Öffentlichkeitsarbeit im Internet - Eine vergleichende Analyse


Seminararbeit, 2001

27 Seiten, Note: 1


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Öffentlichkeitsarbeit?

3. Internet-Design als Schlüssel zur Außenwirkung
3.1. Das Interface- Design
3.2. Das Site-Design
3.3. Das Page-Design
3.4. Die Typografie

4. http://www.carnegiehall.org
4.1. Die Gliederung der Homepage
4.2. Die Seitengliederung
4.3. Die Suchfunktion
4.4. Die Rundgänge
4.5. Zusammenfassung

5. http://www.gewandhaus.de
5.1. Die Gliederung der Homepage
5.2. Die Seitengliederung
5.3. Die Suchfunktion
5.4. Die Serviceangebote
5.5. Zusammenfassung

6. Fazit: Carnegie Hall versus Gewandhaus

Literaturverzeichnis /Quellennachweis

Glossar

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Öffentlichkeitsarbeit in Kultureinrichtungen. Um die wesentlichen Punkte dieses weiten Themenfeldes zu verdichten, erscheint es sinnvoll, einen Aspekt herauszugreifen, um diesen wiederum detaillierter zu betrachten. Zu diesem Zweck konzentriert sich diese Arbeit auf das Gebiet der Präsentation von Kulturbetrieben im Internet. Damit auch dieses Themenfeld möglichst verständlich und in konkreter Form dargestellt werden kann, soll eine vergleichende Analyse von zwei Internetauftritten vorgenommen werden: Die Internet-Präsentation der Carnegie Hall (New York) wird dabei der des Gewandhauses (Leipzig) gegenübergestellt.

Zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Arbeit hat die Internetseite (Homepage) des Gewandhauses Leipzig eine Überarbeitung, einen sogenannten „Relaunch“ erfah- ren. Die Überarbeitung einer Webseite wie überhaupt die Einrichtung einer solchen kos- tet viel Geld und beansprucht in der Regel mehrere Wochen Arbeitszeit. Dass immer mehr Unternehmen - und gerade Kulturbetriebe - in die eigene Präsentation über dieses vergleichsweise junge Medium Internet investieren, zeigt das wachsende Interesse der Öffentlichkeit an der Nutzung dieser Kommunikationsvariante. Öffentlichkeitsarbeit, die im 21. Jahrhundert auf die Nutzung des Internets verzichtet, ist unvollständig, wenn nicht gar unzureichend.

Die Neugestaltung der Internetseite des Gewandhauses hat zu einer besseren Vergleichbarkeit mit der Seite der Carnegie Hall in New York beigetragen, da Niveau- unterschiede, die zuvor bestanden, weitgehend ausgeglichen werden konnten. Die US- amerikanische Wirtschaft setzt im Umgang mit dem „WorldWideWeb“ und dessen Nutzung für die Verbreitung von Informationen nach wie vor Maßstäbe, an denen die Funktionalität aller kommerziell genutzten Webseiten gemessen wird. Der entscheiden- de Indikator für die Effizienz einer Homepage ist die Anzahl der Besucher, also die Öf- fentlichkeit, die über sie erreicht wird. Die folgende Analyse wird versuchen zu klären, welche Faktoren der Gestaltung einer Internetseite einen Einfluss auf die Effektivität der Öffentlichkeitsarbeit eines Kulturbetriebes haben. Dabei werden weniger die techni- schen Details der Seiten beleuchtet, wenngleich die vereinzelte Verwendung von Fach- ausdrücken unerlässlich ist - zumal häufig keine exakte deutsche Entsprechung für ein- zelne Begriffe aus dem Englischen existiert. (Die Fachbegriffe stehen zumeist in Klammern und werden im Glossar erläutert.) Vielmehr ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit, die Symbiose zwischen dem Kulturbetrieb und der Öffentlichkeit über die Brücke Internet offen zu legen - eine Symbiose mit variierendem Erfolg.

Die allgemein eher schlechte Literaturlage zum Thema Internet ist mehr oder minder selbsterklärend: Das Medium genügt sich weitgehend selbst, so dass bedauerlicherweise kaum hilfreiche Druckerzeugnisse existieren. Dennoch stützt sich die Argumentation hier in der Hauptsache auf zwei Publikationen: Roy McKelveys „ Hy- pergraphics “ 1 und den in Deutschland mittlerweile als referenziell geltenden „ Web Style Guide “ 2 von Patrick J. Lynch und Sarah Horton.

2. Was ist Öffentlichkeitsarbeit?

Bevor der thematische Rahmen dieser Arbeit verengt wird, um den Fokus auf die Inter- netpräsentation der zu betrachtenden Kulturbetriebe zu richten, soll kurz auf grundle- gende Fragen der Öffentlichkeitsarbeit in Kultureinrichtungen eingegangen werden, die selbstverständlich auch für das Wirken einer Homepage in der Öffentlichkeit gelten. Was ist Öffentlichkeitsarbeit? Um sich einer Antwort auf diese grundsätzliche Frage zu nähern, ist es hilfreich, sich das Naheliegende vor Augen zu führen, das beim Facetten- reichtum des Themas allzu leicht aus dem Blick verloren wird: Jeder, der (gezielt) an die Öffentlichkeit tritt, macht Öffentlichkeitsarbeit. Etwas konkreter und auf den Kon- text dieser Arbeit bezogen bedeutet dies, dass die Öffentlichkeitsarbeit des Kulturbe- triebs dort beginnt, wo er die ihm immanente exponierte Funktion im öffentlichen Be- reich der Gesellschaft wahrnimmt - die bloße Existenz einer Kultureinrichtung schafft Öffentlichkeit.

Ein Kulturbetrieb lebt vom wechselseitigen Austausch zwischen dem Betreiber und dem Publikum (der Öffentlichkeit im eigentlichen Sinn). Unabhängig davon, welche Ansprüche die Organisatoren einer Kultureinrichtung an das potentielle Publikum stellen, wird der materielle wie immaterielle Erfolg des Hauses in jedem Fall von der Rezeption seiner Besucher abhängen.

Der Kultureinrichtung kommt durch dieses „Kräfteverhältnis“ eine Doppelrolle zu: Einerseits hat jede Kultureinrichtung in Deutschland einen gesellschaftlichen Auf- trag zu erfüllen (je nach Einrichtung in variierender Ausprägung), der im weitesten Sin- ne die kulturelle Bildung der Bevölkerung sicherstellen soll. Andererseits ist dieses Bil- dungsangebot (von schulischen Aktivitäten im Rahmen der Schulpflicht abgesehen) nicht obligatorisch für die Bürger, und somit ist dessen Wahrnehmung dem Individuum freigestellt. Für eine Kultureinrichtung bedeutet das auch Abhängigkeit von der Öffent- lichkeit, denn ohne die Akzeptanz und die aktive Beteiligung der Gesellschaft an einem Kulturbetrieb kann dieser weder seine Funktion erfüllen (Bildung etc.) noch seinen ei- genen Ansprüchen gerecht werden. Die Öffentlichkeit wird also zum Einen von Kultur- einrichtungen gestaltet und geprägt. Zum Anderen hat aber auch der Rückfluss und das „Feedback“, die Rückkopplung der Öffentlichkeit einen entscheidenden Einfluss auf die Gestalt der Kultureinrichtungen. „Öffentlichkeit“ wird hier also verstanden als ein zu gestaltender Raum, der sowohl die Kultureinrichtungen wie auch deren Rezipienten umfasst. Die Öffentlichkeit kann demnach je nach Gewichtung der Interessen seitens der Kultureinrichtungen und deren Besuchern im wechselseitigen Diskurs gestaltet werden. An diesem Punkt setzt die Öffentlichkeitsarbeit an, deren zentralen Aspekte aus Sicht der Kultureinrichtungen im Folgenden betrachtet werden.

