Die folgende Arbeit geht der Frage nach, wie der Zusammenhalt in China durch die Herausbildung einer Kollektiven Identität gestärkt wurde.
Im Folgenden setzt sich die Autorin mit dieser besonderen Form von Zusammenhalt und Kollektivität auseinander. Zunächst wird ein Einblick über die Geschichte zwischen der Blüte der Qing-Dynastie und der Gründung der Volksrepublik durch die
Kommunistische Partei Chinas gegeben und dieser dann mit der Entstehung einer kollektiven Identität im chinesischen Volk in Zusammenhang gebracht. Hier werden zunächst theoretische Ansätze beschreiben und diese dann mit den geschichtlichen Ereignissen verbunden. Im Anschluss wird das Beschriebene kurz zusammengefasst, einige Ausblicke gegeben und kritische Anmerkungen angesprochen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte
2.1. Qing-Dynastie bis Ausruf der Republik (1636-1911)
2.2. Ausruf der Republik bis Proklamation der Volkrepublik China (1911-1949)
3. Kollektive Identität
3.1. Vorrausetzung der Identität
3.2. Entstehung der Identität
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung Chinas von der Blütezeit der Qing-Dynastie bis zur Gründung der Volksrepublik und setzt diese in den Kontext der Entstehung einer kollektiven Identität. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale und politische Umstände zur Mobilisierung der Bevölkerung durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) führten.
- Historische Zäsur der Qing-Dynastie und die Auswirkungen der Opiumkriege.
- Entwicklung und Dynamik kollektiver Bewegungen im frühen 20. Jahrhundert.
- Soziologische Voraussetzungen für die Entstehung kollektiver Identität.
- Die Rolle der KPCh bei der Formung eines neuen nationalen Zusammenhalts.
- Gegenüberstellung von kollektiven Werten und westlichem Individualismus.
Auszug aus dem Buch
3.1. Vorrausetzung der Identität
In der Chinesischen Geschichte kann man eine Vielzahl von kollektiven Bewegungen identifizieren. Vor allem in der beschriebenen Zeitepoche gab es viel Unmut in der Bevölkerung, was mehrfach zu der Entstehung solcher Bewegungen führte. (Kai & Schildt, 2014) Ein besonders essenzielles und wichtiges Merkmal kollektiver Bewegungen ist eine Kollektive Identität. Anders als die in der Psychologie beschriebene „ personale“ Identität, die vorrangig das Unikum des Individuums beschreibt, bezieht sich die kollektive Identität eher auf eine „überindividuelle“ Gruppenzugehörigkeit. (Rucht, 1995)
Ähnlich wie bei sozialen Bewegungen im Ganzen sind für die Entstehung kollektiver Identität drei Bedingungen besonders ausschlaggebend. Zunächst muss „eine Situation vorhanden sein, die als untragbar oder ungerecht empfunden wird“. (Rucht, 1995) Diese Voraussetzung ist in China im Übermaße gegeben. Bereits vor Untergang der Dynastie gab es deutliche Unzufriedenheiten in der Bevölkerung. Nicht nur die „Erniedrigung“ der Chinesen durch ausländische Mächte, auch die Korruption und das Handeln der Regierung selbst schürten den Groll. Wie beschrieben, war die Niederlage gegen die Briten eine große Diffamierung, der Sieg der Japaner war jedoch umso schlimmer. China war über Jahrhunderte das „Reich der Mitte“ und hatte keine umliegenden Staaten zu fürchten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Faszination für Chinas rasanten Aufstieg und den tiefgründigen Patriotismus, der das Land prägt, und legt das Forschungsziel dar, den Zusammenhalt durch kollektive Identität zu analysieren.
2. Geschichte: Dieses Kapitel behandelt den Niedergang des Kaiserreichs, die demütigende Erfahrung ausländischer Einmischung und das darauf folgende Chaos, welches den Boden für revolutionäre Bestrebungen bereitete.
2.1. Qing-Dynastie bis Ausruf der Republik (1636-1911): Der Abschnitt beleuchtet den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel Chinas, die negativen Auswirkungen des Opiumhandels und die militärischen Niederlagen gegen westliche Mächte.
2.2. Ausruf der Republik bis Proklamation der Volkrepublik China (1911-1949): Hier wird der Aufstieg der KPCh, die Strategien Mao Tse-tungs und die schrittweise Einigung des Landes unter kommunistischer Führung beschrieben.
3. Kollektive Identität: Es werden soziologische Theorien zur kollektiven Identität auf die chinesischen Ereignisse angewandt, um zu erklären, wie die KPCh die Bevölkerung in einer Krisenzeit mobilisieren konnte.
3.1. Vorrausetzung der Identität: Dieses Unterkapitel analysiert die Bedingungen für kollektive Bewegungen, insbesondere das Gefühl der Ungerechtigkeit und die Notwendigkeit zur Gemeinschaftsbildung.
3.2. Entstehung der Identität: Dieser Teil beschreibt den dynamischen Prozess der sozialen Konstruktion, bei dem die KPCh durch klare Abgrenzung zum Gegner eine gemeinsame Identität für ihre Anhänger schuf.
4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die Stärke kollektiver Identität im historischen Kontext und zieht Vergleiche zur heutigen Zeit sowie zum Konzept des „chinesischen Traums“.
Schlüsselwörter
Volksrepublik China, Kollektive Identität, KPCh, Qing-Dynastie, Opiumkriege, Mao Tse-tung, Revolution, Patriotismus, Gemeinschaftsbildung, Geschichte, Soziologie, Sozialismus, Jahrhunderte der Demütigung, chinesischer Traum, Nationalstolz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische und soziologische Entwicklung Chinas zwischen 1636 und 1949 mit einem Fokus auf der Entstehung einer kollektiven Identität als treibende Kraft für den gesellschaftlichen Wandel.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind chinesische Geschichte, die Entstehung kollektiver Bewegungen, die Rolle des Kommunismus und soziologische Identitätstheorien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch spezifische historische Krisen und die geschickte Ausnutzung dieser Situation durch die KPCh eine kollektive Identität entstand, die zur Machtübernahme 1949 führte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit gewählt?
Es wurde eine theoretisch-analytische Methode verwendet, die historische Ereignisse mit soziologischen Konzepten zur kollektiven Identität (z.B. nach Rucht) verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Qing-Dynastie bis 1949 sowie eine theoretische Auseinandersetzung mit der sozialen Konstruktion von Identität in revolutionären Gruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Kollektive Identität, KPCh, China, Revolution, Patriotismus und gesellschaftlicher Wandel.
Warum war laut Autor die Niederlage gegen Japan für das chinesische Selbstverständnis so schwerwiegend?
Die Niederlage wurde als besonders demütigend empfunden, da Japan bis dahin als weniger entwickelt galt und China als das „Reich der Mitte“ den Anspruch auf kulturelle und politische Überlegenheit innehatte.
Wie unterscheidet sich der „chinesische Traum“ vom amerikanischen Traum?
Während der amerikanische Traum den Fokus auf individuelle Verwirklichung legt, zielt der „chinesische Traum“ primär auf nationale Stärke und kollektive Ziele ab.
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- Anonym (Author), 2020, Kollektive Identität in China. Grundlage für die Machtübernahme der Kommunistischen Partei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1020298