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Phänomenologie aus der Perspektive der Critical Race Studies und Queer Theorie. Gedanken zu Sara Ahmeds Werken

Title: Phänomenologie aus der Perspektive der Critical Race Studies und Queer Theorie. Gedanken zu Sara Ahmeds Werken

Seminar Paper , 2020 , 16 Pages , Grade: 1

Autor:in: Josef Muehlbauer (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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Diese Arbeit untersucht, inwiefern Sara Ahmed postkoloniale und queer-feministische Ansätze mit der Phänomenologie verbindet. Um diese Frage zu beantworten, wird zunächst auf die Ursprünge der Phänomenologie zurückgegangen. Es wird demnach versucht, Edmund Husserls Ansätze ein Stück weit zu rekonstruieren. Anschließend werden die zentralen Aspekte von Ahmeds Werken aus der Perspektive der Trias folgender Denkschulen dargestellt: Critical Race Studies, Queerfeminismus und Phänomenologie.

Sara Ahmed, Professorin für 'Race and Cultural Studies', hat ihre Professur aus Protest gegen die zaghaften Maßnahmen gegen sexual Harassment an ihrer Universität zurücklegt und verbindet nicht nur postkoloniale, radikal-feministische und phänomenologische Ansätze, sondern bringt eine weitere Dimension hinein – nämlich ein Verständnis von Phänomenologie als politischem Aktivismus.

Mit Aktivismus ist hier eine intellektuelle Haltung gemeint, die sich nicht nur mit inhaltlichen Überlegungen zur Verkörperung, zu Emotionen, zu Rassismus sowie zu institutioneller Unterdrückung auseinandersetzt, sondern mit Einsichten die in einem praktischen und alltäglichen Sinn auch wirksam werden können. Es geht also nicht nur darum die Welt, wie sie ist, deskriptiv zu beschreiben, sondern die Welt, wie sie sein könnte (Möglichkeit des Da-Seins), zu denken.

Sara Ahmed kann somit als 'akademische Aktivistin' bezeichnet werden. Weil Ahmed ihre Professur, also ein Teil ihrer Privilegien abgegeben hat. Somit hat sie die Theorie mit der Praxis verbunden. Weil sie einen wichtigen Horizont für die Politikwissenschaft und Philosophie durch ihre postkoloniale, queere und phänomenologische Herangehensweise ermöglicht, sollen in dieser Arbeit einige einführende Gedanken zu ihren Werken dargeboten werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemdarstellung

1.1 Fragestellung und methodologische Vorgehensweise

2. Theoretisch-philosophischer Zugang zur Phänomenologie

3. Sara Ahmeds Phänomenologie

3.1 Critical race studies

3.2 Queerfeminismus

4. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Sara Ahmed phänomenologische Konzepte produktiv mit postkolonialen Theorien und dem Queerfeminismus verknüpft, um gesellschaftliche Machtverhältnisse und Verkörperungen kritisch zu analysieren. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich die Verbindung dieser theoretischen Ansätze methodisch fruchtbar machen lässt, um als „akademische Aktivistin“ die Welt nicht nur zu beschreiben, sondern ihr Potenzial zur Veränderung zu denken.

  • Phänomenologische Grundlagen nach Edmund Husserl
  • Verkörperung, Leib und das „In-der-Welt-sein“
  • Critical Race Studies und die Konstruktion von „Weißsein“
  • Queer-Theorie und die phänomenologische Desorientierung
  • Politische Wirksamkeit von Theorie und aktivistischer Praxis

Auszug aus dem Buch

3.1 Critical Race Studies

Critical Race Studies oder Critical Race Theory (CRT) begann als Bewegung in den 1980er in den US-Universitäten der Rechtswissenschaften. Mit dem Adjektiv „kritisch“ wird gezeigt, dass sich diese Studienrichtung auf spezifische Macht- und Herrschaftsverhältnisse der Gesellschaft fokussiert und diese kritisch reflektiert. Die Wurzeln dieser Richtung können daher nicht nur in den kritischen Theorien (Marxismus…), sondern auch in den queeren bzw. postkolonialen Theorien gefunden werden. Das vernetzte Denken von Ungleichheitskategorien wie race, class und gender begann mit der schwarzen US-Amerikanischen Juristin Kimberlé W. Crenshaw (1989) und wird in den Sozialwissenschaften auch „Intersektionalität“ genannt. Aufbauend auf dieser bestehenden Literatur und in Verbindung mit Husserls Phänomenologie versucht Sara Ahmed den theoretischen Zugang der Critical Race Studies zu erweitern.

