Menschlicher Fortschritt??? "Technischer Fortschritt bedeutet nicht immer menschlicher Fortschritt"


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

5 Seiten


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Gliederung

A. Definition des Begriffes "Technischer Fortschritt", Begründung der Auswahl "Gentechnologie und Atomtechnologie", Aktualität des Themas, Hinführung zu den Argumenten

B.

(1) Folgen und Entwicklungstendenzen
- Gentechnologie
1. genetisch veränderte Lebensmittel und Risiken in der Landwirtschaft
a) Gefährdung des ökologischen Gleichgewichtes
b) erhöhtes Allergierisiko
c) Gentechnikgesetz
2. Missbrauch des Wissens
a) Biologische Waffen
b) Verwendung von geklonten Menschen als "Ersatzteillager"
c) Beurteilung des genetischen Materials
- Atomtechnologie
1. Risiken, Folgen und Geschichte
a) Atomkraftwerke und die Risiken
b) Strahlenwirkung auf den Menschen
c) † Die Atombombe †
(2) Grenzen des technischen Fortschrittes

C. Zusammenfassung, eigene Meinung

Ausführung:

In dem heutigen Zeitalter des technischen Fortschrittes, welcher durch die ständig auftretenden neuen Erfindungen und Forschungsergebnisse gekennzeichnet ist, werden immer häufiger Stimmen laut, ob diese Erfindungen und neuen Technologien auch immer dem Wohl der Menschheit dienen. Zu diesen Grenzfällen, welche sowohl positive als auch negative Seiten, aber auch Risiken für die Menschheit beinhalten, zählen auch die Gentechnologie und die Atomtechnologie. Die Gentechnologie ist ein noch nicht ganz entdecktes Gebiet für die Wissenschaftler. Allerdings wird von vielen Betrachtern, diese als eine potentielle Gefahr für die gesamte Menschheit gesehen. Anders ist dies bei der Atomtechnologie, bei dieser hat die Menschheit die grausamen Gefahren wie Tschernobyl, Hiroschima, usw. miterlebt und herausgefunden, dass dieser technische Fortschritt kein menschlicher war. Um die weiter Problematik, welche die These "Technischer Fortschritt bedeutet nicht immer menschlicher Fortschritt" aufruft, zu behandeln, wird anhand dieser beiden Beispiele die These bestärkt. Erst einmal möchte ich auf das aktuelle Thema "Gentechnologie" eingehen und aufzeigen welche Risiken es in der Zukunft mit sich bringt.

Einige Verbraucherberater warnen vor Risiken, die die Konsumenten von gentechnisch veränderten Nahrungsmittel beim Verzehr eingehen, da die Lebensmittel aus manipulierten Nutzpflanzen und Nutztieren hergestellt werden. Durch Gentransfer, die Übertragung von Genen von einer Spezies auf eine andere, werden Organismen so verändert, dass sie gewünschte Eigenschaften aufweisen. Beispielsweise wurden auf diese Art und Weise Tomaten, von Wissenschaftlern und Biologen, produziert, deren Oberfläche so fest ist, dass Verluste durch Transportschäden geringer bleiben. Allerdings ist das Erzeugen veränderter Nahrungs- und Lebensmittel sehr umstritten, da die Befürchtung besteht, dass Freilandversuche mit genmanipulierten Pflanzen und Tieren zu unüberschaubaren Folgen für das ökologische Gleichgewicht führen könnte. Viele Tierarten, die von kommerziellem Interesse sind, werden bereits genmanipuliert, um sie noch besser wirtschaftlich nutzen zu können. Diese Tiere sind für die Haltung in Gefangenschaft bestimmt - gelegentliche "Ausreißer" sind aber unvermeidlich. Kreuzen sich diese Tiere mit wildlebenden Verwandten, so werden die manipulierten Gene weitergegeben, was fatale Folgen auf diese Spezies und damit auf das gesamte Ökosystem haben kann. Außerdem ist es unmöglich, einmal auf diesem Wege freigesetzte Gene im Falle eines Fehlers wieder zurückzuholen.

Auch die natürliche Nahrungskette wird durch manche Genveränderungen auf den Kopf gestellt: Züchtet man mit Hilfe der Gentechnologie z.B. die kommerziell so interessanten "Riesenexemplare" (wie das z.B. bei Lachsen bereits getan wird - die neuen Exemplare sind bis zu 15 mal (!) größer), so werden Gejagte zu Jägern und wieder ist ein Ökosystem in Gefahr. Darüber hinaus sind die genmanipulierten Riesenexemplare meist extrem krankheitsanfällig (was auf genetische Entwicklungsfehler zurückzuführen ist), und so können wiederum minderwertige Gene in den natürlichen Genpool gelangen.

Selbst die Artenvielfalt ist in Gefahr: so kann z.B. der zwecks Virusresistenz genmanipulierte Kürbis diese Resistenz an wilde Verwandte weitergeben, die dann dank der neuen Eigenschaften andere, nicht virusresistente Arten verdrängen können. Die so verdrängte Pflanzenart wird wiederum Lebensgrundlage anderer Organismen sein, die dann ebenfalls gefährdet sind - so kann eine geringfügige Genmanipulation einen wahren Dominoeffekt auslösen, mit dem natürlich niemand gerechnet hat. Eine Zerstörung der Artenvielfalt kann darüber hinaus auch wirtschaftlichen Schaden anrichten: So gibt es z.B. für die meisten Nutzpflanzen (wie Kartoffeln, Mais, etc.) noch Gebiete mit wildwachsenden Verwandten, auf die im Falle von Epidemien oder Schädlingsbefall zwecks natürlicher Genauffrischung zurückgegriffen wird. Leidet nun die Artenvielfalt dieser Wildpflanzen, so gerät auch dieser "Reservepool" in Gefahr und die Landwirtschaft der Zukunft wird dann noch stärker von der Gentechnologie abhängig - und es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass Gentechniker mit der unendlichen Kreativität der Natur mithalten werden können. Auf Grund der äußerst geringen Größe des Erbguts ist ein Eingriff nur mit chemischen Substanzen möglich. Gegner der Gentechnologie geben an , dass es möglich sei, dass Rückstände und Belastungen dieser chemischen Mittel in der Nahrung zurückbleiben und für den Konsumenten gesundheitliche Schäden zur Folge haben könnten. Es ist zwar noch keinem Wissenschaftler gelungen einen solchen Rückstand nachzuweisen und zu bestätigen, jedoch können auch die Anhänger und Befürworter der Gentechnologie ein solches Risiko nicht hundertprozentig ausschließen.

Ein weiterer Gefahr, die durch genetisch veränderbare Lebensmittel auftritt, stellt das erhöhte Allergierisiko da. Beispielsweise berichtete das ARD-Magazine "Brisant" von einer Frau, die gegen Nüsse allergisch ist und nun keine Sojabohnen mehr verträgt, deren Gene verändert worden waren. Die Begründung für diese allergische Reaktion liegt in der Tatsache, dass Genabschnitte von Nüssen bei den Sojabohnen eingebaut wurden, um deren Eigenschaften widerstandsfähiger und kräftiger zu machen. Das Gentechnikgesetz ist für viele Gegner der Gentechnik ein weiterer Dorn im Auge. Dieses Gesetz regelt die rechtlichen Grundlagen zur Durchführung genetischer Arbeiten sowie von Freilandversuchen. In der Europäischen Union müssen gentechnisch veränderte Lebensmittel nach der so genannten "Novel-Food- Verordnung" vom November 1996 künftig gekennzeichnet werden, allerdings nur wenn die Genmanipulation wissenschaftlich nachweisbar ist. Ende 1996 kamen in der EU erstmals gentechnisch veränderte Sojabohnen auf den Wirtschaftsmarkt. Diese Bohnen stammten von Pflanzen, denen ein Gen von einem Bodenbakterium eingebaut wurde, das sie gegen ein bestimmtes Herbizid unempfindlich macht. Das Mehl und damit hergestelltes Gebäck, das aus diesen Sojabohnen produziert wird, wäre damit kennzeichnugspflichtig. Nicht kennzeichnugspflichtig wäre jedoch Sojaöl, da sich dieses chemisch nicht von herkömmlichem Öl unterscheiden läßt, weil Genmaterial und veränderte Proteine, der Sojabohne, entfernt wurden. Das heißt Gegner, die Angst um ihre Gesundheit haben, können genmanipulierten Lebensmittel nicht aus dem Weg gehen.

Ein äußerst wichtiger Punkt gegen Gentechnologie ist der mögliche Missbrauch des Wissens, das die Wissenschaft durch die Entschlüsselung der DNA brachte.

Noch nie war es so leicht wie heute, eine biologische Waffe zu bauen. Biotechnisches Wissen ist mittlerweile weltweit verfügbar, mit Hilfe der Gentechnik lassen sich noch tödlichere Erreger basteln. Doch die internationale Staatengemeinschaft scheitert daran, Kontrollmechanismen für die B-Waffen Konvention auszuarbeiten. In Deutschland steht jetzt eine Debatte um die Grenzen der Defensivforschung an. Ende der sechziger Jahre steckte die Biotechnik noch in den Kinderschuhen. Nur wenige Länder verfügten über die notwendigen Fachkenntnisse, große Mengen pathogener Bakterien oder Viren unter kontrollierten Bedingungen zu produzieren. Diese technischen Probleme ebneten den Weg zu einem weltweiten Verbot biologischer Waffen, der in der Biowaffen-Konvention von 1972 festgeschrieben ist. In den letzten zwanzig Jahren hat sich das Bild durch die Revolution in der Biotechnologie jedoch grundlegend gewandelt. Heute gehört es weltweit zur Grundausbildung in der Biologie, Mikroorganismen zu kultivieren und zu manipulieren. In fast jedem Land der Erde existieren Forschungs- und Produktionsanlagen, die für die Herstellung von B-Waffen nutzbar gemacht werden könnten. B-Waffen gelten als die "Atombomben des kleinen Mannes" - eine technisch mittlerweile relativ einfach herzustellende Massenvernichtungswaffe. Und die Gentechnik bietet ein unerschöpfliches Arsenal, biologische Waffen noch effektiver zu machen.

Tödliche Viren und Bakterien, die Impfungen überwinden, Antibiotika überleben, obskure Krankheitssymptome auslösen und nicht von Nachweissystemen erfaßt werden - was nach billigstem Science Fiction klingt, ist tatsächlich schon Realität. Mit Hilfe der Gentechnik werden bereits Erreger entwickelt, die sehr viel effektivere B-Waffen abgeben als die natürlichen Mikroben. Hier einige Beispiele, die in wissenschaftlichen Fachjournalen veröffentlicht wurden: · Bakterien verursachen unübliche Krankheitssymptome: Russische Forscher haben ein Gen für das "Glückshormon" Endorphin in den Erreger der Hasenpest eingeschleust. Infizierte Personen würden nicht die üblichen Symptome der Hasenpest zeigen, sondern durch das Endorphin zusätzlich noch starke Verhaltensänderungen. Ehe die eigentliche Krankheitsursache erkannt ist, käme jede Hilfe zu spät.

Harmlose Bakterien mit tödlichen Genen: Schon 1986 hat ein US-Team den lethalen Faktor der tödlichen Anthrax- Bakterien auf harmlose Darmbakterien übertragen. Die Forscher stellten fest, dass die Darmbakterien daraufhin einen Stoff produzierten, der den gleichen tödlichen Effekt verursacht wie das natürliche Anthrax.

Unsichtbares Anthrax: Die Veröffentlichung einer russischen Forschungsarbeit hat 1997 für viel Wirbel gesorgt: Durch eine Genübertragung wurden Anthrax-Bakterien so verändert, dass sie ein verändertes "Gesicht" bekamen. Weder Impfungen noch Nachweisverfahren sprangen auf die veränderten Bakterien an. Brisanterweise haben die russischen Forscher gleichzeitig eine spezifischen Impfstoff für die "unsichtbare" Variante mit entwickelt - eine optimale Kombination für den offensiven Einsatz. Antibiotika-Resistenz: In der Gentechnik werden als Hilfsmittel häufig Gene eingesetzt, die eine Resistenz gegen Antibiotika verleihen. Diese Technik bekommt eine besondere Brisanz, wenn sie auf tödliche Krankheitserreger angewendet wird, die dann nicht mehr mit den Antibiotika behandelt werden können. Aus verschiedenen Ländern sind Arbeiten bekannt, bei denen Antibiotikaresistenzen auf Anthrax oder Hasenpest übertragen wurden, den beiden wichtigsten Erregern aus dem Arsenal der B-Waffen-Konstrukteure.

Auch die Bundeswehr arbeitet im Rahmen der B-Waffen Defensivforschung mit Antibiotika-Resistenzen. An der Sanitätsakademie in München wird mit Hasenpest-Erregern gearbeitet, die gentechnisch gegen Tetracycline immun gemacht wurden. Sicherlich steht dahinter kein Interesse der Bundeswehr an offensiven B-Waffen. Die Antibiotika-Resistenz wurde nur aus technischen Gründen auf die Erreger übertragen. Unabhängig von den zugrundeliegenden Motiven bleibt trotzdem als Fakt bestehen, das mit dieser Genübertragung das Bakterium schlechter behandelbar und damit "waffentauglicher" gemacht wurde.

Eine bislang wohl nur theoretische mögliche Anwendung der Gentechnik verleiht Biowaffen eine gänzlich neue Qualität: Selektive Biowaffen werden denkbar, die gegen bestimmte Populationen wirken, andere hingegen unbehelligt lassen. Gerüchteweise gab es bereits Versuche in Israel und dem früheren Regime in Südafrika, ethnisch selektive Waffen zu entwickeln. Es ist jedoch nach wie vor umstritten, ob solche Ethno-Bomben technisch überhaupt möglich sind. Durch die Entschlüsselung des menschlichen Genoms bieten sich zunehmend mehr Ansatzpunkte für ethnische Waffen. Ob sie realisierbar werden, kann nur auf der Basis künftiger Untersuchungen entschieden werden. Festzuhalten bleibt, dass verschiedene Entwicklungen der Gentechnik direkt für die Entwicklung selektiver Waffen nutzbar gemacht werden könnten. So wird im Rahmen des "Human Genome Diversity Project" gezielt nach genetischen Unterschieden zwischen indigenen Völkern gefahndet.

Ebenso wird befürchtet wird, dass der Nutzen der Gentechnologie für die Medizin als Vorwand verwendet wird, um Menschen zu klonen und als "Ersatzteillager" für den echten Menschen zu verwenden und auszubeuten. Ein Konflikt mit dem Gesetz wäre vorprogrammiert, da auch ein geklonter Mensch, die Rechte, die den anderen Menschen zustehen, beanspruchen darf. Diese Horrorvorstellung malen sich insbesondere die Menschen aus, die einen großen Einfluss der Wirtschaft und einzelner reicher und populären Personen in der Gentechnologie befürchten. Ärzte könnten dann für bestimmte Patienten Ersatz für erkrankte Organe oder Gliedmaßen nachzüchten wie es heute nur bei der Haut möglich ist. So erhalten bereits heute schwere Brandopfer "künstliche", also im Reagenzglas nachgewachsene, Haut, so wäre es denkbar, dass auch andere Organe dupliziert werden. Die Vorstellung, dass ganze Menschen geklont werden, um diese dann auf erkrankte Personen aufzuteilen (Ersatzlager), löst heftige Kontroversen in der Öffentlichkeit aus, weil viele Bürger in der Vorgehensweise einen Verstoß gegen die Menschenrechte sehen.

Des weiteren führt jede Anwendung des Klonens automatisch zu einer Beurteilung des genetischen Materials. Menschen könnten aufgrund ihrer genetischen Ausstattung wie im Dritten Reich als minderwertig angesehen werden, obwohl es unumstritten ist, dass die Erziehung einen ebenso wesentlichen Anteil am Charakter eines Menschen hat. Bei Tieren ist es übrigens schon möglich: 32 identische Zuchtbullen könnten von weniger "wertvollen" Tieren ausgetragen werden. Aus China kennt man die Praktiken hinsichtlich der Kinder: Dort darf man vom Staat aus nur ein Kind bekommen, und das sollte nach dem Willen vieler chinesischer Eltern möglichst ein Stammhalter und keine Frau, die in eine andere Familie hineinheiratet, sein. In den ärmeren Familien Chinas ist es häufig so, dass Mädchen kurz nach ihrer Geburt getötet werden. Die Kliniken bieten Familien mit mittlerem Einkommen die Möglichkeit des Ultraschalls an, so dass ein unerwünschtes Mädchen durch eine Abortion verhindert werden kann. Eine geschlechtsspezifische Selektion wäre bloß eine subtilere Form von diesem Vorgang.

Die ganze Breite der Möglichkeiten, die die Gentechnologie aufweist steckt allerdings noch in den Kinderschuhen und ist in vollem Ausmaß noch nicht abzusehen. Doch viele, scheinbar phantastische Vorstellungen wirken in Anbetracht dessen, was heute bereits alles auf diesem Gebiet der Wissenschaft möglich ist, als gar nicht so weit hergeholt. Betrachtet man zum Beispiel die immer perfekter werdenden Methoden des Klonens, die in einigen Jahren bereits das Klonen von Menschen möglich machen. Allein aus dieser Idee heraus entspringen die kühnsten Vorstellungen und Phantasien bei den Wissenschaftler und Biologen. Denkbar wäre zum Beispiel der menschliche Klon als eingefrorenes Ersatzteillager, welches, je nach Bedarf, Organe liefert und so mit sein Original rettet. Oder vielleicht das einfrieren nach dem Tod, um sich dann in naher Zukunft durch Klonierung wieder beleben zu lassen. Durch diese Methode wäre der Mensch unsterblich (natürlich nach dem entsprechenden Wohlstand der Person). Doch solche Visionen der Wiederbelebung durch die Gentechnik ist eine der am wenigsten weit hergeholten Phantasien, denn bereits heute lassen sich Menschen in den USA einfrieren in der Hoffnung, man würde sie in der Zukunft zu neuem Leben erwecken.

Eine weitere Möglichkeit wären vielleicht Babys nach Wunsch - also Babys, die man sich nach Lust und Laune per Katalog oder Vorlage zusammenstellen lassen kann: Augenfarbe, Haarfarbe, Größe, Charakterzüge, Hobbys usw. . Laut Wissenschaftlern alles Eigenschaften und Merkmale, die genetisch bedingt sind. Auch wenn diese Vorstellung auch noch so absurd und vielleicht auch grotesk sind, so gibt es trotzdem Menschen auf dieser unseren Welt, die kaum auf diese neuen Technologien warten können, um ihre Wünsche und Träume nach einem perfekten Baby und dem ewigen Leben verwirklichen können.

Eine weitere Technologie, deren Möglichkeiten und Gefahren wir im Gegensatz zur Gentechnologie bereits genau kennen, ist die Atomare. Spätestens nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl müsste allen klar sein, welches Gefahrenpotential die Atomtechnologie mit sich bringt, und dass diese keine ist, die dem menschlichen Fortschritt dient. Denn ein Grundprinzip wirklich moderner Technologien ist es, dass sie fehlertolerant sein müssen. Diese Voraussetzung erfüllt die Atomtechnik nicht.

Im Laufe der Zeit werden Atomreaktoren, wie alle technischen Anlagen, abgenutzt. Durch den permanenten Neutronenbeschuss verspröden die Reaktorbehälter, was im schlimmsten Fall zum Bersten selbiger führen kann. Immer wieder gibt es kleinere Störfälle in Atomreaktoren. 1999 belief sich die Zahl der gemeldeten Fälle in der BRD auf ca. 900. Dies zeigt, der Betrieb ist nicht risikofrei und könnte irgendwann gefährlich werden. Zum anderen führt der tägliche Betrieb zur ungewollten Produktion von hoch gefährlichem Atommüll. Allein in La Hague (Wiederaufbereitungsanlage in Frankreich) lagern noch rund 8500 Tonnen Atommüll, vor allem aus Deutschland. In der Bundesrepublik wächst der Atommüll- Berg jährlich um 450 - 500 Tonnen verbrauchter Brennelemente an. Bei der Wiederaufbereitungsanlage (WAA) fallen neben den Rohstoffen Plutonium und Uran weiter große Mengen zusätzlicher radioaktiver Abfälle an. Ebenfalls lagern in der WAA rund 30 Tonnen des Bombenrohstoff Plutonium aus deutschen Brennelementen. Dieses erhöht die Gefahr mutmaßlicher Terroranschläge bei der Entlagerung. Leider leben wir in einer Welt, wo bewaffnete Konflikte an der Tagesordnung sind. Findet ein solcher Konflikt in der Nähe der industrialisierten Welt statt (z.B. in Großbritannien, Nord Irland, der Türkei oder in Ländern der ehemaligen Sowjetunion), bedeutet dies eine große Gefahr für ganz Europa oder die ganze Welt, da während solcher Konflikte immer wieder Atomkraftwerke angegriffen werden. Es gibt Tausende von Menschen auf der Welt, die über das notwendige technische "Know-how" der Atomtechnologie verfügen und in der Lage sind solche schweren Anschläge erfolgreich durchzuführen, da die Sicherheitssysteme der Atomanlagen nicht dafür ausgelegt sind, Angriffe dieser Art unbeschädigt zu überstehen. Eine weitere Gefahr bei der Atomkraftwerke schwer beschädigt werden können sind Erdbeben. Ein Erdbeben kann einen Atomreaktor so beschädigen, dass es zu einer Atomexplosion kommen könnte. Viele Kernkraftwerk der Welt (besonders viele in Japan, Südkorea, China, Taiwan und anderen südostasiatischen Staaten) befinden sich in "Hoch-Erdbebenrisikogeländen" und sind eine konstante Gefahr für die Weltsicherheit.

Alle Lebewesen sind seit Anbeginn einer ionisierenden Strahlung ausgesetzt. Diese Einwirkung wird sowohl durch Bestrahlung von außen als auch durch die in den Lebewesen selbst vorhandenen Radionuklide hervorgerufen. Zu den Strahlenwirkungen denen wir ausgesetzt sind (kosmische und terrestrische Strahlung, Eigenstrahlung des Körpers) zählt die radioaktive Strahlung. Die radioaktiven Stoffe können auf verschiedenem Wege in unseren Körper gelangen. Zum einen durch das Einatmen von radioaktiven Gasen und luftgetragenen Teilchen und zum andern durch Aufnahme löslicher Verbindungen über Wasser und Nahrung. Der Verbleib oder die Ausscheidung dieser Stoffe hängt unter anderem davon ab, auf welchem Weg sie aufgenommen wurden. Die Wirkung von Radioaktivität auf den menschlichen Körper ergibt sich aus der den physikalischen und chemischen Veränderungen, die bei den betroffenen Atomen und Molekülen durch die Strahlung entstehen. Im Einzelnen ist es meist nicht möglich, das Ausmaß der Folgen vorherzusagen oder zu berechnen. Die Bandbreite geht von kurzzeitigen Beeinträchtigungen bestimmter Zellfunktionen, bis hin zur dauerhaften Beschädigung von Zellteilen. Für den Organismus bedeuten vorübergehende Funktionseinschränkungen keine ernsthafte Gefahr. Wird der Organismus jedoch für kurze Zeit einer hohen Strahlendosis ausgesetzt, kommt es zu sogenannten akuten Strahlenschäden, die sogar im Extremfall zum Tode führen können. Darüber hinaus ist bei allen Überlebenden mit Spätschaden zu rechnen.

Neben diesen Folgen brachte die Atomtechnologie das schrecklichste Objekt mit sich, das je von Menschenhand geschaffen wurde, die Atombombe. Sie ist die stärkste und schrecklichste Waffe die auf der Erde existiert. 1939 entdeckten Wissenschaftler, dass man viel Energie erzeugen kann, wenn man bestimmte Stoffe, welche in der Natur vorkommen spaltet. Kernspaltung heißt das Fachwort für diesen komplizierten Vorgang. Die Wissenschaftler verwenden dazu die Metalle Plutonium und Uran, das man in Gestein findet. Diese beiden Stoffe sind radioaktiv.

Im zweiten Weltkrieg fand man heraus, dass man mit Hilfe der Kernspaltung den Krieg auf einen Schlag gewinnen könnte, wenn man eine Bombe bauen kann, die nach diesem Prinzip funktioniert. Dies war damals noch eine ganz neue Aufgabe für die Physiker und Ingenieure. Von da an gab es zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten einen Konkurrenzkampf um die Erfindung dieser neuen Waffe. Denn es war klar, dass die Nation, die zuerst eine Atombombe baut und einsetzen kann, den zweiten Weltkrieg erfolgreich beenden wird. Im Sommer 1945 waren die Amerikaner die ersten die eine Atombombe fertiggestellt hatten und diese testeten. Doch es blieb nicht bei Tests. Da die Deutschen zu dieser Zeit schon besiegt waren, warfen im August 45 amerikanische Soldaten die neue Bombe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki, um Japan zur Kapitulation zu zwingen. Vierhunderttausend Menschen starben bei den Abwürfen, ganze Stadtteile schmolzen durch die Hitze, die die Bombe auslöste, zu einer einzigen undefinierbaren Masse zusammen. Durch die radioaktive Strahlung starben in den folgenden Jahren noch mal Tausende an Krebs und ähnlichen Krankheiten. Die Überlebenden leiden noch heute unter den Verletzungen.

Die Entwicklung der Atombombe hat die Welt verändert. Noch nie gab es eine solch schreckliche Waffe, die ihren Besitzern so viel Macht über andere Staaten verlieh. Wer Atombomben hat braucht keinen Krieg mehr zu führen - es reicht, wenn er damit droht, seine Waffen einzusetzen.

Nach dem zweiten Weltkrieg kam es zu einem regelrechten Wettrüsten. Viele Länder wollten die Bombe haben. Heute gehören die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China und Indien zu den Atommächten. Auf der ganzen Welt gibt es so viele Atomwaffen , dass sich die gesamte Menschheit damit gleich mehrmals auslöschen könnte.

Die Zukunft der Atomtechnologien ist trotz dieser ganzen negativen Folgen für den Menschen ungewiss. Auch die Zukunft der Atomkraftwerke steht zur Zeit noch in den Sternen, die letzten Worte in Sachen Atomausstieg sind noch nicht gefallen. Man diskutiert unter anderem noch über die Brennelementtransporte nach Frankreich und England. Außerdem ist der Regierung noch unklar wie die Kernenergie ersetzt werden soll. In Sachen Atombomben gibt es für die Zukunft Anlass zur Hoffnung, da sich die Atommächte auf einen Atomwaffensperrvertrag geeinigt haben und zur Abrüstung bereit sind.

Zu der Frage "Grenzen des technischen Fortschrittes" schließe ich mich einem Zitat von Oscar Wilde an, der behauptet "Fortschritt ist die Verwirklichung von Utopien" (Utopie => unerfüllter Wunschtraum, nicht zu verwirklichender Plan), da ich glaube, dass uns in der Zukunft neue unerwartete Technologien erwarten, an die der heutige Mensch nicht im geringsten einen Gedanken verschwendet. Dennoch, denke ich, werden bei einigen Erfindungen (z.B. Folgen der Gentechnologie => ewiges Leben) staatliche Riegel vorgeschoben. Im schlimmsten Falle könnten die Auswirkungen zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen Bevölk erungsschichten führen.

Aus den gesammelten Gesichtspunkten erkennt man, dass der technischer Fortschritt nicht immer ein menschlicher Fortschritt sein muß. Es gibt sowohl bei Gentechnologie, als auch bei Atomtechnologie viele ungeklärte Fragen. Speziell die Atomtechnologie ist wohl, im nachhinein betrachtet, die schrecklichste und sinnloseste Technologie, die ein Mensch je geschaffen hat, da sie als Massenvernichtungswaffe und Druckmittel gegen wehrlose Menschen eingesetzt wird und dadurch ihre Vorteile klar verspielt. Bei der Gentechnik müssen die internationale Regierungen darauf achten, dass die Auswirkungen und Folgen (falscher Einsatz) in überschaubaren Grenzen bleiben, und die Technologie nicht an falsche Personen gelangt (siehe Biowaffen), ansonsten könnten sich die gleichen fatalen Folgen wie bei der Atomtechnologie einstellen.

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Details

Titel
Menschlicher Fortschritt??? "Technischer Fortschritt bedeutet nicht immer menschlicher Fortschritt"
Autor
Jahr
2001
Seiten
5
Katalognummer
V102092
ISBN (eBook)
9783640004829
Dateigröße
348 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Menschlicher, Fortschritt, Technischer, Fortschritt
Arbeit zitieren
Thomas Reinert (Autor:in), 2001, Menschlicher Fortschritt??? "Technischer Fortschritt bedeutet nicht immer menschlicher Fortschritt", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102092

Kommentare

  • Gast am 13.1.2003

    Hallo.

    alles klar

Im eBook lesen
Titel: Menschlicher Fortschritt???  "Technischer Fortschritt bedeutet nicht immer menschlicher Fortschritt"



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