Die USA und ihre Auslandsschulden. Wie entstehen sie und wer sind die Gläubiger?


Seminararbeit, 2020

22 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Entstehung von Auslandsschulden
2.1 Definition der Staats- und Auslandsverschuldung
2.2 Die Entstehung von Auslandsschulden durch Außenhandelsdefizite
2.2.1 Die Zahlungsbilanz als Wirtschaftsindikator
2.2.2 Die Gliederung der Zahlungsbilanz
2.2.3 Die Handels- und Kapitalverkehrsbilanz
2.2.4 Die Handelsbilanz der Vereinigten Staaten von Amerika
2.3 Die Entstehung von Auslandsschulden durch Staatsanleihen
2.3.1 Rating Agenturen
2.3.2 Staatsanleihen am Beispiel der USA
2.3.3 Rendite US-amerikanischer Staatsanleihen
2.3.4 Die größten ausländischen Gläubiger der USA

3 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Staats- und Auslandsschulden

Abbildung 2: Die Handels- und Kapitalverkehrsbilanz

Abbildung 3: Die Kapitalverkehrsbilanz

Abbildung 4: Wichtigste Importländer der USA 2017

Abbildung 5: Handelsbilanzsaldo der USA

Abbildung 6: Schema der Bonitätsnoten

Abbildung 7: Rendite 10-jähriger Staatsanleihen im Vergleich

Abbildung 8: Die größten ausländischen Gläubiger der USA

1 Einleitung

Der US-Präsident Donald Trump ist weltweit als polarisierende Persönlichkeit bekannt. Aufsehen erregte er in letzter Zeit mit der Androhung von Handelskriegen und der Verhängung von Strafzöllen. Insbesondere die Volksrepublik China ist immer im Visier seiner Machtspiele. Doch wie viel Einfluss besitzt Donald Trump wirklich bei seinen ausländischen Handelspartnern? Stehen die USA in einem Abhängigkeitsverhältnis zu anderen Volkswirtschaften?

In der folgenden Arbeit soll deshalb die Frage untersucht werden, was Auslandsschulden sind und wie diese entstehen. Darüber hinaus sollen deren außenpolitische Folgen thematisiert werden.

Dieser Seminararbeit liegt eine ausführliche Literaturrecherche, sowie eine Auswertung statistischer Datensätze zugrunde. Die Problematik der Literatur besteht hauptsächlich darin, dass eine Differenzierung zwischen Staats- und Auslandsschulden in der Regel nicht gegeben ist. Deshalb setzt sich diese Arbeit zusätzlich das konkrete Ziel, die Abgrenzung dieser Begrifflichkeiten vorzunehmen. Das Forschungsfeld ist so facettenreich, dass eine Fixierung auf einen Themenschwerpunkt der Beantwortung der Forschungsfrage nicht zuträglich wäre. Aufgrund dieser Erkenntnis stehen zwei Ansätze zur Auslandsverschuldung im Mittelpunkt.

Aufgrund der eben genannten Schwerpunktlegung ergibt sich das Grundgerüst dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung. Nach der grundlegenden Definition der Auslandsschulden folgen die beiden Theorien über die Entstehung der Verschuldung gegenüber ausländischen Kapitalgebern. Zum Ende der jeweiligen Abschnitte erfolgt eine Projizierung der Theorie auf das Praxisbeispiel der USA.

Das Fazit dieser wissenschaftlichen Arbeit greift erneut die Forschungsfrage auf und beantwortet diese weitreichend aufgrund der zuvor zusammengetragenen Ergebnisse.

2 Die Entstehung von Auslandsschulden

Wie bereits im Einleitungsteil angerissen, soll in diesem Abschnitt explizit eine Begriffsdefinierung- und Abgrenzung vorgenommen werden. Darauffolgend wird die erste Theorie zur Entstehung der Auslandsverschuldung, durch Defizite im Außenhandel, beleuchtet und anhand der Vereinigten Staaten von Amerika mit Praxisbezug dargelegt. Im Anschluss daran wird gleichermaßen mit dem zweiten theoretischen Ansatz verfahren.

