Sahagún und die Religion der Azteken


Seminararbeit, 2001

11 Seiten, Note: gut


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Fray Bernardino de Sahagún und die Religion der Azteken

I. Einleitung

Die vorliegende Arbeit befaßt sich im ersten Teil mit dem Leben des Franziskanermönchs Fray Bernardino de Sahagún und seinem bedeutendem Werk Historia General de las cosas de Nueva Espa ñ a.. Es soll einen kurzen Einblick in sein Leben gewähren, wovon die ersten dreißig Jahre in völliger Dunkelheit liegen, was die Zusammenstellung einer kompletten Biographie über ihn sehr erschwert. Zwar haben viele Historiker, wie Eduard Seler und Jesús Bustamante García, um nur zwei zu nennen, Abhandlungen über Sahagúns Leben geschrieben, doch können diese sich auch nur auf die vergleichende Lektüre und auf ihr Interpretationsgeschick einiger direkter Quellen verlassen.

Der zweite Teil dieser Arbeit ist dem faszinierenden Volk der Azteken gewidmet. Vor allem werden Götter, Kultausübungen, Jahresfeste und ein Beispiel von Göttermythologie erwähnt. Während der Lektüre der verschiedensten Beschreibungen dieser Hochkultur fällt immer wieder der kriegerische und zum Teil barbarische Charakter dieses Volkes auf. Auch die vorliegende Arbeit vermittelt diesen Charakter, wobei jedoch zu erwähnen bleibt, dass dies nur der Fall ist, da diese Arbeit sich mit der Religion und den dazugehörenden Riten beschäftigt. Die Religion hatte zwar uns Christen grausam erscheinende Züge, doch wurde sie auch als friedliches Instrument benutzt, wie zum Beispiel zur Weissagung, zum Erstellen eines Kalenders und auch zur Niederschrift wunderschöner Prosatexte, wie den Cantares mexicanos.

II. Leben und Werk des Fray Bernardino de Sahagún

II.1 Sein Leben

Fray Bernardino de Sahagún (Sahagún) gilt als der bei weitem berühmteste Chronist von Gesellschaft und Religion der Azteken. Er wurde 1499 oder 1500 unter dem Namen Bernardino Ribeira in der Stadt Sahagún in Campos (heutige Provinz León in Spanien) geboren und wählte später nach seiner Geburtsstadt den Ordensnamen Sahagún, entsprechend einer damals bei den Franziskanern verbreiteten Sitte.

Sein exaktes Geburtsdatum ist unbekannt, doch konnte man aufgrund verschiedener Aussagen einzelner Zeitgenossen Sahagúns ermitteln, dass er wohl zwischen dem 25. Dezember 1499 und dem 27. Januar 1500 geboren wurde. So schrieb zum Beispiel Fray Gerónimo de Mendieta, der Geschichtsschreiber bei den Franziskanern und Sahagúns erster Biograph war, dass Sahagún in hohem Alter, nämlich mit mehr als neunzig Jahren im Jahre 1590 an den Folgen einer Grippeerkrankung starb.1 Auch Sahagún äußerte sich über sein Alter, was mit den Angaben von Mendieta übereinstimmt. So schreibt er zum Beispiel in seiner Widmung Breve compendio de los ritos idol á tricos an Papst Pius V., die auf den 25. Dezember 1570 datiert ist, dass er gerade siebzig Jahre erreicht hat.2 Genau wie zu seinem exakten Geburtsdatum, so liegen auch kaum Informationen zu seinen ersten dreißig Lebensjahren vor. Es ist bekannt, dass er als junger Mann nach Salamanca ging um dort zu studieren. Hier trat er auch dem Konvent der Franziskanermönche dieser Stadt bei. Leider ist von den Aufzeichnungen der Franziskaner in Salamanca heute kaum noch etwas erhalten, was wahrscheinlich zur Erhellung der ersten dreißig Lebensjahre des Sahagún beigetragen hätte. 1809 zerstörten nämlich die Franzosen den mächtigen und alten Konvent, so dass nur noch Ruinen übrigblieben.

Anfang des 16. Jahrhunderts spaltete sich der Konvent der Franziskaner in zwei Parteien. Ausgangspunkt des Konflikts waren unterschiedliche Meinungen in Bezug auf das Studium. Konservative meinten, dass sich ein Studium nicht mit den Grundsätzen des Franziskanerlebens vereinbaren ließe, was der Enthaltsamkeit und Armut gewidmet war. Mönche wie Juan de San Francisco und auch Sahagún vertraten die Gegenpartei. Dieser Konflikt gipfelte darin, dass 1532 in Toulouse während der Hauptversammlung beschlossen wurde, alle akademischen Titel zu verbieten. Es ist aber bekannt, dass die Franziskaner in Salamanca trotz dieses Verbots sich weiterhin dem Studium widmeten. Vielleicht war dieser Streit der Franziskaner u. a. einer der Gründe, warum Sahagún 1529 die beschwerliche Reise nach Südamerika antrat.

