In dieser Seminararbeit soll die Vorgehensweise der USA bei der Bekämpfung des Drogenhandels, sowie deren Ausmaße und Auswirkungen auf internationale Beziehungen am Beispiel Kolumbien diskutiert werden. Im Fokus liegt dabei der Kokain-Boom der 80er und 90er Jahre
Als im Jahre 1991 eine Spezialeinheit der kolumbianischen Regierung, trainiert von US-Amerikanischen DEA Agenten, Pablo Escobar tötete, dachten viele Menschen, dass ein grausames Kapitel des sogenannten War on Drugs der US-Regierung ein Ende gefunden hat. Doch auch heutzutage ist kein Ende in Sicht, wenn es um Gewalt im Krieg gegen die Drogen geht. Um zu verstehen, warum sich der Drogenhandel heutzutage weiterhin nicht einschränken lässt, stellt sich die Frage, ob die US-Regierung im War on Drugs nicht von Anfang an den falschen Ansatz verfolgte. Thematisiert wird dies am Beispiel Kolumbien ab 1980 bis in die späten 1990er Jahre und der Arbeit der Drug Enforcement Agency. Um die Einstellung gegenüber Drogen im Generellen, und die Möglichkeiten der US-Regierung den Handel zu bekämpfen, zu veranschaulichen wird zuerst die Geschichte der Prohibition und die Anfänge des Drogenhandels und dessen Bekämpfung thematisiert. Da sich die Möglichkeiten der Vereinigten Staaten von Amerika im Ausland ohne Militär zu intervenieren vor allem auf Ermittlungsarbeit und die Ausbildung von Sondereinheiten beschränkt, wird außerdem die Arbeit der Drug Enforcement Agency beschrieben. Weil Korruption in lateinamerikanischen Ländern ein großes Problem darstellt, hilft es die Situation zu verstehen, wenn man einen Einblick in die Arbeit der DEA hat und wie diese mit Korruption umgeht.
Nachdem geklärt ist, mit welchen Mitteln die USA und ihre Geheimdienste in Kolumbien gegen den Drogenhandel angehen kann, wird im dritten Kapitel diskutiert, warum gerade dieses Land einen Nährboden für das internationale Verbrechen lieferte und welche Ausmaße das Geschäft mit den illegalen Drogen in Südamerika annahm. Es soll dabei kein Überblick über die komplette Situation in Kolumbien geschaffen werden, da der innere Konflikt in dem Land sich über das gesamte 20. Jahrhundert zieht und aus zu vielen Parteien besteht, um eine Beschreibung des Konfliktes in dieser Arbeit unterzubringen. Die politischen Entscheidungen der kolumbianischen Regierung und ihre Vorgehensweise gegenüber dem Kokainhandel werden im vierten Kapitel. beschrieben und im Anschluss in Verbindung mit der US-Politik zur Drogenbekämpfung gestellt.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
1.2 Zum Forschungsstand
2. Innenpolitik der USA und die DEA
2.1 Der „War on Drugs“ der US Regierung – Innenpolitische Situation
2.2 Vorgehensweise und Möglichkeiten der Drug Enforcement Agency
3. Kolumbien
3.1 Einzug des Kokainhandels
3.2 Ausmaß der Kokainindustrie
3.2.2 Wirtschaftlicher und sozialer Einfluss
3.2.3 Politischer Einfluss der Drogenkartelle
4. Bekämpfung der Drogenkartelle
4.1 Konflikt mit der kolumbianischen Regierung und Narcoterrismus
4.2 Auswirkungen der US Intervention – Der falsche Ansatz?
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Wirksamkeit der US-amerikanischen Drogenpolitik (War on Drugs) in den 1980er und 1990er Jahren am Beispiel Kolumbiens und hinterfragt, ob die gewählte Strategie der US-Regierung zielführend war oder das Problem weiter verschärfte.
- Die historische Entwicklung des Drogenhandels und dessen Bekämpfung.
- Die Rolle und Arbeitsweise der Drug Enforcement Agency (DEA) in Lateinamerika.
