Deutschlands Weg zur Demokratie seit dem 19. Jahrhundert


Referat / Aufsatz (Schule), 1999
10 Seiten, Note: 13 Punkte

Leseprobe

Belegarbeit Geschichte

Name: Gunnar Groß

Thema: Deutschlands Weg zur Demokratie seit dem 19 Jahrhundert.

Gestützt auf das oben genannte Thema möchte ich mich hier mit der Entwicklung der Demokratie seit dem 19. Jahrhundert in Dtl. beschäftigen. Doch bevor ich auf die Entwicklung speziell kommen werde, möchte ich zunächst erst einmal klären was man unter dem Begriff Demokratie versteht und was es mit Demokratie auf sich hat. Das Wort „Demokratie“ ist aus der Umgangssprache jedermann bekannt, aber eine genaue Definition dieses Wortes bereitet große Schwierigkeiten. Nur einfach mit der Erklärung das Wort leitet sich aus dem griech. ab u. sei mit Volksherrschaft zu übersetzen, hilft nicht weiter, weil sich die politischen u. gesellschaftlichen Verhältnisse seit derb antike gewandelt haben u. nicht klar ist was Herrschaft des Volkes bedeuten soll. In den kleinen überschaubaren Stadtstaaten des antiken Griechenlands kam das Volk (freie Männer), auf den Marktplatz zusammen u. stimmten über Gesetze ab. Doch in den heutigen Großstaaten ist diese Form der direkten Monarchie nicht mehr möglich. Das Volk kann in der modernen Massendemokratie die Herrschaft nur mittelbar u. indirekt ausüben, indem es sie auf Vertreter (Repräsentanten) überträgt. Im Laufe der Entwicklung ist die Demokratie etwas historisches geworden. Sie hat sich bis zu den ´gegenwärtigen Formen entwickelt u. wird sich immer weiter verändern. Ich möchte nunmehr versuchen die Demokratie in ihrer Entwicklung darzustellen u. dabei deutlich machen, dass es sich nicht um eine ideale Ordnung von Staat u. Gesellschaft handelt, dass aber nach den Erfahrungen der Geschichte heute nur so eine rechtsstaatlich verfasste, menschenwürdige politisch gesellschaftliche Ordnung möglich ist.

Das Ende des Absolutismus, der Kampf um die Demokratie

Die Demokratie hat sich in Dtl. sehr spät durchgesetzt. Erst in der letzten Phase des Kaiserreiches, im Oktober 1918, wurde der Versuch unternommen, das Deutsche Reich in eine parlamentarische demokratische Monarchie umzugestalten. Endgültig behauptete sich die Demokratie als Staatsform mit der Weimarer Verfassung 1919. Nach der nationalsozialistischen Diktatur entstanden zuerst in den Ländern u. 1949 in der BRD demokratische Ordnungen. Obwohl am Anfang beider deutscher Demokratien ein verlorener Krieg mit all seinen Belastungen stand, kann man nicht sagen, dass die Demokratie in Deutschland ein Import der Sieger des Ersten wie des Zweiten Weltkrieges gewesen sei. Richtig ist zwar, dass die parla mentarische Demokratie sich in Dtl. ohne Krieg u.

Niederlage kaum durchgesetzt hätte, dennoch hat sie weit in die deutsche Geschichte zurückreichende Wurzeln.

Wie es jedoch dazu kam das sich die Demokratie erst in der zweiten Hälfte des 19 Jhrd. in Dtl. durchsetzten u. wie sich die Demokratie weiter entwickelte, möchte ich nun mit Belegen u. Erläuterungen verständlich machen.

Nach 1800 belebte sich unter dem Einfluss der Aufklärung, der Franz. Revolution u. der napoleonischen Kriege auch in Dtl. eine vom erstarkten Bürgertum getragene demokratische Bewegung. Die absoluten Monarchen Österreich, Preußen u. die kleineren deutschen Territorien waren dem Ansturm der franz. Truppen unterlegen. Unter Napoleon wirkte der Einfluss des freiheitl. Gedankengutes fort, insbesondere durch Reformen in Preußen. Die Entwicklung der Untertanen zum selbstbewussten Staatsbürger, Befreiung d. Bauern aus d. Erbuntertänigkeit, Aufhebung des Zunftzwanges u. Einführung d. städt. Selbstverwaltung sind die wesentl. Elemente d. preuß.

