Gestützt auf das oben genannte Thema möchte ich mich hier mit der Entwicklung der Demokratie seit dem 19. Jahrhundert in Dtl. beschäftigen. Doch bevor ich auf die Entwicklung speziell kommen werde, möchte ich zunächst erst einmal klären was man unter dem Begriff Demokratie versteht und was es mit Demokratie auf sich hat. Das Wort ,,Demokratie" ist aus der Umgangssprache jedermann bekannt, aber eine genaue Definition dieses Wortes bereitet große Schwierigkeiten. Nur einfach mit der Erklärung das Wort leitet sich aus dem griech. ab u. sei mit Volksherrschaft zu übersetzen, hilft nicht weiter, weil sich die politischen u. gesellschaftlichen Verhältnisse seit derb antike gewandelt haben u. nicht klar ist was Herrschaft des Volkes bedeuten soll. In den kleinen überschaubaren Stadtstaaten des antiken Griechenlands kam das Volk (freie Männer), auf den Marktplatz zusammen u. stimmten über Gesetze ab. Doch in den heutigen Großstaaten ist diese Form der direkten Monarchie nicht mehr möglich. Das Volk kann in der modernen Massendemokratie die Herrschaft nur mittelbar u. indirekt ausüben, indem es sie auf Vertreter (Repräsentanten) überträgt. Im Laufe der Entwicklung ist die Demokratie etwas historisches geworden. Sie hat sich bis zu den ´gegenwärtigen Formen entwickelt u. wird sich immer weiter verändern. Ich möchte nunmehr versuchen die Demokratie in ihrer Entwicklung darzustellen u. dabei deutlich machen, dass es sich nicht um eine ideale Ordnung von Staat u. Gesellschaft handelt, dass aber nach den Erfahrungen der Geschichte heute nur so eine rechtsstaatlich verfasste, menschenwürdige politisch gesellschaftliche Ordnung möglich ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Ende des Absolutismus, der Kampf um die Demokratie
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Prozess der Demokratisierung in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert, beleuchtet die Hürden bei der Etablierung parlamentarischer Strukturen und analysiert die Entwicklung von der konstitutionellen Monarchie über die Weimarer Republik bis hin zur Wiedervereinigung Deutschlands.
- Entwicklung des Demokratieverständnisses und der Volksherrschaft
- Herausforderungen des Parlamentarismus im 19. und frühen 20. Jahrhundert
- Bruch durch die nationalsozialistische Diktatur und Unterdrückung demokratischer Bestrebungen
- Dualität der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Entwicklung des Grundgesetzes
- Weg zur deutschen Einheit und Sicherung der demokratischen Grundordnung
Auszug aus dem Buch
Das Ende des Absolutismus, der Kampf um die Demokratie
Die Demokratie hat sich in Dtl. sehr spät durchgesetzt. Erst in der letzten Phase des Kaiserreiches, im Oktober 1918, wurde der Versuch unternommen, das Deutsche Reich in eine parlamentarische demokratische Monarchie umzugestalten. Endgültig behauptete sich die Demokratie als Staatsform mit der Weimarer Verfassung 1919. Nach der nationalsozialistischen Diktatur entstanden zuerst in den Ländern u. 1949 in der BRD demokratische Ordnungen. Obwohl am Anfang beider deutscher Demokratien ein verlorener Krieg mit all seinen Belastungen stand, kann man nicht sagen, dass die Demokratie in Deutschland ein Import der Sieger des Ersten wie des Zweiten Weltkrieges gewesen sei. Richtig ist zwar, dass die parlamentarische Demokratie sich in Dtl. ohne Krieg u. Niederlage kaum durchgesetzt hätte, dennoch hat sie weit in die deutsche Geschichte zurückreichende Wurzeln. Wie es jedoch dazu kam das sich die Demokratie erst in der zweiten Hälfte des 19 Jhrd. in Dtl. durchsetzten u. wie sich die Demokratie weiter entwickelte, möchte ich nun mit Belegen u. Erläuterungen verständlich machen.
