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Godzilla. Metapher eines nuklearen Traumas

Titel: Godzilla. Metapher eines nuklearen Traumas

Studienarbeit , 2021 , 14 Seiten

Autor:in: Daniel Schönborn (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit soll sich mit der filmischen Geburt von Godzilla und mit Godzilla als Metapher für ein nukleares Trauma beschäftigen. Hierbei wird zunächst der japanische Monsterfilm generell betrachtet und ermittelt, wie sich die Monster dieses Filmgenres von ihren westlichen Pendants unterscheiden. Daraufhin wird der allererste, aus Japan stammende, Godzilla-Film von 1954, sowie seine, in großen Teilen stark veränderte, amerikanische Fassung aus dem Jahr 1956 untersucht sowie der Frage nachgegangen wie Godzilla und Nuklearität konkret in Verbindung stehen. Zum Schluss soll darauf hingewiesen sein, dass die Untersuchung von Godzilla, seiner Bedeutung und besonders seiner weiteren Entwicklung in späteren Jahren weit mehr Analyse- und Betrachtungsmöglichkeiten bieten, als dass diese in der Kürze einer solchen Ausarbeitung bearbeitet werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der japanische Monsterfilm: Godzilla

3. Godzilla

3.1. Entstehung Godzilla

3.2. Godzilla (JP, 1954)

3.3. Godzilla, King of the Monsters (US, 1956)

4. Godzilla und Nuklearität

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Geburt von Godzilla als kulturelles Phänomen und analysiert die Figur als Metapher für das nukleare Trauma, das durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki sowie spätere Testreihen im Pazifik ausgelöst wurde.

  • Die historische Entstehung von Godzilla im Kontext des japanischen Nachkriegskinos.
  • Kontrastive Analyse zwischen dem japanischen Originalfilm von 1954 und der US-amerikanischen Adaption von 1956.
  • Untersuchung von Godzilla als Sinnbild nuklearer Ängste und als Identifikationsfigur für die japanische Gesellschaft.
  • Die Rolle von Wissenschaft und moralischer Verantwortung im Umgang mit zerstörerischen Technologien.

Auszug aus dem Buch

3.1. Entstehung Godzilla

Nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki bemühten sich japanische Wissenschaftler und Filmschaffende den an der Gesellschaft verursachten Schaden irgendwie aufzuzeichnen und zu verarbeiten. Zusätzlich zu den Angriffen im zweiten Weltkrieg wurde dann noch im März 1954 der japanische Fischkutter Dai-go Fukuryû-maru (dt. Glücklicher Drache 5) im Pazifik bei geheimen, amerikanischen Atomwaffentests radioaktiv kontaminiert (auch bekannt als „Lucky Dragon Incident“). Einige Besatzungsmitglieder starben bei diesem Vorfall, so dass dieses Ereignis in der japanischen Gesellschaft auch als ein dritter atomarer Angriff der USA auf Japan angesehen wird. Die japanische Öffentlichkeit erlebte daraufhin eine erneute nukleare Angst, die es irgendwie zu bewältigen galt.

Des Weiteren herrschte in den 1950er Jahren ein genereller, weltweiter, filmischer Monsterhype, welcher sich nicht nur auf Japan beschränkte. Die Monster jener Filme stehen dabei jedoch fast immer als Symbol der atomaren Bedrohung. Ein Thema, welches in Zeiten von amerikanischen Atomwaffentests und dem anhaltenden Kalten Krieg an Relevanz hinzugewonnen hatte und die Menschen beschäftigte.

Besonders der amerikanische Monsterfilm „Panik in New York“ (eng. „The Beast From 20.000 Fathoms“), welcher 1953, also nur ein Jahr vor Godzilla, veröffentlich wurde, gilt als Vorbild für das japanische Filmmonster. Diese Information ist jedoch umstritten, da der amerikanische Film in Japan erst ein Jahr später, also im selben Jahr wie Godzilla, in die Kinos kam, und Honda selbst einmal äußerte, dass keiner derjenigen die an dem Film mitgewirkt hatten den amerikanischen Film zuvor gesehen hätte. Nach Shapiro handelt es sich deshalb also weniger um einen direkten Einfluss auf Godzilla oder eine einfache Kopie, als viel mehr um „synchronic cultural responses to global events“.

Insgesamt lässt sich Godzilla als Reaktion auf die atomaren Angriffe auf Hiroshima und Nagasaki, sowie dem Lucky Dragon Incident sehen und damit als Versuch der Bewältigung jenes nuklearen Traumas innerhalb der japanischen Bevölkerung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsabsicht, Godzilla als filmisches Monster und Metapher für nukleare Traumata zu betrachten.