Sahagún war einer der Mönche, die Fray Antonio de Ciudad Rodrigo bis Mai 1529 für seine Mission vereinigen konnte. Zusammen mit ihm und weiteren 23 Mönchen kam Sahagún Ende des Jahres 1529 an den Küsten Mexikos an, was er bis zum seinem Tode im Jahr 1590 nicht mehr verlassen sollte.

Genau wie Hernán Cortés, der Mexiko in den Jahren 1519-1521 eroberte, so war wohl auch Sahagún von der Neuen Welt überwältigt. In einem Brief an Kaiser Karl V. vom 30. Oktober 1520 schreibt Cortés:

Großmächtigster Herr, um Eurer königlichen Exzellenz Rechenschaft von der Großartigkeit und den absonderlichen und wunderbaren Dinge der Stadt Mexico zu geben, würde es vieler Zeit und vieler und sehr erfahrener Berichterstatter bedürfen. Ich vermag meinerseits nicht den hundertsten Teil dessen zu sagen, was gesagt werden könnte. So gut ich es indessen vermag, will ich einiges von dem berichten, was ich selbst gesehen habe; und ich bin überzeugt, daß dies, obwohl schlecht vorgetragen, dennoch solche Verwunderung erregen wird, daß man es nicht wird glauben können- sind doch wir selbst, die wir es hier mit unseren eigenen Augen betrachten, außerstande, es mit unserer Vernunft zu begreifen.3

Wenig später kam Cortés mit der Religion der Azteken in Kontakt. Er lernte die blutigen Rituale der Menschenopferung kennen und machte es sich zur Aufgabe dagegen vorzugehen. Auch Sahagún teilte nicht das Weltverständnis der Azteken und auch ihm erschienen viele aztekische Bräuche sündhaft und verdorben, doch vermittelte er uns seinen Respekt und zum Teil auch seine Bewunderung für diese fremde Kultur. So schreibt Sahagún im Vorwort zu seinem großen Werk Historia general de las cosas de Nueva Espa ñ a „ Was die Religion und die Verehrung ihrer G ö tter betrifft, so glaube ich nicht, da ß es auf der Welt G ö tzenanbeter gibt, die ihren G ö ttern gegen ü ber in solchem Ma ß e ehrerbietig sind, noch auf so gro ß e eigene Kosten, wie diese in Neuspanien. “ 4 Hier wird deutlich, dass Sahagún auf der einen Seite diesen Menschen Bewunderung entgegenbringt, auf der anderen Seite spürt man aber auch seinen Missionseifer, da er das negativ klingende Wort G ö tzenanbeter verwendet. Ich denke, dass Sahagún bis an sein Lebensende ständig zwischen genau dieser seiner Bewunderung und seinem Missionseifer schwankte.

Ab dem Jahre 1530 kann man das Leben Sahagúns örtlich und zeitlich nachvollziehen. Er arbeitete von 1533 bis 1532 an dem neugegründeten Franziskanerkolleg in Santa Cruz in Tlatelolco als Lehrer für lateinische Grammatik. 1535 wurde er Oberer in dem Konvent in Xochimilco. Da dieser Konvent auch im Jahr 1535 gegründet wurde und San Bernardino (de Siena) gewidmet ist, liegt die Vermutung nahe, dass Sahagún Mitbegründer dieses Konvents war. Lange hielt sich Sahagún nicht in diesem Konvent auf, denn es gibt Berichte, daß er ab 1536 wieder im Franzisakanerkolleg in Santa Cruz Latein lehrte und ab 1539 war er Lehrer im Konvent, der der Schule angegliedert war. Hier unterrichtete er nicht nur Latein, sondern auch die freien Künste, wie zum Beispiel Grammatik, Rhetorik, Geometrie, Astronomie und Musik. Ergänzt wurde dieser Unterricht mit der Lektüre von Heiligen Schriften. Zwischen 1540 und 1545 verbrachte er sein Leben im Valle de Puebla, vielleicht im Konvent von Huexotzinco. Dies sind Vermutungen aufgrund von Aussagen Sahagúns über die Natur der großen Vulkane Pico de Orizaba, Popocat é petl und Iztacc í huatl. Danach kehrte er für weitere fünf Jahre nach Tlatelolco zurück. Von 1550 bis 1557 hielt er sich in Tula auf. Hier predigte er das Evangelium, wahrscheinlich schon in der Sprache der Eingeborenen, dem N á huatl. 1558 kümmerte er sich um die Aufbewahrung des Heiligen Evangeliums in Michoacán. Danach verbrachte er zwei Jahre in Tepepulco, um 1561 wieder nach Tatelolco zurückzukehren, wo er dann bis 1585 sich aufhielt. Von 1585 bis 1589 war er abermals als Prediger des Evangeliums tätig und schließlich im Jahr 1590 erlag er der Grippeerkrankung im Convento Grande de San Francisco in Mexiko.

