Emilie Schindler erzählt ihre Geschichte


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

4 Seiten


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In Schindlers Schatten

Emilie Schindler erzählt ihre Geschichte

Emilie Schindler wurde am 22. Oktober 1907 im mährischem Alt Moletein geboren. Ihr Mädchenname ist Pelzl, woraus man schließen kann, dass ihre Vorfahren Jäger gewesen sind. Dort hat sie mit ihren Eltern, ihrem älterem Bruder Franz und ihren Großeltern auf einem Gutshof gelebt. Zu ihrer Großmutter hat sie immer eine besondere Beziehung gehabt. Sie hat sich die meiste Zeit um sie gekümmert. Außerdem hat sie eine besondere Beziehung zu Tieren, besonders zu Pferden.

1914, als sie sieben Jahre alt ist, muss ihr Vater in den Krieg ziehen.

Dies ist eine schwere Zeit der Ungewißheit für Emilie gewesen. Als der Krieg dann aber zu Ende ist, kommt auch ihr Vater zurück. Er ist ein ganz anderer Mensch geworden, auch durch seine Krankheit. An der Front hat er sich Malaria und ein schweres Herzleiden zugezogen, dass ihn zwingt ständig zu ruhen.

Das sie sich für Arme und Unter drückte einsetzt geht bis in ihre Kindheit zurück. In ihrem Dorf hat es eine Frau gegeben, die Frau Rittmeister, die aufgrund ihrer Vergangenheit als Prostituierte in Wien von allen beleidigt und verstoßen wurde. Emilie hat sie immer vor ihren Freunden in Schutz genommen und sie verteidigt.

Mit ihrem Bruder Franz verbinden sie viele Erlebnisse, wie zum Beispiel das Fällen einer Tanne für das Weihnachtsfest, welches für sie immer etwas ganz besonderes gewesen ist. Durch Franz ist sie an das Rauchen gekommen, was sie sehr lange nicht mehr aufgeben konnte.

Mit 14 Jahren wurde sie von ihren Eltern in ein Kloster geschickt, wo sie allerdings keine guten Erfahrungen gemacht hat. Ein paar Jahre später ist sie auf eine Landwirtschaftsschule gegangen, wo sie ein jüdisches Mädchen kennengelernt hat. Sie wurde ihre beste Freundin bis Emilie am Anfang des 2. Weltkrieges den Kontakt zu ihr verlor. Wie gesagt hatte sie zur ihrer Großmutter ein sehr gutes Verhältnis. Einmal hat sie sie in einen kleinen Wagen gesetzt und zwei Zicklein, die sie von ihrem Vater bekommen hatte, davorgespannt. Nach einem kleinen Unfall, bei dem der Wagen umkippte, hat die Großmutter sie nur angesehen und dann gelacht.

Kurz nach ihrem 20sten Geburtstag kommen zwei Männer zu Besuch , die neue Maschinen vorstellen wollen, einer von ihnen ist Oskar Schindler. Emilie ist fasziniert von ihm, nach einigen weiteren Besuchen bei denen sie sich immer besser kennenlernen hält Oskar schließlich um ihre Hand an. Am 06. März 1928 heiraten sie in Zwittau, wo sie nach der Hochzeit bei ihren Schwiegereltern leben. Als dann Hitler an die Macht kommt, wird Oskar von der Abwehr, für die er inzwischen arbeitet, nach Mährisch - Ostrau geschickt, um dort einen Treffpunkt von Spionen und Spizeln zu organisieren. Emilie begleitet ihren Mann, sie ziehen in eine nicht besonders große Wohnung im Dorfzentrum.

Das Jahr 1939 ist für Emilie ein trauriges Jahr, zuerst stirbt ihr Mutter und vier Monate später ihr Vater. Im selben Jahr unterschreibt der Präsident der Tschechoslowakei die Kapitulation vor dem Dritten Reich, worauf riesige Einheiten der Infanteri in das Land einmarschieren. 1942 setzt auch in der Tschechoslowakei die Verfolgung der Juden ein. Emilie leidet zu dieser Zeit an einer Nierenkrankheit, worauf sie zu einer jüdischen Ärztin nach Berlin fährt. Als sie zwei Monate später zur Abschlußuntersuchung wieder nach Berlin fährt, ist die Frau verschwunden, sie mußte mit ihrer Mutter nach Afrika fliehen.

