Horror in Filmen und Serien. Ist der Horror als Genre ein Modell der Vergangenheit?


Hausarbeit, 2019

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Horrorgenre
2.1 Definition Horror und Horrorgenre
2.2 Grenzen des Horrorgenres

3. Klassifizierungen von Horror

4. Horrorfilme und Horror in Filmen

5. Horrorserien

6. Fazit

1. Einleitung

Das Horrorgenre gilt als zwiespältig. Für die einen wird es durch Trash- und Splatterfilme bestimmt, die Anderen suchen den kalten Schauer und den „Nervenkitzel". Viele denken an Vampire, Werwölfe und Zombies manche an Animes und Blut.

Fakt ist, der Horror gilt als extrem vielfältiges und weites Genre, dass sich kaum abgrenzen lässt und sich seinen Weg in viele Bereiche der Filmwelt gebahnt hat. Für viele zeichnet sich gelungener Horror paradoxerweise dadurch aus, dass man oft nicht hinsehen will, vor Angst erschreckt oder erstarrt (Seeßlen & Jung, 2006, S.66f). Diese eigentlich unangenehmen Gefühle werden Teil des Unterhaltungsprogramms und sind maßgebend für die Zuordnung zum Horrorgenre. Dadurch ist die Angst eng mit Horror verbunden und gibt oft die Grundlage für den Schrecken, den sich der Horror zunutze macht.

Doch nicht nur in bewegten Bildern lässt sich das Genre Horror finden, sondern auch in Musik, Gemälden, Computerspielen und in der Literatur. Tatsächlich scheint es als Kunstgenre unübersehbar und der Einfluss des Horrors lässt sich in unzähligen anderen Gattungen und Werken wiederfinden. Dabei ist das Genre so wandelbar, dass die Einflüsse nicht immer offensichtlich zu erkennen sind. Grundlage für den Horror in jeder Variation ist ein Gefühl aus Grauen, Gruseln, Angst, Entsetzen und/oder Erschrecken. Ausgelöst werden kann dieses Gefühl durch alles, was einem Menschen Angst machen könnte. Dabei ist die Wahrnehmung oftmals sehr subjektiv, weshalb der Horror immer wieder Untersuchungsgegenstand von Analytikern und Kritikern wird. In der Regel wird das Gruseln aber durch etwas Unheimliches, Ekligem oder Übernatürliches ausgelöst. Dies bedeudet, dass die Medien des fiktionalen Horrors von den negativen Emotionen leben. Das gesamte Genre ist abhängig davon, dass es solche Gefühle auslösen kann. Ohne Angst würde das Genre untergehen.

Damit der Begriff Horror und das dazugehörige Genre zu untersuchen ist, sind spezifische Definitionen unerlässlich. Aufgrund der schwierigen und komplizierten Definitionsgrundlage des Horros, soll eine möglichst klare Abgrenzung zu anderen Genres erfolgen. Um den theoretischen Bezugsrahmen zu erweitern, werden Klassifikationssystem erarbeitet und erläutert. Daraufhin sollen die aktuellen Entwicklungen des Horrors in Filmen und Serien betrachtet und eingeteilt werden. Aus diesen Informationen soll die Forschungsfrage im Fazit beantwortet und wenn möglich eine Zukunftsperspektive geschaffen werden.

2. Horrorgenre

Wie in der Einleitung offensichtlich gemacht wurde, fällt die Einteilung des Genres Horror schwer. Bedingt wird dies einerseits, durch die Vermischung einiger Genres insgesamt, zu nennen wären Thriller, Science-Fiction und selbst Kömodien, und andererseits durch die enorme Vielfalt, bei der sich nur schwer spezifische Grenzen erkennen lassen. Dazu kommt, dass die Grundlage von Horror subjektiv bestimmt wird und sich in ständiger Entwicklung befindet. Dadurch sind empirische Unterschiede zwischen Horror und „Nicht-Horror" kaum festzumachen. Für eine Person mit Arachnophobie kann auch eine Dokumentation über Spinnen theoretisch als Horrorfilm empfunden werden.

Damit also überhaupt ein Fazit gezogen werden kann, soll der Horror und das Horrorgenre definiert werden, um ein möglichst einheitliches Verständnis zu schaffen, welches zu aussagekräftigen Ergebnissen führen soll.

