Zweig, Stefan - Schachnovelle


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
24 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

1. Die Schachnovelle
1.1. Das Buch besteht aus 3 Teilen
1.2. Rahmennovelle
1.3. Erzählhaltung

2. Inhaltsangabe
3. Charakterisierung der Hauptpersonen
3.1. Charakterisierung von Mr. Mc Connor
3.2. Charakterisierung des Erzählers
3.3. Charakterisierung von Dr. B.
3.4. Charakterisierung von Mirko Czentovic

4. Interpretation

5. Persönliche Beurteilung

6. Biographie

7. Stefan Zweigs Werke

8. Umfeld
8.1. Die Weltpolitische Situation

9. Kritik

10. Quellenverzeichnis

1. Die Schachnovelle

Dieses Buch erschien 1942 nach Zweigs Tod. Es ist eins seiner besten Werke. Die Schachnovelle ist wie eine Rahmennovelle aufgebaut, die sich in einen äußeren Rahmen und einer Binnenerzählung gliedert.

Die Binnenerzählung beschreibt, wie Dr. B. von den damals in Österreich herrschenden Nazis aus seinem Leben gerissen wurde. Sie enthält eine deutliche Kritik am Naziregime.

Die Ähnlichkeiten welche Dr. B. in seiner Art und seinem Schicksal zu Zweig aufweist, zeigt Zweig eigene Erfahrungen und seine Verarbeitung mit dem Wandel der Gesellschaft. Dr. B. teilt mit Stefan Zweig das Schicksal, eines auf traditionelle Werte bedachten Österreichs, der am Anfang des 20. Jahrhunderts aus seiner Heimat fliehen musste.

1.1. Das Buch besteht aus 3 Teilen

Schiffsreise (Rahmenhandlung 1)

Geschichte von Dr. B. (Novelle in der Novelle)

Schachduell zwischen Dr. B. und Mirko Czentovic

(Rahmenhandlung 2)

1.2. Rahmennovelle

Sie besteht aus einer Rahmenerzählung, in die eine oder mehrere Erzählungen eingebettet sind. Meist wird ein Erzähler erwähnt, aus dem die Binnenerzählung dann entspringt.

Die Art der Rahmenerzählung stammt aus dem Orient. Sie ist aus „1001 Nacht“ bekannt.

1.3. Erzählhaltung

Die Schachnovelle ist in der Rahmengeschichte in dem Lyrischen Ich geschrieben.

2. Inhaltsangabe

Das Buch „Schachnovelle“ von Stefan Zweig ist 1974 im Fischer-Verlag erschienen und handelt von dem Aufeinandertreffen der zwei Schachgenies Dr. B. und Mirko Czentovic.

Auf dem Passagierschiff, das um Mitternacht von New York nach Buenos Aires ablegt, ist auch der Erzähler und sein Freund. Dieser erzählt ihm vor dem Ablegen, dass Mirko Czentovic, der Schachweltmeister, mit an Bord ist. Da der Erzähler fast nichts über dieses Schachgenie weiß, wird ihm von seinem Freund alles Wichtige berichtet.

Als Mirko Czentovic 12 Jahre alt war, starb sein Vater. Dieser war ein blutarmer Donauschiffer, dessen Schiff nachts mit einem Getreidedampfer kollidierte. Kurz darauf kam Mirko zu einem Pfarrer, bei welchem er von dort an lebte. Da dieser Junge keine richtigen Sätze bilden konnte und rechnerisch nicht begabt war, sprach er fast nie mit anderen Menschen. Sein Ersatzvater, der Pfarrer, und der Dorfpolizist spielten fast jeden Abend ihre üblichen drei Schachpartien. Bei diesen schaute Mirko nach getaner Hausarbeit wortlos zu.