Mitte September 1939 fällt Hitler in Polen ein.

Oskar fährt darauf nach Krakau, um die Befehle der Abwehr entgegenzunehmen. Ihm wird bald darauf eine Emailwarenfabrik angeboten, die zuvor jüdischen Idustriellen gehörte. 1941 zieht auch Emilie nach Krakau. Sie muß darauf aufgrund ihrer starken Rückenbeschwerden in ein Krankenhaus. Bei ihrer Rückkehr berichtet Oskar ihr allerlei Dinge, nur nach ihrer

Gesundheit erkundigt er sich nicht. Zu diesem Zeitpunkt merkt sie das erste Mal, dass er sie nicht mehr so liebt wie früher.

1943 ist Emilie zu Besuch bei alten Freunden in Mährisch - Ostrau. Kurz vor ihrer Abfahrt geht ein Bobenhagel der Alliierten auf die Stadt ein. Sie kann sich jedoch rechtzeitig in einen Luftschutzkeller retten, im Gegensatz zu 2000 anderen Menschen.

Wie gesagt, kaufte Oskar ein Emailfabrik, die in einem miserabelen Zustand war. Er muß viel Geld hineinstecken, auch um überhaupt eine Genehmigung zu bekommen jüdische Arbeiter einzusetzen.

Kurz bevor Oskar die Fabrik kaufte wurde er Amon Göth vorgestellt, dem Kommandanten des Konzentrationslagers Plaschow, einem der abscheulichsten Menschen, was auch in dem Film „Schindlers Liste“ beschrieben wird. Oskar muß den hohen Nazi-Offiziren immer großere Gefälligkeiten erweisen, die aus Diamanten, Kaviar und Cognac bestanden, um die jüdischen Arbeiter zu behalten. Jedoch entschied sich Göth dazu das Lager Plaschow zu scließen und alle Juden, unsere Arbeiter eingeschlossen, nach Aschwitz zu schicken. Darauf wird Oskar ein Rüstungsbetrieb in Brünnlitz angeboten, was zu der berühmten Liste führt. Es werden insgesamt 1300 Leute aufgenommen.

Im Frühling 1944 treffen die Arbeiter in Brünnlitz ein, jedoch ohne die Frauen, die nach Aschwitz gebracht wurden. Oskar bittet darauf eine alte Jugendfreundin um Hilfe. Schließlich trifft der Zug mit den Arbeiterinnen in Brünnlitz ein, was die ganze Stimmung sofort bessert. Emilie selbst hat viel damit zu tun alle Arbeiter zu versorgen. Als Ausstattung und Material für die Herstellung von Granathülsen geliefert wird und die Arbeit eingentlich hätte beginnen können, wird mit der Produktion nicht angefangen. Die Fabrik wird eher als Heim für die jüdischen Arbeiter verwendet. Die Versorgung der Arbeiter ist eine schwerer Aufgabe für Emilie, da die ihnen zustehenden Nahrungsmittel sehr knapp bemessen sind und nicht ausreichen. Daher versucht sie immer wieder mit Tauschgeschäften auf dem Schwarzmarkt ein extra Kilo Brot oder andere Dinge zu bekommen und aus einer nahegeligenen Mühle bekommt sie Getreide und Grieß von der Besitzerin, die Mitleid hat und gern hilft. Eines Nachts kommt ein Mann zu ihr und bittet sie weitere 250 Juden aufzunehmen, die zusammengefercht in vier Waggons aus einem Steinbruch abtransportiert wurden. Es ist ein schrecklicher Anblick und Emilie bekommt noch mehr Arbeit, da diese Leute intensive Pflege benötigen. Währendessen warten die anderen Arbeirter darauf, dass mit der Produktion bekonnen wird, doch wie gesagt wird nie ein einziges Stück Mudition ausgeliefert. Im Mai 1945 befreien russische und amerikanische Truppen das Gebiet der Tschechoslowakei, womit der leidvolle Auszug der Sudetendeutschen beginnt. Sie werden verschleppt und in Viehwagons abtransportiert. Am 9. Mai 1945 ergibt sich Deutschland nach sechs Jahren Krieg, der 55 Mill. Tote, 35 Mill. Verletzte und 3 Mill. Vermißte hinterläßt. Am selben Tag verkündet Oskar über Lautsprecher in der Fabrik, dass nun alle frei seine und aufgrund der neuen Situation der Betrieb geschlossen würde. Es sind genau die richtigen Worte gewesen, und Emilie war stolz in diesem Augenblick bei ihm zu sein.