2.1 Definition Horror und Horrorgenre

Das Wort Horror stammt aus dem Lateinischen und kann mit Grauen, Schrecken und Schauder übersetzt werden und vereint somit gleich mehrere Emotionen. Horror beschreibt den Bewusstseinszustand einer Person, die bestimmten Situationen ausgesetzt ist und mit denen für Schauer charakteristischen Empfindungen reagiert (Baumann, 1992, S. 29f.). Dabei umfasst der Begriff die Gesamtheit aus Ekel, Erschrecken, Gruseln und weiteren Emotionen (Baumann, 1992, S. 31f.). Klar zu trennen sind fiktionaler Horror und realer Horror. Entscheidend für die weiteren Ausführungen ist ausschließlich der fiktionale Horror. Trotzdem soll angeführt werden, dass sich der reale Horror auf die Empfindungen durch fiktionalen Horror auswirken kann (Caroll, 1990, S.11). Diese Verbindung soll jedoch weitestgehend vernachlässigt werden, da sie sehr subjektiv betrachtet werden muss.

Nachfolgend soll Horror als etwas definiert werden, dass sich auf die gezielte Auslösung von Angst, Grusel oder Ekel verständigt (Baumann, 1992, S. 31f.). Im Horrorgenre soll der Adressat über die Medien (meist Literatur und Film) zu den bereits angesprochenen Emotionen geführt werden. Dementsprechend sind alle Werke zum Horrorgenre zuzuordnen, die mit diesem Vorsatz geschrieben, gemalt oder gefilmt wurden. Dabei sollte dieser Vorsatz mindestens einen signifikanten Teil des Werkes ausmachen und nicht eine kleine Ausnahme bilden.

Obwohl der Horror von der Realität trennbar ist und somit unendlich Themen zur Verfügung stehen würden, bilden nur wenige Charaktere und Themen die Grundlage für einen großen Teil des Horrorgenres (Seeßlen & Jung S.60). Trotzdem oder gerade deshalb gilt der Horror und seine klassischen Figuren als extrem wandelbar. Dies lässt sich auf die Aktualität zurückführen, zu der ein Horrorfilm gezwungen ist (Reß, 1986 S. 20f.). Zudem muss er sich mehr als andere Genres an die Entwicklungen und Ängste der Gesellschaft anpassen (Baumann 1993, S. 287). Andererseits führen auch die klassischen Halbwesen, wie Tiermenschen (Tier und Mensch), Zombies (teils tot) und andere Halbwesen zur Mehrdeutigkeit und Aktualität, da sie keine starren oder festen Eigenschaften besitzen (Reß, 1986, S. 32).

Weil das Horrorgenre fast unmöglich einzugrenzen ist, bilden die genannten und nachfolgenden Beschreibungen nur die Merkmale von klassischen oder typischen Horrorwerken ab. Natürlich können auch Werke ohne die genannten Eigenschaften zum Horrorgenre gezählt werden. Es handelt sich immer nur um eine Annäherung, da klare Grenzen komplett wegfallen. Ebenso verhält es sich mit den extremen Gegensätzen des Horrors. Dazu zählen Gut und Böse, Heimlich und Unheimlich, Sanftmut und Gewalt und unzählige weitere (Baumann 1993, S. 93f.).

Der Rezipient muss sich auf die künstliche Realität einlassen, sie aber klar als Fiktion erkennen (Seeßlen & Jung 2006, S. 60). Dazu ergänzt Baumann 1993, dass das gezeigte Unmögliche für den Zuschauer auch als möglich erkannt werden muss, damit der Horror als nachvollziehbar verstanden wird (S. 173).

Um nicht nur die typischen Vertreter des Horrors wie Film und Literatur anzusprechen, möchte ich auch einige andere Formen des weit verbreiteten Horrorgenres aufzählen. Dazu zählen Gemälde wie „Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (Alien, Ridley Scott, 1979), verschiedenste Musikstücke und viele Computer- und Konsolenspiele, wie die „Resident-Evil-Reihe“. Tatsächlich gibt es sogar eine Virtual-Reality-Version von „Resident Evil 7 Biohazard“, die sehr gute Bewertungen bekam und für eine kleine Revolution des Genres gesorgt hat. Dies lässt sich auch daran erkennen, dass die ersten größeren Filmprojekte für die virtuelle Realität produziert werden. Dabei gelten sie als immersiver als viele vergleichbare Medien. Die Immersion ist dabei ein entscheidender Faktor für die Wirkung von Grauen und Grusel.

2.2 Grenzen des Horrorgenres

Wie in den vorherigen Kapiteln erwähnt, fällt eine klare Abgrenzung sehr schwer, darum sollen hier einige spezifische Unterschiede zwischen den Genres angebracht werden, um einige klare Unterschiede deutlich zu machen.