Als eines Winterabends ein Bauer den Pfarrer während seiner Schachspiele bittete, einer im Sterben liegenden alten Frau die letzte Ölung zu erteilen, ging der Pfarrer ohne zu zögern. Als dem Polizisten auffiel, dass Mirko noch immer auf das Schachbrett starrte, fragte er ihn, ob er das Spiel zu Ende führen wolle. Da Mirko von nun an weiterspielte und diese Partie überlegen nach nur 14 Zügen gewann, spielten sie auch noch eine zweite. Diese endete genauso. Nach der Rückkehr des Pfarrers wollte auch dieser gegen seinen Pflegesohn spielen und hatte keine Chance gegen Mirko. Der Pfarrer ließ das junge Talent kurz darauf auch in Cafes gegen engagierte Schachspieler antreten. Da Mirko auch diese Spiele meistens siegreich beendete, nahm sich Graf Simczic vor, den kleinen Jungen in der Schachkunst auszubilden. Von da an begann die erstaunliche Karriere des Knaben.

Durch ein paar Kommentare seines Freundes hat der Erzähler den Wunsch, Czentovic kennen zu lernen. Doch schon nach drei Tagen wird klar, dass dies ein fast unmögliches Unternehmen ist. Als McConnor, ein schottischer Tiefbauingenieur, den der Erzähler auf dem Schiff trifft, erfährt, dass der berühmte Mirko Czentovic mit auf dem Schiff ist, möchte er unbedingt gegen diesen Schachweltmeister spielen. Mirko nimmt diese Bitte um eine Partie aber nur für sein übliches Honorar an.

Als Tags darauf das teure Spiel von McConnor eindeutig verloren ist, fordert er eine Revanche und bekommt sie zum gleichen Preis, wie die erste Partie. Auch beim nächsten Spiel ist Czentovic stark überlegen. Dies ändert sich jedoch, als ein unbekannter Herr, welcher später Dr. B. genannt wird, hinzu kommt. Nach mehreren Zügen endet diese Partie nun mit einem Remis. Das inzwischen stark angewachsene Publikum ist begeistert.

Mc Connor hat nun den Wunsch, dass Dr. B. allein gegen Czentovic spielen soll, um diesen Weltmeister endlich einmal verlieren zu sehen. Wiedererwartend lehnt dieser wundersame Herr aber ab. Anschließend geht er aus dem Zimmer. Als Stefan dem Herrn folgt und wenig später auf dem Promenadendeck findet, stellen sie sich einander vor und unterhalten sich, woher Dr. B. so gut Schach spielen kann.

Als vor dem zweiten Weltkrieg Hitler in Wien einmarschierte, wurde auch Dr. B. verhaftet und in das Hotel Metropole gebracht. Dort wurden Gefangene, von denen die Gestapo Geld oder wichtige Informationen wollte, unter völliger Isolation inhaftiert und verhört. Die Verhöre wurden zu unregelmäßigen Zeitpunkten durchgeführt. Da die Gefangenen weder etwas zum Schreiben noch etwas zum Lesen hatten, wussten sie nie, wie viel Uhr oder welcher Tag es war.

Als Dr. B. schon bereit war, alles zu sagen, was die Gestapo hören wollte, geschah etwas für ihn erlösendes. Er sah in einem Mantel, welcher am Kleiderhaken vor dem Verhörsaal hing, ein Buch. Dr. B. konnte der Versuchung nicht widerstehen und stahl es. Zurück in der Zelle las er es dann und bemerkte, dass es von den 150 bekanntesten Meisterpartien handelte. Anfangs war das eine große Enttäuschung für ihn, doch dann lernte er alle Spiele auswendig.