- Der ökonomische, soziale und politische Einfluss der kolumbianischen Drogenkartelle.
- Die Auswirkungen der US-Interventionspolitik auf die Stabilität Kolumbiens.
- Die kritische Bewertung der bilateralen und multilateralen Ansätze in der Drogenbekämpfung.
Auszug aus dem Buch
2.2 Vorgehensweise und Möglichkeiten der Drug Enforcement Agency
Der Prohibitionsansatz hat in den USA nicht funktioniert, es gab mehr Umsatz für die Schmuggler, mehr Drogentote und mehr Gewalt in den Vereinigten Staaten als je zuvor. Da auch die Überwachung der Grenzen nur zu mäßigen Erfolg geführt hat, sollte nun versucht werden das Problem an der Wurzel (going to the source Ansatz) zu bekämpfen. 1973 wurde die Bundespolizei Drug Enforcement Agency gegründet, welche gegen den nationalen und internationalen Drogenhandel vorgehen sollte.
Die DEA ist ein US-Nachrichtendienst welcher dem US Department of Justice unterstellt ist und in- und ausländisch Agenten stationiert hat. Die Aufgaben der Agenten im Ausland ist es, den Drogenanbau und -handel in den Entstehungsländern zu bekämpfen. Das Problem dabei ist allerdings, dass diese im Ausland keine exekutiven Rechte haben. Dies liegt am Mansfield Amendment, in dem festgelegt wurde das "no officer or employee of the United States may engage or participate in any direct police arrest in a foreign country with respect to narcotics control".14 Also sind die DEA Agenten darauf angewiesen, Ermittlungsarbeit zu leisten und einheimische Spezialeinheiten auszubilden. Die Ermittlungen beschränken sich allerdings nicht nur auf die vermeintlichen Schmuggler, sondern kann sich auch in höhere Regierungskreise ziehen, da die Drogenindustrie in den lateinamerikanischen Ländern nicht nur für die gemeine Bevölkerung einen neuen Weg darstellt ihr Vermögen aufzubessern.
Denn nicht nur die Kokafarmer und -schmuggler verdienten am Kokainhandel, auch korrupte Polizeibeamte und Regierungsmitglieder waren, und sind, in den mittel- und südamerikanischen Ländern ein großes Problem, welches die Arbeit der DEA Agenten erschwert. Zum einen ist es für die Ermittler schwer, sinnvolle Ergebnisse zu erzielen, wenn Schmuggler von Polizeibeamten gedeckt werden. Zum anderen erscheint es hart bis unmöglich Schlüsselpersonen des Drogenhandels auf Dauer festzuhalten, wenn sich hochrangigen Kartellbosse aus dem Gefängnis freikaufen können oder aufgrund ihrer Kontakte zur Regierung gar nicht in dieses gehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf den Kokain-Boom der 80er und 90er Jahre und stellt die Forschungsfrage nach der Wirksamkeit des US-amerikanischen War on Drugs in Kolumbien.
1.2 Zum Forschungsstand: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über relevante wissenschaftliche Literatur und aktuelle Studien zur US-Drogenpolitik und zur Situation in Kolumbien.
2. Innenpolitik der USA und die DEA: Hier werden die historischen Wurzeln der US-Prohibitionsbestrebungen sowie die Entstehung und die strukturellen Grenzen der DEA analysiert.
2.1 Der „War on Drugs“ der US Regierung – Innenpolitische Situation: Dieses Unterkapitel beleuchtet, wie sich die amerikanische Drogenpolitik von der Prohibition bis hin zu den restriktiven Maßnahmen unter Reagan entwickelte.
2.2 Vorgehensweise und Möglichkeiten der Drug Enforcement Agency: Die operativen Möglichkeiten und Hindernisse der DEA, insbesondere in Bezug auf ausländische Souveränitätsrechte und Korruption, stehen hier im Mittelpunkt.
3. Kolumbien: Dieses Kapitel untersucht die spezifischen Rahmenbedingungen, die Kolumbien zu einem Zentrum des internationalen Drogenhandels werden ließen.
3.1 Einzug des Kokainhandels: Die externen und internen Faktoren, die den Aufstieg der Kartelle begünstigten, werden hier erläutert.
3.2 Ausmaß der Kokainindustrie: Dieses Kapitel analysiert die Dimensionen der Drogenwirtschaft und ihren tiefgreifenden Einfluss auf die kolumbianische Gesellschaft.
3.2.2 Wirtschaftlicher und sozialer Einfluss: Hier wird thematisiert, wie der Drogenhandel trotz seiner Illegalität die Lebensbedingungen für Teile der Bevölkerung kurzfristig veränderte und die Wirtschaft durchdrang.
3.2.3 Politischer Einfluss der Drogenkartelle: Es wird dargestellt, wie die Drogenbosse versuchten, durch Investitionen und direkte politische Einflussnahme oder Gewaltanwendung die staatlichen Strukturen zu unterwandern.
4. Bekämpfung der Drogenkartelle: Dieser Teil befasst sich mit der wechselhaften Strategie der kolumbianischen Regierung und dem eskalierenden Konflikt.
4.1 Konflikt mit der kolumbianischen Regierung und Narcoterrismus: Die Darstellung der gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Staat und Kartellen bildet den Kern dieses Abschnitts.
4.2 Auswirkungen der US Intervention – Der falsche Ansatz?: Die kritische Reflexion zeigt auf, warum die US-Interventionspolitik ihre Ziele weitgehend verfehlte.
5. Fazit: Das Fazit zieht eine Bilanz des Drogenkrieges, der als Desaster gewertet wird, und fordert ein Umdenken bei den Strategien zur Drogenbekämpfung.
Schlüsselwörter
War on Drugs, Kolumbien, DEA, Kokainhandel, Drogenkartelle, Medellin-Kartell, Drogenpolitik, Prohibitionsansatz, Narcoterrismus, Korruption, USA, Interventionspolitik, Drogenbekämpfung, Koka, Lateinamerika.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht kritisch die US-amerikanische Drogenpolitik, insbesondere den sogenannten War on Drugs, und dessen Auswirkungen auf das soziale, politische und wirtschaftliche Gefüge in Kolumbien während der 80er und 90er Jahre.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der US-Drogenkontrolle, der Arbeitsweise der Drug Enforcement Agency (DEA), der Entstehung der kolumbianischen Drogenkartelle sowie den Folgen staatlicher Interventionsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob der von den USA verfolgte Ansatz in Kolumbien effektiv zur Lösung des Drogenproblems beigetragen hat oder ob er, wie die Arbeit argumentiert, eher kontraproduktive Auswirkungen hatte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Fachliteratur, Forschungsberichten und historischen Zusammenhängen, um ein umfassendes Bild der Drogenpolitik und ihrer regionalen Folgen zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird zunächst die US-Innenpolitik beleuchtet, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Lage in Kolumbien, der Rolle der Kartelle und der gescheiterten Versuche zur Konfliktbewältigung durch staatliche Institutionen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind War on Drugs, DEA, Kokainindustrie, Narcoterrismus, Korruption, Interventionspolitik und die sozioökonomischen Rahmenbedingungen in Kolumbien.
Welche Rolle spielt die Korruption bei der Bekämpfung des Drogenhandels laut der Arbeit?
Die Arbeit unterstreicht, dass Korruption ein zentrales Hindernis für die Ermittlungserfolge der DEA darstellt, da Drogenkartelle durch ihre finanzielle Macht Polizei, Justiz und Regierungsstellen infiltrieren konnten.
Warum wird der US-Ansatz in der Arbeit als "falscher Ansatz" kritisiert?
Der Ansatz wird als falsch bezeichnet, da er primär auf Repression, militärische Stärke und Auslieferungsabkommen setzte, ohne die tieferliegenden sozialen und wirtschaftlichen Ursachen des Drogenhandels in Kolumbien zu adressieren.
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- Tobias Kosche (Author), 2018, Der "War on Drugs" in den 80er und 90er Jahren am Beispiel Kolumbien. Verfolgte die USA den falschen Ansatz?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1020348