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Deutsche Erinnerungskultur und die AfD. Historisch/gesellschaftliches Verständnisses der AfD

Title: Deutsche Erinnerungskultur und die AfD. Historisch/gesellschaftliches Verständnisses der AfD

Academic Paper , 2018 , 73 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Falco Freithal (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Diese Arbeit befasst sich mit der Einstellung der AfD zur Geschichte, insbesondere der deutschen. Es wird untersucht, ob die AfD etwas grundsätzlich Neues mit ihrer Auffassung und ihren Aussagen fordert oder ob die Sichtweisen, vor allem der hochrangigen AfD Politiker, doch in eine Tradition und die Standards einer Erinnerungskultur einzuordnen sind.

Als theoretischer Überbau der Abhandlung dient die Untersuchung des Themenfeldes der Erinnerung und der Erinnerungskultur. Es ist wichtig zu definieren, was die Begrifflichkeiten im Themenkomplex 'Erinnerung' beinhalten, und was die Geschichtsforschung als maßgeblich für Erinnerung ansieht. Daraufhin folgend werden diese Betrachtungen auf die Aspekte des kulturellen Gedächtnisses und Unterpunkten, wie dem Problem der deutschen Erinnerungskultur erweitert.

Im darauffolgenden Abschnitt wird die AfD genauer vorgestellt. Es folgt ein darstellender Teil der zeigen soll mit welchen Motiven die Partei gegründet wurde und sich im Laufe der Jahre verändert hat. Des Weiteren wird das Selbstverständnis der Partei, anhand von Forschungsliteratur, umrissen, was zum Hauptteil dieser Arbeit führen soll. In diesem werden Reden von zwei der führenden AfD Politiker, Alexander Gauland und Björn Höcke, im Hinblick auf deren historisches Verständnis und damit stellvertretend für die AfD, analysiert.

Seit den frühen Tagen der Gründung vertritt die AfD politisch und kulturell einen Kurs, der versucht mit allem, was etabliert ist, zu brechen. Als Euro- und europaskeptische Partei gegründet, bildete sich schnell ein breiteres klareres Profil der AfD heraus. Mit dem 'Problem' der Ströme von Zuwanderern, vor allem aus dem Nahen Osten im Jahr 2015, schärfte die AfD endgültig ihr aktuelles Profil als "Antimigrationspartei". Eine der Befürchtungen im Zuge dieser neuen Ausnahmesituation: Sorge um die nationale Identität Deutschlands.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Erinnerung und Erinnerungskultur

2.1. Begriffsdefinitionen

2.2. Erinnerungskultur und kollektives Gedächtnis

2.3. Warum erinnern? Warum Erinnerungskultur?

2.4. Nation und Erinnerung

2.5.Das ‚Problem’ der deutschen Erinnerungskultur

2.6. Erinnern und Vergessen

3.Die AfD – Alternative für Deutschland

3.1.Geschichte der AfD

3.2.Das Selbstverständnis der AfD

3.2.1.Die Vertreter des Volkes

3.2.2.Beziehung zur Erinnerungskultur und Geschichte

3.2.3.Die politische und kulturelle Arbeit der AfD in den Landtagen

4.Deutsche Erinnerungskultur und die AfD

4.1. Geschichtliches Verständnis und historische Bezüge/Vergleiche

4.1.1. Geschichtliches Verständnis und historische Bezüge/Vergleiche - Alexander Gauland

4.1.2. Geschichtliches Verständnis und historische Bezüge/Vergleiche - Björn Höcke

4.2. Die deutsche Nation/ Der deutsche Staat und das Volk

4.2.1. Die deutsche Nation/ Der deutsche Staat und das Volk - Alexander Gauland

4.2.2. Die deutsche Nation/ Der deutsche Staat und das Volk - Björn Höcke

4.3. Die deutsche Erinnerungskultur und Symbolik und die Teilhabe

4.3.1. Die deutsche Erinnerungskultur und Symbolik und die Teilhabe - Alexander Gauland

4.3.2. Die deutsche Erinnerungskultur und Symbolik und die Teilhabe - Björn Hocke

4.4. Deutschland zwischen anderen Kulturen und Weltsichten

4.4.1. Deutschland und Europa zwischen anderen Kulturen und Weltsichten - Alexander Gauland

4.4.2. Deutschland und Europa zwischen anderen Kulturen und Weltsichten - Björn Höcke

5.Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das geschichtspolitische Verständnis der Partei Alternative für Deutschland (AfD) vor dem Hintergrund der deutschen Erinnerungskultur. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die AfD durch ihre Deutungen und Aussagen eine grundsätzliche Abkehr von etablierten geschichtskulturellen Konsensen fordert oder ob sich ihre Sichtweisen in bestehende Traditionen einordnen lassen.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen von Erinnerung und kollektivem Gedächtnis
  • Untersuchung der historischen Narrative führender AfD-Politiker (Gauland, Höcke)
  • Vergleich von geschichtspolitischen Ansätzen der Partei mit dem deutschen Erinnerungskonsens
  • Bewertung der Rolle von Nation, Identität und Kultur im geschichtspolitischen Diskurs der AfD
  • Kritische Analyse von geschichtsrevisionistischen Tendenzen und Vergleichen

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Geschichtliches Verständnis und historische Bezüge/Vergleiche - Alexander Gauland

„Sie sehen, historische Vergleiche werden in diesem Land mit der Höchststrafe geahndet.“

Diese Aussage Alexander Gaulands zeigt, ohne den genauen Kontext erst einmal aufzuwerfen, dass es seiner Ansicht nach ein Problem der Deutschen mit deren eigenen Geschichte und geschichtsinterner Bezugspunkte in dieser gibt.

