Die Französische Revolution


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
6 Seiten

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Die Französische Revolution:

Nach 1770 hatte das französische Bürgertum das Vorbild Amerika, welches sich gegen die englischen Kolonialherren behauptet hat. Mehrere Staatstheoretiker bestärkten das Bürgertum in ihren Ansichten. Zwischen 1700 und 1770 erlebte die Landwirtschaft einen Boom der dann allerdings in eine Rezession überging. Lebensmittel wurden teurer und die Arbeitslosigkeit stieg. Das Ancien Regime stand auch kurz vorm finanziellen Ruin.

Somit gab es eine Kombination von Wirtschafts- Gesellschafts- und Herrschaftskrise Es gab daher drei Teilrevolutionen, die sich ineinander verwoben: die der Bauern, die der städtischen Unterschichten und die der Stände.

Die Lage der Bauern:

Im 18. Jahrhundert wurde die feudale Wirtschaftsweise in eine kapitalistische Organisation des Grundbesitzes umgewandelt. Die Grundherren konzentrierten den Grundbesitz und optimierten deinen wirtschaftlichen Nutzen. So wurde zum Beispiel die den Gemeindemitgliedern gehörende Flur (Allmende) von ihnen unrechtmäßig inbesitzgenommen, erweitert und schließlich verpachtet. Da sich bürgerliche wie adlige Grundherren für das Land interessierten besaßen die Bauern um 1780 nur noch ein Drittel ihres bisherigen Landes.

Dadurch bestand in manchen Gegenden die Landbevölkerung zu 60% aus Tagelöhnern und Wohnsitzlosen. Die daraus resultierende Unzufriedenheit ist abzusehen. Die Grundherren reagierten darauf mit einer um so radikaleren Anwendung ihrer grundherrschaftlichen Rechte wie beispielsweise ihrem Jagdmonopol. Die Bauern mussten den Grundherren bei ihrer Jagd als Treiber dienen, ihnen den „Zehnt“ abgeben, dem König mussten sie die „Taille“(Königssteuer) leisten hinzu kam eine Kopfsteuer, der „zwanzigste“ und etwaige Frondienste wie zum Beispiel der Wegebau für Militärtransporte. Weiterhin mussten sie auch noch abgaben an die Kirche leisten. Die Revolution der Bauern war daher eine konservative Revolution, die versuchte die vorkapitalistischen Verhältnisse wiederherzustellen.

Die Lage der städtischen Unterschichten:

Der wirtschaftliche Fortschritt mache die kleinen Ladenbesitzer und Handwerker immer ärmer, während er die Reichen immer reicher machte .Die Lebenserhaltungskosten stiegen von 1741 bis 85 um 65% während die Löhne gleich blieben. Der Brotpreis betrug 50%, bei Teuerungen 80% des Familieneinkommens. Missernten und Viehseuchen verschärften die Situation, es kam zu Aufständen und Hungerrevolten.

Die Lage des Bürgertums und des Adels:

Die Versuche der Herrschaftselite der Krise Herr zu werden mündete in einem Konflikt zwischen Reformversuchen und Restaurationspolitik. Die wirtschaftliche Notlage des Staates Durch den österreichischen Erbfolgekrieg, den siebenjährigen Krieg und die Verschwendungssucht des Hofes konnte nur durch eine Steuerreform, die die Steuerprivilegien des Adels und des Klerus angreift beseitigt werden. Diese schichten wehrten sich vehement gegen solche Reformversuche. Ihre Weigerung , auf ihre Privilegien zu verzichten dokumentierte den Machtverlust des Königs .Es gab eine zunehmende Auflösung der Ständeordnung zahlreiche Großhändler Manufakturbesitzer etc... hatten durch den Kauf von Ämtern Adelstitel erhalten. Sie kauften Landgüter und kopierten den Lebensstil des Adels Andererseits passte sich ein Teil des Adels dem Bürgertum an: es war ihm zwar verboten Handel und Gewerbe zu betreiben , allerdings war es ihm gestattet der Landwirtschaft, der Steuerpacht, dem Fernhandel und dem Bankgeschäft nachzugehen. Somit unterschied sich das adlige kaum mehr vom bürgerlichen Vermögen.1789 kam es trotzdem zum Ständekampf...

Grund dafür waren die unterschiedlichen Interessen von Hochadel, Neuadel, Landadel und Bürgertum.