Seine ununterbrochenen Gedanken an Schach wurden schon bald zu einer „Schachvergiftung“, welche ihn so stark in Mitleidenschaft zog, dass er schließlich den Wärter, der ihm das Essen brachte, angriff. Bei dieser Aktion verletzte sich Dr. B. und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Dort hörte er zum ersten mal seit fast einem Jahr wieder nette menschliche Stimmen. Da der behandelnde Arzt Mitleid mit ihm hatte, empfahl er eine Haftentlassung, welcher kurz darauf zugestimmt wurde. Statt zurück in seine Hotelzelle kam er nun in eine Nervenklinik, wo er von seiner Schachsucht geheilt werden sollte. Ein Jahr vor der Fahrt auf diesem Passagierschiff war Dr. B. erfolgreich aus der Therapie entlassen worden, wobei ihm aber geraten wurde, nie mehr Schach zu spielen.

Stefan schafft es, Dr. B. doch noch zu einer einzigen Schachpartie zu überreden. Das anfangs ausgeglichene Spiel wird für Dr. B. zu einer Qual, da Mirko Czentovic lange zum Überlegen braucht. Er wird immer nervöser und dreht fast durch. Als Mirko die erste Partie abbricht, da er keine Chance mehr sieht, fragt er, ob Dr. B. noch eine weiteres Spiel wollte. Stefan versucht die Begeisterung des fieberhaft spielenden Dr. B. zu bremsen, doch es gelingt ihm nicht. In dieser Schachpartie nutzt Mirko Czentovic jede Minute seiner Zugzeit voll aus. Als Dr. B. geistig schon bei anderen Spielen zu sein scheint, unterbricht Stefan die Partie, um den gestressten Herrn, welcher fast wieder seiner Schachvergiftung unterlegen wäre, vom Schachbrett und somit von seinen Problemen zu entfernen.

Dr. B. bedankt sich kurz beim Publikum und entschuldigt sich, für sein Aufgeben. Er wird nie wieder ein Schachspiel ausführen, da diese Tätigkeit ihn zu einer Art Wahnsinn führt.

3. Charakterisierung der Hauptpersonen

Nimmt man den Erzähler der Schachnovelle als real an, ergeben sich zwischen den einzelnen Personen deutliche Unterschiede, welche zum größten Teil anhand des Schachspiels verdeutlicht werden. Es dreht sich alles um ein Spiel, aus dem der Erzähler die Wesensart der Menschen erkennt. Für die beiden Hauptpersonen bedeutet das Schachspiel weitaus mehr, wobei sich die Wesensart bei beiden deutlich unterscheidet.

3.1. Charakterisierung von Mr. Mc Connor

Da ist zunächst Mr. Mc Connor, der von allen am wenigsten Schachspielen kann. Für ihn ist jedes Spiel eine Selbstbestätigung, kein Spaß sondern purer Ernst. Er gehört zu den Menschen, die eine Niederlage im Spiel schon als Herabsetzung ihres Persönlichkeitsbewusstsein empfinden.

3.2. Charakterisierung des Erzählers

Das Buch wird aus seiner Sicht erzählt. Er ist kein guter Schachspieler, hat aber interesse an dem Spiel. Er möchte sich immer korrekt gegenüber seinen Mitmenschen verhalten.

3.3. Charakterisierung von Dr. B.

Für Dr. B. bedeutet das Schachspiel weitaus mehr. Es ist für ihn die einzige Möglichkeit die Isolationshaft zu verarbeiten. Bei der Einordnung der Personen in sympatisch oder weniger sympatisch schneidet Dr. B. ganz klar am besten ab, und ist deshalb dem Erzähler am liebsten.

Dr. B. wird als gutmütiger und freundlicher Mensch beschrieben, der doch sehr stark unter der Isolationshaft der Gestapo gelitten hat. Man sieht ihm die Vergangenheit deutlich an. Am schlimmsten ist jedoch die Geistige Folter, die ihn in die Nervenklinik brachte, und ihn heute noch verfolgt. Er leidet an einer „Schachvergiftung“ und soll deshalb kein Brett mehr anfassen, damit er nicht wieder überschnappt. Das Schachspielen ist für ihn das gleiche wie eine Krankheit und unmittelbar mit seiner Gefangenschaft und allen dort empfundenen Qualen verbunden.

