Diese Arbeit widmet sich der Forschungsfrage, wie sich der Einfluss von Filmkritiken in sozialen Netzwerken auf die Konsumentscheidung der Konsumenten darstellt und wie die Filmkritiken diese beeinflussen können.
Ein großer Faktor für den Erfolg eines Films sind seit jeher Filmkritiken. Die Mensch sind heutzutage von einer Vielzahl an Informationen zu aktuellen Kinofilmen umgeben (zum Beispiel Fernsehwerbung/Fernsehbeiträge, Filmvorschau, Plakate, Anzeigen, Kritiken, Gespräche mit Freunden und Bekannten etc.). Ob die jeweilige Person einen neuen Film konsumieren möchte, kann sie allerdings nicht durch Ausprobieren entscheiden. Es handelt sich bei Kinofilmen daher um ein Erfahrungsgut. Eine Möglichkeit für den Rezipienten eine Entscheidung über den Konsum zu treffen, ohne das eigentliche Produkt selbst genau zu kennen, ist daher die oben genannte Filmkritik. Es ist wissenschaftlich gut belegt, dass Filmkritiken eine wichtige Bedeutung bei der Entscheidungsfindung für oder gegen einen Kinobesuch spielen. Viele wissenschaftliche Untersuchungen haben sich damit beschäftigt, wie und warum Filmkritiken in verschiedenen Medien für den Erfolg von Filmen eine so große Rolle spielen. Im heutigen Internetzeitalter ist vor allem für die junge Zielgruppe das Medium Internet, und damit Verbunden die verschiedenen Social-Media-Kanäle, von enormer Bedeutung. Die Bedeutung von Social-Media und den spezifischen Mechanismen und Eigenarten der Plattformen im Zusammenhang mit Filmkritiken (auch „Reviews“ genannt) und deren Auswirkungen auf den Kinoerfolg wurden bisher noch nicht intensiv von der Wissenschaft betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Spielfilme im Kino
2.2 Spielfilme unter ökonomischen Gesichtspunkte
2.3 Kinopublikum
2.4 Ungleichverteilung von Informationen
2.5 Filmkritken
2.6 Social-Media und relevante Plattformen
2.7 Netzwerkeffekte
3. Forschungsstand
4. Diskussion
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Filmkritiken in sozialen Netzwerken auf die Konsumentscheidungen von Kinobesuchern und analysiert, wie diese Kritiken das Kaufverhalten beeinflussen können.
- Ökonomische Bedeutung und Besonderheiten des Kinofilms
- Klassifikation des Kinopublikums und Bedeutung der Zielgruppenansprache
- Rolle von Filmkritiken bei Informationsasymmetrien
- Mechanismen und Relevanz verschiedener Social-Media-Plattformen
- Einfluss von Netzwerkeffekten und viraler Kommunikation auf den Kinoerfolg
Auszug aus dem Buch
2.4 Ungleichverteilung von Informationen
Bei herkömmlichen Gütern kann es bei einer sogenannten asymmetrischen Informationsverteilung dazu kommen, dass die Verkäufer diese Ungleichverteilung für ihre Zwecke nutzen (Akerlof, 1970). Bei herkömmlichen Konsumgütern besteht bei solchen asymmetrischen Informationsverteilungen der Anreiz, eher schlechte Qualität anzubieten und dadurch die Gewinne zu erhöhen, wenn der Konsument vor dem Erwerb die Qualität nicht erkennen kann. Man spricht hier auch von „hidden characteristics“ des Gutes. Bei Filmen jedoch ist diese Vorgehensweise nicht ratsam, da aufgrund des einfachen Erfahrungsaustauschs auf verschiedenen Kommunikationskanälen die negativen Konsumerfahrungen ausgetauscht werden können und der Film so schnell an Nachfrage einbüßt.
Den Erwerb von mangelhaften Produkten kann der Konsument verhindern, indem er sich vor dem Erwerb über das Produkt informiert. Da ein Film jedoch kaum objektive Qualitätseigenschaften besitzt, sondern primär subjektiv wahrgenommen wird, sind gängige Entscheidungshilfen, wie Garantien oder Qualitätssiegel, nicht geeignet. Deshalb werden bei der Entscheidung für oder gegen einen Filmkonsum eher Hilfen wie Rezensionen und Kritiken herangezogen, welche in verschiedenen Medien wie Print, TV oder Internet gut und einfach zugänglich sind. Kritiken sind also für die Konsumentscheidung von Konsumenten in der Filmbranche aufgrund der Informationsasymmetrie und der Eigenschaft des Mediums Film als Erfahrungsgut von entscheidender Bedeutung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die ökonomische Relevanz der Filmindustrie sowie die Problematik von Planungsunsicherheiten und führt in die Bedeutung von Filmkritiken als Entscheidungshilfe für das Publikum ein.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen des Kinofilms als Erfahrungsgut, beleuchtet ökonomische Aspekte wie Informationsasymmetrien, klassifiziert Kinobesucher und beschreibt die Funktionsweisen relevanter Social-Media-Plattformen sowie Netzwerkeffekte.
3. Forschungsstand: Hier werden bestehende wissenschaftliche Studien zum Einfluss von Filmkritiken auf den wirtschaftlichen Erfolg von Kinoproduktionen zusammengefasst und diskutiert.
4. Diskussion: Dieses Kapitel vergleicht klassische Medien mit Social-Media-Kanälen, analysiert die Rolle von Influencern und beleuchtet die Möglichkeiten sowie Risiken der viralen Mund-zu-Mund-Propaganda für das Filmmarketing.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Bedeutung des Internets für den heutigen Kinoerfolg zusammen und skizziert künftige Forschungsansätze im Hinblick auf digitale Marketingstrategien und soziale Medien.
Schlüsselwörter
Filmindustrie, Filmkritiken, Kinobesucher, Social-Media, Netzwerkeffekte, Informationsasymmetrie, Marketingstrategie, Erfahrungsgut, Mund-zu-Mund-Propaganda, Influencer, Filmmarketing, Konsumentscheidung, Virales Marketing, Digital Natives, Kinoerfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Filmkritiken, insbesondere in sozialen Netzwerken, auf die Kauf- und Konsumentscheidungen von Kinobesuchern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Ökonomie der Filmbranche, der Rolle von Online-Rezensionen bei Informationsasymmetrien und der Wirkung viraler Effekte in sozialen Medien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis darüber zu erlangen, wie Filmkritiken in sozialen Netzwerken die Erfolgswahrscheinlichkeit von Kinofilmen beeinflussen und wie Marketingstrategien dies nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die existierende Erkenntnisse und Ansätze aus der Wissenschaftsliteratur zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit dem theoretischen Hintergrund, dem Forschungsstand zum Einfluss von Kritiken auf Einspielergebnisse sowie einer kritischen Diskussion über Medienvergleiche und Social-Media-Einflüsse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Filmindustrie, Filmkritiken, Social-Media, Netzwerkeffekte, Informationsasymmetrie und Mund-zu-Mund-Propaganda.
Warum gelten Spielfilme als Erfahrungsgut?
Spielfilme gelten als Erfahrungsgut, da die Qualität eines Films vom Rezipienten vor dem tatsächlichen Konsum nicht abschließend bewertet werden kann.
Wie beeinflussen Netzwerkeffekte den Erfolg eines Films?
Netzwerkeffekte führen dazu, dass der Nutzen eines Films für den Konsumenten steigt, je mehr andere Personen ebenfalls mit dem Film in Kontakt kommen, was oft zu einem "Winner-take-all"-Markt führt.
Welche Gefahr besteht bei der Nutzung von Influencern im Filmmarketing?
Es besteht die Gefahr von Schleichwerbung und des Verlusts an Glaubwürdigkeit, falls bezahlte und geschönte Rezensionen nicht transparent als solche gekennzeichnet werden.
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- Anonym (Author), 2018, Filmkritiken im Zeitalter von Social-Media, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1020415