Filmanalyse des Films: Die Sieben Samurai von Akira Kurosawa


Hausarbeit, 2000

8 Seiten, Note: 2,3


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Gliederung

1. Rônin, die herrenlosen Samurai

2. Wie stellt Kurosawa den Samurai der Sengoku Jidai dar?
2.1. Welche Elemente des Ehrenkodexes der Samurai werden dargestellt?
2.2. Wie wird das Verhältnis der Samurai zu den Bauern dargestellt?

3. Ein echtes Jidai Geki

1. Die Rônin, die herrenlosen Samurai

Die Bezeichnung Rônin kam von gleich Welle und Nin gleich Mensch. Zusammen haben diese Zeichen die wörtliche Bedeutung ,,Wellenmann", da das Leben des Rônin unstet wie eine Welle war. Ein Rônin war in der Japanischen Feudalzeit ein adeliger Vasall, der seinen Dienst bei seinem Herren, z. B. einem feudalen Fürsten, Daimyô genannt, aufgeben musste und keinen neuen Herren finden konnten. Ein Samurai hingegen, ist nach der Bedeutung des Wortes ein ,,Dienender" also einem Herren zum Dienst verpflichtet. Es konnte vielerlei Ursachen haben, dass ein Samurai zu einem Rônin wurde, z.B. konnte der Herr des Samurai in einer Schlacht fallen. Gerade dies kam in der sogenannten Sengoku Jidai, der ,,Zeit der kriegführenden Länder" sehr häufig vor. In dieser Zeit des Bürgerkrieges von ca. 1490 bis 1603 wechselten die Besitzer des Landes schnell und mit jedem neuen Feudalherrn änderte sich auch die Verteilung der Lehen. Es konnte aber auch durch eigenes Verschulden oder infolge politischer Veränderungen zu dem Verlust des Lehensverbandes kommen. Da die meisten der herrenlosen und frei umherziehenden Samurai nichts außer ihren kostbaren Schwertern und Rüstungen besaßen, waren sie auf wohltätige Gaben angewiesen. In ihrer oft verzweifelten Lage konnten sie nur hoffen in denüberall stattfindenden Kriegen der einzelnen Provinzfürsten Verwendung zu finden. Während die meisten Rônin auch in persönlicher Not ihrem Ehrenkodex treu blieben, denn auch ein Rônin war nach wie vor ein vollwertiger Samurai, so wurden andere zu Straßenräubern oder Banditen, die als marodierende Banden durch das Land zogen und Reisende überfielen und die Bevölkerung der Dörfer terrorisierten. Sie sagten sich los von ihrem Kodex und strebten nur noch nach eigener Bereicherung (vgl. Ettig 1993: 81-84). Der Film ,,Die Sieben Samurai" von Akira Kurosawa gewährt uns einen Einblick in diese Zeit und in das Verhalten seiner Hauptakteure, der Rônin, der Banditen und derer, die unter letzteren am meisten zu leiden hatten, der Bauern. Die Analyse der Darstellung der Rônin und des Verhältnisses zwischen ihnen und den Bauern in der Darstellung Akira Kurosawas soll Gegenstand dieser Arbeit sein.