In seinen Aussagen ist aber keine Wut oder Hass gegen die Gestapo zu finden. Er möchte seine Vergangenheit bewältigen. Das Spiel gegen Czentovic soll nichts als der Schlussstrich unter einer alten Rechnung sein. Er steht seiner Krankheit gewissermaßen hilflos gegenüber und wird wahrscheinlich gerade deshalb, wegen seinen Lösungsversuchen, dem Erzähler so sympathisch.

Die Bescheidenheit in Bezug auf sein Schachspielen gefällt dem Erzähler. Dieser versucht sich in seine Person zu versetzen, übersieht aber dennoch die Gefahr für Dr. B., die aus der Schachpartie entsteht. Wahrscheinlich ist das Verlangen dem arroganten Czentovic mit einer Niederlage eins auszuwischen, größer als die erforderliche Rücksicht auf Dr. B..

Mit der Schachpartie treffen zwei Welten aufeinander. Der eine spielt im Kopf, der andere nur mit Brett. Dr. B. ging das Spiel ganz locker an. Doch im Verlauf der zweiten Partie, die Dr. B. gegen seinen Vorsatz spielt, verfällt er immer mehr in seine Krankheit. Czentovic bemerkt nicht, wie sehr sein Gegner leidet. Er kann sich nicht unter dem Druck seiner Vergangenheit persönlich entfalten.

3.4. Charakterisierung von Mirko Czentovic

Mirko, der zwölfjährige Sohn eines armen Donauschiffers, wurde nach dem Tod seines Vaters vom Ortspfarrer aufgenommen. Er wird als rechenschwaches und sprechfaules Kind geschildert. Die Hausarbeiten erledigt er mit totaler Teilnahmslosigkeit. Wenn am Abend der Pfarrer mit dem Ortspolizisten eine Partie Schach spielt, sitzt er daneben und schaut zu. Als der Geistliche zu einem Kranken gerufen wird, kann Mirko zeigen, wie gut er spielen kann. Von da an stellt er im Schachclub sein Können unter Beweis. Die Mitglieder des Clubs sind von Mirkos Talent begeistert und fördern seine Karriere. So wird aus dem geistig verlangsamten der Schachweltmeister. An seiner „zähen und kalten Logik“ sind viele intelligentere und ihm an Phantasie überlegene Champions gescheitert. Durch seine Habgier bekam er großen Ärger mit seinen Kollegen. Mirko spielte nur gegen Geld. So ist es auch auf dem Passagierschiff, als er gegen den schottischen Tiefbauingenieur Mc Connor spielt. Hier wird Mirko als „unmenschlicher Schachautomat“, der nur einen „flüchtigen Blick“ aufs Schachbrett wirft und die Gegner von oben herab behandelt, beschrieben. Auf dem Schachbrett hat er Erfolg, aber im Leben ist er eine wunderliche Person.

4. Interpretation

Stefan Zweig wollte mit diesem Buch den National­sozialismus aus der Sicht der Opfer kritisieren. Er schildert die Methoden der Gestapo und wie diese die Menschenrechte mit Füßen tritt. Über die Hälfte des Buches beschäftigt er sich mit Dr. B., dem die Isolierhaft ein Leben lang zu schaffen macht.

In der Novelle wird deutlich, dass Dr. B. ebenso wie Stefan Zweig unter dem nationalsozialistischen Regime leidet.

Dr. B. unter der Isolationshaft, Zweig darunter, dass er sein geliebtes Heimatland Österreich nicht mehr sehen kann.

Vergleicht man die beiden Hauptpersonen des Buches, nämlich Dr. B. und Mirko Czentovic, haben sie nur eines gemeinsam, das Schachspiel.

Czentovic will unbedingt erfolgreich sein. Er ist ein Materialist und genießt seinen Erfolg als Schachspieler. Dr. B. hingegen ist ruhig, schüchtern und bescheiden.