Tausende und Abertausende fliehen vor der roten Armee in den Westen. Auch für Emilie und Oskar sind gezwungen aufzubrechen. Mit einem luxuriösen Spezialanfertigung von Auto, die eigentlich für den Schah von Persien bestimmt war, einem großen Diamanten und ein paar persönlichen Papieren fahren sie in Richtung Deutsch Brod los. Als sie dort ankommen, werden sie von den Russen kontolliert, wobei sie ihre Uhren und das Auto verliehren. Die Lage war kaotisch. Nachdem sie die Zone durchquert hatten treffen sie ein Pürchen, die auch Schindler heißen. Der Mann ist kriegsversehrt und die Frau hat eine Luger bei sich. Schließlich kommen sie zu einem Lager die Roten Kreuzes, wo sie durchsucht werden. Die Waffe der anderen Frau Schindler wird sofort gefunden, man beschließt sie sofort zu erschießen. Nach diesem Vorfall muß Emilie an den Inhalt ihrer Tasche denken. Zu ihrem Glück befindet sich ein Kanal zu ihren Füßen, wo sie ihre Tasche hineinwirft.

Zwei tage später werden sie in altes Hotel gebracht wo sie übernachten müssen. Am nächsten Tag steigen sie in einen Zug der sie nach Pilsen bringen soll. Kurz vor Pilsen hält der Zug und die Lokomotive fährt ohne die Wagen weiter. Um etwa 5 Uhr morgens kommt die Lokomotive zurück und jemand befielt: „Alles aussteigen !“ Darauf werden sie ein amerikanisches Lager gebracht, wo sie nach langer Zeit wieder einmal etwas richtiges zu essen bekommen. Daraufhin wird ihnen ein kleiner Omnibus und eine Anzahl von Bezugsscheinen zur Verfühgung gestellt.

Nach einigen Umwegen kommen sie schließlich nach Regensburg, wo sie mit Hilfe der jüdischen StiftungJointeine kleine Wohnung und ein monatliches Verpflegungspaket bekommen. Doch das Leben in Regensburg ist nicht einfach für sie, da viele Einheimische ihnen mit Mißtrauen gegenüber treten, weil sie über Nahrungsmittel verfügen, die sie oft nicht haben.

Mit der Verkündung des Marshallplanes 1947 bessert sich die Lage allmählich. Oskar nimmt 1949 wiederum kontakt mit der Joint auf, die uns darauf zu zwei Überfahrtskarten nach Argentinien verholfen. Mit einer kleinen Gruppe Juden und vielen Italienern verlassen sie Europa an einem kalten Oktobermorgen. Die achtundzwazigtägige Reise ist fürchterlich für die Reisenden. Sanitäre Einrichtungen gibt es fast keine und als dann auch noch einige Reisende aufgrund von Seekrankheit sich überallhin übergeben, ist an Essen kaum noch zu denken. Emilie verliehrt bei dieser Reise fast 10 Kilo. Doch schon bald macht sich die Klimaveränderung bemerkbar und am 3. November 1949 kommen sie schließlich in Buenos Aires an.