2.1 Definition der Staats- und Auslandsverschuldung

Sobald eine Regierung mehr Geld ausgibt, als sie an Steuereinnahmen erzielen kann, wird allgemein von einem Budgetdefizit gesprochen. Die Ansammlung solcher Defizite wird als Staatsverschuldung bezeichnet.1

Weiterhin sind die Staatsschulden als Teil der öffentlichen Schulden definiert. Analog zu privater Schuldenaufnahme wird auch über die staatliche Kreditaufnahme Buch geführt. Die Höhe der Verschuldung ist aus dem Staatsschuldbuch erkennbar.2

Die absolute Staatsverschuldung zweier Länder zu vergleichen ist wenig sinnvoll, da die Kreditrückzahlungsfähigkeit im Wesentlichen von der Größe der Volkswirtschaft beeinflusst wird. Unter anderem ergibt ein gleicher Steuersatz einer größeren Volkswirtschaft höhere Steuereinnahmen. Aus diesem Grund greifen Ökonomen darauf zurück, die relative Staatsverschuldung eines Landes zu berechnen, in dem sie diese mit dem jeweiligen Bruttoinlandsprodukt in Relation setzten.3

Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Staatsverschuldung nach ihrem Ursprung zu differenzieren. Diese werden demnach entweder als interne oder externe Schulden bezeichnet. Eine interne Verschuldung kommt zustande, indem sich eine Volkswirtschaft in eigener Währung oder gegenüber Gläubigern im Inland verschuldet.4 Im Gegensatz dazu entsteht eine externe Verschuldung durch die Kreditaufnahme in fremder Währung beziehungsweise bei der Kreditbeanspruchung von ausländischen Gläubigern. Deswegen wird die externe Verschuldung allgemeingütig als Auslandsverschuldung deklariert.5

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Staats- und Auslandsschulden; Quelle: eigene Darstellung

2.2 Die Entstehung von Auslandsschulden durch Außenhandelsdefizite

Als Außenhandel wird die Interaktion außerhalb der eigenen staatlichen Grenzen bezeichnet. Im Gegensatz zum Außenhandel steht der Binnenhandel, welcher dann besteht, wenn innerstaatliche Handelsbeziehungen vorliegen. Die Summe aller grenzüberschreitenden Handelsbeziehungen wird auch Welthandel genannt.6

Der Außenhandel kann in zwei Grundformen, den Export- und den Importhandel, kategorisiert werden. Unter dem Export wird die Lieferung von Gütern und Dienstleistungen an ausländische Handelspartner verstanden. Andererseits wird der Import als Einfuhr der oben erwähnten Wirtschaftsleistungen aus ausländischen Sektoren benannt. Die Kombination dieser Grundformen ist der Transithandel, welcher zwischen drei Ländern stattfindet.7

2.2.1 Die Zahlungsbilanz als Wirtschaftsindikator

Definitorisch werden wirtschaftliche Beziehungen mit dem Ausland in einer Zahlungsbilanz festgehalten. Diese bezieht alle, in Geldeinheiten erfassten, Transaktionen zwischen dem In- und dem Ausland ein. Die Zahlungsbilanz besteht aus unterschiedlichen Teilbilanzen. Ein Beispiel für eine solche Teilbilanz ist unter anderem die Handelsbilanz, welche Warenexporte und Warenimporte dokumentiert. Eine weitere Teilbilanz ist die Dienstleistungsbilanz, die die „nicht greifbaren“ Exporte und Importe umfasst. Darunter fallen beispielsweise Patente und Lizenzen. Des Weiteren ist die Kapitalbilanz ein wichtiger Faktor der Bilanzierung. Diese beinhaltet den Kapitalverkehr in Form von Direktinvestitionen, Wertpapieranlagen und Kreditaufnahme. Außerdem führt die Kapitalbilanz die Zu- oder Abnahme der Währungsreserven (Devisen- und Goldbestände) auf.8

2.2.2 Die Gliederung der Zahlungsbilanz

Ähnlich wie in der Betriebswirtschaftslehre wird jeder Vorgang in den einzelnen Teilbilanzen nach dem Prinzip der doppelten Buchführung gehandhabt. Es findet demnach eine Buchung und die dazugehörige Gegenbuchung statt. Dies hat zur Folge, dass die Bilanz stets ausgeglichen ist.9

2.2.3 Die Handels- und Kapitalverkehrsbilanz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die Handelsbilanz; Quelle: Manning (2013), S.11

Wie aus der Abbildung 2 ersichtlich wird, sind die Warenexporte auf der Aktivseite auffindbar und die Warenimporte auf der gegenüberliegenden Passivseite. Basierend auf dem generellen Buchungsgrundsatz, muss die Gesamtsumme aller Exporte auf der Aktivseite des Handelsbilanzkontos erscheinen. Dies ist der Fall, weil Exporte zu Zahlungseingängen führen oder führen könnten. Bei den Importen hingegen entstehen Mittelabflüsse, die auf der rechten Passivseite auftreten. Sollten die Exporte und Importe einer Volkswirtschaft nicht übereinstimmten, so lässt sich aussagen, dass ein Export- beziehungsweise Importüberschuss vorliegt. In der oben aufgeführten Abbildung wird demnach eine aktive Handelsbilanz dargestellt.10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung. 3: Die Kapitalverkehrsbilanz; Quelle: Maenning, (2013), S.11

Die Gegenbuchungen erfolgen zwangsläufig auf dem Kapitalverkehrskonto. Je nach Ablauf des Exportgeschäfts, können Exporteure kurz- oder langfristige Forderungen erwerben oder ihre Verbindlichkeiten mindern. Zum einen ist es möglich, dass der ausländische Käufer direkt oder kurzfristig in ausländischer Währung zahlt. Dadurch besitzt der Exporteur sogenannte Devisen, das heißt fällige Forderungen in Fremdwährung. Sollte er diese Devisen nicht in inländische Währung eintauschen, betreibt er aus Sicht des Inlands Kapitalexport, denn er hat Forderungen bei ausländischen Händlern erworben. Dies gilt auch, wenn der Exporteur seinem ausländischen Abnehmer einen langwierigen Lieferantenkredit zur Verfügung stellt. Bei beiden Szenarien kommt es zu einer Darlehensvergabe an das Ausland. Demnach ist es sinnvoll, die Gegenbuchung auf der Passivseite des Kapitalverkehrskontos zu vollziehen.11

Die Ausführungen zu den Exporten gelten genau umgekehrt auch für die Importe. Wenn ausländische Lieferanten auf die Transferierung ihnen zustehender Beträge verzichten, importiert das Inland sowohl Waren als auch Kredite.12

Bei der aufgeführten Kapitalverkehrsbilanz übersteigen die Warenexporte die Warenimporte um 200 Geldeinheiten. Es kommt daher zu einer Passivierung der Kapitalverkehrsbilanz in Höhe von 200. Dieser Passivsaldo ist gleich dem Aktivsaldo der Handelsbilanz.13

2.2.4 Die Handelsbilanz der Vereinigten Staaten von Amerika

Aus der Abbildung 4 wird ersichtlich, dass die Volksrepublik China der größte Importeur der USA ist.

Um die wirtschaftliche Abhängigkeit von China zu reduzieren, erzeugt die USA Handelsbarrieren in Form von Strafzöllen auf chinesische Importgüter. Die erste Zollerhöhung, die durch den Präsidenten Donald Trump in die Wege geleitet wurde, fand 2018 statt. Jedoch führten diese Zollmaßahmen nicht zu den gewünschten Resultaten. Anfang 2019 stiegen die US-amerikanischen Importe aus China sogar um sieben Prozent an, wohingegen die Exporte der USA nach China um acht Prozent einbrachen. Das Außenhandelsdefizit der Vereinigten Staaten ist infolgedessen gestiegen. Nach Schätzung der New Yorker Federal Reserve Bank, müssen Privathaushalte in den USA durchschnittlich 620 US-Dollar mehr auf chinesische Güter zahlen.14

Die beiden Volkswirtschaften Mexiko und Kanada rangieren auf Platz zwei und drei hinter China.