Schon sehr früh wurde Sahagún bewußt, dass es wichtig ist, das indianische Kulturerbe zu erhalten. Den Kontakt, den Sahagún durch seine Lehrertätigkeit zu den aztekischen Schülern hatte, nutzte er zur Sammlung aztekischen Materials. Er bat sie, ihm Berichte über das Aztekentum zu erstatten und ihm Bilderhandschriften zu erläutern und diese in aztekischer und lateinischer Sprache zu kommentieren. So widmete er einen Großteil seines Lebens dem Studium und der Dokumentation der aztekischen Sprache und Kultur. Neben seiner Missionsarbeit lag ihm daran die Existenz dieser faszinierenden und einmaligen Welt, deren zunehmend rapider Verfall ihm vor Augen stand, für die Nachwelt festzuhalten. Um die vergangene und zerstörte Welt zu erforschen, ließ Sahagún sich auf sie ein und aus seiner Neugier wurde Wissenschaft und aus dieser Wissenschaft ein Dialog der Kulturen. Bei der Lektüre Sahagúns scheint es manchmal, dass er auf die Seite der Indianer wechselte. Dies war aber nicht der Fall. Es gibt eine Vielzahl von Aussagen, die dies belegen, aber vor allem eine, die im Vorwort zu seinem großen Werk Historia General de las cosas de Nueva Espa ñ a steht und wie folgt lautet:

Die Sünden der Götzenverehrung und abgöttischer Riten, des götzenhaften Aberglaubens, der Vorzeichen, der Mißbräuche und götzenverehrender Zeremonien sind noch nicht ganz verschwunden. Um gegen diese Dinge zu predigen und überhaupt von ihrem Vorhandensein Kenntnis zu haben, ist es nötig zu wissen, wie sie sie in der Zeit ihrer Götzenverehrung ausübten, denn dadurch, daß wir dies in unserer heutigen Zeit nicht wissen, üben sie viele götzenverehrende Handlungen aus, ohne daß wir sie verstehen können.5

II.2 Sein Werk

Wie schon erwähnt ist Sahagún einer der wichtigsten Chronisten in Bezug auf die Kultur der Azteken. Sein bedeutendstes erhalten gebliebenes Werk ist die Historia General de las cosas de Nueva Espa ñ a. Alles fing damit an, dass Sahagún auf Bitte des Fray Francisco Toral (Bischof von Campeche und Yucatán) zwölf Bücher über die Götzenverehrung der Menschen und der Natur Neuspaniens schreiben sollte. Wie auch andere Chronisten kannte Sahagún weise Männer hohen Alters, die den größten Teil ihres Lebens in der Welt der Azteken vor der Invasion der Europäer zugebracht hatten. Auch hatte er die Möglichkeit zur Einsicht sehr alter Handschriften. Er versammelte diese Männer und zusätzlich vier seiner Lateinschüler, die zur führenden Schicht gehörten und verbrachte mit ihnen zwei Jahre, in denen sie ihm ihre alten Geschichten erzählten. Diese erste Arbeitsetappe in Tepepulco von 1558-1560 setzte Sahagún in Tlatelolco fort und 1565 zog er nach Mexiko-Tenochtitlan ( Mexiko-Stadt), wo er das gesamte Material durcharbeitete und korrigierte. Das Werk war in spanischer, lateinischer und aztekischer Sprache verfaßt und erhielt zudem mehr als 1850 Illustrationen. Als der Indienrat und die Inquisitionsbeamten des Vatikans 1575 alle Schriften in Indianersprache verbieten ließen, wird Sahagún der Besitz seines Dokuments vorgeworfen und schließlich offiziell der Auftrag des Ordens entzogen. Sahagún aber arbeitete weiter und übergab die endgültige Fassung 1579 seinem Freund und Förderer Fray Rodrigo de Sequera, dem Generalbeauftragten des Ordens für seine Provinz. Dann verschwand das Dokument und niemand weiß, wie diese ausführlichste und berühmteste Beschreibung des vorspanischen Lebens in Mittelamerika nach Florenz6 gelangte und erst 1793 wiederentdeckt wurde.

II.3 Inhalt seines Werkes

Der Text ist in zwölf Bücher gegliedert. Deutlich erkennt man am Aufbau, dass Sahagún sich nach dem Weltbild der mittelalterlichen Seinspyramide richtete. Diese begann mit Gott, gefolgt von Himmel und Gestirnen, dem König als Stellvertreter von Gott, den Menschen und den Tieren, Pflanzen und Steinen.

Sahagúns erstes Buch handelt von Göttern und im zweiten werden die Feste und Opferriten beschrieben, die zu Ehren der Götter stattfanden. Im dritten Buch erfährt man dann Geschichten über den Ursprung der Götter, während sich das vierte Buch mit Weissagungen beschäftigt. Buch sechs handelt von den Gebeten, der Rhetorik und der Philosophie der Azteken und Buch sieben berichtet von den Gestirnen. Diese sieben Bücher widmen sich vor allem der Mythologie und der Religion der Azteken, was für die vorliegende Arbeit von Bedeutung war. Trotzdem sind auch die weiteren fünf Bücher mit ihrem jeweiligen Inhalt erwähnenswert. Hier zeichnete Sahagún Berichte über das Berufsleben der Azteken auf, über die Kenntnisse der Anatomie des Körpers, die sie besaßen, Berichte über Tiere, Pflanzen und Metalle und schließlich Berichte zur Kriegsführung.

In seiner Ausführlichkeit und Detailfülle ist es das umfassendste Werk, das einer einzelnen prähispanischen Kultur gewidmet wurde.

III. Die Religion der Azteken

III.1 Das aztekische Pantheon

Auf den ersten Blick ist die Götterwelt der Azteken sehr verwirrend, da es eine Vielzahl (ca.200) von Göttern gibt. Teilweise haben diese Götter unter demselben Namen verschiedene Funktionen oder aber ein Gott ist unter verschiedenen Namen bekannt. Dies liegt daran, dass die Azteken während ihrer Eroberungszüge Götter fremder Kulturen in ihr Pantheon übernahmen. Dennoch kann man diese Götter in drei Kategorien unterteilen:

1. Götter des Himmels, wie die Schöpfergottheiten und die Sonne inklusive der toten Krieger und der im Kindbett gestorbenen Frauen.
2. Götter der Fruchtbarkeit, wie zum Beispiel des Regens, des Wassers und des Lebensunterhaltes.
3. Götter der Unterwelt, wie zum Beispiel Feuer- und Erdgötter. Hierzu gehört zum Beispiel der Feuergott Xiutecutli, einer der ältesten Götter im aztekischen Pantheon.

Trotz all dieser Götter gab es auch bei den Azteken den Glauben an ein H ö chstes Wesen, genau wie im Christentum. Der einzige Unterschied ist, dass sie neben diesem H ö chsten Wesen auch noch andere Götter haben durften und dass dieser Hochgott im offiziellen Kult von anderen Gottheiten verdrängt worden war. Sie nannten ihn Tonacatecutli, „ Herr unseres Fleisches“, weil er den Mais und alle anderen Dinge geschaffen hatte, die den menschlichen Körper aufbauen. Ihm zur Seite stand seine Frau Tonacacihuatl „ Herrin unseres Fleisches“. Als Urheber der Geburt nannte man dieses Götterpaar auch Ometecutli und Omecihuatl, „ Herr und Herrin der Zweiheit“. Beide Götter erzeugten vier Söhne, die Tezcatlipocas und lebten im dreizehnten Himmel.7 Der rote Tezcatlipoca war mit dem Osten verbunden. Der Osten galt als Ort der Fruchtbarkeit und des Lebens. Der zweite Sohn war der schwarze Tezcatlipoca, Herr des Nachthimmels und mit dem Norden verbunden. Er war allwissend, allgegenwärtig und sah in die Herzen der Menschen. Als dritter wurde Quetzalc ó atl, auch „Nacht und Wind“ genannte, geboren. Er war mit dem Westen verbunden. Als letzter kam Huitzilopochtli, der eine Verbindung zum Süden hatte. Der Kampf der Götter um die Oberherrschaft führte zur Erschaffung und Zerstörung von fünf aufeinanderfolgenden Welten.8 Die Vierzahl der Götter und der Weltalter entspricht der Gruppierung aller himmlischen und irdischen Dinge nach den Kardinalpunkten und ist daher symbolisch zu verstehen.

Nach diesen Schöpfergottheiten folgten wie schon erwähnt unzählbare andere Götter. Im Folgenden werden nur die wichtigsten erwähnt und kurz charakterisiert.