2. Der japanische Monsterfilm: Godzilla: Untersuchung der Spezifika des japanischen Monsterfilms und dessen Abgrenzung zu westlichen Produktionen hinsichtlich narrativer Elemente und gesellschaftlicher Einbettung.

3. Godzilla: Überblick über die Ursprünge und die filmhistorische Relevanz des Charakters als König der Monster.

3.1. Entstehung Godzilla: Analyse der zeitgeschichtlichen Hintergründe, insbesondere der Atombombenabwürfe und des "Lucky Dragon Incidents" als auslösende Faktoren.

3.2. Godzilla (JP, 1954): Detaillierte Betrachtung der Handlung und der zentralen Motive des japanischen Originalfilms.

3.3. Godzilla, King of the Monsters (US, 1956): Untersuchung der inhaltlichen Veränderungen und Zensurmaßnahmen in der US-Version im Vergleich zum Original.

4. Godzilla und Nuklearität: Erörterung der symbolischen Gleichsetzung des Monsters mit der Atombombe und der Funktion als Identifikationsfigur für die japanische Bevölkerung.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung von Godzilla als Instrument der Trauma-Verarbeitung und Warnung vor dem Missbrauch nuklearer Kräfte.

Schlüsselwörter

Godzilla, Nuklearität, japanisches Kino, Hiroshima, Nagasaki, atomare Angst, Monsterfilm, Kaijû, Lucky Dragon Incident, Filmgeschichte, Trauma-Verarbeitung, Ishiro Honda, Metapher, Kalter Krieg, Nuklearwaffen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung des Filmmonsters Godzilla im japanischen Kino und dessen Rolle als kulturelle Metapher für die traumatischen Erfahrungen Japans mit Nuklearwaffen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das "Atomic Bomb Cinema", die japanische Identität nach dem Zweiten Weltkrieg, die filmische Umsetzung von nuklearer Angst und die Unterschiede zwischen japanischen und amerikanischen Filmfassungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Godzilla als symbolisches Sprachrohr diente, um die nuklearen Angriffe auf Hiroshima und Nagasaki sowie das "Lucky Dragon Incident" innerhalb der Gesellschaft filmisch aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine film- und kulturwissenschaftliche Analyse angewandt, die primär auf der Auswertung filmwissenschaftlicher Literatur und der Untersuchung narrativer sowie inszenatorischer Unterschiede zwischen dem japanischen Original und der US-Version basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehungsgeschichte, eine vergleichende Analyse des 1954er Originals und der 1956er US-Version sowie eine theoretische Reflexion über Godzilla als nukleares Symbol.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie "nukleares Trauma", "Kaijû", "Identifikationsfigur" und "japanisches Nachkriegskino" beschreiben.

Wie unterscheidet sich die amerikanische Fassung von Godzilla inhaltlich vom japanischen Original?

Die amerikanische Fassung zensierte direkte Bezüge auf Hiroshima und Nagasaki, fügte neue Szenen mit einem amerikanischen Journalisten hinzu und stellte Atomwaffen teils positiver als notwendiges Übel oder Lösung dar, während das japanische Original die atomare Bedrohung in den Vordergrund stellte.

Welche Bedeutung hat die Figur des Dr. Serizawa für die Aussage des Films?

Dr. Serizawa symbolisiert die moralische Verantwortung der Wissenschaft; sein Opfertod verhindert, dass seine gefährliche Erfindung, der "Oxygen Zerstörer", in falsche Hände gerät, was eine Parallele zum verantwortungslosen Einsatz von Atomwaffen zieht.

Warum wird Godzilla als Identifikationsfigur für die japanische Bevölkerung gesehen?

Das Monster wird nicht nur als Zerstörer, sondern auch als Opfer nuklearer Strahlung interpretiert, was es den Zuschauern ermöglichte, das eigene Leid und die Opferrolle Japans indirekt auf das Monster zu projizieren.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Godzilla. Metapher eines nuklearen Traumas
Autor
Daniel Schönborn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
14
Katalognummer
V1019721
ISBN (eBook)
9783346411303
ISBN (Buch)
9783346411310
Sprache
Deutsch
Schlagworte
godzilla metapher traumas
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Schönborn (Autor:in), 2021, Godzilla. Metapher eines nuklearen Traumas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1019721
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Leseprobe aus  14  Seiten
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