2. Wie stellt Kurosawa den Samurai der Sengoku Jidai dar?

2.1. Welche Elemente des Ehrenkodexes der Samurai werden dargestellt?

Die Geschichte des Films setzt sich zusammen aus der Allianz und der Feindschaft dreier Gruppen: Bauern, Samurai und Banditen. Das kleine Bauerndorf, welches jährlich nach der Ernte von einer marodierenden Banditenbande geplündert und ausgeraubt wird, beschließt sich zu wehren. Man will in der nahegelegenen Stadt einige Samurai anmieten, damit diese dann das Dorf verteidigen. Dies gestaltet sich aber schwieriger als es sich die Dorfbewohner vorgestellt hatten. Gleich der erste Samurai, den sie ansprechen, macht deutlich, dass er zwar arm sei, aber dennoch kein Bettler sei. Auch musikalisch betont Kurosawa den starken Kontrast zwischen den Dorfbewohnern in ihrer verzweifelten Lage und den Rônin der Stadt, die zwar ziemlich heruntergekommen aussehen, aber sich dennoch ihres Standes sehr bewusst sind. Der spätere Anführer der Samurai Kanbei Shimada sieht wie der erste mögliche Kandidat für die Dorfbewohner aus, als er selbstlos ein Kind aus den Fängen eines Diebes befreit. Hier bedient sich Kurosawa, der von Tony Richardson als ein "exakter psychologischer Beobachter, ein scharfer Analyst des Verhaltens" charakterisiert wird (Richardson 1994: 27), einer Legende der Zen-Annalenüber Kami-idzumi Ise no Kami der genau wie Kanbei seinen Kopf rasierte, eine Robe auslieh und mit zwei Reisbällchen den Diebüberlistete (vgl. Desser 1981: 83). Hier wird Kanbei als selbstloser, nach Gerechtigkeit strebender Samurai gezeigt, der sogar sein Standeszeichen, den Haarknoten, opfert, um dieses Kind zu retten. Das Abtrennen des Haarknotens bedeutete seinerzeit, dass der Samurai sein Leben als Krieger beendete und ins Kloster ging. Da dies hier nicht von Kanbei beabsichtigt wird, ist ihm diese Tat im Sinne des Bushidô, des Ehrenkodexes der Samurai, der im 16. Jahrhundert das erste Mal schriftlich fixiert wurde, aber schon seit mehreren Jahrhunderten Gültigkeit hatte, sehr hoch anzurechnen und spiegelt seine große Selbstlosigkeit wieder (vgl. Sadler 1990: 30-35). Ebenso selbstlos entschließt er sich, den Bauern zu helfen. Er hat zunächst aber auch nicht mehr Glück, denn der erste Samurai, den er anspricht, lehnt hochmütig ab. Er hatte erwartet für einen Clan, also einen Daimyô, in den Kampf zu ziehen und nicht für ein Bauerndorf. Kurosawa lässt die Samurai oft die etwas beleidigende Bezeichnung hyakushô für Bauern benutzen, die die Geringschätzung des Bauernstandes in den Augen der Samurai widerspiegelt. Der nächste Aspekt, der sich durch den ganzen Film hindurchzieht, ist der Lehrer-Schüler-Aspekt, der auch noch im heutigen Japan bei einer Beziehung von einem Älteren zu einem Jüngeren fast automatisch vorausgesetzt wird. Katsushiro Okamoto ist so fasziniert von Kanbeis Verhalten, dass er sogleich als Schüler von ihm aufgenommen werden will. Dieser lehnt zunächst unter Verweis darauf ab, dass erüberhaupt nichts besonderes sei, nimmt ihn aber dann doch mit. Katsushiro ist durch diese Negierung nur noch mehr angezogen, da Bescheidenheit auch zu den Tugenden der Samurai zählt (vgl. Ettig 1993: 28). Diese Lehrer-Schüler-Beziehung zeigt sich auch in der Anrede die Katsushiro gegenüber Kanbei benutzt. Er nennt ihn S ensei, was Lehrer oder Meister bedeutet. Im Japanischen spricht man auch von einer Sensei-Kohai- Beziehung. Immer wieder wird diese Beziehung zwischen Kanbei und Katsushiro deutlich, so auch als Kanbei ihn mit Ky û zo und Kikuchiyo aussendet, um die Kundschafter der Banditen zu stellen. Katsushiro, der wie man auch an der noch nicht ausrasierten Stirn erkennt, noch kein ,,richtiger"Samurai