III.1.1 Quetzalcóatl

Von den Azteken wurde er als Gott verehrt und sein Tempel war ein hoher herausragender Bau. Von Sahagún wurde sein äußeres Erscheinungsbild wie folgt beschrieben:

Er trägt die spitze Jaguarfellmütze, im Gesicht ist er dick mit Ruß beschmiert, er hat die Windbemalung, er hat die Akazienbemalung, er trägt den dornig gekrümmten Ohrschmuck, er trägt das goldene Wasserschnecken-Halsband, den Quetzalfederfasan trägt er auf dem Rücken, er trägt das Jaguar-fell-Schellenband, er trägt Rippen aus Zwirn, er trägt den Schild mit dem Windgeschmeide, er trägt die Windhacke und die Schaumsandale.9

Quetzalc ó atl wurde im Jahr 1 Rohr 10 geboren und man nannte ihn auch „ Unseren F ü rsten, den Priester Eins Rohr “ . Im Jahre 5 Haus holten sich die Tolteken Quetzalc ó atl und machten ihn zu ihrem Priester und König in Tollan.. Während der Regierungszeit von Quetzalc ó atl fehlte es den Tolteken an nichts und ihr König gab sich Kultusübungen hin, wie zum Beispiel, dass er sich das Schienbein durchstach und mit seinem Blut Agaveblattspitzen bestrich. Später machten die Priester ihm das nach. Nach der Sage um Quetzalc ó altl ist dieser eines Tages in der Ausübung seiner religiösen Pflichten nachlässig geworden und mußte somit die Stadt Tollan verlassen. Angeblich habe er seinem Volk, den Toteken gesagt, dass in zukünftiger Zeit aus dem Osten Männer über das Meer kämen, mit langen Bärten, so wie er ihn trage und diese seine Brüder würden die zukünftigen Herren über Mexiko sein. Als schließlich 1519 Hernán Cortes mit seinen Männern in Mexiko ankam, glaubten die Nachfahren der Tolteken, die Azteken, dass diese Söhne, Götter und Brüder Quetzalc ó atels seien. Aufgrund dieser Prophezeiung leisteten die Azteken den Spaniern keinen Widerstand. Cortes wußte dies natürlich zu nutzen und machte sich die Azteken in kürzester Zeit untertan.

III.1.2. Tezcatlipoca

Aus der Schar der Dämonen, die Quetzalc ó atl bewegten, Tollan zu verlassen tritt besonders Tezcatlipoca, „ der rauchende Spiegel “ hervor. Er ist seit jeher der Gegenspieler Quetzalc ó atels und steht für die unheilbringende und furchterregenden Seite der göttlichen Macht. Er ist ein Gott des Nachthimmels, des Winters und des Nordens und auch seine schwarze Bemalung mit gelben Querstreifen signalisiert, dass er ein Dunkelheitsdämon ist. Die Menschen fürchteten ihn, da er, [...] nach Willk ü r und Laune Gl ü ck und Ungl ü ck, Angst und Leid und Unheil verteilt 11 .

III.1.3 Huitzlipochtli

Huitzlipochtli war der Kriegsgott der Azteken. Laut der Sage wurde er auf dem Schlangenberg in der Nähe von Tula geboren. Sofort nach seiner Geburt kämpfte er gegen Brüder und Schwestern, um seine Mutter zu verteidigen. Die Geburt Huitzlipochtli s symbolisiert wahrscheinlich den Aufstieg der Azteken und ihre Vormachtstellung gegenüber anderen Völkern Mexikos.

Übersetzt heißt Huitzlipochtli auch „ Kolibri des Südens“. Dieser Vogel galt als die Verkörperung toter Seelen der Krieger.

Weiterhin gilt der Kolibri als Verkünder des Frühlings. Somit symbolisiert der Kolibri neben der Kriegsnatur auch die Sonnennatur des Gottes. Er war Herr des Tageshimmels, der Sonne und galt als Vertreter des Morgensterns.

III.1.4 Der Sonnengott

Der Sonnengott hatte in der Religionausübung der Azteken eine hervorragende Stellung, schon allein aufgrund der Funktion der Sonne, die durch ihr tägliches Erscheinen die Existenz allen Lebens sichert. Wenn Tonathiu, so nannte man den Sonnengott auch, aufging, so spendete man ihm Brandopfer, pflückte Blumen und befleckte diese mit Blut. Mit diesem Gott steht auch das Menschenopfer in einer sehr engen Beziehung, worauf aber später noch eingegangen wird. In Bezug auf seinen Wohnort am Himmel kam ihm ebenfalls große Bedeutung zu. Krieger und Frauen, die im Kindbett starben, kamen zu ihm. Man hatte die Vorstellung, dass diese Menschen nicht starben, sondern die Sonne auf ihrem alltäglichen Weg begleiteten und nach ein paar Jahren sollten sie in Gestalt von Vögeln mit glänzendem Gefieder zurückkommen.

III.1.5 Tlaloc, der Regengott

Auch der Regengott gilt wie der Sonnengott als lebensspendend. Weiterhin förderte er die Fruchtbarkeit des Landes. Er gehört zu den ältesten Gestalten im indianischen Pantheon und wird oft mit schwarzer Körperbemalung dargestellt, da er sich hinter dunklen Wolken verbirgt. Neben seiner Funktion als Gott des Regens, Gott der Vegetation und Förderer aller Nahrungspflanzen brachte er auch zerstörenden Regen, unheilvolle Gewitter und verheerenden Hagel. Ebenfalls wie beim Sonnengott, so ist auch das Reich Tlalocs ein mit positiven Aspekten verbundenes Jenseits. Es erscheint dem Christen ähnlich dem Paradies, denn es ist ein Jenseits, in dem es einem an nichts mangelt. Vom Blitz Getroffene, Ertrunkene, Aussätzige und Menschen mit nicht heilenden, ansteckenden Krankheiten kamen in das Reich Tlalocs.

Natürlich könnte man noch über viele andere Götter berichten, die ebenfalls im Leben der Azteken eine wichtige Rolle spielten. Auch ranken sich um die angesprochenen Götter noch viel Mythen und Legenden. Dies würde jedoch den Rahmen eines kurzen Einblicks in die Götterwelt der Azteken überschreiten und für zusätzliche Verwirrung sorgen.

III.2 Die Kulthandlungen

Trotz all ihrer Größe und Macht waren die Götter der Azteken keine unerreichbaren und unbeeinflußbaren Wesen. Man konnte sie verehren und sogar dazu bringen zum eigenen Nutzen zu handeln. Auf dieser Voraussetzung beruhte der ganze aztekische Kultus. Die aztekische Religion war somit eine aktive und keine passive Religion.

Den aztekischen Kult kann man in vorbereitende Handlungen und in die eigentlichen rituellen Akte aufgliedern. Zu den vorbereitenden Handlungen gehörte zum Beispiel das Fasten, wobei Priester 80 Tage und Laien je nach feierlichem Anlaß vier oder zwanzig Tage fasteten. Weiterhin gehörte zur Vorbereitung der Kulthandlung ein zeremonielles Baden. Auch die zur sakralen Tötung Bestimmten wurden einer rituellen Waschung unterzogen. Im Gebet wurde bereits eine unmittelbare Verbindung mit der Gottheit gesucht. Man erflehte die Nähe der Gottheit und brachte die Sorge zum Ausdruck, dass der Gott sich abwenden könnte. Auch die Darbringung von Gaben zum Vollzug des Kultes gehörte noch zu den Vorbereitungen. Üblich waren Blumenspenden, aber auch Grünsteinperlen für den Regengott Tlaloc oder verbrannte Kopalkügelchen für den Sonnengott. Die Idole der Götter wurden feierlich geschmückt, wobei sie oftmals kostbare Prunkgewänder verwendeten. Während der rituellen Handlung selbst verbrannte man Kügelchen aus wohlriechendem Harz, was als Weihrauch diente.

Der eigentliche rituelle Akt war meist das Menschenopfer. Meist opferte man Sklaven oder Kriegsgefangene12, aber auch Frauen und Kinder. Vor allem dem Regengott Tlaloc opferte man Kinder. Wenn diese besonders stark auf ihrem Weg zur Opferung weinten, so freute man sich, denn viele Tränen bedeuteten viel Regen. Frauen wurde schon mal der Kopf abgeschlagen, doch war der am häufigsten praktizierte Ritus die Kardiektomie. Dies bedeutet, dass man den zur Opferung bestimmten Menschen das Herz herausriß. Hierzu legte man sie auf einen Stein, ähnlich einem Altar und schlitzte ihnen mit einem Obsidianmesser die Brust auf. Bei lebendigem Leib entnahm man dann das Herz und opferte es dem jeweiligen Gott in einem Gefäß, der Adlerschale. Der Kopf des getöteten wurde auf eine Stange gesteckt, die man Sch ä delger ü st nannte. Der Körper wurde die Stufen der Tempelpyramide herabgestürzt und unten zerstückelt und seine Teile in einem kannibalistischen Ritus verzehrt. Der Sinn des Herzopfers bestand in dem Glauben, damit der Gottheit Nahrung zuzuführen.

Zweifellos hört sich dies grausam und brutal an, doch galt dieser Tod in der kriegerischen Welt der Azteken als ehrenhaft, da er mit dem Tod eines Kriegers gleichgesetzt wurde. Somit war der Opfertod auch ein erstrebenswerter Tod, denn wie schon beschrieben, gehen die Krieger zum Sonnengott, um nach Jahren als schöne Vögel wiederzukehren.

Neben diesem Opfertod gab es auch Kasteiungen, die vor allem Priester an sich vornahmen. Man zog sich hierzu Blut aus Ohren, Zunge und Waden, indem man die betreffenden Körperteile mit spitzen Knochen oder Agavedornen ritzte.

III.3 Die Jahresfeste

Neben den zeitlich unabhängigen Kulthandlungen gab es die Jahresfeste. Durch sie wollte man die Phasen des Naturgeschehens beeinflussen. Die aktiv Handelnden waren die Priester und die passiven Akteure waren die zur sakralen Tötung bestimmten Sklaven oder Kriegsgefangenen. Im folgenden werden nur einige wichtige Jahresfeste genannt.