Elementar bei der Öffentlichkeitsarbeit generell ist die Einheitlichkeit des exter- nen Auftritts. Wenn das erklärte Ideal vorsieht, eine möglichst große Öffentlichkeit zu erreichen, um diese für die Ziele einer Kultureinrichtung zu interessieren und letztlich dauerhaft zu gewinnen, muss eine geschlossene Wirkung nach außen angestrebt werden. Beispielsweise kann sich ein Theater nicht frech bis chaotisch und gleichzeitig seriös bis konservativ präsentieren. Eine einheitliche Strategie ist unverzichtbar, da eine wi- dersprüchliche Öffentlichkeitsarbeit mehr schaden als nutzen kann. Die Ausdifferenzie- rung einer solchen (Marketing-)Strategie ist praktisch nie endgültig vollzogen, da sich eine gute Strategie den Veränderungen der Besucherschaft anpasst. Hinsichtlich der Richtung, in die diese Strategie wirken soll, darf es keine Zweifel geben, wenn sie er- folgreich nach außen wirken soll. Zentrale Priorität hat dabei die Publikumsbindung, die die Auswahl einer Zielgruppe voraussetzt, auf die die Strategie zugeschnitten werden kann. Hat sich eine Kultureinrichtung einmal auf eine Zielgruppe (und damit auf die „Färbung“ der Öffentlichkeitsarbeit) festgelegt, ist es meistens sehr schwierig, das da- mit entstehende Image oder den Ruf des Hauses wieder zu ändern. Allenfalls können weitere Zielgruppen erschlossen werden, was allzu häufig aber zu Lasten der bestehen- den Publikumsbindungen geht. Viele Museen etwa funktionieren mit gleichbleibendem Erfolg durch eine Art Stammkundenstruktur, die Senioren und Schulklassen zum Besu- chermittelpunkt etabliert haben. Würde hier zum Beispiel versucht, durch massive Ein- griffe in die Öffentlichkeitsarbeit Jugendliche (als Privatpersonen) für das Museum zu interessieren, indem dort „Events“ nach der Machart „Techno Meets Actionpainting“ vollzogen würden, könnte die etablierte Besucherstruktur einbrechen. Der Verlust des Großteils der Stammbesucher ist ohne sofortigen Ersatz das jähe Ende einer Kulturein- richtung.

Die Öffentlichkeitsarbeit muss also einheitlich gestaltet sein und (optimalerwei- se) zentral koordiniert werden. Das schließt unter anderem die Auswahl der Veranstal- tungen anhand einer hierarchischen Themenbildung ein, damit ein möglichst stimmiges Kulturangebot gemacht werden kann, ohne die potentiellen Interessenten abzuschrecken oder den lokal vorhandenen „Kultur-Markt“ zu übersättigen. Was macht die Konkur- renz? Ist das Kulturangebot meines Hauses womöglich nur ein Aufguss bereits vorhan- dener Angebote? Und falls ja - was kann man verändern, damit das Angebot dennoch attraktiv wird?

Ferner fällt die Festlegung auf ein für die jeweilige Kultureinrichtung maßge- schneidertes Konzept zur Erlangung kurz- bis mittelfristiger Ziele in diesen Bereich. Dabei müssen verschiedene Komponenten berücksichtigt und aufeinander abgestimmt werden: Neben dem eigentlichen Veranstaltungsangebot ist unter anderem die Gestal- tung der Werbekampagne (Plakate, Anzeigen, Flyer, Radio- und Fernsehspots etc.) von Bedeutung, aber auch generell das „Design“ einer Kultureinrichtung. Das reicht vom Auftreten und der Einstellung der Mitarbeiter („Corporate Identity“) des Hauses über dessen Aufmachung bei Veranstaltungen („Corporate Design“) bis hin zu Presseinsze- nierungen (auch Pressekonferenzen kann man gestalten und designen). Die berüchtigten und oftmals zutreffenden „W-Fragen“ haben auch für den Öffentlichkeitsarbeiter volle Gültigkeit: Was will ich machen? Wen will ich erreichen? Wo kann ich meine Ziele verwirklichen? Wie kann ich meine Ziele erreichen? Wann ist die richtige Zeit für wel- che Maßnahmen?

Paradigmenwechsel in Kultureinrichtungen müssen gut überlegt, lange vorberei- tet und vor allem - einmal auf den Weg gebracht - unabhängig vom Ausgang der Ent- wicklung „durchgehalten“ werden. Häufig gehen solche Veränderungen mit Personal- wechseln (neuer Intendant o.ä.) oder dem Auftreten respektive dem Abspringen von Sponsoren einher. Doch selbst wenn neue Konzepte sich nicht auf Anhieb als erfolg- reich herausstellen (besonders hinsichtlich der Publikumsdemographie), hat die konse- quente Fortführung Priorität, da nichts schädlicher ist für eine Kultureinrichtung als Sprunghaftigkeit in der Publikumsorientierung und chaotische oder heftige Strategie- wechsel in der Öffentlichkeitsarbeit. Letzten Endes zelebriert das Publikum trotz aller Öffentlichkeit in einer Kultureinrichtung eine (geringfügig) speziellere Art von Ge- meinschaft. Und wer im besten Anzug in aller Stille ein Gemälde betrachten möchte, sehnt sich nicht nach dem Alleinsein, im Gegenteil - der stille Betrachter möchte unter Seinesgleichen sein. Völlig konträr dazu steht zum Beispiel Aktionskunst oder Klang- malerei, so dass man anerkennen muss, dass an einem Ort zur selben Zeit eben nur eines der Kulturangebote offeriert werden kann.

3. Internet-Design als Schlüssel zur Außenwirkung

Auch für die Präsentation einer Kultureinrichtung im Internet ist die Analyse der Ziel- gruppe immens wichtig, da die Gestaltung der Homepage letztlich davon abhängt, wel- che Besucher überwiegend darauf verweilen. Bevor im Analyseteil dieser Arbeit (Kap. 4 und 5) die Internetseiten der Carnegie Hall jener des Gewandhauses gegenübergestellt werden, soll zum besseren Verständnis der Analyse ein kurzer Abriss über die Stan- dards heutiger Homepages referiert werden. Dabei soll - wie angekündigt - auf techni- sche Spitzfindigkeiten weitgehend verzichtet werden. Im Rahmen dieser Arbeit sollen ausschließlich solche Aspekte beleuchtet werden, die im Zusammenhang mit den Inter- netauftritten einen Einfluss auf die Außenwirkung der beiden Kultureinrichtungen ha- ben. Über die Unterpunkte „ Interface-Design “, „ Site-Design “, „ Page-Design “ und „ Ty- pografie “ soll verdeutlichet werden, wo die Möglichkeiten liegen, die die Internetprä- senz zur Erschließung von Zielgruppen bietet, und wo Hindernisse entstehen können.

3.1. Das Interface-Design

Die aktuelle, international vereinbarte Strukturierung von Informationen geht traditio- nell zurück auf die Printmedien: Die Vorstellungen darüber, vom Inhaltsverzeichnis bis hin zum Index, haben sich in vielen Jahrhunderten herausgebildet; sie sind vollständig normiert und in Standardwerken wie dem „ Duden “ oder dem „ Chicago Manual Of Style “ detailliert festgelegt. Im Vergleich zu dieser Ordnung der Printmedien befindet sich das Internet noch in einer eher undifferenzierten Entwicklungsphase, die dem Um- stand geschuldet ist, dass Web-Dokumente völlig neuartige Gebilde sind. Der wesentli- che Unterschied zum Printmedium liegt in der Interaktion. Der „Leser“ des Web- Dokumentes tritt in eine Wechselwirkung mit dem Medium: Die Seite verändert sich ständig, die Darstellungen und Metaphern, die sich zu einem Konzept fügen sollten, können nicht immer intuitiv und auf Anhieb dechiffriert werden. Über den Bildschirm werden zahlreiche Möglichkeiten vermittelt, die ein Leser erst einmal verstehen muss, bevor er sie nutzen kann. Mit einfachem Lesen und dem Erkennen von Bildern ist es da oftmals nicht getan. Web-Dokumente verknüpfen graphische und textliche Aspekte un- trennbar zu einem Interface-Design, das viele Möglichkeiten bietet (Graphik- Animationen, Hyperlinks, Multimedia etc.) - und ebenso viele Tücken bereithält, die durchschnittliche Benutzer oftmals abschrecken oder gar frustrieren.

