Schweitzer, Albert - Das grosse Bekenntnis (Erörterung)


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

5 Seiten, Note: 13 Punkte


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Albert Schweitzer: Das grosse Bekenntnis

Erörterung des Textauszuges

Der zu erörternde Textauszug ,,Das grosse Bekenntnis" stammt von Albert Schweitzer aus dem Jahr 1919. Es handelt sich hierbei um eine Predigt über die Ehrfurcht vor dem Leben, die im Februar, im Jahr seiner Heimkehr aus Afrika, hielt.

Inhaltlich geht es um das Gute und Schlechte des Lebens - das Gute und Schlechte der Natur. Der Mensch sei erst wahrhaft Mensch, wenn er die Fähigkeit besitzt, mitzuerleben und mitzuleiden. ,,Die Ehrfurcht vor dem Leben und das Miterleben des anderen Lebens [sei] das grosse Ereignis für die Welt," (Zit.). Der Natur Grausamkeit sei sinnlos, denn das höchste Leben werde dem niedersten geopfert. Das sei der grausige Egoismus, den die Natur lehrt - Leben gegen Leben. Nur das höchste, der Mensch, kann aus dem Tal der Finsternis hinaus und das Licht erblicken; allen anderen bleibt dies vorbehalten. Nur der Mensch sei in der Lage die Eigenschaft zubekommen, die ihn zum Menschen macht: die Ehrfurcht vor dem Leben.

Albert Schweitzer spricht zunächst das Gute und Schlechte des Lebens an. Auf der einen Seite stehen Erhalten und Fördern, auf der anderen Hemmen und Zerstören. Können wir als Menschen miterleben und miterleiden, sind wir sittlich. Schweitzer sagt dies unvermittelt und gerade heraus. Schon am Anfang seiner Predigt vertritt er seinen Standpunkt klar und deutlich. Er stellt das Gute dem Schlechten gegenüber und sagt, was einen Menschen wirklich ausmacht. Dabei verwendet er viele, die grösste Eigenschaft des Menschen beschreibende, Adjektive.

Dem ersten Abschnitt der Predigt kann ich mich nur anschliessen. Nicht nur Schweitzer und ich sind der Meinung, dass Leben weder gehemmt noch zerstört werden darf, sondern noch Millionen anderer Menschen. Nicht umsonst gibt es schliesslich Gesetze, welche die Freiheit in Sachen Abtreibung einschränken oder welche Gewaltverbrechen ahnden. Was wäre ausserdem, wenn wir nur miterleben und in guten Zeiten stets zu unseren Freunden halten, und in schlechten Zeiten sie fallen liessen um nicht mitleiden zu müssen? Wären wir nicht egoistisch? Wir sind es nicht, das heisst die meisten von uns. Ich kann es nicht ertragen, sehen zu müssen, wie jemand leidet, den ich gern habe. Entweder finden wir eine Lösung oder ich leide mit ihm, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. Im Gegenzug hoffe ich natürlich auch auf Unterstützung, denn ich kenne mich und wenn ich allein vor tausend Problemen stehe, würde ich zugrunde gehen. Allein gegen die Welt - ich denke diesen Kampf würde niemand gern kämpfen; doch zusammen sind wir stark...

