Wie hat sich das Bild der femme fatale durch die Jahrhunderte entwickelt? Thematisiert werden die Eigenschaften und die Definition der femme fatale. Darüber hinaus wird auch die Entwicklung der femme fatale erläutert, wobei besonders das Augenmerk auf den Biblischen Beginn (am Beispiel der Lilith), auf die klassische Antike (am Beispiel der Sirenen) und auf das 20. und 21. Jahrhundert gelegt wird (am Beispiel mehrerer Filme).
Der Mythos um die femme fatale besteht schon seit der griechischen Antike, jedoch spielte der Begriff erst im 19. Jahrhundert eine große Rolle. Denn mit der weiblichen Emanzipation erhoben die Frauen ihre Stimmen, änderten ihre Einstellung und lösten sich von den misogynen Stereotypen der Frau. Bekanntlich "gab (es) drei grundlegende Stereotypen: die Ehefrau und Mutter, die mystische Frau und die Hexe und/oder Prostituierte". Einhergehend mit der Auflösung dieser Stereotypen wurde ein Gefühl von Angst vor der weiblichen Sexualität und der damit verbundenen Macht besonders bei den Männern ausgelöst. Aufgrund der Veränderung der Geschlechterrollen und des weiblichen Gedankens selbstständig und unabhängig zu werden, wurde das Bild der femme fatale nach dem zweiten Weltkrieg in der Filmkunst, besonders in den 1940er im Film noir, wieder aufgegriffen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 DEFINITION
1.2 HISTORISCHER HINTERGRUND
1.3 EIGENSCHAFTEN DER FEMME FATALE
2. DIE ENTWICKLUNG DER FEMME FATALE
2.1 BIBLISCHER BEGINN
2.1.1 Am Beispiel Lilith
2.2 KLASSISCHE ANTIKE
2.2.1 Am Beispiel der Sirenen
2.3 20. JAHRHUNDERT
2.3.2 Frau ohne Gewissen , 1944
2.4 21. JAHRHUNDERT
2.4.1 Femme fatale, 2002
2.4.2 Inception, 2010
3.FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Wandlung des Frauenbildes der "femme fatale" über verschiedene Jahrhunderte hinweg, von ihren mythologischen Ursprüngen bis hin zur modernen filmischen Darstellung im 21. Jahrhundert.
- Mythologische Wurzeln der femme fatale (Lilith, Sirenen)
- Die Rolle der femme fatale im Film noir des 20. Jahrhunderts
- Transformation des Stereotyps in der modernen Filmkunst
- Analyse von Eigenschaften wie Verführungsmacht, Intelligenz und Gefühlskälte
- Gegenwärtige Wahrnehmung und Bedeutung des Begriffs in der Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Femme fatale, 2002
Der Erotikfilm „Femme Fatale“ aus dem Jahr 2002 von Brian De Palma spiegelt den Mythos der femme fatale als Meisterdiebin wider. Bei einem Filmfestival in Cannes tritt die attraktive Laure als Journalistin auf. Ihre Intention ist es einen Filmstar zu verführen, um ihr den überaus wertvollen Körperschmuck zu stehlen. Während Laure ihr Opfer liebkost und verführt, entkleidet Laure sie und tauscht den Schmuck durch Flitter aus. Der Raub wird in letzter Sekunde bemerkt. Laure schafft es dennoch mit ihrer Beute nach Amerika zu entkommen und heiratet den unwissenden Botschafter Bruce Watts, um ihre Identität zu verbergen. Sieben Jahre später schießt der spanische Fotograf Nicolás Bardo ein Foto von Laure. Bei der Veröffentlichung des Fotos ist ihr bewusst, dass ihre rachedurstigen Partner sie aufspüren werden, weswegen sie eine Entführung mit Bardo als Täter vortäuscht. Bardo deckt ihre List erst zum Ende hin auf, da er von ihrer Schönheit fasziniert ist und sich von ihr verführen, als auch manipulieren lässt.
Die fatale Eigenschaft der Intelligenz wird in diesem Fall durch Laures raffinierte Pläne zum Ausdruck gebracht. Ebenfalls wird hier anhand von Laure die sexuelle Gefräßigkeit widergespiegelt, die sie bei dem Raub des Schmuckes verwendet, um diesen auszutauschen. Obendrein verführt sie unzählige Male Bardo, spielt ihm vorsätzlich das Gefühl von Zuneigung vor, bleibt jedoch immer unnahbar für ihn. Aufgrund der Unnahbarkeit und der täuschenden, großenteils sexuellen Zuneigung lässt sich Bardo ohne Widerwillen suggerieren und verfällt dem Zauber der femme fatale.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Definiert den Begriff der femme fatale, beleuchtet den historischen Kontext der Entwicklung dieses Frauenbildes und beschreibt dessen charakteristische Eigenschaften.
2. DIE ENTWICKLUNG DER FEMME FATALE: Analysiert anhand ausgewählter Beispiele aus der Mythologie, Literatur und Filmgeschichte die Evolution und Darstellung der femme fatale über verschiedene Epochen.
3.FAZIT: Fasst zusammen, dass die femme fatale heute weniger als dämonisches Wesen, sondern als modernes, emanzipiertes Stereotyp wahrgenommen wird.
Schlüsselwörter
Femme fatale, Verführung, Film noir, Mythologie, Lilith, Sirenen, Geschlechterrollen, Emanzipation, Manipulation, Intelligenz, Inception, Stereotyp, Macht, Filmgeschichte, Weiblichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Frauenbildes der "femme fatale" und dessen historischer Entwicklung über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themenfelder umfassen mythologische Ursprünge, die Darstellung in Literatur und Lyrik sowie die Interpretation des Archetyps im Film des 20. und 21. Jahrhunderts.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich das Bild der femme fatale gewandelt hat und welche gemeinsamen Merkmale – wie Verführung und Manipulationsfähigkeit – über die Zeit bestehen geblieben sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse von Literatur- und Filmbeispielen sowie eine ergänzende empirische Umfrage zur aktuellen Wahrnehmung des Begriffs.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Analysen, beginnend bei biblischen und antiken Figuren über den Film noir des 20. Jahrhunderts bis hin zu modernen Produktionen des 21. Jahrhunderts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Verführung, Emanzipation, Machtstreben, filmische Darstellung und der Wandel von mythologischen Stereotypen.
Wie unterscheidet sich die femme fatale in Inception von klassischen Darstellungen?
Im Film Inception wird das Charakteristikum der femme fatale durch eine tief empfundene, exorbitante Liebe der Protagonistin zu ihrem Mann modifiziert, was sie von rein manipulativ agierenden Figuren abhebt.
Welche Bedeutung hat das Ergebnis der Umfrage in der Arbeit?
Die Umfrage verdeutlicht, dass der Begriff femme fatale in der heutigen Generation (16-19 Jahre) kaum noch geläufig ist oder nicht mehr in den ursprünglichen Kontext eingeordnet werden kann.
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- Anonym (Author), 2019, Die Femme fatale. Wie hat sich das Bild der femme fatale durch die Jahrhunderte entwickelt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1019870