Nach Lynch et al. sollte es das Ziel sein, die Bedürfnisse der potentiellen An- wender durch moderne Web-Techniken zu befriedigen, d.h. den Komfort der graphi- schen Gestaltung und der Online-Serviceleistungen im weitesten Sinne zu gewährleis- ten, ohne dabei unnötig Steine in den Weg zu legen3. Bei der Web-Präsenz eines Kul- turbetriebes ist dafür eine Analyse der Zusammensetzung des Publikums entscheidend. Denn: „ ... es ist unmöglich, ein Design für jemanden zu entwickeln, dessen Bedürfnisse man nicht kennt ... “ (Lynch et al., 1999:27). Wie leicht ersichtlich ist, stellt die Orien- tierung das Hauptproblem beim Lesen einer Internetseite dar. Viele Anwender be- schränken sich bei der Benutzung von Web-Dokumenten überwiegend auf die Hyper- link-Navigation. Als ideal gelten bei der Orientierungshilfe graphische Buttons4. Sie können die graphische Maske einer Seite schmücken und gleichzeitig als Navigations- Links dienen. Aber für diese Buttons, wie für alle anderen Symbole, die als Sinnbilder auf der Seite eingesetzt werden, gilt: Je simpler, vertrauter und logischer sie erscheinen, desto besser5. Generell trifft auch für Internetseiten das oben beschriebene Prinzip der Einheitlichkeit zu: Maximale Funktionalität und Verständlichkeit kann nur erreicht werden, wenn die Web-Seite durchgehend nach demselben Grundmuster aufgebaut ist.

Dazu gehört ebenfalls, dass eine Web-Seite so gestaltet sein sollte, dass sie die Geduld der Nutzer nicht überstrapaziert, was simpel bedeutet: Die Seite darf nicht über- frachtet sein mit lange ladenden Graphiken und die Gesamtseitenzahl sollte gleichfalls nicht zu große Datenmengen enthalten. „Untersuchungen haben gezeigt“, so Lynch et al. (1999:29), „dass die Frustrationsschwelle bei langen Ladezeiten etwa nach zehn Se- kunden überschritten ist.“6

3.2. Das Site-Design

Zum Site-Design gehören auch ganz praktische Überlegungen, denn mit dem Design der Homepage ist gleichzeitig auch deren organisatorischer Rahmen festgelegt. „Das Grundprinzip beim Design einer Webseite besteht darin, den Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden ... “ (Lynch et al., 1999:32). Das Wichtigste, das die Homepage einer Kultureinrichtung wie das Leipziger Gewandhaus leisten muss, ist das Angebot von Informationen (z.B. Spielplan), Produkten (z.B. Kartenverkauf) und Dienstleistungen (z.B. Servicedienste). Viele Organisationen stellen auf ihren Internet-Seiten primär vor allem die Unternehmensstruktur dar - ein Thema, für das sich die durchschnittlichen Besucher der Homepage schlichtweg nicht interessieren. Auch in diesem Punkt ist die genaue Kenntnis der Zielgruppe unverzichtbar. Die Wünsche der Zielgruppe bezüglich der Angebote und Dienstleistungen sollten beim Site-Design höchste Priorität haben.

Aus graphischer Perspektive ist dabei die zentrale (oder anderweitig exponierte) Anordnung des Informationsangebots entscheidend. Die Übersichtlichkeit und Verständlichkeit des Informationsangebots steht dabei im Mittelpunkt und muss bereits auf der Startseite offensichtlich werden: „Eine gut gegliederte Inhaltsübersicht [...] ist mehr als eine Link-Leiste: Sie vermittelt eine Vorstellung von der Struktur, dem Umfang und dem Stil [...] (der) Präsentation.“ (Lynch et al., 1999:38.)

Ein weiterer wichtiger Punkt im Zusammenhang mit dem Site-Design ist das Nutzer-Feedback respektive die Kontaktmöglichkeit, die auf einer Homepage nicht oft genug angeboten werden kann. Die Nutzer erkennen im Normalfall die bidirektionalen Eigenschaften des Mediums Internet und erwarten dementsprechend, Kritik, Fragen oder Anregungen postwendend an den Urheber oder den Betreiber der Homepage rich- ten zu können.7 Auch ist heute nach wie vor nicht selbstverständlich, dass der Rücklauf über die Homepage einer Kultureinrichtung in adäquater Weise, d.h. zügig, freundlich und kompetent bearbeitet wird. Prinzipiell unterscheidet sich das Portal einer Homepage nicht vom Foyer eines Kulturbetriebs oder dem Empfangstresen eines Unternehmens8.

Lynch et al. (1999:43) kommentieren die bekannten Probleme mit dieser Servi- celeistung wie folgt: „Die Anforderungen, die die Erstellung einer beliebten Website an Logistik- und Supportmitarbeiter richtet, werden häufig solange nicht ernst genommen, bis es zur Krise kommt Gibt es jemanden, der die herbeiströmenden Besucher be- grüßt? Wer gibt Antworten auf die Fragen nach ... (den) Produkten und Dienstleistun- gen?

3.3. Das Page-Design

Noch etwas spezieller als beim Site-Design muss beim Page-Design die Aufmerksam- keit auf den logischen Aufbau der einzelnen Seite gerichtet werden. Der Weg von jenen Überlegungen, die das Interface-Design betreffen, über das Site-Design bis hin zu einer schlüssigen Logik des Page-Designs ist ein langer, auf dem sich viele kleine Fehler einschleichen können, auf die hier aus Platzgründen nicht näher eingegangen werden kann. Wichtig aber ist, dass Wirrwarr im Design der Web-Seite und damit die Verwirrung des Benutzers der Seite zu unterbleiben haben. Das setzt beim Aufbau der gesamten Homepage die Schaffung einer Art „visuellen Hierarchie“9 voraus, so dass der Besucher im Idealfall die visuelle Logik intuitiv begreifen kann.

Eine Homepage besteht aus vielen einzelnen Seiten, die auf alle erdenklichen Weisen angeordnet sein können. Es gibt vom Benutzer leicht zu erkennende Hierar- chien, etwa in Form einer Sequenz oder mit einer flachen, linearen Struktur10. Die meis- ten Web-Seiten sind derart gestaltet und können auch von ungeübten Besuchern prob- lemlos bedient werden (vgl. Abb.1). Komplexere Seiten-Strukturen sind zum Beispiel das sogenannte Gitter oder auch das „Spinnennetz“ (Abb. 1) - solche Hierarchien sind nicht-linear und daher möglicherweise verwirrend, so dass als Benutzer eigentlich nur Fachpublikum in Frage kommt. Somit verfehlen Seiten, die auf diese Weise gestaltet sind, ihre eigentliche Funktion: Web-Seiten wurden entwickelt, um möglichst vielen Anwendern auf effektive und geeignete Weise spezifische Informationen zu liefern11. „Gut gestaltete Sites“, schreibt McKelvey (1999:65), „sind einfach im Konzept und konsistent in ihrer Anordnung und Interaktion.“

Praktisch gesprochen bedeutet dies, dass sich der Besucher zu keinem Zeitpunkt „verloren“ fühlen darf und möglichst immer genaue Kenntnis davon haben können muss, wo er sich befindet und wohin er sich bewegen kann.

