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Erziehung in Isolation. Die Natur-Kultur Opposition in Adalbert Stifters Sozialisationsgeschichten "Turmalin" und "Katzensilber"

Titre: Erziehung in Isolation. Die Natur-Kultur Opposition in Adalbert Stifters Sozialisationsgeschichten "Turmalin" und "Katzensilber"

Dossier / Travail , 2021 , 23 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Leah Geißler (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Ziel dieser Ausarbeitung ist es, herauszufinden, inwiefern besagte Erziehungsprozesse in Stifters Erzählungen durch die Gegenüberstellung natürlicher Ordnungen und kultureller Techniken thematisiert werden. Zur Herleitung des Kultivierungs- beziehungsweise Sozialisationsbegriffs führt Kapitel 1.1. zunächst das Oppositionspaar "Natur-Kultur" ein. Neben dessen Eigenschaft als strukturbildendes Ordnungsprinzip, werden Teilaspekte behandelt, die großen Einfluss auf Erziehung haben. In den folgenden Unterkapiteln werden dann die Beweggründe Stifters Szenarien der Erziehung, mit Blick auf Erziehungsdiskurstheorien des 19. Jahrhunderts, verständlicher gemacht. Der Fokus wird auf das prägende Ideal des "Naturzustandes" von Rousseau und das damals viel diskutierte Thema der "Wilden Kinder" in Verbindung zum "Phänomen der Isolation" gelegt.

Das zweite Kapitel wendet die zuvor erschlossenen Aspekte auf die Stiftersche Erzählung "Turmalin" an. 2.1. legt hier das Augenmerkt auf die Bedeutung des Kunstbegriffs, in dem Wahrnehmung und Wirklichkeit unmerklich ineinander übergehen und Wahnsinn provoziert wird. Als Opfer dieses Wahnsinns wird der "Rentherr" vorgestellt, dessen Verirrung sich negativ auf seine Tochter auswirkt. Daran anknüpfend stellt Kapitel 2.2. die Erziehungsmethoden des "Rentherrn" denen der Ich-Erzählerin gegenüber und erklärt, mit welchen pädagogischen Methoden es letzterer gelingt, das Mädchen zu resozialisieren. Kapitel drei thematisiert anschließend die Erzählung "Katzensilber" und zeigt einen anderen Blick auf das kultivierende Bestreben der Gesellschaft. 3.1. zeigt, dass das "braune Mädchen" trotz seiner Isolation, der Familie überlegen ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.1. Natur-Kultur Oppositionen im Kontext von Erziehungsprozessen

1.2. Das pädagogische Konzept des Naturzustandes als rousseauistisches Ideal bei Stifter

1.3. Wilde Kinder und das Phänomen der Isolation

2.1. „Absolutismus der Dinge“- Fehlinterpretation des Kunstbegriffs

2.2. Gegenüberstellung zweier kontrastierender Erziehungskonzepte

3.1. Intuition der Erfahrung und kulturelles Wissen

3.2. Sprache als Barriere und Erziehung als Zähmung

4.0. Schlussbetrachtung: Katzensilber und Turmalin im Vergleich

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Erziehungsprozesse und die Natur-Kultur-Opposition in Adalbert Stifters Erzählungen „Turmalin“ und „Katzensilber“, um aufzuzeigen, wie Kinder unter extremen Bedingungen sozialisiert werden und welche Auswirkungen dies auf ihre Entwicklung hat.

  • Die pädagogische Bedeutung des rousseauistischen Naturzustands bei Stifter.
  • Das Phänomen der Isolation und das Phänomen der „wilden Kinder“ in der Literatur.
  • Die Problematik einer durch Kunstobjekte und Ordnung ersetzten Realität.
  • Sprache als Barriere und Mittel zur pädagogischen Zähmung.
  • Die Unvereinbarkeit von individueller Identität und bürgerlichen Normalitätsanforderungen.

Auszug aus dem Buch

1.1. Natur-Kultur Oppositionen im Kontext von Erziehungsprozessen

Die literarischen Werke Adalbert Stifters sind im Allgemeinen von Bruchlinien und Verwerfungen, Widersprüchen und Aporien durchzogen, welche besonders im Bereich von Strukturen, Raumdarstellung und Metaphorik zu verzeichnen sind. Diese Eigenschaft dient dem höheren Ziel der Texte, Problemfelder in ihrer gesamten Komplexität abzubilden. Bei den Problemstellungen Stifters und den sich aus ihnen ergebenden Konstellationen, ist die Struktur des Zeichens von eminenter Bedeutung. Ein Zeichen steht im allgemeinen Sinne für etwas anderes, das in ihm nicht selbst physisch präsent ist. Körperlich Abwesendes oder Unkörperliches, immaterielle Größen, Gedanken oder Gefühle werden durch das Zeichen vergegenwärtigt und kommunikabel. Für Stifter ist die Realität ein Komplex von Zeichen, die es zu entziffern gilt. Die Ordnung der Dinge, bzw. der Zeichen, gibt den Menschen folglich ein Existenz bestimmendes Muster vor und wird bei Stifter darüber hinaus, als eigentlicher Sinn der menschlichen Existenz angesehen. Unordnung wird hingegen mit einem verfehlten Leben gleichgesetzt. Ersteres schließt u.a. persönliche, politische, gesellschaftliche und kulturelle Aspekte mit ein, was auf das Ideal einer umfassenden Lebensordnung hinführt. Zur Sicherung dieser Ordnung müssen Abläufe, wie zeitliche und gesellschaftliche Prozesse, sowie individuelle Handlungs- und Verhaltensmuster standardisiert werden. Bei Stifter ist jene Ordnung in der Welt der Zeichen beheimatet, denn nur der Zeichencharakter der Dinge erlaubt es, dem Chaos der singulären Erscheinungen, übergeordnete Einheiten bzw. eine „Ordnung der Dinge“ herauszufiltern. Die sich daraus ergebende Differenz zwischen Innenwelt und Außenwelt, äußerer Natur und innerer Natur bzw. dem Oppositionspaar Natur und Kultur, trägt maßgeblich zur Ordnung bei.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Erziehung bei Adalbert Stifter ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Natur-Kultur-Opposition in „Turmalin“ und „Katzensilber“ zu analysieren.