Doch was steckt dahinter, wie kommt er zu diesem Schluss? In welchem historisch geformten Deutschland verortet sich Gauland? Das Zitat „Wieder verkommt ein Land, weil seine Führung verbohrt einer Zerstörerischen Ideologie folgt.“ zeigt durch das Wort ‚wieder’, dass Gauland einen historischen Vergleich aufbauen will. Dieser Vergleich bezieht sich auf die Endphase der DDR einerseits und auf das dritte Reich andererseits. Mit dieser zerstörerischen Ideologie ist nicht nur eine rein politische gemeint, sondern auch der damit verbundenen historischen Aufarbeitung vieler verschiedener Themen. Ein Beispiel dafür ist folgendes: „Und, liebe Freunde, der Sozialdemokrat Helmut Schmidt in Wehrmachtsuniform gehört zu uns und wenn die große sozialdemokratische Partei zulässt, dass eine wildgewordene CDU Verteidigungsministerin Helmut Schmidt entsorgt, dann stehen wir auf. ER ist ein patriotischer Deutscher gewesen.“

Hier wird deutlich gemacht, dass eine Person moralisch nicht hinterfragt wird, solang sie gewisse Dienste für die Nation geleistet hat. Ob die Person Helmut Schmidt generell zu hinterfragen ist, ist hierbei zweitrangig. Vielmehr geht es darum herauszustellen, dass Schmidt von einem Politikerklientel hinterfragt oder gar verleugnet wird. Die AfD positioniert sich in dieser Situation als Retter des historischen Stellenwerts dieser Person dar. Es wird sich durch und durch mit dieser Person und all seinen Taten identifiziert.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage und Relevanz der Untersuchung des geschichtspolitischen Kurses der AfD innerhalb der deutschen Erinnerungskultur dar.

2. Erinnerung und Erinnerungskultur: Dieser Abschnitt legt den theoretischen Rahmen zu Begriffen wie kollektives Gedächtnis, Nation und der Bedeutung der Erinnerungskultur fest.

3.Die AfD – Alternative für Deutschland: Das Kapitel bietet einen Überblick zur Entwicklung, zum Selbstverständnis und zur politischen Arbeit der AfD sowie ihrer Haltung zu Geschichte und Erinnerung.

4.Deutsche Erinnerungskultur und die AfD: Hier erfolgt die Kernanalyse, in der Reden von Alexander Gauland und Björn Höcke in vier thematischen Unterkategorien untersucht werden.

5.Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet, inwieweit die AfD ein geschichtsrevisionistisches Bestreben oder einen bewussten Gegenpol zur aktuellen deutschen Erinnerungskultur darstellt.

Schlüsselwörter

AfD, Erinnerungskultur, Deutsche Geschichte, Alexander Gauland, Björn Höcke, Nationalsozialismus, Kollektives Gedächtnis, Identität, Nation, Geschichtsrevisionismus, Patriotismus, Erinnerungspolitik, Vergangenheitsbewältigung, Deutungsmacht, Holocaust.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Einstellung und den Umgang der Partei Alternative für Deutschland (AfD) mit der deutschen Geschichte und der etablierten deutschen Erinnerungskultur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion von nationaler Identität, dem Verhältnis von Volk und Staat, der Rolle des Patriotismus sowie der Interpretation historischer Ereignisse durch AfD-Politiker.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist herauszufinden, ob die AfD mit ihren geschichtspolitischen Forderungen lediglich einen neuen Akzent setzen möchte oder ob sie eine grundsätzliche Abkehr von den geltenden Standards der deutschen Geschichtskultur anstrebt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Untersuchung, die durch eine diskursanalytische Betrachtung von Parteiprogrammen, Reden und öffentlichen Aussagen führender AfD-Politiker ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden gezielt historische Aussagen und Vergleiche der beiden Spitzenpolitiker Alexander Gauland und Björn Höcke analysiert und in den erinnerungskulturellen Kontext eingeordnet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Erinnerungskultur, AfD, Geschichtsrevisionismus, Identität und deutsche Geschichte.

Welche Rolle spielt die „Vogelschiss-Rede“ von Alexander Gauland?

Sie dient als ein zentrales Beispiel für die Art und Weise, wie die AfD die Einzigartigkeit der Verbrechen des Nationalsozialismus relativiert, indem sie diese als untergeordnete Ereignisse in einer langen deutschen Geschichte darstellt.

Wie bewertet Björn Höcke das deutsche Erinnern an den Holocaust?

Höcke sieht darin eine Form der „Schuldneurose“ oder „kollektiven Autoaggressivität“, die die deutsche Identität lähme, und fordert stattdessen eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“, die sich stärker auf positive historische Identitätsmomente konzentriert.

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Details

Title
Deutsche Erinnerungskultur und die AfD. Historisch/gesellschaftliches Verständnisses der AfD
College
University of Kassel
Grade
1,3
Author
Falco Freithal (Author)
Publication Year
2018
Pages
73
Catalog Number
V1014843
ISBN (eBook)
9783346414755
ISBN (Book)
9783346414762
Language
German
Tags
AfD Geschichte Erinnerung geschichtskultur kultur nationalsozialismus geschichtsrevision Höcke Gauland Alternative Erinnerungskultur erinnern Konsens Gesellschaft Holocaust Gedenken 2. Weltkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Falco Freithal (Author), 2018, Deutsche Erinnerungskultur und die AfD. Historisch/gesellschaftliches Verständnisses der AfD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1014843
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