Als erstes müssen sie sich einer Untersuchung der Behörden unterziehen, der Einreisegenehmigung wegen. Die erste Zeit wohnen sie in einem Hotel, doch Oskar nimmt schnell Verbindung mit der jüdischen Gemeinde auf, die ihnen die Bewirtschaftung einer Quinta anbietet, was sie auch annehmen. Dort bauen sie sich eine Hühner- und Legehennenzucht auf. Acht Jahr lang ist es vorallem Emilies Aufgabe sich um alles zu kümmern, Oskar ist keine Hilfe. Eines Tages bringt Oskar eine ganze Ladung Nutrias auf die Quinta und meint damit könne man das große Geld machen. Doch nach ausgiebigem Studium über dies Tiere erfährt Emilie, dass es Nutrias auf allen Kontinenten gibt, nur nicht in Südamerika. Wie gesagt ist Oskar kein perfekter Ehemann, was sich vorallem durch seine vielen Seitensprüge zeigt. Wahrscheinlich weiß er selbst nicht mit wem er alles ein Verhältnis hatte. Wenn Emilie ihn auf ein solches anspricht, antwortet er nur: „Emilie, jeder muß seinen Neigungen gemäß leben.“

1957 verkündete die Deutsche Bundesregierung ein Gesetz, dem zufolge alle durch die Nazis geschädigten entschädigt werden sollten.

Er wird beschlossen, dass Oskar allein nach Deutschland fährt. Am Flughafen hat Emilie irgendwie das Gefühl, dass er nie zurückkommt obwohl er es versprochen hat. Er verabschiedet sich, ohne sie anzusehen und zieht bedröppelt von dannen. Daraufhin steht Emilie mit der Quinta allein dar, ihr Schulden werden immer größer, die Arbeiter muß sie entlassen und die ganze Arbeit allein machen. Glücklicherweise erzahlt jemand der jüdischen Oranisation B’nai B’rith von ihrer schwierigen Lage. Sie raten ihr die Quinta zu verkaufen , was ihre Schulden haargenau deckt. Daraufhin stellt der Präsident der Stiftung ihr ein Haus in San Vicente zur Verfügung.

Aber es geht auch weiterhin für sie nicht sehr gut weiter, ihre alten Rückenschwerzen tauchen wieder auf, was sie 3 Monate ans Bett fesselt.

Eines schönen Tages im Jahr 1993 bekommt sie von Steven Spielberg eine Einladung nach Jerusalem, da er dort das Ende seines Filmes mit den Überlebenden drehen will. Spielberg lädt sie darauf hin ein Zweites mal ein, zur Premiere des Films in Washington, bei der auch Bill Clinton und seine Frau anwesend sind.

Als nach einiger Zeit ihr Oskars Tot über die B’nai B’rith mitgeteilt wird, ist er für sie jedoch schon lange gestorben. Oskars Leichnam wird auf einen Friedhof in Jerusalem überführt, was sein letzter Wunsch gewesen war.

Im März 1995 wird Emilie nach Rom zu einer Audienz beim Papst und zu einem Treffen mit dem Oberrabiner von Rom eingeladen. Einen Tag nach ihrer Ankunft in Rom, trifft sie den Papst, Er segnet sie und sagt ihr und ihrem verstorbenen Mann dankt für das, was sie während des 2. Weltkrieges getan haben. Ebenso bewegend wie diese Begegnung ist für sie das Treffen mit dem Oberrabiner. Am darauffolgenden Tag fliegt sie nach Bonn um dort den Bundespräsidenten zu treffen, der sehr viel Takt beweist und sie keine Dinge über den Krieg und andere Sachen in diesem Zusammenhang fragt. In Bonn hat sie noch eine weitere schöne Begegnung. Nach 50 Jahren sieht und schmeckt sie wieder einmal den Schnee.

4 von 4 Seiten

Details

Titel
Emilie Schindler erzählt ihre Geschichte
Autor
Jahr
2001
Seiten
4
Katalognummer
V101599
Dateigröße
331 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emilie, Schindler, Geschichte
Arbeit zitieren
Martin Kelling (Autor), 2001, Emilie Schindler erzählt ihre Geschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101599

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