Die Schachnovelle ist die letzte abgeschlossene Prosadichtung von Stefan Zweig, kurz vor seinem Selbstmord im Ausland. Sie prangert den 2. Weltkrieg an, sowie die Terrormethoden.

Am Schluss der Novelle will Zweig auf die Gefährdung der Gewaltherrschaft hinweisen. Die Schachnovelle entstand in der Zeit, wo Millionen von Verfolgten in den Konzentrationslagern des Hitlerregimes leideten.

Stefan Zweig besaß das Talent, geschichtliche Begebenheiten auf eine novellistische Art zu erzählen. Er konnte typisch menschliches Verhalten auf eine fesselnde Art und Weise darstellen. Ein Einfühlungsvermögen war in seinen Werken zu erkennen.

5. Persönliche Beurteilung

Die Schachnovelle ist ein Buch, das auch in der heutigen Zeit noch viel vermittelt. Er schreibt zwar über eine fast schon „gewöhnliche“ Problematik im NS-Regime, jedoch auf seine eigene Art. Zweig gab sich Mühe, die Schachnovelle so zu schreiben wie seine Empfindungen und Erfahrungen sind. Dem Leser bietet er wenige Personen mit Eigenarten, durch die eine Spannung entsteht. Dr. B. und der Ich-Erzähler sind die positiven Figuren. Negativ werden Czentovic und der reiche Schotte geschildert.

Wer gerne spannende Bücher liest sollte die Schachnovelle nicht auslassen. Leute, die sich mit psychisch kranken Menschen auskennen, verstehen Dr. B. gut.

6. Biographie

Am 28. November 1881 wurde Stefan Zweig als Sohn des böhmischen Textilfabrikanten Moritz und der italienischen Bankierstochter Ida Zweig in Wien geboren. Dort wächst er als zweitgeborener in einem reichen, jüdischem Elternhaus auf. Später studierte er Philosophie. Leider litt er an starken Depressionen, die ihn bei bester Stimmung für die „Schattenseiten des Lebens“ anfällig machte.

Stefan Zweig war immer weltpolitisch eingestellt. Er wünschte sich ein Kultureuropa ohne Grenzen. Auch war er ständig auf Reisen, so auch in Frankreich, England Italien und Belgien. Schon 1919 zog er nach Salzburg um, da dieses zentraler gelegen und somit geeigneter für seine Auslandsreisen war als Wien.

Schon zu Lebzeiten war er der meist übersetzte und international bekannteste österreichische Schriftsteller. Stefan Zweig besaß die Kunst, geschichtliche Begebenheiten auf eine spannende Art zu erzählen, und konnte typisch menschliches Verhalten auf eine fesselnde Art und Weise darstellen.

In seinen Werken war Einfühlungsvermögen zu erkennen. Er selbst war in einer sozialen Weise ein Hilfe leistender Mitmensch, ohne auf sich selbst Rücksicht zu nehmen. Auch glaubte er immer an das Gute im Menschen.

Durch eine Vorahnung entschloss er sich, 1933 nach London zu reisen. Dort hatte er ab 1934 seinen festen Wohnsitz und nahm 1940 die britische Staatsbürgerschaft an. Seine Frau Friderike (geb. von Winternitz) lies er in Österreich zurück. Bei seiner Sekretärin, Lotte Altmann, fand er schnell Trost. Sie war seine neue Lebensgefährtin.

Stefan Zweig ließ sich vom aufkommenden Fanatismus nicht begeistern, und viel dadurch auf. Seine eigene politische Meinung vertrat er in seinen Werken. Seine Kontakte mit dem Verlag, mit welchem er schon seit 30 Jahren zusammenarbeitete, musste er wegen dem Nationalsozialismus aufhöhren.

In England wurde er nicht heimisch. Eine innere Unruhe, die er nicht verdrängen konnte machte ihm Angst. An sein Kultureuropa glaubte er nicht mehr.

