Die Arbeit beschäftigt sich zunächst damit, mit welchen Methoden und Praktiken üblicherweise die einzelnen Lehrplanziele im Fach Deutsch im Kompetenzbereich Lesen in der Primarstufe zu Zeiten des Präsenzunterricht verfolgt werden. Im nächsten Schritt werden die Apps Anton und Moodle vorgestellt, verglichen und darauf untersucht, inwiefern jede App Potentiale aufweist, diese Ziele durch ihrem Einsatz im Homeschooling zu erreichen. Die Ergebnisse der Untersuchung der Apps und die Auswertung einer Umfrage bilden die Ausgangspunkte für die zentrale Diskussion der Arbeit.
Der Aufbau der Arbeit folgt einer logischen Anordnung des Inhaltes, sodass der rote Faden dieser Arbeit in jedem Kapitel und Unterkapitel nachvollziehbar ist. Nachdem in der Einleitung Motivation und Ziel präsentiert wurden, soll im zweiten Kapitel die Relevanz des Kompetenzbereiches Lesen – Mit Texten und Medien umgehen verdeutlicht werden. Dabei wird dieser Kompetenzbereich ausführlich erläutert, sodass der theoretische Hintergrund dieser Arbeit aufgedeckt wird, denn eine gründliche Kenntnis des Gegenstandsbereich Lesenlernen ist Voraussetzung für das Arbeiten damit. Im dritten Kapitel werden die Apps Moodle und Anton präsentiert und ein gründlicher Einblick in die Struktur ihrer Systeme wird gewährt. Erst nachdem diese Grundsteine gelegt wurden, ist es möglich, spezifisch auf das Lesenlernen mit den Apps einzugehen. Es folgt der Hauptteil dieser Arbeit, worin zunächst die für diese Arbeit relevanten Zielkompetenzen, die der Lehrplan vorgibt, im Hinblick auf ihre Umsetzung im Präsenzunterricht, beleuchtet werden. Vor diesem und dem theoretischen Hintergrund können die Möglichkeiten und Potenziale der Apps für den Kompetenzbereich Lesen – Mit Texten und Medien umgehen im Homeschooling untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Relevanz von Lern-Apps
2.1 Die Relevanz des Lesenlernens
2.2 Lesemotivation und Leseanimation
2.3 Das Mehrebenenmodell nach Rosebrock und Nix
2.3.1 Die Prozessebene
2.3.2 Die Subjektebene
2.3.3 Die Soziale Ebene
3 Vorstellung der (Lern-)Apps
3.1 Die Moodle-App
3.2 Die Anton-App
3.3 Unterschiede der Apps Moodle und Anton
4 Lehrplanumsetzung – etablierte Unterrichtsmethoden und Potenziale der Apps
4.1 Kurze Arbeitsaufträge und Anleitungen erlesen und danach handeln
4.2 Altersgemäße Kinderbücher lesen und über Leseerfahrungen sprechen
4.3 Kurze, unterschiedliche Texte lesen und Fragen beantworten
4.4 Einfache Texte gestalten
4.5 Interessenbezogene Bücher und andere Medien auswählen
5 Lehrpraxisbezug – Eindrücke über die Lern-Apps im Homeschooling
5.1 Auswertung der Erhebung
6 Die Diskussion über den Einsatz der Apps
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Möglichkeiten der Lern-Apps Moodle und Anton zur Unterstützung des Leselernens im Homeschooling während der Corona-Pandemie. Basierend auf dem Lehrplan für die Schuleingangsphase und dem theoretischen Mehrebenenmodell von Rosebrock und Nix wird analysiert, inwiefern diese digitalen Werkzeuge zur Vermittlung von Lesekompetenz beitragen können.
- Analyse der Relevanz des Lesenlernens und der Lesemotivation
- Strukturelle Vorstellung und Vergleich der Funktionalitäten von Moodle und Anton
- Verknüpfung digitaler Lern-Apps mit etablierten didaktischen Unterrichtsmethoden
- Empirische Erhebung von Erfahrungen und Einschätzungen bei Lehrkräften
- Diskussion über die technische Umsetzbarkeit und medienpädagogische Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
2 Die Relevanz von Lern-Apps
Zunächst ist klarzustellen, dass die komplexen Lern- und Sozialformen eines interaktiven Präsenzunterricht im Fach Deutsch weder durch die später aufgezeigten Apps Moodle und Anton ersetzt werden können noch durch sie ersetzt werden sollen. Doch ist es zu heutiger Zeit und insbesondere unter der Berücksichtigung der besonderen Situation der Corona-Pandemie unverzichtbar, den Unterricht mit Möglichkeiten digitaler Medien und Lernplattformen zu unterstützen. Die Medienkompetenz, die Schüler in diesem Zuge entwickeln und die sie selbstverständlich für die Verwendung von Apps im Homeschooling benötigen, ist im Lehrplan zudem schon ab der Schuleingangsphase vorgesehen. So ist es dringend an der Zeit, dass die Relevanz der Medienkompetenz im Unterricht von Schulbeginn an berücksichtigt wird. Widerspruchslos fordert nahezu jeder Beruf der modernen Gesellschaft, die nicht umsonst als Mediengesellschaft bezeichnet wird, die Kompetenz, selbstgesteuert, selbstreflektiert und verantwortungsvoll mit Medien umzugehen. Neben den Berufen betrifft der Umgang mit Medien nahezu alle Lebensbereiche und ist längst nicht mehr wegzudenken. Auf den Punkt bringen Tulodziecki und Grafe diese Perspektive mit folgender Formulierung:
„Den lebensweltlichen Ausgangspunkt für medienpädagogische Überlegungen bildet die Medienlandschaft, in der Presse und Buch, Hörfunk und Tonträger, Film und Fernsehen, Computer und Internet den Heranwachsenden ein weit gefächertes Programm für Informationen und Kommunikation, für Unterhaltung und Spiel, für Bildung und Beratung bieten.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die pandemiebedingte Ausnahmesituation an Schulen ein und definiert das Forschungsziel, die Potenziale der Apps Moodle und Anton für den Kompetenzbereich Lesen zu untersuchen.