In ihrem Werk Thinking Through the Skin von 2001 zeigt sie schon auf den ersten Seiten wie sie die phänomenologische Blickweise auf Körper und Leib verwendet um gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse, ausgedrückt in race, class und gender aufzudecken, zu dekonstruieren und zu theoretisieren. Sie formuliert es folgendermaßen:

„This book takes the „skin“ not only as its object, but as a point of departure for a different way of thinking. We seek to think about the skin, but also to think with or through the skin. Such an approach engenders a way of thinking that attends to the forms and folds of living skin at the same time as it takes the shape of such skin, as it forms and re-forms, unfolds and refolds” (Ahmed/Stacey 2001: 1).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Problemdarstellung: Dieses Kapitel führt in die phänomenologische Tradition ein und umreißt das Forschungsvorhaben, Sara Ahmeds aktivistische Ansätze mit phänomenologischen Methoden zu verknüpfen.

1.1 Fragestellung und methodologische Vorgehensweise: Hier wird die zentrale Forschungsfrage zur Verbindung von postkolonialen und queerfeministischen Ansätzen mit der Phänomenologie definiert und der Aufbau der Arbeit skizziert.

2. Theoretisch-philosophischer Zugang zur Phänomenologie: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der husserlschen Phänomenologie, insbesondere Begriffe wie Leib, Körper, Epoché und eidetische Reduktion.

3. Sara Ahmeds Phänomenologie: Dieser Abschnitt überträgt phänomenologische Konzepte auf Ahmeds Werk und bereitet die inhaltliche Auseinandersetzung vor.

3.1 Critical race studies: Die Untersuchung fokussiert sich auf die kritische Analyse von „Weißsein“ als Erfahrungskategorie und deren Rolle bei der Strukturierung von Körpern im sozialen Raum.

3.2 Queerfeminismus: Hier wird analysiert, wie Konzepte der Orientierung und Desorientierung genutzt werden, um soziale Normen und Sexualität kritisch zu hinterfragen.

4. Conclusio: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei die Bedeutung der phänomenologischen Methode für die Kritik von Macht- und Herrschaftsstrukturen hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Phänomenologie, Sara Ahmed, Critical Race Studies, Queerfeminismus, Verkörperung, In-der-Welt-sein, Orientierung, Machtverhältnisse, Intersektionalität, Epoché, Rassismus, Sexualität, Diskurs, Leiblichkeit, Postkolonialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung phänomenologischer Methoden, wie sie von Edmund Husserl begründet wurden, auf die Werke der Theoretikerin Sara Ahmed unter Berücksichtigung von Critical Race Studies und Queer-Theorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Analyse von Körpererfahrungen, die soziale Konstruktion von Kategorien wie race und gender sowie die Frage, wie Phänomenologie als Form des politischen Aktivismus fungieren kann.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern Sara Ahmed durch ihre postkolonialen und queerfeministischen Ansätze die phänomenologische Tradition erweitert und für die Analyse gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse fruchtbar macht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die phänomenologische Methode der „Ausklammerung“ und „Einklammerung“ (Epoché), um alltägliche Vorannahmen und tief verwurzelte Machtstrukturen kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Rekonstruktion der husserlschen Grundlagen sowie eine detaillierte Anwendung dieser Konzepte auf die Themenfelder Critical Race Studies und Queerfeminismus bei Sara Ahmed.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Phänomenologie, Verkörperung, Orientierung, Intersektionalität, Weißsein, Queer-Theorie und Machtstrukturen.

Wie definiert Sara Ahmed das „Weißsein“ phänomenologisch?

Ahmed betrachtet Weißsein nicht als ontologische Gegebenheit, sondern als eine laufende Erfahrungskategorie und Orientierung, die Körper in spezifische Richtungen lenkt und Machtprivilegien reproduziert.

Welche Rolle spielt die „Desorientierung“ in der Queer-Theorie bei Ahmed?

Desorientierung wird als Moment der phänomenologischen Reflexion genutzt, um festgelegte soziale Normen und die Ausrichtung auf das heterosexuelle „normale“ Leben zu hinterfragen und zu unterbrechen.

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Details

Title
Phänomenologie aus der Perspektive der Critical Race Studies und Queer Theorie. Gedanken zu Sara Ahmeds Werken
College
University of Vienna  (Institut für Philosophie)
Course
Die Phänomenologie Edmund Husserls
Grade
1
Author
Josef Muehlbauer (Author)
Publication Year
2020
Pages
16
Catalog Number
V1014844
ISBN (eBook)
9783346414731
ISBN (Book)
9783346414748
Language
German
Tags
#phänomenologie #husserl ahmed saraahmed queerfeminismus queerphenomenology
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josef Muehlbauer (Author), 2020, Phänomenologie aus der Perspektive der Critical Race Studies und Queer Theorie. Gedanken zu Sara Ahmeds Werken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1014844
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