Ein ausschlaggebender Grund für den hohen Handelsverkehr zwischen den drei Ländern (USA, Kanada und Mexiko) ist das sogenannte NAFTA-Abkommen, welches 1994 in Kraft trat. Nach der Einführung und der dadurch erschaffenen Freihandelszone vervierfachte sich das US-Handelsvolumen mit den beiden Nachbarstaaten. Von diesem Handelsabkommen sind knapp 500 Millionen Menschen betroffen und es deckt ein Gebiet mit einer Wirtschaftsleistung von circa 23 Billionen US-Dollar ab. Donald Trump jedoch kritisierte dieses Abkommen aufgrund der negativen Auswirkungen auf die US-amerikanische Handelsbilanz. In der Folge setzte sich der US-Präsident durch und es kam zu einer Neuverhandlung des NAFTA-Abkommens. Einer der Streitpunkte war, dass Kanada seine Milchbauern mit hohen Zöllen schützte. Das neue Handelsabkommen „United States Mexico Canada Agreement“ (USMCA) sieht vor, dass US-Landwirte einen besseren Zugang zum kanadischen Milchmarkt erhalten.15

Danach folgt Japan auf Platz vier der wichtigsten Importländer der USA. Diese Platzierung hängt vor allem damit zusammen, dass Japan durch Einfuhren innerhalb der Automobilindustrie für enorme Handelsdefizite der USA gesorgt hat. Aus diesem Grund drohte Donald Trump Japans Autoindustrie mit der Erhebung eines Importzolls in Höhe von 25 Prozent. Japan jedoch ist den USA bei derartigen Handelsstreitigkeiten leicht überlegen. Grund dafür sind strategische und handelspolitische Maßnahmen. Diese umfassen unter anderem den Aufbau von Freihandelszonen mit wirtschaftlichen Konkurrenten der Vereinigten Staaten.16

Aufgrund der oben thematisierten protektionistischen Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten, ist davon auszugehen, dass der Handel zwischen Konkurrenten der USA weiter ausgebaut werden wird. Die Folge ist beispielsweise der Rückgang deutscher Investitionen gegenüber den USA und die Unterzeichnung des sogenannten JEFTA-Abkommens, welches einen Ausbau des Handelsvolumens zwischen der Europäischen Union und Japan fördert. Daraus lässt sich ableiten, dass die Position aller wirtschaftlichen Handelspartner der Vereinigten Staaten gestärkt wird, wohingegen die Wirtschaftsleistung der USA an Relevanz verlieren wird.17

[...]


1 Vgl. Mankiw/Taylor (2008), S.653.

2 Vgl. Piekenbrock (2009), S.412.

3 Vgl. Burda/Wyplosz (2018), S.430.

4 Vgl. Burth/Gnädiger (o.D.).

5 Vgl. Burth/Gnädiger (o.D.).

6 Vgl. Büther (2017), S. 1.

7 Vgl. Ebd. S.2.

8 Vgl. Ebd. S. 5-6.

9 Vgl. Maenning (2013), S.9.

10 Vgl. Maenning (2017), S.11.

11 Vgl. Ebd.

12 Vgl. ebd.

13 Vgl. ebd. S. 11-12.

14 Vgl. Bastian, Holzki, Hoppe, Hua, Kort, Koch (2019).

15 Vgl. Tagesspiegel (2018).

16 Vgl. Kölling (2019).

17 Vgl. Volpert (2018).

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Die USA und ihre Auslandsschulden. Wie entstehen sie und wer sind die Gläubiger?
Hochschule
Hochschule Hamm-Lippstadt
Note
1,7
Autoren
Jahr
2020
Seiten
22
Katalognummer
V1014807
ISBN (eBook)
9783346396358
ISBN (Buch)
9783346396365
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auslandsschulden, gläubiger
Arbeit zitieren
Pascal Kreylos (Autor:in)John-Marcel Kremin (Autor:in), 2020, Die USA und ihre Auslandsschulden. Wie entstehen sie und wer sind die Gläubiger?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1014807

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