Haben wir uns schon einmal die Frage über das grosse Ereignis für die Welt gestellt? Ich habe es noch nicht getan. Albert Schweitzer hingegen schon und er kommt einerseits zu dem Schluss: die Ehrfurcht vor dem Leben. Darüber lässt sich natürlich streiten, doch wenn wir uns auf eine grüne Wiese legen, die Augen schliessen und uns obige Frage stellen würden, zu welcher Antwort kämen wir? Für manche wäre dieses grosse Ereignis sicherlich etwas Materielles, etwas, das Wert hat. Doch was ist mit dem Leben und der Ehrfurcht davor? Ist das nicht das grösste und beste, was einem Menschen widerfahren kann? Menschen, die nicht zu diesem Schluss kommen, sollten endlich einmal anfangen nachzudenken und das Leben bewusst zu leben. Andererseits sagt Schweitzer, dass man das andere Leben miterleben sollte. Auch da stimme ich ihm zu, denn es fängt doch schon beim kleinsten Glied der Gesellschaft an - der Familie. Mitzuerleben, wie ein Kind heranwächst und sich entwickelt, ist etwas ganz besonderes. Doch nicht nur die Familie beinhaltet Leben. Schauen wir uns doch einmal um! Was sehen wir? Häuser, Strassen und Autos? Doch sind dort nicht auch Blumen, Bäume, Vögel und Käfer? Ist das nicht auch Leben? Ja, das ist es, doch zu viele Menschen sehen es nicht. Sie kennen nur sich und ihren Vorteil. Für diese Menschen gibt es nur eine Bezeichnung: Egoisten! Schon heute gibt es zu viele von ihnen. Ich hoffe, dass nicht eines Tages die Welt voll von solchen Menschen ist!

Wir sind ,,Produkte" der Natur, wir haben Ehrfurcht vor dem Leben, aber die Natur hat sie nicht. Das behauptet jedenfalls Albert Schweitzer. Um seine Aussage zu unterstützen, bringt er Argumente, dass die Natur in sinnvollster Weise Leben schafft und es in sinnlosester zerstört. Diese und folgende Argumente haben mich überzeugt. Schweitzer spricht die Vermehrung der Insekten an, welche ihre Eier in andere Insekten ,,spritzen" und diese somit früher oder später töten. Auch Ameisen töten, doch nur, umzu überleben. Wenn sie deshalb keine Ehrfurcht vor dem Leben haben, dann sind wir auch nicht besser: Was gibt es heute bei Ihnen zu essen? Schnitzel vielleicht? Was ist mit dem Schwein, das dafür sterben musste? Ist es nicht grauenvoll, dass die Natur uns lehrt zu töten, umzu überleben? Mit den Beispielen, die Schweitzer gibt, kann er jeden überzeugen, dass die Natur aussen grossartig und innen schaurig ist. Er stellt zwei Adjektive gegenüber, die das Gute und das Schlechte widerspiegeln, und das, obwohl sie sich so ähnlich sind. Das Werk der Natur sei sinnvoll und sinnlos. Dieser Gleichklang bewirkt die Annahme, dass beides ,,gleich" ist. Doch das Gegenteil ist der Fall: Es sind zwei gegensätzliche Bedeutungen, die zusammen existieren müssen. Schweitzer erkennt das ebenfalls und macht mit dem Begriff ,,Selbstentzweiung" (Zit.) darauf aufmerksam. Seine Art zu predigen ist schön: klar und für jeden leicht verständlich. Er gibt sowohl Beispiele aus der Natur, aber er gibt auch eigene Erfahrungen, die er in Afrika macht, wieder. Zum Beispiel der Mann, welcher starb, weil er wenige, winzige Körperchen in sich trug. Ist die Natur nicht grausam? Dieser Mensch musste sterben, nur damit diese, vielleicht sogar einzelligen, Wesen überleben konnten. Schweitzer war entsetzt darüber und ich bin es auch. Ist es nicht ungerecht, dass ein Mensch deshalb sterben muss? Ja, sicher. Doch was ist mit dem winzigen Wesen? Eigentlich hat es das gleiche Recht auf Leben wie wir. Da Schweitzer von eigenen Erlebnissen spricht, ist er sehr überzeugend und mitreissend. Einer solchen Predigt möchte ich gern einmal zuhören. ,,[...] ihre Grausamkeit ist sinnlos. Das kostbarste Leben wird dem niedersten geopfert," (Zit.). Ich persönlich würde diese Grausamkeit nicht als sinnlos bezeichnen, sondern als unüberlegt. Hat nicht jedes Wesen ein Recht auf Leben? Egal, ob Bakterie oder Mensch. Auf der einen Seite vielleicht nicht, wenn es anderes Leben zerstört, aber die Natur war sein Lehrer und hat es gelehrt so zu leben. Wie soll eine Bakterie Ehrfurcht vor dem Leben haben, sie weiss doch nicht einmal was Liebe ist. Sie lebt nur, umzu leben und nicht um etwas zu erschaffen. Wir können ihr deshalb keinen Vorwurf machen. Wir können sie nur bekämpfen. Doch ist das nicht eigentlich ungerecht? Ich meine: sie lebt! Das lässt sich schwer erklären, da sie kaum Gefühle haben kann. Trotzdem hat sie ein Leben, welches durchaus lebenswert ist. Im nächsten Teil kommt ,,[...] die rätselhafte Entzweiung [...]" (Zit.) zur Sprache. Dieses Phänomen ist schlicht und einfach: Leben gegen Leben. Es ist ein elender Kampf, der schon immer geführt wurde und der bis zum Untergang der Welt immer geführt werden wird. Doch es ist ein ungerechter Kampf. Leben soll Leben töten umzu leben. Schweitzer nahm in einem Satz gleich dreimal das Wort ,,Leben" (Zit.). Das hat zur Folge, dass mir nur noch ,,Leben" vor dem geistigen Auge erscheint. Jeder hat ein Recht auf ,,Leben". Jedes ,,Leben" ist ,,lebenswert". ,,Leben" muss erhalten werden. ,,Leben" gegen ,,Leben" umzu ,,leben". Traurig, aber wahr: nicht jeder kann leben ohne auch Leben zu zerstören. Dabei sei er ,,schuldlos schuldig" (Zit.). Diese Adjektive wurden als zusätzliche Ergänzung an den Satz gehangen. Sie klingen wieder beinah gleich und sind doch völlig gegensätzlich: Schuldlos, da die Natur gelehrt hat zu leben und somit zu töten. Somit kann kein Lebewesen etwas für seine Art zu leben. Trotzdem schuldig, weil es tötet. Doch es hat keine Wahl, leider. ,,Die Natur lehrt grausigen Egoismus," (Zit.). Leider muss ich Albert Schweitzer auch diesmal Recht geben. Ich habe im Duden nachgeschlagen, um vielleicht eine Definition zu finden, mit der ich Schweitzers Behauptung widerlegen kann. Doch ich denke, dass ,,grauenerregende Selbstsucht" nur eine Definition ist, welche die obige Behauptung unterstützt. Im Moment bin ich emotional so in diesen Aufsatz involviert, dass mir gleich die Tränen kommen, wenn ich darüber nachdenke, wie grausam die Natur doch ist. Warum schafft sie Leben? Damit es durch ein anderes wieder zerstört wird? Aber das ist doch ungerecht! Woher nimmt sie sich das Recht über Leben und Tod zu entscheiden? Das darf sie nicht! Niemand darf das! Schweitzer weist fast ausschliesslich darauf hin, wie grausig die Natur doch ist. Doch ein Beispiel für die Unterstützung seiner Thesen lässt zumindest ein wenig hoffen: das Tier liebt seine Jungen und ist darauf bedacht, dass selbigen nichts passiert. Es kämpft nicht gegen sie, es kämpft für sie. Es tötet sie nicht, es tötet für sie. Aber es tötet. Niemand kann heute mehr leben ohne zu töten.

Ich verbinde Tod mit Dunkelheit, Schweitzer auch. ,,Die Welt [...] ist wie ein Tal, das im Finstern liegt; nur oben auf den Höhen liegt Helligkeit," (Zit.). Der einzige, der jemals diese Helligkeit erfahren darf sei laut Schweitzer das letzte Glied in der Kette der Evolution: der Mensch. Warum gerade er, frage ich mich? Er kommt, besiedelt die Erde milliardenfach und zerstört sie. Ich sage Ihnen warum: Er hat Ehrfurcht vor dem Leben. Dass ich nicht lache! Tötet er deshalb, weil er Ehrfurcht vor dem Leben hat? Sehen Sie nicht, wie die eigentliche Antwort lautet? Albert Schweitzer ist ein Mensch! Dass er nicht besser ist, als wir alle, steht ausser Frage. Er ist egoistisch und will auch nur so gut wie möglich leben. Wir sind doch alle gleich! Natürlich können wir behaupten Ehrfurcht vor dem Leben zu haben, aber auch nur, weil es kein höheres Leben gibt, das uns beweist, dass es nicht so ist. Wer gibt schon gern zu, dass er Fehler macht? Ich nicht und Sie auch nicht! Schweitzer spricht immer wieder das Miterleben und Mitleiden an und erreicht dadurch, dass es uns nicht aus dem Kopf geht und wir irgendwann sagen: das können wir auch! Ich weiss, dass ich es auch kann. Doch in Wirklichkeit denke ich, machen wir uns alle etwas vor. Am Ende denkt doch sowieso jeder nur an sich. Schweitzer sagt, dass wir ,,[...] aus der Unwissenheit heraustreten [können], in der die übrige Kreatur schmachtet," (Zit.). Ich halte diesen Ausdruck für überheblich, da wir eigentlich stets in der Unwissenheit verbleiben. Ausserdem würde ich das übrige Leben nicht als Kreatur bezeichnen, denn es ist genauso komplex aufgebaut. Die Erkenntnis der Ehrfurcht vor dem Leben ist das grösste Ereignis? Ja, schon, aber deswegen erscheinen hier noch lange nicht die Wahrheit und das Gute in der Welt. Ich behaupte , durch diese Erkenntnis können wir erst erkennen, wie schlecht unsere Welt doch in Wirklichkeit ist. ,,Das Licht glänzt über dem Dunkel [...]," (Zit.). Dem stimme ich zu. Doch nicht, weil das Gute letztlich siegt, sondern weil das Licht die Augen blendet. So ist es uns eine Zeitlang unmöglich das Dunkel, das Schlechte, zu sehen.

,,Wir leben in der Welt, und die Welt lebt in uns," (Zit.). Sicher, das Leben ist ein ständiges Hin und Her, ein Geben und Nehmen. Wir können nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander. Es gibt einfach keine Möglichkeit ein Leben in Harmonie zu leben. Schweitzer spricht ständig von uns und nicht von den Menschen. Das zeigt mir, dass er sich ebenfalls mit einbezieht. Allerdings halte ich sein Menschenbild teilweise für überheblich. Er stellt uns einfach über alles andere, obwohl wir das eigentlich am wenigsten verdienen. Der Mensch ist und bleibt nicht perfekt.

Obwohl ich anfangs behauptete, dass wir Ehrfurcht vor dem Leben haben, ging meine Meinung andere Wege. Das liegt daran, dass ich jetzt erst sehe, dass wir uns alle nur etwas vormachen.

1938Wörter

Andrea Arnold Kl.12/3 - d1 Nossen, 15.11.2000

4 von 5 Seiten

Details

Titel
Schweitzer, Albert - Das grosse Bekenntnis (Erörterung)
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2000
Seiten
5
Katalognummer
V101849
Dateigröße
370 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schweitzer, Albert, Bekenntnis
Arbeit zitieren
Andrea Arnold (Autor), 2000, Schweitzer, Albert - Das grosse Bekenntnis (Erörterung), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101849

Kommentare

  • Gast am 17.9.2002

    Na ja.....

    Man oh man,... Es ist zwar nicht schlecht, wenn man seine Hausaufgaben komplett im Internet finden kann, ABER wenn man dann so was vor findet, ist die anfängliche riesen Freude im Nu vorüber.
    Wer solch eine Erörterung schreiben kann, der läuft meiner Meinung nach nicht ganz rund!!!
    So viel "SÜLZE" auf einem Haufen, das geht auf keine Kuhhaut... Und das in einem Klausuraufsatz... der/die arme Lehrer/-in.
    Nee, nee, aber na ja. So als Vorlage für ne Hausarbeit nicht schlecht, aber für mehr nicht. Sie ist stark verbesserungswürdig!
    Bis bald, und schreibt weiter so!

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