Abb. 1: Strukturen im Überblick

Besucher von Internetseiten nehmen ebendiese auf zweierlei Art wahr: Zum Einen als „direktes Medium“, das Informationen auf den Bildschirm holt, die online gelesen werden. Zum Anderen als eine Art „Informationsdienst“, der längere Textdatei- en aus dem Internet filtert, die heruntergeladen oder auf Papier ausgedruckt werden.

Betrachtet man die einzelne Internet-Seite als reine Informationsquelle, so gel- ten weitgehend die gleichen Bedingungen, die Konsumenten dieser Informationen auch von Printmedien erwarten. Lynch et al. (1999:66) definieren das Page-Design wie folgt:

„Von einer Informationsquelle erwarten wir, dass sie eindeutig, gut strukturiert und seriös ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein traditionelles Papierdokument oder um eine Web-Seite handelt.“ Den Autoren zufolge besteht die wichtigste Aufgabe der graphischen Gestaltung darin, eine überzeugende und einheitliche visuelle Hierarchie zu schaffen12. Dabei sollte der Inhalt logisch angeordnet sein und die wichtigsten Elemente sollten im Vordergrund stehen; die Seitenführung muss klar ersichtlich werden. „Leser nehmen eine Seite zuerst als eine Komposition von Form und Farbe wahr, bei der sich die Elemente im Vordergrund vom Hintergrund abheben.

Erst auf den zweiten Blick werden spezifische Informationen erfasst.“ (Lynch et al., 1999:67.). Der Kontrast ist wichtig: Textlastige oder fade Seiten strengen den Leser an, da das Bild in diesen Fällen vom Betrachter als eine einzige graue Fläche wahrgenommen wird. Die Abbildungen 2 und 3 stellen die Wahrnehmung von Internet- seiten schematisch dar.

Abb. 2: Schaffung visueller Hierarchien

Abb. 3: „Kontrast ist wichtig.“

Weiter empfehlen sowohl Lynch et al. als auch McKelvey die konsequente Einheitlichkeit des Page-Designs zur Vermittlung von Geschlossenheit13, da der Besucher das Erscheinungsbild der Web-Seite assoziativ auf die Kultureinrichtung (oder allgemein: den Anbieter) überträgt. Wiederholungen erscheinen dann nicht als langweilig, sondern sorgen dafür, dass der Besucher ein Gefühl dafür entwickelt, an einem bestimmten Ort zu sein, an den er sich erinnert.

Ein gewichtiges Problem bei fast allen Homepages ist die Länge der einzelnen Seiten. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass das Scrollen für eine erhebliche Desori- entierung bei durchschnittlichen Benutzern sorgt14. Lange Web-Seiten verlangen dem Besucher ab, sich binnen kurzer Zeit viele Informationen zu merken, die auf dem Bild- schirm nicht mehr zu sehen sind. Darüber verlieren viele Besucher rasch die Orientie- rung. Lynch et al. weisen darauf hin, dass häufig Dokumente, die bereits mehr als zwei Seiten umfassen, heruntergeladen werden, damit sie offline durchgearbeitet werden können15.

Dieses „Geduldsspiel“ kann man möglicherweise dadurch umgehen, indem man die Seite von vornherein auf das anvisierte Zielpublikum zuschneidet. Das setzt wieder- um Kenntnis über die durchschnittliche technische Ausrüstung der Zielgruppe voraus. Im Mittel benutzen die meisten Besucher des Internets analoge Modemverbindungen mit 28.8k und 15-Zoll-Bildschirme mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln. Vor die- sem Hintergrund erscheint es unsinnig, Homepages zu designen, die auf Ethernet- Geschwindigkeit und eine Auflösung von 1024 x 768 Pixeln ausgerichtet sind, da diese Anforderungen lange Ladezeiten und hohe Scroll-Aktivitäten bei durchschnittlichen Besuchern verursachen.

3.4. Die Typographie

Ein weiterer wesentlicher Punkt in Fragen des Designs einer Homepage, der von vielen „Internet-Architekten“ mehr oder weniger ignoriert wird, ist die Typographie. In we- nigstens zweierlei Hinsicht ist gerade sie für ein gelungenes Design entscheidend: Ers- tens erfüllt sie - was naheliegend erscheint - eine visuelle Funktion. Darüber hinaus steht und fällt mit der Typographie aber zweitens die Funktion der verbalen Kommuni- kation über die Web-Seite16. (Wir erinnern uns: Das Internet ist ein kommunikatives Medium, das in zwei Richtungen funktioniert!) Allgemein bedeutet Typographie die Ausgewogenheit des Wechselspiels von Zeichenformen, ganz gleich ob auf einer Buch- oder einer Internetseite. Sie dient, kurz gesagt, dem Leser dazu, den Text zu verstehen. Lynch et al. (1999:97) konstatieren dazu: „Zuerst nehmen sie (die Leser) die graphische Struktur der gesamten Seite wahr, dann richtet sich ihr Augenmerk auf einzelne Wörter und sie beginnen zu lesen. Gute Typographie strukturiert den Text durch Zeichenset- zung und graphische Akzente.“

Es geht hierbei vordergründig um Ausdifferenzierung des hierarchischen Aufbaus, der sich bei gelungener graphischer Gestaltung von Web-Seiten aus der mehr oder minder strengen Beibehaltung der Hierarchien von Site- und Page-Design ergibt. Ein wenig banal (aber zutreffend) gesagt, stellt sich dabei die Frage nach der Lesbarkeit von Internet-Dokumenten. Allein die Tatsache, dass ein Text auf einem Bildschirm mit selten mehr als 85 dpi dargestellt werden (bei Buchseiten sind 1200 dpi üblich), erfordert besondere Regeln für die Typographie bei Online-Dokumenten17.

„Nichts spricht Auge und Geist des Betrachters mehr an, als starke Kontraste und eine charakteristische Struktur ... “ (Lynch et al., 1999:98). Eine gute Typographie legt daher den Schwerpunkt auf den optischen Kontrast zwischen den verwendeten Schriftarten, den einzelnen Blöcken und Überschriften. Der Nimbus zur einwandfreien Typographie ist hierbei die Textausrichtung. Denn allzu oft wird unterschätzt, dass leere Flächen und Räume (sogenannte „Wide Spaces“) ebenso wichtig sind für das Design wie die mit Graphik oder Text besetzten Stellen. Tatsächlich kann nichts zur vollen Wirkung gelangen, was sich nicht lupenrein von allem anderen unterscheidet, und dazu sind Ränder und freigelassener Raum als gleichberechtigte Interface-Elemente unver- zichtbar: „Durch den Kontrast zwischen positivem (Text, Graphiken) und negativem Bildschirmbereich (leerer, weißer Raum) ... (werden) alle Dokumente augenfreundlicher und gestalten ... eine Seite optisch interessant“ (Lynch et al., 1999:114). Abbildung 4 veranschaulicht dies.

Im Allgemeinen ist auch in Fragen der Typographie die Einheitlichkeit substan- tiell. Einheitlichkeit verleiht einem Dokument automatisch Übersicht und vermittelt gleichzeitig eine gewisse Eleganz, die die Besucher zum Verweilen einlädt. Eine unein- heitliche, chaotisch formatierte Seite suggeriert unterbewusst und im Einzelfall ganz explizit Unruhe, die einen Eindruck der Schlampigkeit hinterlässt, der im Nachhinein nicht mehr korrigiert werden kann. Nicht umsonst gilt die Homepage einer Firma oder eines Kulturbetriebs als Visitenkarte und ist oftmals der erste Eindruck - der bekannt- lich einmalig und irreversibel ist.

Nachdem nun mit der Erläuterung der wesentlichsten Design-Fragen („InterfaceDesign“, „Site“- und „Page-Design“, „Typographie“) ein Gerüst zugrunde liegt, anhand dessen die Standards bei der Bewertung von Gestaltung einer Internet-Seite gemessen werden können, sollen in den folgenden zwei Kapiteln die genannten Web-Seiten vor dem Hintergrund eben dieser Standards analysiert werden.

4. http://www.carnegiehall.org

Die Carnegie Hall ist ein bekanntes Konzerthaus in New York, wenn nicht gar das weltweit bekannteste überhaupt, das im klassischen Musikgeschehen nach wie vor eine zentrale Rolle spielt. Kaum ein anderes Haus hat größere Bekanntheit erlangt und des- halb ist es leicht ersichtlich, dass das Gebäude selbst der beste Werbeträger überhaupt ist. Freilich hat dies auch die Firma Avalanche Systems Inc. (New York), die für das Design der Seite verantwortlich zeichnet, erkannt und die Carnegie Hall zum Aushänge- schild der Homepage gemacht. Das Gebäude ist stets auf jeder Seite präsent - sei es als Hintergrund oder in der direkten Beschreibung: Das Haus ist der „Star“ der Seite.

Tatsächlich befindet sich auf jeder Hauptseite der einzelnen Sparten eine große Hintergrundgraphik, die einen Flügel des Konzerthauses zeigt und begleitet wird von einer großen, aber gleichzeitig unscheinbaren Letter, die auf das Thema der Seite rekur- riert. In kräftigem Orange und Weiß hebt sich die Typographie (Futura) von den ge- nannten Elementen deutlich ab, so dass ein Maximum an Transparenz hinsichtlich der Lesbarkeit erreicht wird. Vom Aufbau her ist die Seite sehr einfach gehalten, so dass keine langen Ladezeiten entstehen, was besonders bei der Startseite ein kritisches Mo- ment für die Entscheidung des Besuchers darstellt, zu verweilen oder die Seite zu ver- lassen. www.carnegiehall.org bietet (logisch strukturiert) ein Informationsangebot über praktisch jeden Aspekt des Konzerthauses: Konzertkalender mit Suchfunktion, Pro- gramme, Informationen für Mäzene, Termine von Bildungsangeboten, Online- Kartenverkauf, Geschenkladen und andere Serviceangebote.

4.1. Die Gliederung der Homepage

Ein gängiger Fehler, der in vielen Web-Designs auftritt, ist das Überangebot an Naviga- tionsoptionen pro Seite18. Anwender sind in der Regel auf der Suche nach Informatio- nen und empfinden beim Besuch einer Homepage Zeitdruck. Sie wollen einerseits schnell an Informationen gelangen und sich andererseits nicht im Gewirr der Seiten- struktur verirren. Die Homepage der Carnegie Hall bietet dem Anwender - ausgehend von der Startseite - elf verschiedene Wege an, was deutlich über dem Durchschnitt ver- gleichbarer Seiten liegt und strenggenommen zuviel des Angebots darstellt. Die Ge- samtform der Web-Seite ist allerdings an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst, so dass trotz des kritischen Faktors „Seitengröße“ plus einer Vielzahl von Navigationsangeboten eine geeignete Teilung der Informationen vorgenommen wird. Jeder Bereich der Homepage bezieht sich strikt nur auf eine einzige Informationsart (Abb.4).

Damit wird dem Benutzer ein effizienter und klarer Navigationsraum zur Verfügung gestellt, der aufgrund der ausgesparten Querverweise zwischen den Bereichen keine Probleme schafft.

Abb. 4: Gliederung der Seite

4.2. Die Seitengleiderung

Ein Besuch der Homepage wird nicht nur beim ersten Besuch das Gefühl von visueller Fülle vermitteln. Trotz der nahezu erschlagenden Dichte der Seiten sind sie doch nur aus wenigen, einfachen Teilen aufgebaut: Die gesamte Form der Web-Seite ist eine Mi- schung aus HTML-Text, Bitmap-Graphiken und einfachen Tabellen, die über Seitenraster den Fließtext in asymmetrischer Weise konträr zu den Überschriften (Seitentitel) stel- len. Schrift und Bild stehen ansonsten streng linear zueinander. Mit dieser Methode ge- lingt die konstruktive Beziehung zwischen Typographie und Graphiken. Eine Ausnah- me im Graphischen stellen die Hintergrundbilder dar, die als große JPEG-Dateien einma- lig gespeichert werden. Das hat den Vorteil, dass der Bildschirmhintergrund zunächst nicht „gekachelt“ erscheint, d.h. auch auf größeren Monitoren erscheint der Hintergrund geschlossen mit einem Umfang von 750 Pixeln in der Breite und 900 Pixeln in der Hö- he19. Darüber hinaus muss der Hintergrund beim Wechsel zu benachbarten Seiten nicht neu geladen werden, was eine enorme Zeitersparnis bedeutet.

4.3. Die Suchfunktion

Die Einfachheit der Bedienung einer Suchfunktion, die auf einer Homepage angeboten wird, ist eines der besten Merkmale für den Erfolg oder Misserfolg einer Web-Seite. Eine gut angelegte Suchmaschine kann den Nutzer zu der speziellen Information führen, die er sucht, ohne dass dieser stundenlang herumstöbern muss. In diesem Fall kann der Konzertkalender der Carnegie Hall nach Musikprogrammen, die im Zeitraum des nächsten Jahres angesetzt sind, im Voraus und auf viele unterschiedliche Arten durch- sucht werden. Die Suchoptionen sind hier mehrdimensional, d.h. der Nutzer kann an- hand von Schlüsselwörtern nach Zielen suchen, die die Datenbank entweder nach dem Lieblingskomponisten, speziellen Künstlern oder nach Terminen durchforstet. Diese Seite erscheint allerdings aufgrund der Notwendigkeit von HTML-Formularelementen geringfügig überladen. Wie bei fast allen Seiten, die interaktive Formulare verwenden, wurde hier ein Kompromiss zwischen visueller Integration und ihrer Funktionalität gewählt, der technischen Gründen geschuldet ist.

4.4. Die Rundgänge

Was die Seiten der Carnegie Hall-Homepage zu einem interaktiven Erlebnis werden lässt, sind die virtuellen Rundgänge durch den Konzertsaal. Auf diese Weise können Gäste der Homepage, die in natura vielleicht nie in den Genuss eines wahrhaftigen Be- suches der Carnegie Hall kommen werden, ein wenig von der Atmosphäre kosten, die die Architektur des Gebäudes vermittelt. Als Download befindet sich auf der Web-Seite eine Abspielsoftware, die dem Besucher Sequenzen von Bildern darstellt, statt nur ein- zelne „Shots“ anzuzeigen.

Von der Hauptbühne aus kann man sich nach Belieben im Raum umsehen, so dass tatsächlich der Eindruck von Interaktion entstehen kann. Die Dynamik der Bilder des „virtual visits“20 überzeugen in technischer Hinsicht und sind nach allgemeinen Standards von ästhetisch unzweifelhafter Qualität.

Insgesamt werden drei Rundgänge angeboten; historisch interessierte Besucher erhalten die Möglichkeit, mittels der sogenannten „Hypertour“21 die Hauptbereiche des Gebäudes zu erleben. Dabei werden scrollbare Graphiken als Indexe zu Links verwen- det, die zu Informationen und Bildern der Artefakte führen. Über die Benutzung der Zeitleiste kann der Besucher in eine gewünschte Ära „eintauchen“ und sich dort belie- big durch die Räume frei bewegen. Vollständig wird die interaktive Tour durch das Ge- bäude mittels einer Tonspur (Real Audio) mit Kommentaren eines der Hauptgönner (Isaac Stern) der Carnegie Hall.

4.5. Zusammenfassung

Insgesamt gelingt auf der Homepage der Carnegie Hall ein fast perfektes Gleichgewicht zwischen visueller Gestaltung und dem grundsätzlich weder graphisch noch inhaltlich leicht zu lösendem Problem des Informationsangebots. Der Aufbau der Seite ist priori- tär einfach gehalten, was deutlich für die Web-Designer von Avalanche Systems spricht; das Ergebnis ist anwenderfreundlich, transparent und überschaubar. Trotz der Fülle von Möglichkeiten (elf Wege von der Startseite) geht die Struktur nicht unnötig „in die Tiefe“, sondern bleibt flach, so dass der Besucher niemals in Gefahr kommt, sich zu verirren.

Ebenso simpel aber wirkungsvoll gerät die Seitengliederung. Durch Verwen- dung nur der notwendigsten Bausteine der Web-Seiten-Architektur (HTML, einfache Tabellen, Bitmaps, wenige JPEGs und Tags) lädt die Seite schnell und bleibt stets klar in der Gliederung und der Hierarchie der Hyperlinks. Die Suchfunktion hat einen kleinen Schönheitsfehler in Form der Pulldown-Menüs und der Textfelder, die allerdings unter HTML vorgefertigt und somit (bei dieser Programmiersprache) unvermeidlich sind. Da- durch wirkt die Seite hier etwas überladen und hat an dieser Stelle leider Kompromiss- charakter.

Doch besonders die virtuellen Rundgänge durch das Gebäude lassen www.carnegiehall.org zu einem beeindruckenden Erlebnis werden. Das überaus sorgfäl- tig gewählte Design suggeriert ein überzeugendes Gefühl für die einmalige Architektur. Durch die Möglichkeit, sich eine individuelle Tour zusammenzustellen, erhält der Be- sucher ein Gefühl der Bevorzugung, das nicht zuletzt durch die salbungsvollen Worte Isaac Sterns abgerundet wird. Wer würde nicht eine „persönliche“ Führung des Star- Violinisten durch die historischen Räumlichkeiten der Carnegie Hall genießen? Die exzellenten Fotos, die als JPEG-Formate zur Verfügung gestellt werden, stehen der gene- rell hohen Qualität der Homepage in nichts nach.

5. http://www.gewandhaus.de

Das Gewandhaus in Leipzig ist bedeutend jünger als die Carnegie Hall, allerdings kann es die Reputation des Konzerthauses mit dem guten Ruf des New Yorker Kulturbetriebs durchaus aufnehmen. Besonders das Gewandhausorchester genießt ein Ansehen von Weltruhm und gilt als eines der besten der heutigen Zeit. Musikliebhaber aus der ganzen Welt kommen in die historische Stadt Leipzig, um Künstler in dem für seine brillante Akustik berühmten Konzertsaal des Gewandhauses zu erleben.

Gerade für Kultureinrichtungen, die international ausgerichtet sind, ist eine ü- berzeugende Internetpräsenz mittlerweile Pflicht. Im Gegensatz zur Homepage der Carnegie Hall steht auf der Web-Seite des Gewandhauses jedoch nicht das Haus im Vordergrund. Offenkundig hat sich die ausführende Agentur i-fabrik (Leipzig) mit dem Gewandhaus vor dem Relaunch dazu entschieden, die Seite zu Gunsten der Funktionalität zu designen und dafür auf graphische Besonderheiten zu verzichten.

Die Hauptseite zeigt in der oberen linken Ecke eine kleine Abbildung einer Frontalaufnahme des Gewandhauses in der Abenddämmerung. Sie markiert die Spitze der so genannten Content-Leiste auf der gesamten Länge der linken Seite, in der sich eine Art Inhaltsverzeichnis der Homepage befindet: Hier sind Verknüpfungen zu allen folgenden Seiten aufgelistet. Eine Content-Leiste ist eine sichere Wahl in Fragen des Aufbaus, da die meisten Nutzer des Internets mit ihrer Bedienung vertraut sind und sie darüber hinaus einen ständigen Wegweiser darstellt, der sich konsequent fortsetzt, un- abhängig davon, wohin sich der Besucher bewegt. Im Zentrum der Startseite befindet sich das zur Spielsaison 2000/01 erneuerte Logo des Gewandhauses, das flankiert wird von dem Logo des Gewandhausorchesters. Auch farblich sind die - gleichfalls inhalt- lich differenten - Logos voneinander abgesetzt: Vor einem ockergelben Hintergrund erscheint das traditionellere Symbol des Gewandhausorchesters vor einer rost- bis kar- minroten Fläche, während das Zeichen des Gewandhauses das Gelb des Schriftzugs „Res Servera Verum Gaudium“ („Wahre Freude ist eine ernste Sache“) wieder auf- nimmt und sich gegen eine dunkelblaue Fläche absetzt.

Internet-Dokumente werden - wie Buch- oder Zeitschriftenseiten - von links nach rechts gelesen. Erst zuletzt werden also vom Besucher die aktuellen Höhepunkte (Link zum „heutigen Programm“) wahrgenommen. Rechts oben befinden sich auch die Icons für die Sprachwahl (Deutsch und Englisch), die in der jeweiligen Nationalflagge (dies ist üblich) abgebildet sind, so dass sich durch den Kontrast hier keine Verwirrungen ergeben.

5.1. Die Gliederung der Seite

Ebenso wie die Homepage der Carnegie Hall hat die Web-Seite des Gewandhauses eine flache Hierarchie, die den Benutzer in leicht verständlicher Weise leitet, ohne ihn über Gebühr zu beirren. Dennoch ist bereits die Startseite mit Navigationsmöglichkeiten ü- berfrachtet - schon hier werden dem Besucher fünfzehn Wege angeboten, so dass die Aufmerksamkeit gleich zu Beginn des Besuches zerstreut wird (vgl. Kap. 4.1.).

Der Aufbau der Hauptseite geschieht rasch, so dass keine langen Ladezeiten ent- stehen. Dieser Vorteil wird zwar durch die uneinheitliche Anordnung abgeschwächt; doch die Content-Leiste und die bereits erwähnte flache Hierarchie der Seite verhindern, dass der Besuchers in völlige Konfusion gestürzt wird: Die Content-Leiste ermöglicht einen sicheren und leichten Einstieg in das Informationsangebot, da vor allem die Titel der folgenden Seiten unzweideutig ankündigen, was sich darauf befindet. Einzig der „Home“-Button22 ist vollständig maskiert, da sich dieser hinter der Abbildung der Ge- wandhausfotographie verbirgt. Der Besucher ist gezwungen, mit dem Mauszeiger nach dieser Funktion zu suchen, da auch keine Bildunterschrift darauf hinweist. Wer nicht weiß, was es mit dem Foto auf sich hat, wird es sich vielleicht anschauen, aber dessen Funktion ignorieren (müssen).

Konsequent wird auf www.gewandhaus.de die lineare Hierarchie durchgesetzt: Es existieren keine „Sackgassen“ und auf jeden Link folgt monothematisch eine Seite, die sich auf ein Informationsangebot beschränkt (Spielplan, Kontakt etc.). Auf diese Weise findet der Besucher entweder über den von ihm demaskierten Home-Button oder über das „Zurück“-Symbol des Browsers wieder dorthin zurück, von wo er kam. Diese (weitgehend) logische Struktur vermittelt dem Nutzer das Gefühl von Sicherheit. Noch einmal sei auf die Bedeutung der Seitenführung hingewiesen, die von den Besuchern der Homepage direkt auf das Profil der anbietenden Kultureinrichtung übertragen wird. Anschaulich formuliert könnte man sagen, dass Besucher der Web-Seite, die sich dort verirren, das Gefühl im Hinterkopf behalten, sich auch beim Besuch des Gebäudes nicht orientieren zu können. An Punkten wie diesen kann die öffentliche Meinung positiv wie negativ beeinflusst werden.

5.2. Die Seitengliederung

Ähnlich wie bei der Homepage der Carnegie Hall verwendet auch die Seite des Ge- wandhauses standardisierte HTML-Formatierungen. Die kurze Ladezeit weist schon dar- auf hin, dass hier überwiegend kleine Bitmap-Dateien für die (Navigations-)Symbole auf der Homepage benutzt werden. Auch die Fortsetzung der Content-Leiste und der Hintergrunddateien auf jeder Seite spart Zeit und Speicherplatz. Wie auch www.carnegiehall.org ist die Web-Seite des Gewandhauses für eine Bildschirmauflö- sung von 800 x 600 Pixeln programmiert, was einen sinnvollen Kompromiss hinsicht- lich der durchschnittlichen technischen Ausrüstung der Benutzer darstellt. Das ist von Vorteil, da der Nutzer mit dem vertikalen Scrollen der Seite bereits genügend gefordert ist. Horizontales Scrollen wird bei Monitoren, die eine Auflösung von 1024 x 768 Pi- xeln nicht wiedergeben, unumgänglich, und das überfordert viele Benutzer in der Hand- habung. Allerdings ist der Bildaufbau durch die häufigere Verwendung von Tabellen und kleinerer Hintergrundbilder etwas verlangsamt und nach dem Bauklötzchen-Prinzip aufgemacht. Ein einzelnes, sich fortsetzendes Hintergrundbild ist hier stets zu empfeh- len. Wie bereits erwähnt, liegt die Priorität von www.gewandhaus.de aber auf der Funk- tionalität und nicht auf graphischen Extras.

5.3. Die Suchfunktion

Die Homepage des Gewandhauses bietet eine Volltextrecherche über den Menüpunkt „Suchen“ an, der sich auf jeder einzelnen Seite befindet. Hier können sämtliche Dokumente, die die Web-Seite zur Verfügung stellt, nach Suchbegriffen durchforstet werden. Diese Option ermöglicht die Recherche nach vergangenen Gastspielen und Links zu weiteren Auskünften (teilweise auf anderen Web-Seiten).

Eine geschickte, da zeitsparende Variante ist die Abkopplung der Suchfunktion den Spielplan betreffend. Sie befindet sich auf der zweiten Content-Leiste der Seite (rechts), die selbstverständlich nicht gleichbleibend ist, sondern pro Seite zusätzliche Funktionen wie eben die der gesonderten Suche im Spielplan anbietet. Dort kann bei- spielsweise nach dem favorisierten Künstler und seinen Gastspielen im Gewandhaus geforscht werden. Auf die Evaluation der Dokumente jenseits des Spielplans wird dabei vollends verzichtet, was zwar die Trefferquote stark herabsetzt, in diesem Fall jedoch ausnahmsweise gewünscht wird.

5.4. Die Serviceangebote

Auf charmante Extras - die manch einer ohnehin für „Spielerei“ halten mag - wie die Rundgänge durch die Carnegie Hall wurde bei der Gewandhaus-Seite nicht vollständig verzichtet, aber auf die Besonderheiten des Gebäudes kommt man nur auf Umwegen, nämlich über die Homepage des Architekturbüros. Die Verknüpfungen zu bildlichen Darstellungen des Gebäudes sind auf www.gewandhaus.de zum jetzigen Zeitpunkt noch blind (und werden vermutlich Java-Applets benötigen, die wiederum wegen der hohen Systemanforderungen im Vergleich zur oben beschriebenen Tour auf www.carnegiehall.org wahrscheinlich sehr schwach erscheinen werden). Doch der da- durch „eingesparte“ Raum wurde für eine Vielzahl von Serviceangeboten verwendet. Es befinden sich in der Content-Leiste Links zu den Seiten „Tickets & Abonne-ment“, „Service“, „Aktuell und Presse“ und „Kontakt“. Jede dieser Seiten bietet aus-führliche Informationen zu beinah allen Aspekten, die den Service des Gewandhauses betreffen. Es besteht die Möglichkeit, online Tickets zu bestellen, Informationen über das Inventar des Hauses einzuholen (inklusive der bereits beschriebenen Spielplan-Optionen) und an jeder Stelle Kontakt aufzunehmen, um Hilfe bei Problemen zu erhal-ten. Jeder Bereich bietet einen klar zu identifizierenden Ansprechpartner, der online wie offline (via Telefon oder Fax) zur Verfügung steht und bei Schwierigkeiten jedweder Art Hilfe anbietet.

Auch hier bekommt die Kundenbetreuung ein entscheidendes Gewicht: Unab- hängig von Aufbau und Gestaltung der Internetseite des Gewandhauses treten häufig unerwartete Probleme auf und Fragen, die über die Web-Seite nicht beantwortet werden können. Absolut vorbildlich gerät hier die Investition in Personal und dessen technische Ausrüstung, um Schwierigkeiten dieser Art entgegenzukommen. Der Benutzer - der in jedem Fall ein potentieller, wenn nicht gar ständiger Kunde (Gast) des Gewandhauses ist - kann nach Belieben Kontakt zu einer kompetenten Person aufnehmen und ent- scheidet selbst, auf welchem Weg dies geschieht. Ob er eine Mail schreiben, anrufen, faxen oder doch lieber einen Brief schreiben möchte - auf der Homepage des Gewand- hauses bestehen die Möglichkeiten, all diese sinnvollen und für den Besucher angeneh- men Optionen wahrzunehmen. Diese Gestaltung strahlt Offenheit und das Bemühen um die Gäste des Gewandhauses (und um diejenigen, die sie mitbringen) aus.

5.5. Zusammenfassung

Der Relaunch der Homepage des Gewandhauses zu Leipzig ist insgesamt aus der Per- spektive der Öffentlichkeitsarbeit eine Bereicherung. Wenn das Serviceangebot des Gewandhauses tatsächlich das Gesicht trägt, das ihm durch die Web-Seite verliehen wird, ist diese Form der Kommunikation mit der Öffentlichkeit ein Gewinn. Natürlich muss geprüft werden, ob die Angebote - die gewissermaßen Versprechen sind, die dem Besucher Vertrauen abverlangen - auch wahrhaftig in der angekündigten Form ein- gehalten werden. Generell überzeugt die Homepage des Gewandhauses durch die expli- zit funktionale und einfache Ausrichtung, ohne dabei nüchtern oder fade zu erscheinen. Etwas enttäuschend ist die Startseite, die - wie in Kap. 3 erwähnt - den kapitalen Fehler des Überangebots begeht: Fünfzehn Navigationsoptionen sind deutlich zuviel und über- fordern selbst geübte Nutzer des Internets. Es wäre keine Schwierigkeit, der Hauptseite eine Startseite vorzuschalten, die mehr Ruhe ausstrahlt und durch einen einzigen Link zur Hauptseite weiterleitet. Den Web-Designern zugute halten muss man jedoch die sparsame Verwendung größerer Dateien, so dass die Seite trotz aller Fülle zügig gela- den wird. Ebenfalls ein Pluspunkt ist die Content-Leiste, die die Bedienung und Orien- tierung auf den folgenden Seiten enorm erleichtert. Gleiches gilt für die Teilung der Suchfunktion, die eine ausführliche Volltextrecherche und eine abgespeckte, schnellere Suche im Spielplan ermöglicht.

Die Vorteile des umfassenden Serviceangebots sind bereits hinreichend be- schrieben worden. Wünschenswert wären dennoch einige wenige „Gimmicks“, eventu- ell in Form von Real-Audio-Dateien, die die Interaktivität des Mediums unterstreichen könnten. Ähnlich wie die personalisierte Führung durch die Carnegie Hall könnte die Web-Seite des Gewandhauses zum Beispiel mit musikalischen Ausschnitten von Kon- zerten (möglicherweise auch mit kurzen Video-Clips) den möglichen zukünftigen Besu- chern einen Vorgeschmack bieten.

6. Fazit: Carnegie Hall versus Gewandhaus

Wie in der Einleitung erwähnt, bestehen aus technischer Sicht kaum Niveauunterschie- de zwischen beiden Seiten. Betrachtet man das Angebot der Seiten aus der Perspektive der Öffentlichkeitsarbeit, so wird augenfällig, dass hier zwei völlig verschiedene Ansät- ze aufeinanderprallen. Die Vergleichbarkeit ist insofern nur bedingt gegeben. Beiden Homepages ist einzig das Medium gemein, das in verschiedene Richtungen gestaltet wird: Auf www.carnegiehall.org steht eindeutig das historische Gebäude im Zentrum der Angebotspalette. Mit einer sehr geschickten Taktik schaffen es die Web-Designer (und Marketingstrategen), den Besucher in den Bann der Geschichte des Gebäudes zu ziehen. Für die Architektur des Baus werden sich Besucher - wenn überhaupt - nur oberflächlich interessieren. Aber mehr oder weniger automatisch gerät man in die Füh- rung durch die Musikgeschichte, kann visuell und auditiv historischen Momenten frö- nen und den Blick durch den Konzertsaal schweifen lassen - und genau hier setzt die Kundenbindung ein. Es vollzieht sich ein brillantes Wechselspiel zwischen den Mög- lichkeiten des virtuellen Mediums und dem Bedürfnis des Besuchers, das zu Betrach- tende „live“ zu erleben.

Im Gegensatz dazu baut www.gewandhaus.de auf die personalisierte Betreuung der Gäste. Eingebunden wird der Besucher über das Gefühl, gut aufgehoben zu sein, ganz gleich wohin ihn der Mauszeiger führt. Die zahlreichen Servicelinks vermitteln eine ruhige und sichere Atmosphäre, die der Interessent auch im Gewandhaus selbst vorzufinden trachtet (vgl. Kap. 2). Damit geht das Angebot dieser Homepage in eine andere Richtung als das der Carnegie Hall, kann mit diesem aber durchaus mithalten. Letztlich ist die Beurteilung einer Internet-Seite auch von der Frage des Geschmacks des Betrachters abhängig. So bleiben zur „objektiven“ Analyse nur Fakten und standar- disierte Werte, die im Ernstfall aber nichts über die individuelle Wahrnehmung oder die Erfüllung entsprechender Erwartungshaltungen aussagen. Auf die Frage: „Carnegie Hall oder Gewandhaus?“ gibt es hinsichtlich des Internetauftritts keine allgemeingültige, befriedigende Antwort. Es liegen zwei verschiedene Konzepte vor, die in unterschiedli- cher Weise auf die Zielgruppen wirken. Unter dem ganz kritischen Strich muss man aber konstatieren, dass aus gestalterischer Sicht und nach allen Erkenntnissen aus dem Bereich des Graphik-Designs die Web-Seite der Carnegie Hall vorne liegt.

Literaturverzeichnis / Quellennachweis

Lynch, Patrick J., Horton, Sarah, Rosdale, Ray M. (Hg.): Erfolgreiches Web-Design. Humboldt Taschenbuchverlag Jacobi KG, München 1999.

McKelvey, Roy: Hypergraphics. Design und Architektur von Websites. Rowohlt Taschenbuchverlag GmbH, Reinbek bei Hamburg 1999.

Rosenfeld, L., Morville P.: Information architechture für the World Wide Web. O’Reilly, Sebastopol 1988.

Siegel, David: Web-Site-Design: Killer-Web-Sites der 3. Generation. Markt und Technik, Haar (b. München)1998: 2. überarb. Aufl.

Veen, J.: Hot Wired style: Principles for building smart Web sites. Wired Books, San Francisco 1997. (www.hotwired.com/webmonkey/javascript)

www.akademie.de/workshops

www.avsi.com

www.carnegiehall.org

www.dartmouth.edu/

www.gewandhaus.de

www.hrp.de

www.i-fabrik.de

www.info.med.yale.edu/caim/manual

www.vcu.edu/artweb/Hypergraphics/

Glossar

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 McKelvey, Roy: Hypergraphics. Design und Architektur von Websites. Rowohlt Taschenbuchverlag GmbH, Reinbek bei Hamburg 1999.

2 Lynch, Patrick J., Horton, Sarah, Rosdale, Ray M. (Hg.): Erfolgreiches Web-Design. Humboldt Taschenbuchverlag Jacobi KG, München 1999.

3 a.a.O., S.27.

4 „Buttons“ sind graphisch animierte Schaltflächen, die symbolhaften Charakter haben und durch Anklicken zu einer anderen Funktion weiterleiten.

5 a.a.O., S.27.

6 Dieses Ergebnis hat allerdings nur für Privatleute, die hauptsächlich mit 28.8-Modems surfen, Gültig- keit.

7 a.a.O., S.39.

8 a.a.O., S.41.

9 a.a.O., S.67.

10 a.a.O., S.43.

11 a.a.O., S.65.

12 a.a.O., S. 67.

13 a.a.O., S. 68.

14 a.a.O., S.73.

15 a.a.O., S.74.

16 a.a.O., S.97.

17 a.a.O., S.98.

18 a.a.O., S.84.

19 a.a.O., S.84.

20 a.a.O., S.86.

21 a.a.O., S.86.

22 „Home“-Buttons sind graphische Symbole, die durch Mausklick den Besucher auf die Startseite zu- rückführen.

27 von 27 Seiten

Details

Titel
Öffentlichkeitsarbeit im Internet - Eine vergleichende Analyse
Hochschule
Universität Leipzig
Veranstaltung
Öffentlichkeitsarbeit in Kultureinrichtungen
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
27
Katalognummer
V101720
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kulturvermittlung unter Betrachtung der Internetauftritte der Carnegie Hall und des Gewandhauses
Schlagworte
Internet, Eine, Analyse, Kultureinrichtungen
Arbeit zitieren
Henning Poppe (Autor), 2001, Öffentlichkeitsarbeit im Internet - Eine vergleichende Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101720

Kommentare

  • Gast am 6.10.2001

    Endlich!.

    Ich habe heute viel zeit damit zugebracht eine arbeit zu finden die sich mit einzelnen www. beschäftigt.
    Und nun endlich hab ich eine gefunden.
    Ich suche allerdings etwas spezielles!
    Vieleicht kannst Du mir helfen.
    Ich brauche einen vergleich für meine arbeit.
    in dieser geht es darum:
    kenntlich machen wirtschaftlicher bedeutung von regionen anhand des internets.
    bewertung von großen industriebetrieben (zweigen).
    herrausfinden von indikatoren für wirtschaftliches wachstum.
    Tja und das alles am wachsenden beispiel
    des internets
    Für den fall dass Du da eine quelle für
    mich hast würde ich mich über eine I-mehl sehr freuen.
    thx
    Gunnar gunnar.schade@gmx.de

  • Gast am 8.1.2003

    Professor.

    Von allen Arbeiten, die ich je gesehen habe, ist diese mit Abstand die Schlechteste.
    Du solltest dich was schämen so etwas überhaupt anderen Leuten zu präsentieren.

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Titel: Öffentlichkeitsarbeit im Internet - Eine vergleichende Analyse



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