Die Politische Krise:

Die Politische Krise entzündete sich an dem drohenden Staatsbankrott auf den die wachsende Verschuldung zutrieb. Eine Reihe von Reformministern hatte vergeblich versucht die Steuerprivilegien des Adels abzuschaffen, war dabei jedoch auf den Widerstand der „Parlamente“ gestoßen. Sie waren die, vor allem vom Adel besetzten obersten Gerichtshöfe des Landes. Der König wollte die Parlamente durch eine Justizreform entmachten. Diese Versuche scheiterten jedoch. l Seit 1788 nahmen die Beschwerden des 3. Standes und der Bauern zu... Wortführer waren Mirabeau und Graf Sieyès . Der gescheiterten Reform folgte die Revolution, die ihren Ursprung in den sich veränderten sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen.

Die Grundlage des Absolutismus schwindet: Entwicklung der Gesellschaftstheorien: Anfangs konnte sich der Absolutismus noch auf die Souveränitätslehre von Jean Bodin stützen. Sie besagte, dass es einen souverän im Staat gibt dem alle unterworfen sind und der sich nur vor Gott beugen muss. Daher argumentierte Bodin mit dem Gottegnadentum.

Einen anderen Kurs schlug Thomas Hobbes ein. Er argumentierte damit , dass alle Menschen böse wären, „Der Mensch ist des Menschen Wolf“ (homo homini lupus) und begründete daher zwar auch die Notwendigkeit eines Souveräns allerdings nicht auf das Gottesgnadentum sondern auf einen Unterwerfungsvertrag in dem jeder Bürger seine Freiheit zu Gunsten des vom Souverän gebotenen Schutz aufgibt.

John Locke sah die Zukunft des Staates in der Freiheit der Einzelperson und ihres Eigentumsinteresses . Er war der Stammvater des Liberalismus.

Charles de Montesquieu lernte im Ausland den Wert von Rechtsicherheit kennen und wurde zu einem Kritiker des Absolutismus. Er sah eine vollständige Teilung der Gewalten Legislative – Exekutive – Judikative und ihre gegenseitige Kontrolle vor.

Allerdings gab es in seinem Gesellschaftssystem noch keine demokratische Mitbestimmung der Bürger.

Jean Jacques Rousseau vertrat die Theorie der bürgerlichen Freiheit und Gleichheit.

Der zentrale Gedanke dabei war, dass der einzelne seinen Willen zu Besitz und Macht, der ihn unfrei macht, in freier Übereinkunft auf und erhält, entsprechend der „volonté générale“, dem „allgemeinen Willen“ seine bürgerliche Freiheit zurück. Rousseau war ein Vordenker der direkten Demokratie.

Die erste Phase der Revolution (1789-1792): Die Verwirklichung des Verfassungsstaates: Am 5. Mai 1789 sahen sich die ersten beiden Stände mit der Forderung des dritten konfrontiert nach Köpfen zu zählen und nicht mehr nach Ständen. Da ein Teil des niederen Adels und Klerus reformbereit waren musste dem dritten Stand die Mehrheit zufallen.