III.3.1 Das Frühlingsfest

Es war dem Gott Xipetotec geweiht. Im Mittelpunkt stand das Menschenschinden, nach dem das Fest auch benannt wurde. Mit der Haut von Gefangenen oder Sklaven, die rituell getötet worden waren, bekleidete man junge Azteken, die dadurch zur Verkörperung des Gottes Xipetotec wurden. Wie durch einen Zauber sollte dadurch bewirkt werden, dass auch die Erde sich mit einer neuen Vegetation bekleide, sich also auch eine neue Haut anlege.

III.3.2 Das Toxcatl-Fest

Als Feier für Tezcatlipoca besaß das Toxcatl eine herausragende Bedeutung. Auch dieses Fest war mit der sakralen Opferung eines Menschen verbunden. Ein Kriegsgefangener hatte zuvor ein Jahr lang als irdischer Repräsentant des Gottes Tezcatlipoca fungiert. Er war während dieser Zeit mit allen Ehren eines Gottes umgeben worden. Nach seiner Opferung wurde er sofort durch einen neuen Kriegsgefangenen ersetzt.

III.3.3 Xocotl vetzi

Im August fand das Gro ß e Totenfest statt. An diesem Fest rief man die verstorbenen Krieger, die in den Sternen fortlebten zu sich auf die Erde. Es wurde zu diesem Fest ein Spiel veranstaltet, wobei auf der Spitze eines Mastbaumes ein aus Teig geformtes Abbild des Xocotl angbracht war, das junge Leute in einem Wettklettern erreichen mußten. Der Sieger warf es dann dem unten lärmenden Volk entgegen. Der Xocotl war ein Symbol für die zur Erde herabfallenden Krieger. Heute ist dieses Spiel noch als Fliegerspiel oder auch Juego de Volador bekannt.

Neben dem üblichen Menschenopfer gibt es bei diesem Fest auch noch ein Brandopfer. Das Opfer wurde gefesselt und man schüttete Weihrauchpulver in sein Gesicht und warf es dann ins Feuer.

IV. Die Erschaffung der fünften Sonne

Einer der wohl bekanntesten Mythen der Azteken ist die Erschaffung der fünften Sonne. Er handelt von zwei Göttern, nämlich von Tecuciztecatl und Nanahuatzin. Als alles noch in Finsternis lag versammelten sich die Götter und beratschlagten, wer von ihnen die Sonne der neuen Welt werden solle. Ein Hochmütiger Gott namens Tecuciztecatl meldete sich zuerst und weiter wurde Nanahuatzin auserwählt. Während die Götter fasteten und sich auf die Opferung vorbereiteten, bereitete man auf einem Hügel den Scheiterhaufen für die Opferung vor. Als es soweit war, verließ den hochmütigen Tecuciztecatl der Mut und an seiner Stelle stürzte sich zuerst Nanahuatzin in das Feuer. Als Tecuciztecatl sah, dass sein Vorgänger verbrannte, sprang er hinterher. Ihm folgten Adler und Jaguar. Dabei versengte sich der Adler die Flügelspitzen und schwarze Brandflecken befinden sich auf dem Fell des Jaguars. Wenig später erschien Nanahuatzin im Osten am Himmel in der Gestalt des mächtigen Sonnengottes Tonatiuh und kurz darauf, ebenso hell scheinend Tecuciztecatl. Einer der Götter schleuderte ihm daraufhin ein Kaninchen in das Gesicht, wodurch seine Leuchtkraft abnahm. Deswegen scheint der Mond weniger hell als die Sonne. Tonatiuh verlangte Blutopfer von den Göttern, wenn er sich bewegen solle. Der Opfertod der Götter bei Teotihuacan erschuf also Nahui Ollin, die Sonne der Bewegung und so wie die Götter sich opferten, so müssen auch die Menschen ihr Herz und ihr Blut opfern, damit die fünfte Sonne auf ihrer Bahn in Bewegung bleibt. Dieser Mythos soll zwar keine Entschuldigung für die im vorherigen Kapitel aufgezählten Opferriten sein, doch sollte er zumindest dem Leser einen Einstieg in die Denkweise der Azteken in Bezug auf ihre Religion geben.

