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Theorie der Finanzintermediäre

Title: Theorie der Finanzintermediäre

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sandra Steinbüchel (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Zu den Aktivitäten der Banken gehören sowohl die Kreditvergabe (Aktivseite ihrer Bilanz) als auch die Bereitstellung von Liquidität im Bedarfsfall für die Sparer, die ihre Einlage zurückfordern (Passivseite).
Wie Diamond und Dybvig (1983) in ihrem Modell gezeigt haben, besteht grundsätzlich jederzeit die Gefahr eines Bankruns, da Banken langfristig illiquide Kredite über kurzfristig abrufbare Depositen finanzieren. Wenn der Liquiditätsbedarf der Sparer zu einem ungünstigen Zeitpunkt entsteht, könnte die Bank gezwungen sein, relativ illiquide Vermögensgegenstände kurzfristig veräußern zu müssen. Die Aussicht hierauf, in Verbindung mit der sequentiellen Bedienung der Sparer kann zu einem Bankrun führen und die Bankaktivitäten weiter durcheinander bringen.
Diamond und Rajan (2001) zeigen, dass eine solch anfällige Kapitalstruktur für eine Bank trotzdem sinnvoll ist, weil dadurch Liquidität auf beiden Seiten der Bankbilanz geschaffen wird. Banken verfügen als Finanzintermediäre über spezielle Fähigkeiten beim Einzug von Kreditrückzahlungen und können illiquide Vermögensgegenstände wie Kredite in liquidere Vermögensgegenstände wie Sichteinlagen transformieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

1.1 Abgrenzung des Themas

1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

2 Das Modell von Diamond und Rajan (2001)

2.1 Rahmen

2.2 Annahmen

2.2.1 Projekte und Finanzierung

2.2.2 Relationship-Lending

2.2.3 Begrenzte Möglichkeit zur Verpflichtung (Limited Commitment)

2.2.4 Liquiditätsschock und Konsequenzen der Illiquidität

2.3 Funktionsweise

2.3.1 Optimale Verträge

2.3.2 Finanzintermediation

2.3.2.1 Disziplinierung der Bank durch eine anfällige Kapitalstruktur

2.3.2.2 Der Depositenvertrag

2.3.2.3 Verhandlungen mit der Bank und mögliche Ergebnisse

2.3.2.4 Bedingungen zur Lösung des Problems der Illiquidität sowie Schaffung von Liquidität über zwei Perioden

2.4 Zusammenfassung der Ergebnisse

3 Kritische Auseinandersetzung mit dem Modell und seinen Ergebnissen

3.1 Implikationen des Modells

3.1.1 Unterscheidung von Finanz-Institutionen

3.1.2 Narrow-Banking, Eigenkapitalanforderungen und Einlagenversicherung

3.2 Bezug zur Literatur und Vergleich mit Modellen anderer Autoren

3.3 Hinterfragen der Annahmen und Überprüfung auf Realitätsnähe

4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Modell von Diamond und Rajan (2001) zur Theorie der Finanzintermediäre detailliert darzustellen, seine Funktionsweise zu erläutern und eine kritische Auseinandersetzung mit dessen Annahmen sowie Implikationen vorzunehmen.

  • Theoretische Grundlagen des Diamond-Rajan-Modells (2001)
  • Analyse der anfälligen Kapitalstruktur von Banken als Mittel zur Liquiditätsschaffung
  • Untersuchung der disziplinierenden Wirkung von Bankruns und Depositenverträgen
  • Kritische Würdigung der Modellannahmen und Vergleich mit alternativen Ansätzen
  • Implikationen für die Bankenregulierung und Stabilität des Finanzsystems

Auszug aus dem Buch

2.2.4 Liquiditätsschock und Konsequenzen der Illiquidität

Jeder Investor erleidet mit der Wahrscheinlichkeit θ zum Zeitpunkt 1 einen Liquiditätsschock, der durch eine hoch bewertete Konsum- oder Investitionsgelegenheit ausgelöst wird, und den Investor ungeduldig macht.24 Der Liquiditätsschock, der eine private Information25 darstellt, steigert die persönliche Zeitpräferenz. Das führt dazu, dass ein Gut zum Zeitpunkt 1 R Einheiten des Gutes zum Zeitpunkt 2 wert ist.26 Sofern kein Liquiditätsschock erlitten wird, ist die Diskontrate 1, d.h. zukünftiger Konsum wird nicht diskontiert.27 Weiterhin wird eine aggregierte Knappheit an Liquidität ausgeschlossen, da die anfängliche Kapitalausstattung der Investoren ausreichend ist, um die Projekte zu finanzieren.28 Der Anspruch auf eine Einheit Konsum zum Zeitpunkt t + 1 kann jederzeit am Markt für eine Einheit Konsum zum Zeitpunkt t verkauft werden.29

Der Liquiditätsschock führt zu einem Mittelbedarf. Der Kreditgeber kann entweder den Kredit, d.h. seine Forderung an den Unternehmer, an einen Dritten verkaufen (LOAN SALE) oder sich refinanzieren und dabei den Kredit als Sicherheit verwenden (BORROW AGAINST THE COLLATERAL OF THE LOAN).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung grenzt das Thema ein, erläutert die Grundproblematik der Banken (Fristentransformation) und definiert das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit.

2 Das Modell von Diamond und Rajan (2001): Dieses Kapitel bildet den Kern der Arbeit und beschreibt die theoretischen Annahmen, die Funktionsweise von Finanzintermediären sowie die Rolle der Kapitalstruktur und Depositenverträge.

3 Kritische Auseinandersetzung mit dem Modell und seinen Ergebnissen: Hier werden die Modellergebnisse kritisch reflektiert, Implikationen für verschiedene Finanzinstitutionen diskutiert und ein Vergleich zu anderen Literaturansätzen gezogen.

4 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und thematisiert den Trade-off zwischen Finanzstabilität und Liquiditätsschaffung.

Schlüsselwörter

Finanzintermediäre, Diamond-Rajan-Modell, Liquiditätsschaffung, Fristentransformation, Bankrun, Depositenvertrag, anfällige Kapitalstruktur, Relationship-Lending, Limited Commitment, Liquiditätsschock, Illiquiditätsprämie, Bankenregulierung, Finanzstabilität, Disintermediation, Finanztheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Theorie der Finanzintermediäre, basierend auf dem Modell von Diamond und Rajan (2001), um zu erklären, warum Banken trotz der Gefahr von Bankruns kurzfristige Einlagen nutzen, um langfristige Kredite zu finanzieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Liquiditätsschaffung durch Banken, die disziplinierende Funktion einer anfälligen Kapitalstruktur sowie das Verständnis von Banken als Finanzintermediäre in einem theoretischen Modellkontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Modell von Diamond und Rajan (2001) mitsamt seinen Annahmen und Ergebnissen darzustellen und kritisch zu hinterfragen, ob dieses Modell die Realität von Banken und Finanzbeziehungen adäquat abbildet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse und kritischen Auseinandersetzung eines ökonomischen Partialmodells (Diamond und Rajan, 2001) basiert und dieses mit anderen Modellen der Literatur vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Modellannahmen (Projekte, Relationship-Lending, Limited Commitment) detailliert erläutert, gefolgt von der Funktionsweise der Finanzintermediation, bevor das Modell kritisch diskutiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Finanzintermediäre, Liquiditätsschaffung, Bankrun, Depositenvertrag und anfällige Kapitalstruktur charakterisieren.

Wie löst das Modell das Problem der Illiquidität?

Das Modell zeigt, dass sich die Bank durch eine anfällige Kapitalstruktur (Sichteinlagen und die Gefahr eines Bankruns) implizit dazu verpflichten kann, ihre speziellen Fähigkeiten zur Krediteinziehung einzusetzen und so Liquidität für den Unternehmer zu schaffen.

Warum ist die "anfällige Kapitalstruktur" für Banken sinnvoll?

Obwohl sie das Risiko eines Bankruns birgt, ist sie sinnvoll, da sie den "Relationship Lender" diszipliniert, seine speziellen Fähigkeiten einzusetzen, und es der Bank ermöglicht, liquide Ansprüche anzubieten, selbst wenn die zugrunde liegenden Kredite illiquide sind.

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Details

Title
Theorie der Finanzintermediäre
College
University of Cologne  (Seminar für Allgemeine BWL und Bankbetriebslehre)
Course
Hauptseminar Optimale Gestaltung von Finanzierungsbeziehungen
Grade
1,0
Author
Sandra Steinbüchel (Author)
Publication Year
2002
Pages
33
Catalog Number
V10151
ISBN (eBook)
9783638166683
ISBN (Book)
9783638679589
Language
German
Tags
Finanzintermediär Diamond Rajan Kapitalstruktur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Steinbüchel (Author), 2002, Theorie der Finanzintermediäre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10151
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