Nach 1800 belebte sich unter dem Einfluss der Aufklärung, der Franz. Revolution u. der napoleonischen Kriege auch in Dtl. eine vom erstarkten Bürgertum getragene demokratische Bewegung. Die absoluten Monarchen Österreich, Preußen u. die kleineren deutschen Territorien waren dem Ansturm der franz. Truppen unterlegen. Unter Napoleon wirkte der Einfluss des freiheitl. Gedankengutes fort, insbesondere durch Reformen in Preußen. Die Entwicklung der Untertanen zum selbstbewussten Staatsbürger, Befreiung d. Bauern aus d. Erbuntertänigkeit, Aufhebung des Zunftzwanges u. Einführung d. städt. Selbstverwaltung sind die wesentl. Elemente d. preuß. Reformen der Jahre 1807-1810. Sie haben die Entwicklung zum modernen Industriestaat vorbereitet, aber auch soziale Spannungen gebracht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor führt in die Begrifflichkeit der Demokratie ein und umreißt die Problematik ihrer historischen Entwicklung in Deutschland sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Das Ende des Absolutismus, der Kampf um die Demokratie: Dieses Kapitel analysiert chronologisch die Etappen von den Reformen des 19. Jahrhunderts über die Revolution von 1848, das Kaiserreich, die Weimarer Republik bis hin zur Teilung Deutschlands und der späteren Wiedervereinigung.
3. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung einer stabilen parlamentarischen Demokratie und betont die Notwendigkeit der Versöhnung des politischen Systems mit dem gesellschaftlichen Staatgedanken.
Schlüsselwörter
Demokratie, Parlamentarismus, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Grundgesetz, Wiedervereinigung, Deutsche Geschichte, Rechtsstaat, Volkssouveränität, Aufklärung, Politische Parteien, Freiheitsrechte, Absolutismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung des demokratischen Systems in Deutschland vom 19. Jahrhundert bis zur Wiedervereinigung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Wandlungsprozesse von der absolutistischen Herrschaft hin zur modernen parlamentarischen Demokratie unter Berücksichtigung politischer, gesellschaftlicher und verfassungsrechtlicher Aspekte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den schwierigen und langwierigen Prozess der Durchsetzung demokratischer Staatsformen in Deutschland aufzuzeigen und die historischen Bedingungen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?
Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, indem er Fakten, historische Ereignisse und verschiedene Verfassungsmodelle miteinander abwägt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Aufbruchsbewegungen nach 1800, das Scheitern und Wiederaufleben demokratischer Versuche im 19. und 20. Jahrhundert sowie die Teilungs- und Einigungsgeschichte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Zu den prägenden Begriffen zählen Demokratie, Parlamentarismus, Verfassungsgeschichte, Nationalstaat und Rechtsstaatlichkeit.
Warum wird die Weimarer Republik als „Demokratie ohne Demokraten“ bezeichnet?
Der Autor verweist darauf, dass die Weimarer Verfassung an einer fiktiven demokratischen Kultur scheiterte, die in der deutschen Bevölkerung aufgrund historischer Vorbelastungen noch nicht in ausreichendem Maße verankert war.
Welche Rolle spielte das Ermächtigungsgesetz von 1933 für die Demokratie?
Das Gesetz markierte den rechtlichen Übergang zur Terrorherrschaft, indem es die legislative Gewalt des Reichstags aushebelte und es den Nationalsozialisten ermöglichte, die Verfassung faktisch außer Kraft zu setzen.
Wie bewertet der Autor den Mauerbau im Kontext der Demokratieentwicklung?
Der Mauerbau wird als einschneidender Schritt der Abgrenzungspolitik der DDR-Führung gewertet, der die SED-Diktatur zementierte und die Entwicklung einer gesamtdeutschen Demokratie über Jahrzehnte unterbrach.
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- Gunnar Groß (Author), 1999, Deutschlands Weg zur Demokratie seit dem 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102078