Am 20. Juni erklärten sie sich beim Ballhausschwur zur „Assemblée Nationale“, zur Nationalversammlung. Als sie sich auch unter Androhung von Waffengewalt weigerten sich aufzulösen gab der König auf und zog sich zurück. Damit schien er eine Souveränität der Nation neben seiner eigenen Anzuerkennen. Der Großteil der Vertreter des dritten Standes hofften die politische Umgestaltung zusammen mit dem König durchführen zu können. Nur eine sehr kleine Minderheit hatte die Abschaffung der Monarchie im Sinn. Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli stärkte das revolutionäre Bewusstsein der Volksmassen. Am 4. August verzichteten Adel und Klerus auf ihre Privilegien und die Nationalversammlung verabschiedete ihr erstes Großes Reformwerk. Sie beseitigte die Sonderrechte für Städte und Provinzen, und hob staatliche wie private Handelsmonopole und Zunftprivilegien sowie Zunftzwang auf. Die sog. Augustbeschlüsse waren nicht nur ein politisches Manöver um durch begrenzte Zugeständnisse die Bauern zu befriedigen, es war vielmehr eine Revolution des feudalen Eigentumsrechts. Wer Eigentum erwerben oder verkaufen wollte, sollte dies auch ohne Ansehen von Person oder Stand auch tun können. Um dem drohendem Staatsbankrott begegnen zu können und um die Kirche als Stütze des alten Systems zu schwächen wurden im April 1790 die Kirchengüter verstaatlicht. Die Verfassungsgebende Nationalversammlung (Konstituante) traf auch Maßnahmen zur Umgestaltung der nationalen Wirtschaftsordnung. Die Beruf- und Gewerbefreiheit wurde am 2. März 1791 eingeführt. Am 14. Juni wurden die Zusammenschlüsse von Arbeitern und die Streiks verboten. Daraus wird deutlich, dass die Konstituante die Interessen des liberalen Besitzbürgertums vertrat, keineswegs aber die Interessen des gesamten dritten Standes vertrat. Probleme waren Teuerung und Lebensmittelknappheit. Der als Hochverrat verstandene Fluchtversuch des Königs besiegelte den Bruch zwischen Nationalversammlung und König. In Frankreich gab es bereits vor der Revolution Debattierklubs. Im laufe der Revolution erlangten diese Klubs den Stellenwert von Politischen Parteien. Am einflussreichsten wurde der Jakobinerklub. Ursprünglich waren fast alle konstitutionell gesinnten Abgeordneten der NV Mitglieder des Jakobinerklubs. Die Jakobiner wurden radikaler und suchten nach dem Fluchtversuch des Königs den entgültigen Bruch mit der Monarchie. Es spalteten sich die Feuillants ab, welche die Konstitutionelle Monarchie beibehalten wollten. Die Gruppe der Girondisten waren in der Gesetzgebenden Nationalversammlung von 1791 am stärksten vertreten. Sie waren Republikaner, duldeten anfangs allerdings den König als Galionsfigur des Landes. Sie verstanden das demokratische Gleichheitssystem (egalité) als rechts- und Chancengleichheit. Zusammen mit den Jakobinern stürzten die Girondisten im September 1792 das Königtum und verkündeten die Republik. Feinde der Girondisten waren die aus den radikalen Jakobinern hervorgegangenen Montagnards, die die Rechte des verarmten Kleinbürgertums vertraten. Die Montagnards verdankten ihren Erfolg den Sansculotten. Diese waren Kleinbürger und Arbeiter, welche mit Demonstrationen und bewaffneten Auftritten den Nationalkonvent unter Druck setzten. Ihre Ziele waren unmittelbare Volksherrschaft und direkte Demokratie nach Rousseau. In den meisten ihrer Ziele stimmten sie mit dem Montagnards überein.

Die zweite Phase der Revolution(1792-1794): Die Problematik einer radikalen Demokratie: Am 25. Juli 1792 erließ der Herzog von Braunschweig ein Manifest an die Pariser Bevölkerung in dem er sie zu unbedingter Treue ihrem König gegenüber aufforderte.

Dieses Manifest war die Grundlage zur sog. „zweiten Revolution“ welche mit dem Sturm auf die Tuilerien am 10. August begann. Der König wurde aus seiner Residenz vertrieben und die Pariser Sektionen setzten den König gefangen. In den Provinzen wurden Kommunen zur Selbstverwaltung errichtet .Die NV hob die Monarchie auf und übernahm die Exekutivgewalt. Am 21. September wurde die Republik ausgerufen und die 2. Nationalversammlung (Legislative) ging auseinander um der dritten NV, dem Nationalkonvent Platz zu machen.

Im Frühjahr 1793 kam es zu einer Krise: Die Koalitionsarmeen der europäischen Monarchen hatten die junge Republik in Bedrängnis gebracht. Im Innern erschütterten Aufstände die Nation, Die Volksmassen hungerten. Angesichts der Erfolglosigkeit der Girondisten hatten die radikalen Jakobiner (Montagnards) leichtes Spiel das politische Ruder zu übernehmen.

Unterstützt wurden sie durch die Sansculotten. Montagnards und Sansculotten drängten auf die systematische Bestrafung der inneren und äußeren Feinde der Republik. Die Septembermorde 1792 und die Hinrichtung Königs Ludwig XVI (21. Januar 1793) war auf ihrem Mist gewachsen .Im März 1793 wurde als Exekutivorgan der „Wohlfahrtsausschuss“ eine Art Revolutionsregierung gebildet die zuerst von dem Montagnard-Führer Georges Jacques Danton und später von dem Montagnard-Führer Maximilien Robespierre geleitet wurde und durch die Vielzahl ihrer Befugnisse die Gewaltenteilung außer Kraft setzte.

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Details

Titel
Die Französische Revolution
Autor
Jahr
2001
Seiten
6
Katalognummer
V101457
Dateigröße
335 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Französische, Revolution
Arbeit zitieren
Christian Krebühl (Autor), 2001, Die Französische Revolution, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101457

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