Vor etwa 40 Jahren kamen die ersten Türken als "Gastarbeiter" nach Deutschland. Damals brauchte man viele Arbeitskräfte für den wirtschaftlichen Aufbau. Daher wurden sie gut und gerne aufgenommen, obwohl sie Sprach- und Integrationsprobleme hatten. Was hat sich in 40 Jahren geändert? Viel. Die erste Generation ist im Rentenalter. Die zweite arbeitet. Die dritte besucht Schulen und Universitäten.
In der folgenden Hausaufgaben wollen wir auf die Sprachprobleme der türkischen Schüler und Hochschulabsolventen in Deutschland eingehen. Wir werden insbesondere auf den jetzigen Zustand, die Rolle der Sprache in der interkulturellen Erziehung und den Umgang mit resultierenden Problemen der türkischen Schülern eingehen. Dabei werden wir auch das Problem der Integration im Allgemeinen und im Speziellen behandeln. Es soll diskutiert werden, inwiefern die Sprachprobleme der türkischen Schüler mit der Sozialisation des Kindes in der Familie und in die deutsche Gesellschaft zusammenhängt.
Inhaltsverzeichnis
I.Teil
1. Ausgangsposition / Schul- und Leistungssituation von ausländischen (speziell türkischen) Schülern
1.1. Erwartungen der türkischen Schüler und Eltern
1.2. Aspekte interkultureller Pädagogik in Schule und Hochschule
1.3. Bildungsinhalte der Schulfächer
1.4. Sprachsituation von ausländischen Kindern in der Schule
1.5. Zusammenfassung erster Teil
II.Teil
2. Die Rolle der Sprache in der interkulturellen Erziehung
2.1. Muttersprache und Zweitsprache Unterricht
2.2. Lernprobleme
2.3. Verständlichkeit im Unterricht
2.4. Lernbedingungen
2.5. Ansprüche an die Lehrerausbildung
2.6. Unterrichtsmaterialien
2.7. „Türkendeutsch“ als Phänomen
2.8. Neueste Forschungen
III. Teil
3.1. Zur Ausländerproblematik bzw. Bildungsproblematik
3.2. Maßnahmen zur Hilfe
3.3. Interkulturelle Ansätze
3.3.1. Das Kreuzberger Modell
3.4. Situativer Sprachunterricht
3.4.1. Handlungs- und schülerorientierter Sprachunterricht
3.4.2. Der Projektunterricht
3.4.3. Rechtschreibung und Sprachlehre
3.5. Erfahrungen von Lehrern ausländischer Schüler
3.6. Stellungnahme
Planung zu Beginn eines Projekts
Arbeitsblatt I
Arbeitsblatt II
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Sprachprobleme und die Bildungssituation türkischer Schülerinnen und Schüler in Deutschland. Zentrales Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Sprachkompetenz, der Sozialisation innerhalb der Familie sowie in der deutschen Gesellschaft aufzuzeigen und Ansätze für eine gelingende interkulturelle Erziehung im Unterricht zu diskutieren.
- Bildungssituation und Leistungsdefizite von Migrantenkindern
- Rolle der Muttersprache und Zweitsprache im Unterricht
- Interkulturelle Pädagogik als pädagogische Aufgabe
- Bedeutung des situativen Sprachunterrichts und Projektunterrichts
- Phänomen „Türkendeutsch“ und mediale Stilisierung
Auszug aus dem Buch
3.4.1. Handlungs- und schülerorientierter Sprachunterricht
Wenn Sprachunterricht mit ausländischen Kindern die Erfahrungen und Interessen der Heranwachsenden aufgreifen und entfalten will, um sie zu verarbeiten, muss er zwangsläufig nach Anke Fredrowitz `handlungsorientiert` sein. Das heißt, Sprachunterricht lässt sich nicht als Trainingsprogramm in Sachen Sprache verstehen. Der handlungsorientierte Sprachunterricht mit ausländischen Kindern ist somit „handlungspraktisches Fach, das Heranwachsen der verschiedenen Nationen Hilfe und Begleitung ihrer Sozialisation im Medium Sprache sein will.“ Die Handlungs- und Schülerorientiertheit bedeutet nicht, daß Schüler sämtliche Unterrichtsgegenstände ausschließlich nach ihren eigenen Wünschen und Interessen bestimmen können. Es bedeutet, daß der Lehrende gemeinsam mit dem Lernenden herausfindet, was für die Bewältigung von Lebenssituationen gelernt werden muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ausgangsposition / Schul- und Leistungssituation von ausländischen (speziell türkischen) Schülern: Das Kapitel analysiert die statistische Unterrepräsentation türkischer Schüler in höheren Schulformen und die daraus resultierenden bildungspolitischen Herausforderungen.
2. Die Rolle der Sprache in der interkulturellen Erziehung: Hier wird die zentrale Bedeutung der Zweitsprachenbeherrschung für die Integration betont und der Einfluss von Muttersprache und Unterrichtsbedingungen kritisch beleuchtet.
3. Zur Ausländerproblematik bzw. Bildungsproblematik: Dieses Kapitel verortet die bildungspolitische Vernachlässigung der Migrantenthematik in der Vergangenheit und diskutiert konkrete Maßnahmen sowie Unterrichtsmodelle wie das „Kreuzberger Modell“.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kommunikation, Migration, Türkendeutsch, Sprachunterricht, Zweitsprache, Schulbildung, Integrationsförderung, Ethnolekt, Motivationsförderung, Kreuzberger Modell, Bildungssituation, Handlungszentrierter Unterricht, Mehrsprachigkeit, Interkulturelle Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit thematisiert die allgemeine Situation von Kindern aus Migrantenfamilien, insbesondere aus der Türkei, an deutschen Schulen und deren Herausforderungen im Spracherwerb.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Bildungssituation, der interkulturellen Pädagogik, Sprachproblemen in der Schule sowie verschiedenen methodischen Ansätzen zur Integration.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprachprobleme die Bildungsbiografien von Migrantenkindern beeinflussen und durch welche Unterrichtsformen und pädagogischen Maßnahmen eine bessere Integration und Lernerfolge erzielt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien und Erfahrungsberichten von Lehrkräften, um aktuelle pädagogische Ansätze zu reflektieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Bedeutung der Sprache im interkulturellen Kontext, diskutiert Sprachmodelle wie den situativen Sprachunterricht und beleuchtet das Phänomen „Türkendeutsch“ als soziolinguistisches Phänomen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem interkulturelle Kommunikation, Sprachförderung, Zweitspracherwerb, Integration und der handlungsorientierte Unterricht.
Was genau ist das „Kreuzberger Modell“?
Es handelt sich um ein seit 1993 als Regelangebot etabliertes Konzept der zweisprachigen Erziehung in Berlin, bei dem Kinder mit deutscher und türkischer Herkunft koordiniert in beiden Sprachen unterrichtet werden.
Wie bewertet die Arbeit das Phänomen „Türkendeutsch“?
Die Arbeit analysiert „Türkendeutsch“ als einen Ethnolekt, der einerseits als kreatives Sprachspiel unter Jugendlichen dient, andererseits jedoch häufig mit negativen sozialen Stereotypen wie Aggressivität behaftet ist.
- Quote paper
- Ramona Rieck (Author), 2001, Interkulturelle Kommunikation im Unterricht: Allgemeine Situation von Migrantenkindern unter Anbetracht des Sprachunterrichts an deutschen Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10183