Reformen der Jahre 1807-1810. Sie haben die Entwicklung zum modernen Industriestaat vorbereitet, aber auch soziale Spannungen gebracht. Politisch hatten die Reformen ihr Ziel erreicht, da während d. Befreiungskriege 1813-1815 ein Volksbewusstsein entstand (nationale Freiheit ). Jedoch auf dem Wiener Kongress 1814-1815 dachte man nicht daran die Wünsche des Volkes ( Einheit Dtl.) zu erfüllen. Sie (Fürsten) hatten die Idee d. Franz. Revolution wie Freiheit, Gleichheit o. Volkssouveränität gut 25 Jahre bekämpft u. wollten die Zeit vor d.

Revolution wieder herstellen. Somit wurde d. Spielraum demokratischer Bewegungen in dieser Zeit wieder eingeengt. Dennoch war es nicht möglich, die liberale, demokrat. u. nationale Bewegung völlig niederzuhalten. Dies bestätigte sich mit den Unruhen, die die franz . Juli – Revolution v. 1830 auch in Dtl. auslöste u. zu polit. Zugeständnissen in einigen Bundesstaaten führte. Das Bürgertum erstarkte wirtschafl. u. dieser getragene Liberalismus trat für Verfassu]ng, Rechtsstaat, Pressefreiheit, Handelsfreiheit u. nationale Einheit ein. Ein Zeichen dafür war meiner Meinung nach die Gründung des deutschen Zollvereins (1834), da durch den Wegfall d. Zollschranken ein einheitl. Wirtschaftsgebiet entstanden ist.

Fast zur gleichen Zeit, 1832, trafen sich die Anhänger d. liberalen u. nation. Bewegungen in Hambach zu einer demokratischen Manifestation, die für großes Aufsehen sorgte. Diese politischen u. sozialen Spannungen führten im Jahre 1848 schließlich zur Revolution in Dtl., die zunächst erfolgreich ablief: Presse- u.

Versammlungsfreiheit wurden zugestanden u. Verfassungen zugesagt.

Die Sehnsucht nach deutscher Einheit fand schließlich ihren Ausdruck in der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung, welche am 18. Mai 1848 in der Frankfurter Paulskirche zusammentrat. Die Aufgabe war es eine liberale Verfassung u. den dazugehörigen Nationalstaat zu schaffen.

An dieser doppelten Aufgabe sollten sie letztendlich scheitern. Es gelang ihr zwar am 27.12.1848 sich auf Grundgesetze zu einigen, doch die NV konnte sich nicht mehr gegen die erstarkenden Monarchien behaupten. Als Österreich seine Abgeordneten aus

Frankfurt abrief, d. preuß. König die Kaiserkrone ablehnte u. letzte Aufstände in Baden niedergeschlagen waren, scheiterte 1849 die NV u. auch die neu geschaffene Reichsverfassung. Dennoch war die Zeit des Absolutismus abgelaufen u. überall schränkten einzelstaatl.

Verfassungen die Macht des Monarchen ein. Es handelte sich hierbei zwar um „oktroyierte“, vom Herrscher erlassene Verfassungen, aber es gab trotzdem Rechtsgarantien (Gleichheit, Freiheit d. Person usw.). Die Volksvertretungen wirkten bei d. Gesetzgebung mit, aber die Vorrechte blieben weiter beim Monarchen.

Die Revolution 1848 war nicht völlig gescheitert, doch die Monarchen hatten sich gegenüber demokratischen Bewegungen behauptet. Dies zeigte sich nochmals in den Jahren 1862-1866 in Preußen, als es zu einem Verfassungskonflikt zwischen Krone u. Landtag wegen d. Heeresreform kam. Der neue Ministerpräsident Otto v. Bismarck setzte sich ,nach seiner Ernennung v. Wilhelm I., durch u. es kommt zur erneuten Niederlage demokratischer Kräfte. Nachdem Sieg über Österreich 1866 u. d. Auflösung des Deutschen Bundes, entsteht in Dtl. d. Norddeutsche Bund (1867-1871). 1871 schließlich gründete Bismarck den vom Bürgertum lang ersehnten Nationalstaat (Bund deutscher Fürsten). Das Reich war eine konstitutionelle Monarchie u. d. Reichstag hatte kaum Kontrollmöglichkeiten gegenüber dem Kaiser u. d. Regierung. Der Reichstag wurde v. Männern aus dem Volk gewählt durch allg., gleiches, geheimes u. direktes Wahlrecht. Der größte Teil d. liberal demokratischen Opposition versöhnte sich schließlich mit Bismarck, da er durch Krieg mit Frankreich 1870/71 die deutsche Einheit erzielt hatte (da sich die Süddeutschen Staaten den Norddeutschen Bund anschlossen). Trotzdem führte dieser maßvolle Kanzler im inneren ein eisernes Regiment. In der folgenden Auseinandersetzung mit dem Obrigkeitsstaat entwickeln sich in Dtl. Parteien. Es sind in vor allem vier große Gruppierungen: Die Konservativen, die Liberalen, das Zentrum, in dem sich die Katholiken politisch organisieren, u. die Sozialdemokraten, die mit d. Industrialisierung Dtls. immer stärker wurden. Von da an werden die Sozialdemokraten u. das Zentrum zu „Reichsfeinden“ abgestempelt. Mit den Maigesetzen von 1873 entfesselte Bismarck schließlich den sogenannte Kulturkampf gegen die Katholiken, deren Kirche als „kulturfeindlich“ bezeichnet wird. Geistliche die sich nicht fügen wolle n, werden ausgewiesen. Die kathol. Kirche leistete jedoch hartnäckig passiven Widerstand, bis d.

„eiserne Kanzler“ die meisten d. gegen die kathol. Kirche ergriffenen Maßnahmen rückgängig macht. Eine d.

wenigen Maßnahmen die übrig geblieben sind, ist die Zivilehe. Das heißt: Ein Brautpaar darf nur dann kirchlich getraut werden, wenn es vorher vom Standesbeamten getraut worden ist. 1878 werden zwei Attentate auf den Kaiser verübt. Bismarck nimmt dies zum Vorwand, um endlich die seit 1863 bestehende Sozialdemokratie zu verbieten u. zu verfolgen. Viele ihrer Mitglieder werden eingesperrt o. flüchten ins Ausland. Gleichzeitig versucht Bismarck ihren Wählerschaft durch eine umfassende, am Ende in aller Welt vorbildliche Sozialgesetzgebung für den Staat zu gewinnen. Obwohl Bismarck hoffte durch das Sozialistengesetz die Arbeiterschaft von d.

Sozialdemokratie zu entziehen, wuchs die Anhängerschaft jedoch immer weiter. Das heißt weder das

Sozialistengesetz noch die Sozialgesetzgebung konnten das Wachsen der Sozialdemokratie verhindern. Jedoch erst 1890 wird das Scheitern des Sozialistengesetz , also der Unterdrückungspolitik, zugegeben. Mit d. Aufhebung des Sozialistengesetzes erstrebte die Bevölkerung schließlich eine Erweiterung d. demokratischen Elemente in d.

Verfassung an, die wie wir später sehen werden erst angesichts der drohenden Niederlage im September 1918 erreicht werden. Die militär. u. polit. Führung des Reiches wollte die Regierung auf eine breitere Basis zu stellen. Mit dem verfassungsändernden Gesetz vom 28. 10. 1918 wurde das Reich schließlich eine parlament. Monarchie. Der Reichskanzler war von nun an nicht mehr dem Kaiser unterstellt, sondern dem Reichstag u. Bundesrat verantwortlich. Die Reichsregierung setzte sich nun aus Vertretern polit. Parteien zusammen u. die Vorrechte des Kaisers wurden eingeschränkt. In Preußen wurde das Dreiklassenwahlrecht abgeschafft, aber all diese Maßnahmen kamen zu spät um die Monarchie noch zu retten. Die revolutionären Unruhen im Reich zwingen den Kaiser regelrecht abzudanken. Und schließlich kommt es soweit das d. Reichstagsabgeordnete Phillip Scheidemann (SPD) am 9. November 1918 die Republik in Berlin ausruft. Somit ist die Monarchie im Reich u. in den Ländern entgültig

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Deutschlands Weg zur Demokratie seit dem 19. Jahrhundert
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
1999
Seiten
10
Katalognummer
V102078
ISBN (eBook)
9783640004690
Dateigröße
359 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Sehr ausführlicher Zusammenhang der Enstehung der Demokratie
Schlagworte
Deutschlands, Demokratie, Jahrhundert
Arbeit zitieren
Gunnar Groß (Autor), 1999, Deutschlands Weg zur Demokratie seit dem 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102078

Kommentare

  • Gast am 18.4.2002

    Deutschlands Weg zur Demokratie seit dem 19. Jahrhundert.

    Ich bin Dir so dankbar!!!!!!!!!!!

Im eBook lesen
Titel: Deutschlands Weg zur Demokratie seit dem 19. Jahrhundert


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden