In dieser Arbeit soll mithilfe der Arbeit von Erika Fischer-Lichte und Gabriele Brandstetter eine kulturwissenschaftliche Annäherung an dieses Fitnesskonzept erstellt, und Parallelen zu einer Theateraufführung aufzeigt werden.
Nach einem kurzen Abriss über die Entstehungsgeschichte und der Definition von Zumba wird auf verschiedene Aspekte wie die Wahrnehmung des Körpers, die Ausstrahlung und auf das Verhältnis zwischen Akteur und Zuschauer beziehungsweise Trainer und Teilnehmer eingegangen. Eine Besonderheit an Zumba ist, dass eine Sporteinheit quasi nie alleine durchgeführt wird, sondern nahezu ausschließlich in der Gruppe. Dadurch entsteht ein starkes Gemeinschaftsgefühl unter den Trainierenden und bildet eine enge Gruppendynamik. Deshalb soll schließlich auch einen Blick auf die Bildung der Gemeinschaft gelegt und auch der Begriff des Schwarms näher erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Fragestellung
2. Vergleich ausgewählter Aspekte des Theaters und Zumba Fitness
2.1. Was ist Zumba?
2.2. Körperlichkeit und Präsenz
2.3. Das Verhältnis zwischen Akteur und Zuschauer/Trainer und Teilnehmer
2.4. Gemeinschaft und kollektives Verhalten
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, eine kulturwissenschaftliche Annäherung an das Fitnesskonzept Zumba zu vollziehen und dabei Parallelen zu einer Theateraufführung aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Körperlichkeit, Präsenz und soziale Interaktionsprozesse zwischen Akteuren und Teilnehmern in beiden Disziplinen wirken.
- Kulturwissenschaftliche Analyse von Zumba Fitness
- Körperwahrnehmung und Bühnenpräsenz im Vergleich
- Die Dynamik der "feedback-Schleife" zwischen Trainer und Teilnehmern
- Gemeinschaftsbildung und kollektives Verhalten
- Der Einfluss von Rhythmus auf Gruppenformationen ("Schwarm")
Auszug aus dem Buch
2.2. Körperlichkeit und Präsenz
Im Gegensatz zu Malern, Dichtern oder Komponisten bringen Schauspieler, Sänger und Tänzer nicht dauerhaft ein „Werk“ hervor, das von ihnen abgelöst werden könnte. Das, was sie zur Erscheinung bringen, ist flüchtig und aus ihrem eigenen Körper hergestellt. Unser menschlicher Körper ist als ein sich stetig verändernder, lebendiger Organismus anzusehen, der sich im Werden bzw. im Prozess einer Transformation befindet und es somit für ihn keinen Ist-Zustand geben kann.
Im Theater führen Schauspieler auf der Bühne leidenschaftliche Handlungen durch. Die Zuschauer nehmen wiederum diese von Leidenschaft getriebenen Handlungen wahr und werden von ihnen angesteckt. Auf diese Weise werden auch in ihnen Leidenschaften erregt. Diese Ansteckung erfolgt auf dem Wege über die Wahrnehmung vom gegenwärtigen Körper des Schauspielers auf den gegenwärtigen Körper des Zuschauers und wird als leibliche Ko-Präsenz von Schauspielern und Zuschauern bezeichnet. Auf dieser bloßen Anwesenheit der jeweiligen Körper basiert schließlich auch die Entstehung der Gemeinschaft.
In einer Zumbastunde spielt die Wahrnehmung des Körpers eine wesentliche Rolle. Während die Musik läuft, sprechen die Trainer so gut wie gar nicht. Durch bewusst eingesetzte Handzeichen teilen sie den Teilnehmern beispielsweise den Einsatz, die Anzahl der Schritte oder Wiederholungen und auch die Richtung mit. Im Group Fitness-Bereich wird dieser häufig nonverbale Vorgang auch „Cueing“ genannt. Das Nomen „cue“ [kju:] stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Zeichen oder Andeutung eines Einsatzes und findet auch im Bereich Theater, Musik und Film Verwendung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in das Fitnesskonzept Zumba ein und begründet das Vorhaben, dieses mithilfe kulturwissenschaftlicher Theorien mit einer Theateraufführung zu vergleichen.
2. Vergleich ausgewählter Aspekte des Theaters und Zumba Fitness: Dieser Hauptteil analysiert die Entstehung von Zumba, die Bedeutung von Körperlichkeit und Präsenz, das Kommunikationsverhältnis zwischen Akteuren und Teilnehmern sowie die Dynamiken von Gemeinschaftsbildung.
3. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Parallelen zusammen und bestätigt, dass trotz unterschiedlicher Ziele – sportliche Betätigung versus geistige Unterhaltung – beide Phänomene als unwiederbringliche Ereignisse zu verstehen sind.
Schlüsselwörter
Zumba, Theater, Kulturwissenschaft, Körperlichkeit, Präsenz, Ko-Präsenz, feedback-Schleife, Gemeinschaft, Schwarm, Cueing, Choreographie, Performance, Transformation, soziale Prozesse, Fitness.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht das Fitnessprogramm Zumba Fitness mit den Strukturen und Abläufen einer Theateraufführung aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Körperlichkeit, Bühnenpräsenz, die Kommunikation zwischen Akteur und Teilnehmer, sowie die Entstehung kollektiver Gemeinschaften.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, das Fitnesskonzept Zumba als eine Art Ereignis zu analysieren und aufzuzeigen, inwiefern Parallelen zur performativen Wirkung und Gruppendynamik im Theater existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt kulturwissenschaftliche Ansätze, insbesondere die Arbeiten von Erika Fischer-Lichte und Gabriele Brandstetter zur Performativität und Aufführungsanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Zumba, die Analyse der leiblichen Ko-Präsenz, die feedback-Schleifen zwischen Trainer und Teilnehmern sowie die Untersuchung von Gemeinschaftsbildung und Schwarm-Phänomenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Körperlichkeit, Präsenz, Ko-Präsenz, Gemeinschaft und das Konzept der feedback-Schleife geprägt.
Was versteht die Autorin unter dem Begriff "Cueing" im Zumba-Kontext?
Cueing bezeichnet die nonverbale Kommunikation des Trainers durch Handzeichen, um Teilnehmern Schritte, Richtungen oder Wiederholungen in lauter Umgebung zu vermitteln.
Warum wird Zumba in der Arbeit mit einem "Schwarm" verglichen?
Der Vergleich dient dazu, die Gruppe als rhythmisch-bewegte Formation zu beschreiben, deren Mitglieder in einer kollektiven Gesamtbewegung agieren, wobei der Trainer als Steuerungsinstanz fungiert.
Gibt es einen Unterschied zwischen der Gemeinschaft im Theater und bei Zumba?
Während beide Gemeinschaften durch gemeinsame Prozesse entstehen, unterscheidet sich Zumba durch eine länderübergreifende, durch das Unternehmen zentralisierte Sichtbarkeit nach außen.
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- Isabell Horn (Author), 2020, Theater- und Zumba-Fitness im Vergleich. Eine kulturwissenschaftliche Annäherung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1020341