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Die Sprachenvielfalt auf La Réunion. Die Bedeutung der kreolischen Sprache für die Inselbewohner

Titel: Die Sprachenvielfalt auf La Réunion. Die Bedeutung der kreolischen Sprache für die Inselbewohner

Essay , 2020 , 5 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Französische Philologie - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieser Essay beschäftigt sich mit der Geschichte, der Bevölkerung, sowie der Sprachenvielfalt des Überseedepartements La Réunion und erläutert die Bedeutung der französischen Kreolsprache für die Inselbewohner.

Auf der Insel, die 1793 den Namen La Réunion erhielt, lebten nun 46.000 Menschen, davon waren 80% Sklaven. Die Verwurzelung des Französischen und der französischen Kreolsprache, die sich bis heute erhalten konnten, war bereits zur Zeit der Napoleonischen Kriege sehr tief. Als die Sklaverei im Jahre 1848 endgültig abgeschafft wurde, ersetzten chinesische und südindische Arbeiter die fehlenden Arbeitskräfte. Frankreich erklärte die Kolonien La Réunion, Guadeloupe, Martinique und Guyana 1946 offiziell zu französischen Überseedepartements.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte und Bevölkerung von La Réunion

3. Entwicklung und Merkmale der Kreolsprachen

4. Sprachenvielfalt und soziolinguistische Situation auf La Réunion

5. Interessenkonflikt zwischen Sprachpolitik und lokaler Identität

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die komplexe Rolle der Sprachenvielfalt auf La Réunion und analysiert das Spannungsfeld zwischen den Bestrebungen der Inselbewohner nach Anerkennung ihrer kreolischen Muttersprache und der rigiden, auf das Französische zentrierten Sprachpolitik Frankreichs.

  • Historische Entwicklung der Insel und Entstehung ihrer multikulturellen Gesellschaft (métissage).
  • Linguistische Genese und soziolinguistischer Status der französischen Kreolsprachen.
  • Analyse der Diglossie-Situation und des Stellenwerts von Kreolisch versus Französisch im Alltag.
  • Konflikt zwischen nationaler französischer Identität und regionaler, kreolisch geprägter Identität.
  • Bildungspolitische Herausforderungen und die Debatte um die Anerkennung als Unterrichtsfach.

Auszug aus dem Buch

Entwicklung und Merkmale der Kreolsprachen

Es ist eine sprachwissenschaftliche Erkenntnis, dass jede Sprache sich weiterentwickelt und von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird. Kreolsprachen bilden allerdings eine Ausnahme. Sie entstanden in Kolonialzeiten, als man Sklaven radikal entwurzelte und aus verschiedenen Teilen Afrikas in die neuen Kolonien verschleppte, so auch auf die Insel La Réunion. Durch das Aufeinandertreffen von Menschen unterschiedlicher Herkunft entwickelte sich eine neue gemeinsame Umgangs-sprache, eine Kreolsprache. Auf den Plantagen der Siedler verständigten sie sich untereinander nicht in ihren eigenen Sprachen, sondern kommunizierten mit vereinfachten Formen der Sprache ihrer französischen Kolonialherren, mit denen nur ein eingeschränkter Kontakt bestand. Der Großteil des Vokabulars stammt von der Kolonialsprache, während die Grammatik rekonstruiert wurde. Da Kreolsprachen auf Kolonialsprachen basieren, entstanden weltweit englische, französische und spanische Varianten (vgl. Cerquiglini 2003: 16f). Bis heute werden Kreolsprachen zum Leidwesen der Sprecher diskriminierend behandelt und als minderwertig angesehen. Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Kreolsprachen als vollwertige Sprachen anerkannt werden, ist allerdings der Übergang von Mündlichkeit zur Verschriftlichung. Einen großen Beitrag im Kampf um die Entwicklung und Anerkennung der kreolischen Sprache und Kultur leistete die Romanistin und Sprachwissenschaftlerin Annegret Bollée durch jahrzehntelange Arbeit an dem achtbändigen Etymologischen Wörterbuch der französischen Kreolsprachen (vgl. Bollée 2000: 4). Auch diese Lexika belegen, dass ein Großteil der kreolischen Begriffe französischen Ursprungs ist (vgl. Chaudenson 1974: 643).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Debatte um die Anerkennung der Kreolsprache auf La Réunion ein und stellt die zentrale Fragestellung des Essays vor.

