Ziel dieser Arbeit ist es zu beleuchten, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf Führung hat. Hierzu soll zunächst aufgezeigt werden, wie Führung definiert wird. Im Anschluss soll betrachtet werden, welche Führungstheorien existieren und wie deren Gültigkeit in der aktuellen Arbeitswelt von der Literatur gesehen wird.
Insbesondere sollen traditionelle sowie neuere Führungstheorien vorgestellt werden. Anschließend sollen sowohl die wahrscheinlich größten Veränderungen im Zusammenhang mit Digitalisierung und deren Auswirkungen auf Führung dargestellt werden als auch wie Führungskräfte mit diesen umgehen können. Abschließend soll diskutiert werden, welche kritischen Sichtweisen bestehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Relevanz der Arbeit
1.2. Problemstellung und Ziel der Arbeit
2. Darstellung und Gültigkeit von Führungstheorien
2.1. Traditionelle Führungstheorien
2.1.1. Eigenschaftstheorien
2.1.2. Verhaltenstheorien
2.1.3. Situationstheorien
2.2. Neuere Führungstheorien
2.2.1. Symbolische Führung
2.2.2. Transaktionale und transformationale Führung
2.2.3. Emotionale Führung
3. Auswirkung der Digitalisierung auf Führung
3.1. Führen aus der Distanz
3.1.1. Veränderung durch Flexibilisierung der Arbeit und virtuelle Teams
3.1.2. Auswirkungen und Handlungsempfehlung bzgl. Führen aus der Distanz
3.2. Dynamische Führung
3.2.1. Veränderung durch agile Strukturen und Ambidextrie
3.2.2. Auswirkungen und Handlungsempfehlungen bzgl. Dynamische Führung
3.3. Demokratisierung der Führung
3.3.1. Veränderung durch Eigenverantwortung und flache Hierarchien
3.3.2. Auswirkungen und Handlungsempfehlungen bzgl. Demokratisierung von Führung
3.4. Diversität der Führung
3.4.1. Veränderung durch demografischen Wandel und Diversität
3.4.2. Auswirkungen und Handlungsempfehlungen bzgl. Diversität der Führung
4. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die disruptiven Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung auf die Unternehmensführung und die damit verbundenen Anforderungen an Führungskräfte. Es wird analysiert, inwieweit klassische und moderne Führungstheorien den Anforderungen einer zunehmend vernetzten, agilen und virtuellen Arbeitswelt gerecht werden und welche Handlungsempfehlungen sich daraus ableiten lassen.
- Analyse der Gültigkeit traditioneller versus neuer Führungstheorien.
- Herausforderungen durch Führen aus der Distanz und virtuelle Zusammenarbeit.
- Bedeutung agiler Strukturen und ambidextrer Organisationsformen für Führungskräfte.
- Auswirkungen der Demokratisierung und zunehmenden Diversität auf Führungsstile.
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Veränderung durch Flexibilisierung der Arbeit und virtuelle Teams
Der Einzug der Digitalisierung und deren intellektuellen, vernetzten Technologien, erlauben und zwingen Unternehmen dazu ihre Arbeitswelt flexibel zu gestalten, um im Wettbewerb mithalten zu können. Als Beispiel neuer Technologien können mobile Endgeräte, Cloud Computing oder Collaboration Tools genannt werden, die eine zunehmende Flexibilisierung der Arbeit und damit eine Entkoppelung von Mitarbeitern zu Teams, Methoden sowie Aufgaben ermöglichen. Franken (2016, S. 67-69) nennt bezüglich der Flexibilisierung die drei Determinanten Aufgabe, Arbeitszeit und Arbeitsort. Die Dynamik der Märkte und des Wettbewerbs sowie sich plötzlich auftuende Chancen und Risiken erfordern eine Flexibilisierung der Aufgaben. Dies beinhaltet, dass Mitarbeiter im Rahmen von Projekten oder sog. agilen Lieferorganisationen abwechselnd verschiedene Aufgaben, wenn nicht sogar unterschiedliche Rollen (bspw. Fachexperte, Teilprojektleiter, Product Owner) übernehmen.
