Seevölker 80 wurden die Griechen verdrängt. Sie konnten sich den Angreifenden durch Massenflucht nach Kleinasien und Zypern entziehen.81 Es folgten vier Jahrhunderte, die als die dunklen Jahrhunderte in die Geschichte eingingen, da sie nur spärlich durch archäologische Funde aufgehellt werden konnten.82 Im 8. Jh. v. u. Z. begann durch Homers enorm prägenden Einfluss das nach ihm benannte homerische Jahrhundert, welches einen neuen kulturellen Aufschwung mit sich brachte.83 Mit den beiden Epen Ilias und Odyssee trug Homer maßgeblich zu einem vereinheitlichten Lebensgefühl und Lebensstil der archaischen Adelsgesellschaft, der Entstehung der griechischen Hochsprache sowie der allgemeinen Göttervorstellung der Griechen bei.84 Zudem berichtete er von Leichenspielen zu Ehren des im Krieg gefallenen Patroklos 85, die in folgende Disziplinen gegliedert waren: Wagenrennen, Faustkampf, Ringkampf, Lauf, Hoplomachie 86, Soloswerfen 87, Bogenschießen und Speerwerfen.88 Die siegenden Wettkämpfer wurden mit wertvollen Preisen belohnt. So erhielt der Erstplatzierte im Wagenrennen einen enormen Dreifuß89 und eine Sklavin. Alle Preise zusammengenommen stellten ein Vermögen dar, welches sowohl den Reichtum des Veranstalters wie auch die Wertschätzung für den Verstorbenen aufzeigen sollte.90 Alle Disziplinen standen noch immer in einem engen Bezug zur militärischen Fähigkeit, jedoch waren die auf den Kampf vorbereitenden Übungen ebenso förderlich für die Herausbildung einer sportlichen Form.91 Daraus entstand ein weiterer Aspekt des kulturellen Wandels: die übergeordnete Bedeutung der körperlichen Ästhetik. Im agonalen Sport konnte der adelige Herr zwar Mut und körperliche Tüchtigkeit unter Beweis stellen, im regelmäßigen Training aber formte sich der Adel zu jener männlich-kraftvollen Gestalt heraus, die als männliche Schönheit, altgriechisch καλός, gewertet wurde.92 „Der Sport wurde zum Medium der aristokratischen Selbstdarstellung.“93 Erstmals gab es einen eigenen Begriff für die Wettkämpfer: die athletaí, griechisch athleuein für um einen Preis kämpfen.94 Trotz des Wandels vom militärischen Nutzen zur Selbstdarstellung wurden die ersten Sportstätten um 700 v. u. Z. ausnahmslos in direkter Nähe von Heiligtümern der Gottheiten errichtet, an deren Feierlichkeiten Agone abgehalten wurden.95,96 Oft waren sie ein direkter Bestandteil des Heiligtums selbst, wie in Isthmia, Epidauros und insbesondere in Olympia.97 Somit lässt sich der Sport in der archaischen Epoche weiter als Bestandteil kultischer Anlässe definieren, lediglich der Grundgedanke der Disziplinen wandelte sich. Der Agon diente als Weihegabe der gesamten Kultgemeinschaft an die Gottheit, wobei der Sieg ein Geschenk der Götter war. Folglich wurden siegreichen Wettkämpfern bei kultischen Spielen sakrale Zeremonien zuteil.98 „Ihr Ruhm lebte über den Tod hinaus weiter.“99 Auch bei den Olympien in Olympia, den Pythien in Delphi, den Isthmien in Korinth sowie den Nemeen bei Nemea, die zunächst religiöse Feste mit heiligen Agonen unter dem Schutz der jeweiligen Gottheit waren, wurden die siegreichen Athleten geehrt.100 Unter den zahlreichen griechischen Festen mit sportlichen Programmen sonderten sich diese vier Agone unter dem Namen panhellenische (gesamtgriechische) Sportfeste von den lokalen anderen durch überregionale Strahlkraft ab.101 Es wurde zu Ehren bedeutsamer griechischer Göttern gekämpft: In Olympia und Nemea war dies Zeus, in Delphi Apollon, am Isthmus von Korinth Poseidon.102 Gemeinsam war den vier Austragungsorten die große Distanz zur nächstgrößeren Stadt, wodurch sie sich als Versammlungsorte für große Gruppen besonders gut eigneten.103 Auf Grund der überregionalen Anreise vieler Spitzenathleten fanden die Sportfeste nicht wie sonst üblich jährlich, sondern in einem zwei oder vier Jahresrhythmus statt.104

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1 Zeitplanung der panhellenischen Spiele im 5 Jh. v.u.Z. (Quelle: Decker, 2008, 11)

Die Tabelle „Tab. 1 Zeitplanung der panhellenischen Spiele im 5 Jh. v.u.Z. (Quelle: Decker, 2008, 11)“ zeigt, dass die vierjährigen Olympien sowie die Pythien jeweils die Hauptattraktion des Jahres waren, während die Isthmien als Nebenattraktion dieser Jahre galten. Die Nemeen fielen in die ereignislosen Zwischenjahre, welche in der griechischen Antike Olympia (Zeitspanne zwischen zwei Olympien) genannt wurden.105,106

Um eine terminliche Konkurrenz unter den Agonen zu vermeiden, nahmen die Veranstalter der jeweiligen Feste bei der Organisation Rücksicht aufeinander. Dies galt ebenfalls für die weniger bedeutsamen Feste im regionalen Raum.107

Bei allen vier großen Festen waren die Disziplinen im Wesentlichen die gleichen, was die Entwicklung des professionellen Sportlertums förderte, da alle Spitzenathleten wiederholt an unterschiedlichen Orten gegeneinander antraten. Galt der Sieg an einem Ort bereits als große Ehre und Erfolg, konnten die griechischen Athleten mit einem Sieg bei allen vier panhellenischen Spielen, ähnlich dem heutigen Grand Slam im Tennis, ihren Ruhm vervielfachen.108 „Ein Umlauf aller vier Sportfeste wurde Periode genannt, der Sieger an allen vier Orten erhielt den Ehrentitel eines Periodoniken.“109

[...]


1 vgl. Wimmer, Handbuch und Planungshilfe: Stadionbauten, 5.

2 Goethe, Italienische Reise, 27 ff.

3 In Anlehnung an den gleichnamigen Buchtitel (vgl. Künste und Kähler, Choreographie der Massen.)

4 vgl. Jeges, „Stadien sind unsere modernen Kirchen“, Abs. 1.

5 Von Gerkan, Marg & Partner Architekten; renommierte & vom IOC für ihre Sportstättenarchitektur prämierte Architekten (vgl. Maier, „Ausgezeichnete Sportstätten“, 1.)

6 vgl. Künste und Kähler, Choreographie der Massen, 8 ff.

7 Spiele in Stadien unter Ausschluss von Zuschauenden

8 vgl. Fritsch, „Geisterspiele: Ohne Fans ist Fußball nur Sport“, Z. 1.

9 vgl. Neuerburg, DOSB, und Symposium zur Nachhaltigen Entwicklung des Sports, Nachhaltiges Sportstättenmanagement, 6.

10 vgl. Bach, „Sportstätten-Management – eine Gemeinschaftsaufgabe im Sport“, Kap. 1.2.

11 Der Titel dieser Arbeit wurde als Sammelbegriff der gebauten Sportstätten genutzt.

12 vgl. Sportwissenschaft, Leitfaden für die Sportstättenentwicklungsplanung, 15.

13 Kähler und Ziemainz, Sporträume neu denken und entwickeln, 2012, 11.

14 vgl. Neuerburg, DOSB, und Symposium zur Nachhaltigen Entwicklung des Sports, Nachhaltiges Sportstättenmanagement, 33.

15 vgl. Sportwissenschaft, Leitfaden für die Sportstättenentwicklungsplanung, 15.

16 vgl. Heller, Typologien von Sportstätten, Kap. 2.1.2.

17 Sportwissenschaft, Leitfaden für die Sportstättenentwicklungsplanung, 15.

18 vgl. Kähler und Ziemainz, Sporträume neu denken und entwickeln, 2012, 11.

19 vgl. Zschietzschmann, Wettkampf- und Übungsstätten in Griechenland, 7.

20 vgl. Zschietzschmann, 7.

21 vgl. Nerdinger, Architektur und Sport, 20.

22 vgl. Swaddling und Blank-Sangmeister, Die Olympischen Spiele der Antike, 39.

23 vgl. Swaddling und Blank-Sangmeister, 39.

24 vgl. Nerdinger, Architektur und Sport, 19.

25 vgl. Decker, Sport in der griechischen Antike, 133.

26 vgl. Swaddling und Blank-Sangmeister, Die Olympischen Spiele der Antike, 41.

27 vgl. Swaddling und Blank-Sangmeister, 42.

28 vgl. Nerdinger, Architektur und Sport, 19.

29 vgl. Zschietzschmann, Wettkampf- und Übungsstätten in Griechenland, 37.

30 vgl. Zschietzschmann, 31.

31 vgl. Wimmer, Handbuch und Planungshilfe: Stadionbauten, 53.

32 „Die Zukunft ist jetzt“, Abs. 4 ff.

33 vgl. Wimmer, Handbuch und Planungshilfe: Stadionbauten, 51.

34 vgl. Wimmer, 52 ff.

35 vgl. Verspohl, Stadionbauten von der Antike bis zur Gegenwart, 166.

36 Auch bekannt unter dem deutschen Namen Hufeisen-Stadion

37 vgl. Wimmer, Handbuch und Planungshilfe: Stadionbauten, 5.

38 vgl. Verspohl, Stadionbauten von der Antike bis zur Gegenwart, 11.

39 vgl. Schiemann, „Sport und Spiele in der Antike“, Abs. 1.

40 vgl. Jäger und Hoflehner, „Das Amphitheater“, Abschn. 1.

41 vgl. Wimmer, Handbuch und Planungshilfe: Stadionbauten, 24.

42 vgl. Schiemann, „Sport und Spiele in der Antike“, Abs. 1.

43 vgl. Schiemann, Abs. 1.

44 vgl. Hönle und Henze, Römische Amphitheater und Stadien. Gladiatorenkämpfe und Circusspiele., 133.

45 vgl. Wimmer, Handbuch und Planungshilfe: Stadionbauten, 24.

46 vgl. Schiemann, „Sport und Spiele in der Antike“, Abs. 2.

47 Vitruvius und Fensterbusch, Zehn Bücher über Architektur, 207.

48 vgl. Wimmer, Handbuch und Planungshilfe: Stadionbauten, 25.

49 vgl. Pruisken und Winkler, „Zirkus“, Abs. 14.

50 vgl. Böhnke und Muntermann, „Zirkus in Deutschland“, Kap. Viele Zirkusse sind Familienbetriebe.

51 vgl. Schiemann, „Sport und Spiele in der Antike“, Abs. 1.

52 vgl. Fröhlich, „Das Forum rund um die ‚Römer‘“, Kap. 3.

53 vgl. Wimmer, Handbuch und Planungshilfe: Stadionbauten, 25.

54 vgl. Wimmer, 25 ff.

55 vgl. Behringer, Kulturgeschichte des Sports. Vom antiken Olympia bis ins 21.Jahrhundert, 11.

56 vgl. Grupe und Krüger, Einführung in die Geschichte der Leibeserziehung und des Sports: Teil 1, 11.

57 Untertitel des in die deutsche Sprache übersetzten Buches „From Ritual to Record”

58 vgl. Guttmann, From Ritual to Record, 16.

59 vgl. Decker, Sport in der griechischen Antike, 10.

60 vgl. Mosebach, Sportgeschichte, 18.

61 Behringer, Kulturgeschichte des Sports. Vom antiken Olympia bis ins 21.Jahrhundert, 13.

62 vgl. Decker, Die Wiederbelebung der Olympischen Spiele, 42:131.

63 Beispielsweise die Olympische Spiele mit Disziplinen wie Diskuswerfen, Speerwurf, Sprint und Weitsprung

64 vgl. Decker, Sport in der griechischen Antike, 9.

65 Decker, 9.

66 vgl. Bohus, Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute, 5.

67 vgl. Mosebach, Sportgeschichte, 28.

68 vgl. Bohus, Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute, 10 ff.

69 vgl. Nerdinger, Architektur und Sport, 15.

70 keine Genderform notwendig, da in der griechischen Antike keine Kämpferinnen ausgebildet wurden

71 vgl. Decker, Sport in der griechischen Antike, 19.

72 vgl. Bohus, Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute, 11.

73 vgl. Bohus, 11.