1.1. Natur-Kultur Oppositionen im Kontext von Erziehungsprozessen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Zeichenbegriffs bei Stifter und wie dieser zur Strukturierung von Natur und Kultur im Werk beiträgt.

1.2. Das pädagogische Konzept des Naturzustandes als rousseauistisches Ideal bei Stifter: Es wird untersucht, inwiefern Rousseaus pädagogische Ansätze, insbesondere das Prinzip der „negativen Erziehung“, Stifters Szenarien beeinflussen.

1.3. Wilde Kinder und das Phänomen der Isolation: Dieser Abschnitt behandelt die literarische Darstellung von Findlingskindern und isolierten Zöglingen und setzt sie in den Kontext historischer Fallbeispiele.

2.1. „Absolutismus der Dinge“- Fehlinterpretation des Kunstbegriffs: Hier wird analysiert, wie der „Rentherr“ in „Turmalin“ durch eine von Kunst und Ordnung dominierte Umgebung den Bezug zur Realität verliert.

2.2. Gegenüberstellung zweier kontrastierender Erziehungskonzepte: Das Kapitel vergleicht die Erziehungsmethoden des Vaters in „Turmalin“ mit denen der Adoptivmutter und beleuchtet deren Auswirkungen auf das Kind.

3.1. Intuition der Erfahrung und kulturelles Wissen: Fokus liegt auf „Katzensilber“ und der Frage, wie intuitive Erfahrung und kulturell geprägte Ordnung bei der Bewältigung von Gefahren (Gewitter) interagieren.

3.2. Sprache als Barriere und Erziehung als Zähmung: Es wird untersucht, wie Sprache in „Katzensilber“ als Barriere fungiert und die Integration des „braunen Mädchens“ in die Gesellschaft scheitert.

4.0. Schlussbetrachtung: Katzensilber und Turmalin im Vergleich: Die Ergebnisse werden zusammengeführt, wobei die Unvereinbarkeit der isolierten Lebensweise mit bürgerlichen Normen hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Adalbert Stifter, Turmalin, Katzensilber, Erziehungsprozess, Natur-Kultur-Opposition, Isolation, wilde Kinder, rousseauistisches Ideal, Sozialisation, Zeichencharakter, Identitätsverlust, bürgerliche Ordnung, Pädagogik, Realitätsverlust, Domestizierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie Adalbert Stifter in seinen Erzählungen „Turmalin“ und „Katzensilber“ die Erziehung von Kindern darstellt, die außerhalb gesellschaftlicher Normen isoliert aufwachsen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Natur-Kultur-Opposition, das pädagogische Konzept des „Wachsenlassens“ versus der Zähmung, sowie die Auswirkungen von Isolation auf die kindliche Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszufinden, inwiefern Erziehungsprozesse in den gewählten Erzählungen durch die Gegenüberstellung von natürlichen Bedingungen und kulturellen Normen geprägt sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte (u.a. von Rousseau, Derrida und verschiedenen Stifter-Forschern) auf die Erzähltexte anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Natur-Kultur-Problematik und eine detaillierte textimmanente Analyse der Erziehungsszenarien in „Turmalin“ und „Katzensilber“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Sozialisation, Naturzustand, kulturelle Ordnung, Isolation und literarische Zeichenanalyse beschreiben.

Inwiefern beeinflusst der „Absolutismus der Dinge“ die Entwicklung des Kindes in „Turmalin“?

Der „Absolutismus der Dinge“ beschreibt, wie der Vater seine Tochter in einer durch Kunstobjekte künstlich geordneten Welt gefangen hält, wodurch das Kind den Bezug zur natürlichen Realität und seine eigene Identität verliert.

Warum scheitert das „braune Mädchen“ in „Katzensilber“ letztlich an der gesellschaftlichen Integration?

Das Mädchen scheitert, da es die kulturellen und sprachlichen Normen als einengend und fremd empfindet; eine Zähmung oder Integration ist für das „Naturwesen“ nicht mit seiner inneren Freiheit vereinbar.

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Résumé des informations

Titre
Erziehung in Isolation. Die Natur-Kultur Opposition in Adalbert Stifters Sozialisationsgeschichten "Turmalin" und "Katzensilber"
Université
University of Cologne  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Note
1,3
Auteur
Leah Geißler (Auteur)
Année de publication
2021
Pages
23
N° de catalogue
V1019881
ISBN (ebook)
9783346413284
ISBN (Livre)
9783346413291
Langue
allemand
mots-clé
Stifter Wilde Kinder Kaspar Hauser Victor D' Aveyron Natur-Kultur
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Leah Geißler (Auteur), 2021, Erziehung in Isolation. Die Natur-Kultur Opposition in Adalbert Stifters Sozialisationsgeschichten "Turmalin" und "Katzensilber", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1019881
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Extrait de  23  pages
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