Grundlegend kann der Horror zur Phantastik gezählt werden, da die Grenzen zwischen Realität und Fantasie aufgehoben wurden. In der Welt eines Werkes wird etwas Phantastisches Teil des Realen. Die Phantastik wird einfach dahingehend definiert, dass in ihr Gesetze der Natur und Gesellschaft nicht gelten (Baumann 1993, S. 98). Trotz der unzähligen Möglicheiten durch die Fiktion bleibt die Welt des Horrors bis auf wenige Ausnahmen oft deckungsgleich mit der Realität. Häufig werden fiktive Charaktere in eine Welt geworfen, bei der der Rezipient ansonsten kein Unterschied zur eigenen Realität ausmachen kann. Doch gerade diese übernatürlichen und nicht erklärbaren Phänomene rufen das Unheimliche hervor (Baumann 1993, S. 100f.). Dabei wird durch diese Phänomene und der realitätsgetreuen, fitkitonalen Welt erreicht, dass der Rezipient das Übernatürliche logisch erklären will. Mit diesen Interpretationen spielt das Genre, denn das empirisch Erwartete wird gestört und verändert (Baumann 1993, S. 101). Diese Interpretationsmöglichkeiten waren auch großer Teil unserer Seminarinhalte.

Bei Texten wie „Der blonde Eckbert“ und „Lebendig begraben“ gab es lange Diskussionen für mögliche realistische Einordnungen des Beschriebenen und genau mit diesen Erwartungen agiert und „jongliert“ der Horror. Wir glauben das Gelesene könnte Einbildung durch den Wahnsinn des lyrischen Ichs oder nur ein Traum sein.

Die Phantastik teilt sich der Horror mit vielen anderen Genres, zu unterscheiden ist jedoch die Reaktion auf Übernatürliches. Durch diesen Bruch in der Welt entsteht beim Protagonisten Angst, Ekel und Grauen (Baumann 1993, S. 108f.).

Dieser Einschnitt in die Welt, den auch die fiktionalen Charakter wahrnehmen und erkennen, trennt den Horror vom Märchen. Das Unerklärliche ist das Problem, nicht die Lösung oder Rettung, die oft durch rettende Feen oder Prinzen dargestellt werden (Seeßlen/Jung 2006, S. 60). Weitere Abgrenzung lässt sich durch die Legitimation der Gewalt finden. Der Horror benötigt keinen Grund um Gewalt jedes Ausmaßes darzustellen und einige Vertreter des Genres zeichnen sich gar durch scheinbar sinnlose und exzessive Brutalität aus. Wohingegen das Märchen und viele andere Genres klare Gründe für Gewalt anbringen.

Weitere Unterschiede finden sich im Aufbau der fiktionalen Welt, während Fantasy und Science-Fiction extreme Fantasiewelten schaffen, spiegelt der Horror weitestgehend die reale Welt wieder. Dadurch verändert sich der Effekt des Übernatürlichen ins Gegenteil. In der Fantasy Welt ist das Übernatürliche Teil der Welt und damit Teil der fiktionalen Weltordnung, während er im Horror die Grundlage von Angst und Grauen darstellt (Baumann 1993, S. 157).

Die Science-Fiction baut auch auf einer komplett fitkionalen Welt auf, die meist wenig mit der Realität zu tun hat. Jedoch können in dieser Welt auch übernatürliche Ereignisse auftreten, die auch als solches identifiziert werden. Meistens wird versucht diese Phänomene mit den Naturgesetzen der fiktionalen Welt zu erklären (Baumann 1993, S. 157).

Der Thriller teilt sich mit dem Horror eine realitätsnahe Welt, jedoch wird beim Thriller das Übernatürliche nicht als real existierend angesehen, oder zumindest mit den realen Naturgesetzen aufgelöst.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Horror in Filmen und Serien. Ist der Horror als Genre ein Modell der Vergangenheit?
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
20
Katalognummer
V1020375
ISBN (eBook)
9783346413604
ISBN (Buch)
9783346413611
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Netflix, Horror, Filme, Serien, Genre, Genres, Dark, Horrorfilme, Horrorserien
Arbeit zitieren
Jona Wilke (Autor), 2019, Horror in Filmen und Serien. Ist der Horror als Genre ein Modell der Vergangenheit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1020375

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Horror in Filmen und Serien. Ist der Horror als Genre ein Modell der Vergangenheit?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden