Am 7. Juli 1999 hospitierten wir in einer 2. Klasse der Grundschule „Im Roten Felde“ in Lüneburg. Bei der beobachteten Deutschstunde handelte es sich um Grammatikunterricht.
Es wird in diesem Hospitationsbericht um die fachwissenschaftliche und fachdidaktische Analyse des beobachteten Unterrichts gehen. Damit die Perspektive der Lernenden auf den Unterrichtsgegenstand nicht zu kurz kommt, haben wir uns zu Beginn zwei Schülerinnen und zwei Schüler ausgesucht, deren Zugriffsweisen auf den Unterrichtsgegenstand wir genauer beobachten und dokumentieren möchten.
Bei der fachdidaktischen und fachwissenschaftlichen Analyse werden wir darstellen, in welcher Form die Lehrerin das in den Rahmenrichtlinien formulierte Lernziel umgesetzt hat und wie es in verschiedenen Sprachbüchern umgesetzt wird. Wir werden im Hinblick auf das Lernziel die Zugriffsweisen der Schüler mit der Lehrintention der Lehrerin vergleichen.
Am Ende des Berichts wird eine Auswertung des beobachteten Unterrichts stehen: wir werden zu dem beobachteten Unterricht in Bezug auf die Zugriffsweisen der Schülerinnen und Schüler, das verwendete Arbeitsmaterial und andere Materialien, die Lehrintention der Lehrerin und ihre Umsetzung sowie den Stellenwert in den Rahmenrichtlinien Stellung nehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Angaben
3. Beschreibung des Unterrichts
4. Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Analyse
4.1 Das Thema in den Rahmenrichtlinien...
4.2 ...in der Fachwissenschaft...
4.3 ...in verschiedenen Sprachbüchern...
4.4 ...und im Unterrichtszusammenhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, eine beobachtete Grundschul-Grammatikstunde zum Thema Verkleinerungsformen sowohl fachwissenschaftlich einzuordnen als auch fachdidaktisch zu reflektieren. Dabei wird analysiert, wie das Lernziel der Verkleinerung mittels der Suffixe -chen und -lein vermittelt wurde, wie dies mit den Rahmenrichtlinien korreliert und wie unterschiedliche Lehrmaterialien diese Thematik didaktisch aufbereiten.
- Fachdidaktische Analyse der Unterrichtsplanung und Umsetzung
- Vergleich der Lehrmethodik mit den Anforderungen der Rahmenrichtlinien
- Untersuchung der Rolle von Verkleinerungsformen in der Fachwissenschaft
- Vergleichende Analyse der Darstellung in verschiedenen Sprachbüchern
- Reflektion der Schülerperspektive auf den Lerngegenstand
Auszug aus dem Buch
4.2 ...in der Fachwissenschaft...
In der Duden Grammatik der deutschen Sprache findet man zum Thema Verkleinerung von Nomen durch Anhängen der Endsilben -chen und -lein einen Artikel. In der Grammatik wird von „Diminutivbildungen“ als semantische Muster gesprochen. Durch die Endsilben wird nicht nur eine sinngemäße Verkleinerung erreicht, sondern auch die Einstellung oder Beziehung des Senders wird deutlich. Die Endung -chen ist diejenige, welche am häufigsten gebraucht wird. Die Endung -lein wird heute nur noch in bestimmten Textarten wie z.B. Märchen verwendet. Worte, die auf -g oder -ch enden, werden durch Anhängen der Silbe -lein verkleinert, Worte, die auf -l enden durch die Silbe -chen. Die Suffixvariante -el-chen ist in der nord- und mitteldeutschen Umgangssprache üblich.
Wenn einem Wort bereits ein Ableitungsmorphem angehängt worden ist, ist das Anhängen eines Diminutivsuffixes wie -chen oder -lein nicht möglich.
Bei den meisten Worten wird der Selbstlaut durch die Verkleinerung zu einem Umlaut.
Endet ein Wort auf -e, entfällt das -e vor dem Diminutivsuffix, die Endung -er, die zum Singular gehört, bleibt jedoch erhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Hospitationskontextes, der Zielsetzung der Analyse und der methodischen Herangehensweise an die Beobachtung.
2. Allgemeine Angaben: Beschreibung der Rahmenbedingungen der besuchten Grundschulklasse, inklusive räumlicher Gegebenheiten und der Klassenzusammensetzung.
3. Beschreibung des Unterrichts: Detaillierte Schilderung des Unterrichtsverlaufs, der verwendeten Materialien und der Interaktion zwischen Lehrkraft und Schülern.
4. Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Analyse: Kernstück der Arbeit, welches das Thema Diminutivbildung aus verschiedenen fachlichen und unterrichtspraktischen Perspektiven beleuchtet.
4.1 Das Thema in den Rahmenrichtlinien...: Einordnung des Lernziels der Verkleinerungsbildung in die niedersächsischen Vorgaben für den Grundschulunterricht.
4.2 ...in der Fachwissenschaft...: Linguistische Betrachtung der Diminutivbildungen, ihrer morphologischen Regeln und semantischen Funktionen.
4.3 ...in verschiedenen Sprachbüchern...: Analyse und Vergleich der didaktischen Aufbereitung des Themas in unterschiedlichen Lehrwerken.
4.4 ...und im Unterrichtszusammenhang: Zusammenfassende Bewertung der Umsetzung des Themas durch die Lehrkraft im beobachteten Unterricht.
Schlüsselwörter
Grammatikunterricht, Verkleinerungsformen, Diminutivbildung, Grundschule, Fachdidaktik, Sprachbücher, Rahmenrichtlinien, -chen, -lein, Wortbildung, Umlaut, Lernziel, Unterrichtsanalyse, Linguistik, Morphem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse einer beobachteten Deutschstunde an einer Grundschule, die sich auf das Thema der Verkleinerungsformen von Nomen konzentriert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die linguistischen Grundlagen der Diminutivbildung, die fachdidaktische Aufbereitung dieses Themas in Lehrbüchern und die praktische Umsetzung im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Lehrintention der Lehrerin mit den Vorgaben der Rahmenrichtlinien abzugleichen und zu untersuchen, wie Schüler den Unterrichtsgegenstand erschließen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der teilnehmenden Beobachtung (Hospitation) sowie eine vergleichende Analyse von Lehrmaterialien und fachwissenschaftlicher Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Themas in den Rahmenrichtlinien, die linguistische Einordnung sowie den Vergleich verschiedener Sprachbücher und die Reflexion der beobachteten Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Grammatikunterricht, Diminutivbildung, fachdidaktische Analyse, Rahmenrichtlinien und die Suffixe -chen und -lein.
Wie spielt die semantische Komponente bei der Diminutivbildung eine Rolle?
Über die reine Größenangabe hinaus können die Suffixe -chen und -lein laut Arbeit auch eine emotionale Bewertung wie Wertschätzung oder Geringschätzung beim Sprecher ausdrücken.
Warum wurde im Unterricht auf ein älteres Sprachbuch zurückgegriffen?
Die Lehrkraft entschied sich für ein älteres Material, da das aktuell genutzte Schulbuch die Verkleinerungsbildung stets mit der Umlautveränderung und Artikelveränderung verknüpfte, während die Lehrerin diese Aspekte methodisch trennen wollte.
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- Bettina Anders (Author), 1999, Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Analyse einer Grammatikstunde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10163