Durch eine Vortragsreise kam Stefan Zweig 1940 nach Brasilien. In Petropolis, in der Nähe von Rio de Janeiro, ließ er sich nieder. Nun reiste ihm seine Lebensgefährtin nach. Er wollte nicht mehr in eine zerstörte Welt zurückkehren. So schrieb er 1941 seine eigene Biographie mit dem Titel „Die Welt von gestern“,die er nie wieder sehen würde. Seine Ideale, die ihm sehr wichtig waren, waren nun vernichtet.

Nachdem Japan in den Weltkrieg eintrat und der Niederlage Singapurs, den schlimmen Nachrichten aus Europa hatte Stefan Zweig starke Depressionen und keinen Mut mehr zu leben. Er und seine Lebensgefährtin Lotte Altmann nahmen sich am 23. Februar 1942 in Petropolis das Leben.

7. Stefan Zweigs Werke

1901 erste Buchveröffentlichung „Silberne Saiten“

1904 erster Novellenband „Die Liebe der Erika Ewald“

1905 Monographie „Paul Verlain“

1906 Gedichtband „Die frühen Kränze“

1907 Versdrama „Tersites“

1910 Monographie „Emile Verhaeren“

1911 „Vier Novellen aus Kinderland“, „Erstes Erlebnis“

1912 Einakter „Der verwandelte Komödiant“, Trauerspiel „Das Haus am Meer“

1913 Novelle „Brennendes Geheimnis“

1917 Antikriegsdrama „Jeremias“

1920 Essayband „Drei Meister“ (erster Teil der Reihe „Baumeister der Welt“), Biographie „Romain Rolland“

1925 „Kampf mit den Dämonen“ (zweiter Teil der Reihe „Baumeister der Welt“)

1926 Novellenband „Verwirrung der Gefühle“

1927 „Sternstunden der Menschheit“, „Fünf historische Miniaturen“

1929 „Joseph Fouché. Bildnis eines politischen Menschen“

1931 „Heilung durch den Geist“

1932 „Marie Antoinette. Bildnis eines mittleren Charakters“

1934 „Triumph und Tragik“

1935 Uraufführung der komischen Oper „Die schweigsame Frau“ in Dresden, Biographie „Maria Stuart“

1936 „Castellio gegen Calvin oder ein Gewissen gegen die Gewalt“

1939 Zweigs einziger Roman „Ungeduld des Herzens“

1941 „Die Geschichte eines historischen Irrtums“ „Brasilien – ein Land der Zukunft“ „Schachnovelle“

Autobiographie „Die Welt von Gestern“ „Erinnerungen eines Europäers“

8. Umfeld

Diese Novelle spielt in der Zeit Anfangs des 2.Weltkrieges. In diesem Buch schildert er seine Eindrücke. Der Krieg hat auch bei ihm Seelische Wunden hinterlassen. Zu dieser Zeit fand auch bei einem Teil der Bevölkerung ein Umdenken statt.

8.1. Die Weltpolitische Situation

Die politische Lage war nach dem 1. Weltkrieg noch sehr durcheinander. Das Land hatte Probleme mit ihrer Zerstörtheit sowie mit den Auflagen, die gestellt wurden. Der Nationalsozialismus kam an die Macht. Die regierende NSDAP setzte alles daran, das dritte Reich groß und mächtig zu machen. Es dauerte nicht lange, und Österreich gehörte dazu.

Die Juden wurden nun auch in Österreich verfolgt. Aus diesem Grund wanderte Stefan Zweig aus. Er war auch Jude. Durch die politische Spannung der Westmächte und dem dritten Reich kam es zum Einmarsch in Polen. Dies war mit der Grund zum 2. Weltkrieg.

Zweig beging Selbstmord vor Ende des Krieges.

9. Kritik

Das Schachspiel als Überlebenskampf. Die „Schach­novelle“ von Stefan Zweig erzählt die Geschichte eines österreichischen Anwalts, der von der Gestapo zu Verhörzwecken festgehalten wird. Um seinen Willen zu brechen, wird er in Einzelhaft gesperrt. Die Isolierung übersteht er nur, weil er ein heimlich eingeschmuggeltes Schachbuch studiert, deren Partien er zunächst mithilfe von kleinen Figuren aus Brotteig, später nur noch im Kopf nachspielt und schließlich mit einem Höchstmaß an seelischer Belastung gegen sich selber antritt. Die Geschichte, obwohl eindeutig mit politischen Beziehungen gespickt, stellt jedoch auch zugleich den fesselnden Überlebenskampf eines Menschen vor, der, körperlich unversehrt, versucht, geistig nicht zu verhungern. Hat man erst einmal angefangen zu lesen, fällt es schwer, wieder aufzuhören, so glaubwürdig und mitreißend gelingt es dem Autor, das Innenleben der Figur zu beschreiben. Im Gegensatz zu ihr steht der in der Rahmenhandlung auftauchende Schachweltmeister Czentovic, der, seelisch abgestumpft und primitiv, nur durch bloßes maschinelles Spielen überzeugt. Nicht zuletzt aus diesen beiden unterschiedlichen Charakteren, die am Ende der Novelle noch einmal gegeneinander antreten, ergibt sich die anhaltende Spannung, zudem kann dieses Finale darüber hinaus als Kampf der Hauptfiguren gelesen werden.

Aus der Landesbibliothek Stuttgart

PC- Ausschnitt von Kritiken

10. Quellenverzeichnis

- Taschenbuch „Schachnovelle“
- Landesbibliothek Stuttgart
- Brock Haus „Enzyklopädie“
- Chronik des 20. Jahrhunderts

24 von 24 Seiten

Details

Titel
Zweig, Stefan - Schachnovelle
Autor
Jahr
2001
Seiten
24
Katalognummer
V101980
Dateigröße
367 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zweig, Stefan, Schachnovelle
Arbeit zitieren
Michael Waible (Autor), 2001, Zweig, Stefan - Schachnovelle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101980

Kommentare

  • Gast am 25.10.2001

    *****.

    Deine Arbeit ist durch aus nicht schlecht, doch schade das keine direkte e-mail Adresse des Verfassers zu finden ist, den ich glaube in der Interpretation liegt der Verfasser nicht ganz richtig, wobei natürlich zu beachten ist, das eine Interpretation immer eigene Sichtweisen auf Dinge zufolge hat und damit einfließen.
    Sollte der Verfasser dieses Komentar mal lesen, so wäre es nett eine Antwort oder Stellungnahme zu erhalten. Desweiteren möchte ich genre mit Einveständnis des Verfasser Teile aus seiner Arbeit für Diskusionsgrunglagen in meinem Vortrag heraus nehmen. Ich werde das als anonyme Arbeit vorstellen, sofern von Verafsser nicht anders gewünscht.

  • Gast am 14.1.2002

    hm....

    hmm...das hab ich schon mal genauso gelesen...entweder das is nen fake...
    oder...du hast es selbst gemacht...

    2+

  • Gast am 31.1.2002

    Schwierig.

    Ich bin der Meinung, dass diese umfangreiche Arbeit für einen Schüler, der höchstens in der 10. Klasse sein kann, recht gelungen und vor allem sehr fleißig ist. Was so ein junger Mensch nicht leisten kann, ist eine gewisse Vorsicht bei bestimmten Formulierungen (manches ist übertrieben oder mit zu viel Pathos ausgedrückt). Auch die Schwarz-Weiß-Malerei kritisieren, die Zweig hier vornimmt, kann ein Jugendlicher wohl noch nicht. Von daher muss ich dem jungen Mann ein Lob aussprechen. Aber ein Tip: er sollte nicht für jede kleine Zeile/Abschnitt ein eigenes Kapitel eröffnen - das wirkt aufgeblasen! Zu viele Überschriften, die dann wenig hergeben!

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