V. Fazit

„O, mit der Hand (glänzend) geriebenes Grünedelgestein wird Dir geschenkt, Ipalnemoa; mit kostbaren Blumen wirst Du befragt, wirst Du gebeten. Ist es nicht der Adel, die Adler und Jaguarschaft, ist es denn niemand, dem Du hier antwortest?“13

Dies ist ein Zitat aus den Cantares mexicanos. Auch dies ist die Welt der Azteken. Sie waren also nicht nur in der Kriegführung bewandert, sondern auch in den Künsten der Poesie. Weiter hatten sie einen Kalender entwickelt, ein soziales System, waren große Astronomen, Handwerker, Musiker, Kaufleute und noch vieles mehr. Ein Großteil der vorliegenden Arbeit beschreibt die Azteken zwar vorwiegend als grausam und kriegerisch, was sie auch durchaus waren, doch gab es auch andere Azteken, wie zum Beispiel die Tlamatinime, deren Gedankengut sich in den Cantares mexicanos wiederfindet. Sie waren es, die kurz vor der Eroberung, die Riten und Bräuche der Azteken in Frage stellten. Vor allem das Menschenopfer war ihnen zuwider und sie waren davon überzeugt, dass man auch durch Gesänge und Blumen mit den Gottheiten in Dialog treten könne. Ihre Gedichte sind Denkmäler mexikanischen Geistes, sind Aufleuchten eines selbstbewußten Denkens über die Grundfragen von Welt und Leben, philosophische Spekulationen, die auf einen Übergang von alten zu neuen Glaubensformen hindeuten. Wer weiß, was wir heute für ein Bild von den Azteken gehabt hätten, wenn Hernán Cortés nur 100 Jahre später an der Küste gelandet wäre. Sicherlich wäre es nicht mehr dieses Bild vom kriegerischen, grausamen Azteken gewesen und die Spanier hätten dieses Bild während ihrer Eroberung nicht so oft mißbrauchen könne, einfach nur um ihr eigenes, ebenfalls grausames Vorgehen gegen diese Hochkultur zu rechtfertigen und so endet diese Arbeit mit den Worten des Octavio Paz...14

Die Mexikaner zuckten die Achseln, als der Fremde langsam zum Gnadenstoß ansetzte. Man war des Reiches müde - und die Sklaverei ist eine leichte Bürde für den, der jeder Macht überdrüssig geworden ist. Die Azteken verspürten - mitten in ihrer Jugend, auf dem Weg zur Reife - den Schüttelfrost des Todes.

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[...]


1 Gerónimo de Mendieta 1980, 664

2 Sahagún 1942, 30

3 zit. in: Günter Lanczkowski 1982, 9

4 zit. in: Eduard Seler, 1989, 14

5 Eduard Seler 1989, 11

6 Der in der Laurenzianabibliothek in Florenz aufbewahrte Codex enthält eine Art Zusammenfassung der zweiteiligen Madrider Handschrift der Hostoria general de las cosas de Nueva Espa ñ a von Sahagún und einen von ihm selbst verfaßten spanischen Text, der den Inhalt des aztekischen Text in groben Zügen wiedergibt

7 Himmel und Unterwelt bilden bei den Azteken eine Stufenpyramide. Eine aufrechte mit 13 Zonen und eine auf dem Kopf stehende mit neun Zonen. Den Himmels- und Unterweltsstufen entsprechen dreizehn Götter der Tages- und neun Götter der Nachtstunden.

8 Die erste Welt hieß Vier-Jaguar, die zweite Vier-Wind, die dritte Vier-Sonne und die vierte Vier- Wasser. Wir leben in der Welt Vier-Bewegungen Nacheinander wurden diese Welten von Tezcatlipoca, Quetzalc ó atl, Tlaloc, einem Regengott und der Wassergöttin Chalchiuhtlicue regiert. Sie gingen durch Naturkatastrophen unter und unsere fünfte Welt soll durch ein Erdbeben zugrunde gehen.

9 Eduard Seler 1989, 23

10 Die Azteken hatten eine eigen Zeitrechnung und benannten ihre Tage, Wochen und Jahre mit verschiedenen Namen

11 Günter Lanczkowski 1984, 58

12 da der Kult des Menschenopfers immer stärker ausgelebt wurde, gab es bald kaum noch Kriegsgefangene. Es entstanden die sogenannten Blumenkriege die ausschließlich dazu dienten Gefangene zu machen.

13 Zit. Nach l. Schultze Jena: Altaztekische Klänge ( aus den sogenannten „ Cantares Mexicanos “

14 Octavio Paz 1950, 96

11 von 11 Seiten

Details

Titel
Sahagún und die Religion der Azteken
Hochschule
Universität zu Köln
Veranstaltung
Einführungsseminar
Note
gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
11
Katalognummer
V101531
Dateigröße
361 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sahagún, Religion, Azteken, Einführungsseminar
Arbeit zitieren
Marion Kloeckner (Autor), 2001, Sahagún und die Religion der Azteken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101531

Kommentare

  • Gast am 27.10.2007

    Danksagung.

    Hab Dank für diese gelungene Arbeit, die ich mit als Quelle für eine Kindergeschichte über die Eroberung Mexikos durch die Spanier verwandt habe.

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Titel: Sahagún und die Religion der Azteken



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