Dieser Ansatz ist jedoch nicht neu, sondern im Rahmen der Arbeitsgestaltung bereits länger als „Job Rotation“ bekannt. Nerdinger et al. (2019, S. 421) definieren Job Rotation als „...eine Form der Arbeitsstrukturierung, bei der die Mitarbeiter systematisch den Arbeitsplatz oder das Aufgabenfeld wechseln“. Jedoch kann durch die Digitalisierung von einer höheren Geschwindigkeit des Aufgabenwechsels ausgegangen werden. Ähnlich des Job Rotation Ansatzes ermöglicht die Aufgabenflexibilisierung dem Mitarbeiter sich ständig weiterbilden und einer möglichen Monotonie entgegenwirken zu können (Franken, 2016, S. 68).
Daneben ermöglichen digitale Technologien die Arbeitszeit weiter zu flexibilisieren, sodass Unternehmen hierdurch noch spezifischer u.a. bei einer schwankenden Auslastung reagieren können. Gleichzeitig werden den Mitarbeitern diverse Möglichkeiten angeboten ihre persönliche Work-Life-Balance zu gestalten. Dies kann bspw. Teilzeitarbeit, Job Sharing oder Gleitzeit beinhalten (ebd.). Die neuen Technologien ermöglichen es bspw. das ein Elternteil morgens normal ins Büro geht, Mittags nach Hause fährt, um die Kinder zu betreuen und dann Abends via VPN Verbindung zum Firmennetzwerk wieder weiterarbeiten kann, wenn die Kinder schlafen. Dieses zeigt auch eine Flexibilisierung des Arbeitsortes. Bspw. wird Eltern so ermöglicht bei plötzlicher Krankheit der Kinder, von zu Hause aus zu arbeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Megatrend der Digitalisierung ein und erläutert die daraus resultierende Notwendigkeit, traditionelle Führungsmodelle in einer zunehmend komplexen und dynamischen Arbeitswelt zu hinterfragen.
2. Darstellung und Gültigkeit von Führungstheorien: Das Kapitel bietet einen Überblick über klassische Eigenschafts-, Verhaltens- und Situationstheorien sowie modernere Ansätze wie die symbolische, transformationale und emotionale Führung, wobei deren Eignung für das digitale Zeitalter kritisch geprüft wird.
3. Auswirkung der Digitalisierung auf Führung: Hier werden die Kernthemen Führen aus der Distanz, dynamische Führung, Demokratisierung sowie Diversität detailliert beleuchtet und konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis abgeleitet.
4. Diskussion: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Anforderungen an die Führungskraft der Zukunft und warnt vor den möglichen Schattenseiten, wie etwa der Entstehung destruktiver Führungsformen durch den steigenden Anpassungsdruck.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Führung, Führungstheorien, Transformationale Führung, Virtuelle Teams, Agilität, Ambidextrie, Demokratisierung, Diversität, Distanzführung, Führung 4.0, Management, Arbeitswelt der Zukunft, Organisationspsychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit den Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung auf die moderne Mitarbeiterführung auseinander.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Distanzführung, der Dynamisierung durch agile Methoden, der Demokratisierung von Führungsprozessen sowie dem Umgang mit Diversität in Teams.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu beleuchten, wie sich die Anforderungen an Führungskräfte durch den digitalen Wandel verändern und welche Führungstheorien sich zur Bewältigung dieser Herausforderungen als besonders relevant erweisen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Führungstheorien und aktueller Konzepte zur digitalen Transformation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst traditionelle und moderne Führungstheorien vorgestellt, gefolgt von einer detaillierten Analyse spezifischer Veränderungen und Handlungsempfehlungen für die Führungspraxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Besonders prägend sind Begriffe wie Führung 4.0, virtuelle Teams, transformationale Führung, Agilität und Diversität.
Was versteht die Arbeit unter dem Begriff "Dynaxität"?
Dieser Begriff beschreibt die zunehmende Beschleunigung von wirtschaftlichen Veränderungsprozessen bei gleichzeitig steigender Komplexität der anfallenden Aufgaben.
Warum wird die transformationale Führung als besonders empfohlen hervorgehoben?
Sie gilt als effektiv, um Mitarbeiter in Zeiten des Wandels zu motivieren und eine hohe Identifikation mit den Unternehmenszielen zu fördern, was bei der Führung aus der Distanz entscheidend ist.
Welche Herausforderung bringt die Demokratisierung der Führung für Vorgesetzte mit sich?
Die Abgabe von Macht und die Förderung von Eigenverantwortung erfordert ein grundlegendes Umdenken und das Vertrauen in ein positives Menschenbild (Theorie Y), um erfolgreich als Moderator und Coach zu agieren.
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- MBA, M. A. Jens Kellner (Author), 2019, Auswirkungen der Digitalisierung auf die Unternehmensführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1014361