ist, soll nur zuschauen und lernen. Kanbeis Bemerkung, dass die Verteidigung schwieriger als der Angriff ist, spiegelt den offensiven Geist des Bushidô wider (vgl. Sadler 1990: 25-26). Der Samurai Gorobei Katayama gibt offen zu, dass er nicht mitmacht, um den Bauern zu helfen, sondern weil ihn Kanbei als Person so sehr interessiert und bleibt somit auch dem Kodex treu, der Ehrlichkeit von dem Samurai fordert (vgl. Ettig 1993: 29). Eine weiteres grundlegendes Element des Bushidô, wenn nicht sogar das vorrangigste, zeigt sich in der Reaktion Shichirôjis, Kanbeis altem Weggefährten, auf die Äußerung Kanbeis, dass sie bei diesem Unternehmen mit großer Wahrscheinlichkeit sterben werden: Er lächelt Kanbei mit der Akzeptanz eines ehrenvollen, gewaltsamen Todes an, der von einem tapferen Krieger erwartet wir. ,,Einer, der ein Samurai ist, muss vor allen anderen Dingen permanent, d.h. Tag und Nacht, vom Morgen an dem er seine Essstäbchen aufnimmt, um sein Neujahrsfrühstück einzunehmen bis zur Sylvesternacht, in der er seine Jahresrechnungen bezahlt, vor Augen haben, dass er sterben muss. Das ist seine vorrangigste Aufgabe." (Sadler 1990: 9). Der Samurai lebt ausschließlich, um zu sterben. Er hat lediglich die Aufgabe möglichst ehrenvoll zu sterben. Der Schwertmeister Ky û zo ist zunächstüberhaupt nicht an der Teilnahme interessiert, da er nur an der Verbesserung seiner Kampfkunst interessiert ist. Wie sehr er diese schon perfektioniert hat, zeigt sich in dem Kampf gegen der Samurai, den er zunächst im Kendô, dem Stockfechten, besiegt und danach, nachdem dieser sich mit einer Niederlage nicht abfinden kann, mit dem Schwert niederstreckt (vgl. Ettig 1993: 51). Kurosawa arbeitet hier mit Zeitlupe um diesen Kampf zu verdeutlichen. Ky û zo ist nach David Desser eine Figur aus dem Zen-Krieger-Drama und repräsentiert durch seine Einstellung das moralisch-ethische Problem mit diesem Typus Mensch: Humanität steht erst an zweiter Stelle in so einer Einstellung (vgl. Desser 1983: 85). Kanbei hatte sofort die Ruhe und Gelassenheit als Zeichen seiner wahren Meisterschaft erkannt, während Katsushiro erst noch lernen muss, dass innere Ruhe den wahren Meister ausmacht. Sowohl bei Gorobei als auch bei Kanbei, aber auch bei dem Bogenschütze zu Pferde, zeigt sich wiederum die Kampfkunst der Samurai, wie sie im Bushidô gefordert wird, wo neben dem Schwert der Bogen als Hauptwaffe des Samurai genannt ist (vgl. Ettig 1993: 53). Als Ky û zo ein Gewehr, die Waffe die letztlich alle vier Samurai tötet, erobert, bewundert Katsushiro dessen Fertigkeiten und vor allem dessen Bescheidenheit, die zentrales Element des Bushidô ist. Der hiervon beeindruckte Kikuchiyo versucht ihm nachzueifern, wird aber von Kanbei gescholten, da dieser durchschaut, dass Kikuchiyo dies nur getan hat um sich Lorbeeren zu verdienen, um letztlich von den Samurai anerkannt zu werden, was er zu diesem Zeitpunkt schon ist. Er hat es nur noch nicht realisiert und deshalb kämpft er den ganzen Filmüber weiter um deren Anerkennung. Die Gewehre die letztlich Heihachi, Gorobei, Ky û zo und Kikuchiyo töten, verdeutlichen den Anbruch einer neuen Zeit, die die Samurai überholt hat. So werden alle vier Samurai durch eine Waffe getötet, die für die Samurai nie zu einem Ersatz für ihre Schwerter wurde, obwohl sie ihre Kampfkünste mit Schwert, Bogen und Speer nahezu obsolet machte. Alle großen Schlachten der Sengoku Jidai gewann derjenige Daimyô, der die meisten Gewehre hatte. So hielt sich die Samuraiklasse zwar noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, aber nur weil sie nach 1615 nicht mehr kämpfen mussten, sonder mehr und mehr zum Beamtentum wurde.

