Konsumökonomie - Allgemeines


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

8 Seiten


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Autor: Jutta Fischer

Konsumökonomie

1. Allgemeines:

Wenn man sich die vier Wirtschaftssektoren Unternehmen, Staat, Ausland und private Haushalte anschaut, dann stellt man fest, dass sich die zwei Wirtschaftswissenschaften BWL und VWL zwar mit den Unternehmen bzw. dem Staat und dem Ausland beschäftigen, aber nicht mit den wirtschaftlichen Aktivitäten der privaten Haushalten. Bedenkt man aber, dass circa zwei drittel der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage auf die privaten Haushalte entfällt, wird die Bedeutung dieses Sektors deutlich. Er ist die Stütze für den Arbeitsmarkt und die Konjunktur. In geringem Maß kümmert sich zwar die Hauswirtschaftslehre um den Bereich, aber hauptsächlich in Fragen der Ernährung und Hausarbeit und weniger von der wirtschaftlichen Seite.

Ein Grund für die mangelnde Berücksichtigung könnte in der Komplexität und Individualität der privaten Haushalte liegen, deren Handeln nämlich sowohl auf psychologische, soziologische, ökonomische Teildisziplinen verteilt ist und so schwer greifbar oder gar berechenbar ist.

- Träger des wirtschaftlichen Handelns sind Wirtschaftssubjekte (z. B: ein Unternehmen oder ein Haushalt)

- Alle Subjekte der gleichen Art · Wirtschaftssektoren

- Unterscheidung in:

- private Haushalte ( keine Wissenschaft, Hauswirtschaft zu wenig evtl. wegen Komplexität)
- Unternehmen (BWL)
- Staat (VWL)
- Ausland (VWL)

Nachfrager sind nicht nur private Haushalte, sondern auch Staat und Unternehmen.

Verschiedene Haushaltstypen:

- Anstaltshaushalte: öffentliche und nichtöffentliche Einrichtungen mit sozialer, wirtschaftlicher oder religiöser Zweckbestimmung (Klosterkrankenhaus)

- private Haushalte: nichtöffentliche Wirtschaftseinheiten, die Faktorleisten bereitstellen, dafür Geld bekommen und damit vorwiegend Konsumgüter nachfragen

2. Haushaltstypen

- Typ 1:

- 2 Personenhaushalt mit geringem Einkommen -
- Brutto: 2000.- (von Rente oder Sozialhilfe)
- Grundlage 1964: Sozialhilfe
- vorwiegend Ältere, Haupteinnahmequelle Übertragungen vom Staat / Arbeitgeber (Renten, Pensionen)

- Typ 2:

- 4 Personenhaushalt von Angestellten und Arbeitern mittleren Einkommens
- 1 Ehepartner alleiniger Einkommensbezieher
- Bruttoeinkommen der nichtselbständigen Arbeit 1994: 4500.-
- Grundlage 1964: durchschnittl. Bruttomonatsverdienst eines männlichen Arbeiters in Industrie.

- Typ 3:

- 4 Personenhaushalt von Beamten und Angestellten (mind. 1) mit höherem Einkommen
- Bruttoeinkommen 1994: ca.: 7500.-
- 1964: Abstand zu Typ 2 = 1000.-

3. Statistische Daten zu privaten Haushalten

- Zahlenmäßige Entwicklung der privaten Haushalte hängt von der demographischen (Zahl, Altersaufbau, Geburtenraten) Entwicklung ab. Aber auch von soziokulturellen und soziographischen Entwicklungen wie z.B. Trend zur Kleinfamilie, Singelhaushalte (84% weiblich), in-Stadt-vom-Land-weg-Flucht

- Zahl der privaten Haushalte 1950 (W-Dtl) 16,5 Mio., 1993: 36 Mio. · 117 mehr private Haushalte obwohl Gesamtbevölkerung nur um 63% wuchs. D.h. Anzahl der Personen pro Haushalte ist geringer geworden - durchschnittlich von 3 auf 2,2 Personen

- Dies ist zurückzuführen auf

Zunahme der Einpersonen- Haushalte (+280%) und Zweipersonen- Haushalte (+170%)während Haushalte mit 5 oder mehr Personen um 34 % abgenommen haben.

- 1900: in 44% privater Haushalte: 5 Personen oder mehr

1993: in 4,9% ,, ,, ,, ,, (im Osten und kleineren Gem. mehr)

- Anzahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften seit 1972 von 137.000 auf 1,6 Mio. erhöht.

- Anzahl der Alleinstehenden mit Kindern: 1993: 1,6 Mio.

4. Ökonomische Aktivitäten der privaten Haushalte

Verschiedene Wirtschaftsobjekte haben alle Prinzip der

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Jeder Haushalt hat seine spez. Präferenzordnung, d.h. verschiedene ,,Vorlieben" je nach Alter, Größe, Hobby etc.

Durch diese Präferenzordnung bestimmt der HH den Nutzen eines Gutes

- Nutzen eines Gutes ist individuell unterschiedlich und von situativen Bedingungen abhängig
- private Haushalte treten als Wirtschaftssubjekte auf
- Produktmärkten = Märkte für Konsumgüter (Waren, Dienstleistungen)
- Faktormärkten = Märkte für Produktionsfaktoren (Unternehmen und Staat = Nachfrager, privater Haushalt = Anbieter); Produktionsfaktoren: Arbeit, Boden, Kapital
- Kapitalmärkten = entweder als Anbieter oder als Nachfrager (Kredite)

in Erscheinung

- Weitere wirtschaftliche Aktivitäten, die nicht über Märkte laufen sind Transfers = Steuern, Soz. Vers. etc.. Hier ist privater Haushalt in passiver Rolle (unfreiwillig) und erhält keine ökonomische Gegenleistung.

Transferzahlungen Transfereinkommen private Haushalte · Staat = Steuern

Staat · private Haushalte = Kindergeld, Wohngeld

- Für Zur-Verfügung-Stellen von Produktionsfaktoren erhalten die privaten Haushalte Entgelte (Löhne, Gehälter, Zins) · Kauf von Konsumgütern oder Sparen!

- Verdeckte Leistungen der privaten Haushalte - nicht im BIP enthalten:

1) Eigenarbeit = Haushalt , Garten, Erziehung,
2) Nachbarschaftshilfe
3) Schattenwirtschaft = Schwarzarbeit (schätzungsweise 10 - 15% des BIP)
4) Geschäfte ohne Rechnung

Ökonomische Aktivitäten der privaten Haushalte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Von Gesamtwirtschaftlicher Nachfrage (alle vier Sektoren) entfällt mehr als Hälfte auf private Haushalte , die somit die wichtigste Stütze für Arbeitsmarkt und Konjunktur sind.

- Sparquote: Anteil an Ersparnis vom Einkommen. Liegt in der Regel bei 10 - 15 % (1994: durchschn. 50.000)

- Arbeitszeit einer ,,Nur-Hausfrau" 1985 = 248 Std. im Monat · 8-9 Std. täglich inklusive Wochenende = 3200 .- Monat

5. Verknüpfungen der privaten Haushalte mit anderen Wirtschaftssektoren

6. Einkommensquellen

Steuerlich relevante Einkommensarten sind:

1) Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
2) Gewerbebetrieb Gewinn aus Unternehmen
3) Selbständiger Arbeit
4) Nichtselbständiger Arbeit: Entgelte für Arbeitsleistungen vom Staat oder Einkommen
5) Kapitalvermögen Zinsen, Dividenden
6) Vermietung und Verpachtung
7) sonstige Einnahmen

- Bruttoeinkommen der privaten Haushalte von 1960 - 94: Nominaleinkommen um 550% gestiegen

ABER: nicht komplett als Kaufkraftzuwachs anzusehen · Preissteigerung Realsteigerung = 140% , Durchschnittsnettoeinkommen pro Privathaushalt 1960: 11.000 - 94: 43.000

7. Verwendung des Einkommens

Verwendungsbereiche:

1) Übertragungen = Einkommens- und Vermögenssteuer + Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung
2) Ausgaben für privaten Verbrauch = Kauf von Konsumgütern, Miete, Raten, Zinsen usw. nicht enthalten: Grundstück-, Gebäudekäufe
3) Ersparnisse = Restgröße nach Abzug von 1) und 2)

- Wichtige Steuern: Lohn, Mehrwert, Einkommen, Gewerbesteuer

- Sozialversicherungen: Renten, Kranken, Arbeitslosen, Pflege, Unfallversicherung · Zweck = Soziale Nöte zu lindern

- Verschiedene Haushaltstypen unterschiedlich belastet

- Durch Hingabe von Produktionsfaktoren erzielen Haushalte Einkommen, damit treten sie am Gütermarkt als Nachfrager und Käufer von Konsumgütern auf.

