Jalta und Teheran

Inwiefern wurden schon 1943 und 1945 (Konferenz von Teheran und Jalta) wichtige Entscheidungen für die Nachkriegsentwicklung getroffen?


Referat / Aufsatz (Schule), 1999
4 Seiten, Note: 2

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Gliederung:

1. Die Konferenz von Teheran

2. Die Konferenz von Jalta
2.1 Vorbereitungen auf das Zusammentreffen
2.2 Notwendige militärische Operationen
2.3 Die Behandlung Deutschlands nach seiner Niederlage
2.4 Die Beteiligung Frankreichs an der Nachkriegsordnung
2.5 Pläne zur Teilung Deutschlands

3. Gründung der UNO

4. Die polnische Frage

1. Die Konferenz von Teheran (28. November bis 1. Dezember 1943)

Die Konferenz von Teheran war das erste Zusammentreffen der Staatschefs der USA (Franklin D. Roosevelt), von Groß Britannien (Winston Churchill) und der UdSSR (Jossif W. Stalin) während des zweiten Weltkrieges im Rahmen der Antihitlerkoalition. Sie besprachen den Ablauf der militärischen Vorgehensweise gegen Deutschland.

Die Alliierten hatten die Absicht, eine zweite Front in der Normandie (Nordfrankreich) und in Südfrankreich zu errichten. Außerdem wollte die russische Armee gleichzeitig eine Offensive im Osten starten.

Stalin stellte den Kriegseintritt der Sowjetunion gegen Japan nach dem Sieg in Europa in Aussicht. Man einigte sich auch schon auf eine Aufteilung Deutschlands und auf eine Westverschiebung Polens. Die Gespräche waren noch relativ unverbindlich, aber alle Teilnehmer waren mit einer Zusammenarbeit einverstanden.

In einer „Dreimächteerklärung“ wurden wichtige Grundsätze für die Zusammenarbeit nach dem Krieg festgelegt.

2. Die Konferenz von Jalta (4. - 11. Februar 1945)

2.1 Vorbereitungen auf das Zusammentreffen

Bei der Konferenz von Jalta (auch Krim- Konferenz genannt) waren folgende Vertreter anwesend:

Präsident F.D. Roosevelt (USA), Premierminister W. Churchill (Groß Britannien) und Staatsoberhaupt J.W. Stalin.

Am 19. Juli 1944 bekam Stalin eine Nachricht aus der USA mit einem Vorschlag eines Zusammentreffens vom 10. - 15. September 1944. Stalin war einverstanden, betonte aber, da er die Pflicht zur Leitung seiner Streitkräfte hätte, wäre es ihm nicht gestattet, das Land zu verlassen. Er schlug Oktober 1944 als Zeitpunkt vor. Daraufhin verwies Roosevelt auf die anstehende Präsidentenwahl (evtl. neuer Präsident?), Anfang 1945. Vor der Zusammenkunft der drei Alliierten wollte Churchill sich noch einmal mit dem Präsidenten der USA treffen, um die Positionen ihrer beiden Länder festzulegen. Diese Festlegung wollten sie dann Stalin aufzwingen. Roosevelt befürchtete aber, die UdSSR könne einen Komplott der USA und Groß Britannien sehen. Die USA und Groß Britannien waren ernsthaft an der Fortsetzung der militärischen Zusammenarbeit mit der UdSSR interessiert, weil das faschistische Deutschland noch über gewaltige Macht verfügte.

2.2 Notwendige militärische Operationen

Die wichtigste Frage der Konferenz war, wie die militärischen Operationen der alliierten Streitkräfte an der Front zu koordinieren wären. Als erstes hielt der erste Stellvertreter des Generalstabschefs der Roten Armee (A.I: Antonow) einen Vortrag über die Vorgehensweise der sowjetischen Truppen und machte darauf aufmerksam, dass der Gegner schon 300000 Tote sowie 100000 Gefangene verloren hatte.

Die drei Mächte stellten fest, dass ihre militärische Vorgehensweise nur unzureichend abgestimmt war. Es wurden auch sofort Maßnahmen zur Verbesserung vorgeschlagen.

Diese sollten dann in Moskau zwischen der Roten Armee, der amerikanischen und der britischen Militärmission genauer ausgearbeitet werden. Zitat: „Wir haben die militärischen Pläne der drei Alliierten Mächte für die endgültige Niederwerfung des gemeinsamen Feindes erwogen und festgesetzt. Zeitliche Folge, Umfang und Koordinierung von. führenden Schlägen sind in vollem Einvernehmen beschlossen und in allen Einzelheiten geplant worden.

2.3 Der Umgang mit Deutschland nach seiner Niederlage

Die Alliierten gingen davon aus, dass Deutschland bald kriegsunfähig sein und kapitulieren würde. Nun überlegten sie, was danach mit Deutschland geschehen sollte. Es wurde sogar vorgeschlagen, Deutschland so wiederherzustellen, wie es vor dem Krieg war, jedoch ohne die Naziherrschaft.

Mit diesem Problem setzte sich schon im Juli 1944 die „Europäische beratende Kommis- sion“ in London auseinander. Sie beriet u.a. über die Besatzungszonen in Deutschland, die Verwaltung Groß- Berlins und über das Abkommen des Kontrollmechanismus' gegenü- ber dem besiegten Land. Diese Pläne wurden mit einigen Ergänzungen auf der Jalta- Kon- ferenz angenommen.

Man konnte diese Ziele aber nur realisieren, wenn dafür gesorgt würde, dass: Zitat:

„Deutschland nie wieder imstande ist den Weltfrieden zu stören.“ Dieses sollte durch die Entwaffnung und Auflösung aller deutschen Streitkräfte sowie die Beseitigung des faschistischen Einflusses auf das öffentliche Leben gelingen.

2.4 Die Beteiligung Frankreichs an der Nachkriegsordnung

Als die Bitte Frankreichs (eine Besatzungszone übernehmen und sich gleichberechtigt am gemeinsamen Kontrollmechanismus beteiligen zu dürfen) vorgetragen wurde, zögerte man zunächst, weil das Land 1940 vor Deutschland kapituliert hatte.

Aber man sah nun nicht mehr in die Vergangenheit sondern, die Rolle Frankreichs in der Zukunft. Es sollte mithelfen, eine neue Aggression des deutschen Imperialismus und Militarismus‘ zu verhüten.

2.5 Die Pläne zur Teilung Deutschlands

Um ein neues starkes Deutschland in Zukunft zu verhindern, einigte man sich auf eine Teilung Deutschlands. Die oberste Regierungsgewalt sollten die USA, Groß- Britannien und der UdSSR zustehen. Über das genaue Verfahren der Teilung sollte wiederum eine Kommission beraten. Geplant war, dass die Sowjetunion Teile im Osten Deutschlands bekommen sollte und die USA und Groß Britannien im Westen.

2.6 Reparationen

Auf der Konferenz von Jalta wurde festgelegt, dass Deutschland seine Reparationen (Wiedergutmachung) diesmal nicht in Form von Geld sondern in Sachleistungen (z. B. Industriebetriebe) abzugeben hätte. Stalin verwies auf die große Zerstörung seines Landes durch die faschistischen Soldaten. Er wollte, dass sich die Gesamtsumme der Reparationszahlungen auf einen Wert vo n 20 Milliarden $ belaufen sollte. Er forderte die Hälfte davon für den Wiederaufbau seines Landes. Dafür bekam er auch die Zustimmung seiner Verhandlungspartner.

3. Gründung der Organisation der Vereinten Nationen (UNO)

Für die Aufrechterhaltung des Friedens und der Sicherheit in Europa wurde beschlossen, eine internationale Organisation zu gründen. Die Sowjetunion, als sozialistisches Land, befürchtete die Nichtgleichberechtigung gegenüber den kapitalistischen Staaten in der UNO.

Es wurde aber festgelegt, dass alle Mitglieder gleichberechtigt sind, auch wenn die USA versuchte, eine dominierende Stellung einzunehmen.

4. Die polnische Frage

Die Alliierten berieten auch über die Zukunft Polens. Sie einigten sich auf eine

„Westverschiebung“ Polens. Das bedeutete, dass die neue westliche Grenze Polens an der Oder/ Neiße und die östliche Grenze bei der sogenannten „Curzon- Linie“ liegen würde. Es wurde überlegt, ob ein neues, freies Polen entstehen sollte. Stalin war jedoch gegen eine Entscheidung, ohne einen Vertreter Polens.

Schlussbemerkung:

Mit den Konferenzen von Teheran, Jalta und abschließend der Potsdamer Konferenz wurde die Basis für den Umgang mit Deutschland gelegt. Dabei stand als höchstes Ziel die zukünf- tige Wahrung des Weltfriedens. Ausgehend von den geschichtlichen Erfahrungen des Jahr- hunderts sollte es Deutschland unmöglich gemacht werden, militärisch wieder eine Bedroh- ung für andere Völker zu werden. Durch die Gründung der UNO sollte eine Völkerversamm- lung geschaffen werden, die über Möglichkeiten zum friedvollen Umgang der Völker unter- einander nachdenkt und kriegerische Konflikte unterbindet bzw. verhindert. Der Krieg sollte unter den Völkern nicht mehr die Weiterführung der Politik, nur mit anderen Mitteln, sein.

Quellenverzeichnis

Jalta- Potsdam: Basis der europäischen Nachkriegsordnung

Sipols/ Tschelyschew/ Belezki, Staatsverlag der DDR, Berlin 1985

Meyers Universallexikon, Bd. 4

VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1982

CD- rom Encarta, 1998

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Details

Titel
Jalta und Teheran
Untertitel
Inwiefern wurden schon 1943 und 1945 (Konferenz von Teheran und Jalta) wichtige Entscheidungen für die Nachkriegsentwicklung getroffen?
Note
2
Autor
Jahr
1999
Seiten
4
Katalognummer
V102080
Dateigröße
332 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jalta, Teheran
Arbeit zitieren
Anja Hladiuk (Autor), 1999, Jalta und Teheran, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102080

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