74 Gilt als frühester Dichter des Abendlandes. Weder Geburtsort noch Datum sind zweifelsfrei belegt (vgl. Irmscher, Lexikon der Antike, 241 ff.)

75 vgl. Homer, Ilias, V. 2, 771 ff.

76 vgl. Homer, V. 23, 57 ff.

77 Behringer, Kulturgeschichte des Sports. Vom antiken Olympia bis ins 21.Jahrhundert, 36.

78 vgl. Bohus, Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute, 12 ff.

79 vgl. Bohus, 13.

80 Eine zerstörungswütige Konföderation aus sechs Stämmen ungeklärter Herkunft (vgl. Irmscher, Lexikon der Antike, 512.)

81 vgl. Willmann, „Räuberbanden im Mittemeer“, Abs. 2.

82 vgl. Maran, „Licht auf ein dunkles Jahrhundert“, Abs. 6.

83 vgl. Decker, Sport in der griechischen Antike, 22.

84 vgl. Bohus, Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute, 17.

85 In der griechischen Mythologie ein Krieger Trojas; Freund und Waffenbruder von Achilles (vgl. Irmscher, Lexikon der Antike, 413.)

86 Altgriechisch für Kampf mit schweren Waffen und war ein Fechtsport mit Lanze und Schwert im Sinne der paramilitärischen Ausbildung (vgl. Pauly, Pauly’s Real-Encyclopädie der classischen Altertumswissenschaft in alphabetischer Ordnung, 63.)

87 Die Urform des heutigen Diskuswerfens (vgl. Pauly, 63.)

88 vgl. Decker, Sport in der griechischen Antike, 24.

89 Dreibeiniger Unterbau samt Kessel als wertschätzendes Geschenk (vgl. Irmscher, Lexikon der Antike, 140.)

90 vgl. Behringer, Kulturgeschichte des Sports. Vom antiken Olympia bis ins 21.Jahrhundert, 37.

91 vgl. Decker, Sport in der griechischen Antike, 26.

92 vgl. Mosebach, Sportgeschichte, 28.

93 Bohus, Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute, 18.

94 vgl. Bohus, 18.

95 vgl. Zschietzschmann, Wettkampf- und Übungsstätten in Griechenland, 12.

96 vgl. Behringer, Kulturgeschichte des Sports. Vom antiken Olympia bis ins 21. Jahrhundert, 27.

97 vgl. Zschietzschmann, Wettkampf- und Übungsstätten in Griechenland, 12.

98 vgl. Bohus, Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute, 18.

99 vgl. Bohus, 18.

100 vgl. Behringer, Kulturgeschichte des Sports. Vom antiken Olympia bis ins 21.Jahrhundert, 38.

101 vgl. Decker, Sport in der griechischen Antike, 32.

102 vgl. Behringer, Kulturgeschichte des Sports. Vom antiken Olympia bis ins 21.Jahrhundert, 38.

103 vgl. Behringer, 39.

104 vgl. Bohus, Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute, 19.

105 vgl. Decker, Die Wiederbelebung der Olympischen Spiele, 42:11.

106 vgl. Bohus, Sportgeschichte. Gesellschaft und Sport von Mykene bis heute, 19.

107 vgl. Decker, Sport in der griechischen Antike, 33.

108 vgl. Behringer, Kulturgeschichte des Sports. Vom antiken Olympia bis ins 21.Jahrhundert, 39.

109 Behringer, 39.

Ende der Leseprobe aus 95 Seiten

Details

Titel
Dynamiken des Bauwerkes Sportstätte
Untertitel
Eine historische Analyse der Reziprozität von Soziokultur und Sportarchitektur
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Sportwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
95
Katalognummer
V1014241
ISBN (eBook)
9783346406637
ISBN (Buch)
9783346406644
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sportgeschichte, Sportsoziologie, Sportarchitektur, Olympiastadion, Circus Maximus, Reichssportfeld, Olympische Spiele, München, Berlin, Antikes Rom, Griechische Antike, Stadion, Sportstätte, Sportgelegenheit, Amphitheater, Sportanlage, Turnbewegung, Sport in der Zeit des Nationalsozialismus, Wechselwirkung, Soziokultur
Arbeit zitieren
Johannes Wetzel (Autor), 2020, Dynamiken des Bauwerkes Sportstätte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1014241

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