2 Die Relevanz von Lern-Apps: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Leselernens, der Lesemotivation sowie das Mehrebenenmodell nach Rosebrock und Nix erläutert, um den Rahmen für den Einsatz digitaler Medien zu bilden.
3 Vorstellung der (Lern-)Apps: Dieses Kapitel bietet einen Einblick in die Funktionsweise und Systemstruktur von Moodle und Anton und arbeitet die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Plattformen heraus.
4 Lehrplanumsetzung – etablierte Unterrichtsmethoden und Potenziale der Apps: Es wird analysiert, wie spezifische Kompetenzbereiche des Lehrplans für die Schuleingangsphase methodisch durch die genannten Apps unterstützt werden können.
5 Lehrpraxisbezug – Eindrücke über die Lern-Apps im Homeschooling: Dieses Kapitel wertet die Ergebnisse einer standardisierten Befragung von Lehrkräften und OGS-Mitarbeitern hinsichtlich des Einsatzes der Apps aus.
6 Die Diskussion über den Einsatz der Apps: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den Umfrageergebnissen, wobei technologische Hürden und pädagogische Voraussetzungen abgewogen werden.
7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage nach der Eignung der Apps für den Deutschunterricht im Kompetenzbereich Lesen.
Schlüsselwörter
Homeschooling, Leselernen, Moodle, Anton, Medienkompetenz, Lesemotivation, Schuleingangsphase, Mehrebenenmodell, digitale Medien, Lehrplan, Lesekompetenz, Unterrichtsmethoden, Lern-Apps, Distanzunterricht, Leseanimation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Lern-Apps Moodle und Anton zur Förderung der Lesekompetenz im Homeschooling innerhalb der Schuleingangsphase.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der pädagogischen Relevanz von Medienkompetenz, der didaktischen Strukturierung des Leselernens nach dem Mehrebenenmodell und der praktischen Evaluation digitaler Lernplattformen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, welche Potenziale die Apps Moodle und Anton für den Deutschunterricht im Bereich „Lesen – Mit Texten und Medien umgehen“ im Homeschooling bieten und wie diese mit dem Lehrplan vereinbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer intensiven Literaturarbeit zur Theorie des Leselernens führt die Autorin eine empirische Erhebung mittels eines standardisierten Fragebogens bei Lehrkräften durch.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der App-Systeme, deren Abgleich mit spezifischen Lehrplanvorgaben für das Fach Deutsch sowie die Auswertung und Diskussion der gewonnenen Daten aus der Lehrerbefragung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Homeschooling, Lesekompetenz, Moodle, Anton, Medienkompetenz und Schuleingangsphase.
Worin unterscheidet sich die technische Handhabung von Moodle und Anton für Lehrkräfte?
Moodle ist ein komplexeres Lernmanagement-System, das dem Administrator weitreichende Möglichkeiten zur individuellen Kursgestaltung bietet, während Anton ein fertiges, inhaltlich begrenztes Repertoire an Lernaufgaben bereitstellt.
Welche Rolle spielt die soziale Ebene bei der Nutzung dieser Apps?
Die soziale Ebene ist entscheidend, da der Austausch über das Gelesene – etwa in Moodle-Foren – das Leseverständnis vertieft und soziale Interaktion im digitalen Distanzunterricht erst ermöglicht.
Welche Herausforderungen bei der Umsetzung von Homeschooling werden identifiziert?
Die Arbeit identifiziert insbesondere den Mangel an geeigneten Endgeräten, unzureichende Internetverbindungen sowie die Notwendigkeit einer intensiven Einarbeitung und Begleitung durch Lehrkräfte als zentrale Hürden.
Zu welchem Schluss kommt die Autorin hinsichtlich der Ersetzbarkeit von Präsenzunterricht?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass digitale Lern-Apps den interaktiven Präsenzunterricht nicht ersetzen können, sondern als ergänzende, bereichernde Instrumente unter spezifischen Bedingungen sinnvoll eingesetzt werden können.
- Arbeit zitieren
- Stella Bauch (Autor:in), 2021, Homeschooling konkret. Potentiale und Möglichkeiten der Apps "Moodle" und "Anton" für das Lesenlernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1019774