2.2. Wie wird das Verhältnis der Samurai zu den Bauern dargestellt?

Im Dorf manifestiert sich die Furcht der Dorfbewohner vor den Samurai in ihrer Flucht vor eben jenen. Erst Kikuchiyo, der weiß wie man mit dem Alarmsignal umgeht, lockt sie aus den Häusern hervor. Daraus kann man schließen, dass Kikuchiyo selbst ein Bauernsohn ist, was sich später bewahrheiten soll und zeigt, dass zu jener Zeit die Ständegrenzen nicht vollkommen unüberwindbar waren. ,,Die Kriegerklasse hatte zu dieser Zeit viel mehr Freiheiten; ein Bauer konnte zu der Zeit noch ein Krieger werden" (vgl. Prince 1991: 206). Die dennoch starke Kluft zwischen den Dorfbewohnern und den Samurai zeigt sich als Kikuchiyo sich wundert woher Yohei einen richtigen Speer hat. Im weiteren Verlauf findet er heraus oder hat es auch schon aufgrund seiner Herkunft gewusst, dass die Bauern verletzte Samurai, die auf der Flucht sind, wie zum Beispiel nach einer Schlacht, verfolgen und töten und deren Besitztümer im Dorf versteckt halten. Kikuchiyo gelingt es diverse Rüstungen im Dorf bei Manzô zu finden, darunter auch eine sehr wertvolle, und versucht damit sich einen Platz unter den Samurai zu ,,erkaufen". Doch die starke Ablehnung der Samurai, die alle diese Situation kennen, wenn mehrere Bauern mit Bambusspeeren versuchen einen Samurai zu töten, veranlasst Kikuchiyo eine emotionale Rede zu halten, in der er die Samurai für das Verhalten der Bauern verantwortlich macht. So schlägt sich Kikuchiyo wieder auf die Seite der Bauern, obwohl er doch so gerne zu den Samurai gehören würde. Als Zeichen seiner Nichtzugehörigkeit zieht er zu Rikichi in die Scheune und Kurosawa verdeutlicht so die Kluft, die sich innerhalb des Dorfes befindet. Kanbei versucht diese Kluft, die sich immer wieder in einzelnen Szenen, wie der oben genannten, zeigt, zu schließen oder zumindest zuüberbrücken. Wie er selbst sagt, können sieben Samurai nichts gegen vierzig Banditen ausrichten, aber gemeinsam können Bauern und Samurai zu einer veritablen, effektiven Kampfgemeinschaft zusammenwachsen. Samurai und Bauern stehen sich in diesem Film getrennt durch einen Fluss aus Animositäten und Hass gegenüber, aber die Möglichkeit ihrer Union, denkbar nur in dieser Zeit sozialer Desintegration, enthält ein außergewöhnliches Potential. Es bietet sich die Vision einer anderen Realität, einem Entkommen des Krieges, der Unterdrückung und des Klassenkonflikts. Das Erschaffen einer solchen Union symbolisiert die Realisation einer organischen Gemeinschaft in einer Welt, die durch Klassentrennung zerrissen ist. So verbleiben die Samurai, bewegt von Kikuchiyos Worten, im Dorf und erneuern ihr Versprechen den Bauern zu helfen. Dieses fragile Gleichgewicht zwischen den Bauern und den von ihnen verachteten, aber auch benötigten Samurai hält bis zum Ende durch das Wirken von Kanbei, aber auch durch Kikuchiyo. Beide treten als Mediatoren zwischen den Gruppen auf. Kanbei durch seine ungebrochene Autorität und Kikuchiyo durch seine Stellung zwischen den beiden Gruppen. Der Herkunft nach Bauer, dem Verhalten nach Samurai. Der Samurai Heihachi Hayashida ist der erste, der getötet wird und er stirbt, um das Leben von Rikichi zu retten, der angesichts seiner Frau im Banditenlager die Fassung verliert. Die von Heihachi gemalte Flagge, auf der die unterschiedlichen Gruppen fein voneinander getrennt sind, oben die sechs Samurai, darunter Kikuchiyo in der Position dessen, der zu keiner der Gruppen gehört und darunter das für Reisfeld stehende ta, welches das Dorf repräsentiert. Unter diesem Symbol, in dem die Trennung verdeutlicht wird, kommt es zum ersten Mal zu einer Vereinigung der Gruppen, als Heihachi begraben wird und auch die den Samurai so misstrauisch gegenüberstehenden Bauern erkennen, dass diese Samurai es wirklich ernst meinen und auch bereit sind für sie zu sterben. Das Ganze wird von Kurosawa durch einen geschickten Kameraschwenk in Szene gesetzt, der die eben noch isoliert auf dem Hügel stehenden Samurai in die Gruppe der Bauern integriert (vgl. Prince 1991: 205-219). Während der Kämpfe zeigt sich die Stärke der

Allianz aus Samurai und Bauern. Sie kämpfen Seite an Seite und feiern ihre Erfolge. Am Vorabend des finalen Kampfes teilen die Bauern sogar Sake mit den Samurai und Kanbei bemerkt, dass Kikuchiyo wohl doch recht hatte, als er sagte, die Bauer besäßen mehr als sie zeigen. Doch wird die Allianz immer wieder gefährdet, z.B. durch die Liebschaft von Katsushiro mit Shino, der Tochter von Manzô. Die größte Sorge, die Manzô sich gemacht hatte, nämlich, dass sich seine Tochter in einen Samurai verlieben könnte, ist eingetreten. So sieht Manzô sich wieder all seiner Vorurteile bestätigt und ist auch durch Shichirôji, zu dem er Vertrauen gefasst hatte, nicht zu beruhigen. Und am Ende des Films zeigt sich sehr deutlich, dass diese Union der Stände nur zeitlich begrenzt war. Die Bauern feiern den Sieg und das Fest der Reisaussaat. Dieübrig gebliebenen Samurai Kanbei, Shichirôji und Katsushiro, der nun ein richtiger Samurai geworden ist, da er seinen ersten Gegner besiegt hat, stehen getrennt von den Dorfbewohnern. Shino ignoriert Katsushiro, weil sie sich für ein Leben in der Dorfgemeinschaft entschieden hat. Kurosawa trennt die zwei Gruppen, auf der einen Seite die feiernden, ausgelassenen Bauern, auf der anderen Seite die Samurai vor den Gräbern ihrer gefallenen Mitstreiter. So verbindet Kurosawa die Samurai mit ihren gefallenen Kameraden, mit einer Welt des Todes. Durch die Geschichte zu einer verschwindenden Klasse gemacht, haben die Samurai zwar gemeinsam mit den Bauern einen Sieg errungen, aber nur um mit einer schlimmeren Niederlage konfrontiert zu werden. Sie bleiben ehrenhaft, aber paradoxerweise trennen sich die Gruppen im Moment ihres Sieges. Die Bauern brauchen die Samurai nicht mehr und Klassentrennung und Ausschluss kehren zurück. So sagt Kanbei am Ende zurecht: ,,Und wieder verlieren wir, die Bauern, das sind die Gewinner." Und damit bezieht er sich auf einen Satz, den er ganz am Anfang sagte. ,,Ich habe die Erfahrung aus vielen Schlachten, verlorenen Schlachten." (vgl. Richie 1965: 97-103).

3. Ein echtes Jidai Geki

In ,,Die Sieben Samurai" zeigt Kurosawa, was man erreichen kann, wenn man seine Unterschiede vergisst, und ist ehrlich genug, zu sagen, dass dieses Opfer meistens umsonst ist (vgl. Anderson & Richie 1959: 380). Kurosawa schafft es in diesem Film, die Zeit in der er spielt lebendig erscheinen zu lassen. Er stellt die Samurai so dar, wie sie wohl am ehesten gewesen sind: verschieden. Allein die sieben Samurai, die wir etwas näher kennen lernen, stellen so viele unterschiedliche Archetypen des Samurai dar, dass es leider den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, nur diese Sieben en détail darzustellen. Aber Kurosawa hat seinen eigenen Anspruch an diesen Film erfüllt. Er wollte einen ,,richtigen"Jidai-Geki, ein richtiges Historiendrama. Es sollte bedeutungsvoll und unterhaltsam sein, während die meisten anderen japanischen Jidai-Geki eben nur unterhaltsam waren, also bloße Schwertkampffilme (vgl. Richie 1965: 97). Ich denke, dass sich dieser Film von Kurosawa von einfachen Schwertfilmen abhebt, da er tatsächlich bedeutungsvoll ist. Insofern hat Kurosawa seinen eigenen Anspruch erfüllt. Ich habe mich bemüht, wesentliche Eigenschaften herauszustellen, anhand derer man in der Lage ist einen Einblick in die damalige Zeit zu bekommen und ein wenig die Denkstrukturen zu begreifen, die damals in Japan vorherrschten. Man kannüber diesen großartigen Film sicherlich noch viel mehr schreiben und das ist ja auch bereits geschehen. Dem interessierten Leser sei nur zu empfehlen, sich der reichhaltig vorhandenen Literat urüber

Akira Kurosawa und sein Werk zu widmen. Man kann das Werk dieses Mannes nicht erschöpfend auf zehn Seiten zusammenfassen, aber ich denke, es ist mir gelungen wenigstens für einen Film, einen Denkanstoss zu geben, der dazu anregt, sich nicht nur mit Akira Kurosawa zu beschäftigen, sondern sich vielleicht auch ein wenig mit der spannenden Geschichte jenes für uns alle so fernen Landes Japan auseinander zusetzen.

Literaturverzeichnis

Anderson, Joseph I. & Richie, Donald (1959): The Japanese Film: Art and Industry, Rutland

Bazin, André (1994): Seven Samurai, in: Goodwin, James, Hg. (1994): Perspectives on Akira Kurosawa, New York

Desser, David (1981): The samurai films of Akira Kurosawa, Ann Arbor

Ettig, Wolfgang (1993): Samurai: Ehre durch Kampf, Kampf um Ehre, Wehrheim

Hall, John W. (1968): Das japanische Kaiserreich, Frankfurt am Main

Haudiquet, Philippe (1994): Shichinin no Samurai - Les sept samourais, in: Esteve, Michel, Hg. (1990) : Études cinématographiques - Akira Kurosawa, Paris

Musashi, Miyamoto (1994): Fünf Ringe: die Kunst des Samurai Schwertweges, München Prince, Stephen (1991): The Warriors Camera - The cinema of Akira Kurosawa, Princeton

Richardson, Tony (1994): Seven Samurai, in: Goodwin, James, Hg. (1994): Perspectives on Akira Kurosawa, New York

Richie, Donald (1965): The films of Akira Kurosawa, Berkeley

Sadler, Arthur L. (1990): The code of the samurai, Rutland

Turnbull, Stephen R. (1991): Samurai Warriors, London

8 von 8 Seiten

Details

Titel
Filmanalyse des Films: Die Sieben Samurai von Akira Kurosawa
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
Einführung in die Kommunikationsgeschichte: Historische Filmforschung
Note
2,3
Autor
Jahr
2000
Seiten
8
Katalognummer
V102016
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Filmanalyse, Films, Sieben, Samurai, Akira, Kurosawa, Einführung, Kommunikationsgeschichte, Historische, Filmforschung
Arbeit zitieren
Arne Baganz (Autor), 2000, Filmanalyse des Films: Die Sieben Samurai von Akira Kurosawa, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102016

Kommentare

  • Gast am 20.11.2001

    die sieben samurai.

    Hi,

    muß zugeben, daß ich hier in eigener Sache schreibe. Ich bin seit einiger Zeit auf der Suche nach dem Video "Die Sieben Samurai" und dachte mir "jemand der ein Referat darüber schreibt hat diesen Film auch und möchte ihn vielleicht auch verkaufen". Oder hat inen tip wo ich diesen Film herbekommen könnte. Würde mich sehr über eine info freuen.

    Gruß
    Gordana

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Titel: Filmanalyse des Films: Die Sieben Samurai von Akira Kurosawa



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