2. Geschichte und Bevölkerung von La Réunion: Dieses Kapitel zeichnet die historische Besiedlung der Insel nach und beschreibt die Entstehung der multikulturellen Inselbevölkerung durch Zuwanderung und Sklaverei.

3. Entwicklung und Merkmale der Kreolsprachen: Hier wird der sprachwissenschaftliche Entstehungsprozess von Kreolsprachen im kolonialen Kontext erläutert und die Bedeutung der Verschriftlichung für deren Anerkennung hervorgehoben.

4. Sprachenvielfalt und soziolinguistische Situation auf La Réunion: Dieses Kapitel analysiert das Nebeneinander von Französisch als Amtssprache und Kreolisch als Muttersprache sowie die damit verbundene Diglossie-Problematik.

5. Interessenkonflikt zwischen Sprachpolitik und lokaler Identität: Hier wird der Konflikt zwischen der französischen Sprachzentralisierung und den Forderungen der Réunionesen nach kultureller und sprachlicher Identität beleuchtet, inklusive der jüngsten politischen Stellungnahmen.

Schlüsselwörter

La Réunion, Kreolsprache, Französische Sprachpolitik, Diglossie, Identität, Kolonialgeschichte, Sprachenvielfalt, Multikulturalismus, Bildungspolitik, Sprachwissenschaft, Réunionesen, Métissage, Minderheitensprachen, Soziolinguistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Essay primär?

Der Essay thematisiert die Rolle der Sprachenvielfalt auf La Réunion und hinterfragt, wie sich der Wunsch der Bevölkerung nach Anerkennung ihrer kreolischen Sprache mit der französischen Sprachpolitik vereinbaren lässt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit deckt die historische Besiedlungsgeschichte, die soziolinguistische Genese der Kreolsprache, die aktuelle gesellschaftliche Sprachsituation sowie die politischen Spannungsfelder zwischen der französischen Metropole und dem Überseedepartement ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Spannungsverhältnis zwischen dem kulturellen Identitätsanspruch der Inselbewohner und dem offiziellen Status der französischen Sprache als einheitliches Staatsinstrument zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Perspektive wird eingenommen?

Es wird eine soziolinguistische und historisch-politische Perspektive eingenommen, die sowohl die strukturelle Entwicklung der Sprache als auch den politischen Diskurs betrachtet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Insel, die linguistische Definition von Kreolsprachen, die Analyse der Diglossie auf La Réunion und die aktuelle bildungspolitische Kontroverse.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wesentlichen Begriffe sind La Réunion, Kreolsprache, Identität, Diglossie, Sprachpolitik, Kolonialgeschichte und Mehrsprachigkeit.

Welche Rolle spielt die "Diglossie" für die Bewohner von La Réunion?

Die Diglossie beschreibt das tägliche Spannungsfeld, in dem Kreolisch als Sprache der Emotionen und des Zuhauses fungiert, während Französisch als formelle Sprache für Bildung und Verwaltung zwingend notwendig ist.

Wie bewerten die Inselbewohner den aktuellen Stand ihrer Sprache?

Für die Mehrheit der Réunionesen ist die Kreolsprache ein wesentliches Merkmal ihrer kulturellen Identität und sozialen Solidarität, deren Anerkennung im öffentlichen Leben und in der Schule seit Jahrzehnten aktiv gefordert wird.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Sprachenvielfalt auf La Réunion. Die Bedeutung der kreolischen Sprache für die Inselbewohner
Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
5
Katalognummer
V1020790
ISBN (eBook)
9783346417008
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sprachenvielfalt réunion bedeutung sprache inselbewohner
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Die Sprachenvielfalt auf La Réunion. Die Bedeutung der kreolischen Sprache für die Inselbewohner, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1020790
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Leseprobe aus  5  Seiten
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