- Anteil für Grundbedarf am zur Verfügung stehenden Einkommen ist im Verlauf der letzten 30 Jahre kontinuierlich gesunken. Ausnahme: Miete und Energie, Verkehr, Unterhaltung, Freizeit · immer teurer

- Mit steigendem Einkommen ist Anteil der Ausgaben Grundbedarf geringer · Typ 1 = 25 %, Typ 3 = 19%

8. Leitbilder der Verbraucherpolitik

a) Konsumentensouveränität

Durch individuelle Einkommensverwendungsentscheidungen des Konsumenten werden Produzenten gezwungen, nur die Güter zu erstellen, die von Konsumenten nachgefragt werden. Produzenten reagieren damit lediglich auf die von Konsumenten artikulierten Bedürfnisse. Voraussetzung hierfür: Verbraucher muss Wahlmöglichkeit haben, keine Monopolbildung (Bundeskartellamt) Ausnahmen: Güter die der Staat regelt ,,Benzin", ,,Gesetze"

b) Konsumfreiheit

Formal: Das Recht, im Rahmen seines verfügbaren Einkommens frei zwischen verschiedenen Gütern wählen zu können Konzept ähnlich wie a) , fügt aber auch im Konsumbereich eine gewissen Selbstverwirklichung = wird nicht immer nur das Produkt nachgefragt, das qualitativ am besten ist, sondern es gibt weitere Faktoren, die Kaufentscheidung beeinflussen: Mode, Trend, Image, Entscheidungen nicht nur rational, sondern auch emotional getroffen. Äußere und innere Beschränkungen - äußere: Produktionsentscheidung beim Hersteller. Innere: Begrenzte Fähigkeit des Verbrauchers, Ware zu beurteilen.

c) Verbraucherschutz

Konsument · eingeschränkte Entscheidungskapazität und Entscheidungsfähigkeit, daher bedarf es der Verbraucherinformation und dem Schutz der Verbraucher (nicht Zeit und Wissen zum Abwägen) Dafür Gesetze notwendig und existent, da Politik gewisse Fürsorgepflicht für die Bevölkerung hat.

Problem: Auch Verbraucherschutz kann vor Manipulation nicht vollständig schützen.

d) Konsumentenpartizipation

Verbraucher kann nur auf vorgegebenes Angebot reagieren · reaktive Verbraucherrolle. Forderung nach mehr Berücksichtigung des Verbraucherinteresses und frühzeitige Beteiligung an Produktionsentscheidungen.

Problem: Kauf vermeintlich billiger Produkte zieht Folgekosten nach sich, die von Gesellschaft oder dritten getragen werden müssen.

(z.B. Verknappung von Rohstoffen nicht berücksichtigt)

Neue, innovative Produkte auf den Markt zu bringen = hohes Risiko für Produzenten (8 von 10 floppen)

9. Die Gossenschen Gesetze:

In den "Gossenschen Gesetzen" beschreibt er dann die "Gesetzmäßigkeiten der Bedürfnisbefriedigung". Das erste Gossensche Gesetz lautet: "Die Größe eines und desselben Genusses nimmt, wenn wir mit der Bereitung des Genusses ununterbrochen fortfahren, fortwährend ab, bis zuletzt Sättigung eintritt." Das zweite Gossensche Gesetz sinngemäß: Um den größten Nutzen zu erreichen, muss bei allen Bedürfnissen der gleiche Sättigungsgrad erreicht sein (sozusagen ein intra individueller Nutzenausgleich). In einer reinen Tauschwirtschaft vollzieht sich dann über die Preise (die umgekehrt proportional zu den Nutzenrelationen sind) ein überindividueller Nutzenausgleich (optimale Allokation). Seine Überlegungen finden sich dann - ca. 20 Jahre später - in der Grenznutzenlehre wieder.

1. Gossensches "Gesetz"

Mit steigenden Verbrauchsmengen einer Ware nimmt der Nutzenzuwachs je Zeiteinheit ab, falls sich der Verbrauch der übrigen Waren nicht ändert.

Dieses "Gesetz" heißt auch "Gesetz vom abnehmenden Nutzenzuwachs (Grenznutzen)". Es bedeutet, dass man z.B. beim zunehmenden Verzehr von Kuchen immer satter wird, dass also der Nutzenzuwachs je Stück mit jedem zusätzlich verzehrten Stück kleiner wird, abnimmt, weil eben das Sättigungsgefühl immer stärker wird. Kurvenmäßig sieht das so aus, dass die ansteigende Kurve oben immer flacher wird, d.h. die Zuwächse werden kleiner

2. Gossensches "Gesetz"

Der Nutzen einer bestimmten Ware wird dann am größten, wenn man diese Ware für verschiedene Verwendungen so verteilt, dass die Nutzenzuwächse der Teilmengen gleich groß sind.

Dieses "Gesetz" heißt auch "Gesetz vom Ausgleich der Grenznutzen" (Equimarginalprinzip). Die Nutzenzuwächse n1 bis n'beliebig sind hier also alle gleich, wobei die Teilmengen der ausgesuchten Ware verschieden groß sein können.

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Details

Titel
Konsumökonomie - Allgemeines
Autor
Jahr
2001
Seiten
8
Katalognummer
V101745
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konsumökonomie, Allgemeines
Arbeit zitieren
Utt Fischer (Autor:in), 2001, Konsumökonomie - Allgemeines, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101745

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