Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Fragestellung, inwiefern sich der Nachhaltigkeitsgedanke in deutschen Start-Ups verfestigt hat. Auf dem Weg zur Beantwortung der Frage werden allgemeine Definitionen im Zusammenhang mit dem Gründungsprozess und dem Modell der Nachhaltigkeit erläutert. Für die Analyse des Nachhaltigkeitsgedankens wird unter anderem die jährliche Umfrage des Deutschen Start-Up Monitors als Grundlage herangezogen. Die Ergebnisse werden politischen Ereignissen in Deutschland zugeordnet, die in Bezug zum Thema Nachhaltigkeit stehen.
Außerdem wird erläutert, wie Nachhaltigkeit in Start-Ups bewertet werden kann und welchen möglichen Herausforderungen nachhaltige Gründer gegenüberstehen. Als grundsätzliches Ergebnis kann festgehalten werden, dass in der Entwicklung des Start-Up-Ökosystems das Thema der Nachhaltigkeit einen stetig steigenden Stellenwert aufweist und die Nachhaltigkeit zunehmend als Erfolgsfaktor angesehen wird. Zahlreiche nachhaltige Förderprogramme und Werkzeuge unterstützen das Gründungsvorhaben, dennoch bleiben aus Sicht der Start-Ups viele Hürden bestehen.
Die Arbeit bietet einige Ansatzpunkte, die genauer zu erforschen bleiben, z. B. welche weiteren Faktoren die Gründung eines nachhaltigen Start-Ups beeinflussen, welche Rolle der Standort dabei spielt und wie effektiv die Fördermaßnahmen sind. Konkrete nachhaltige Umsetzungsmaßnahmen der Start-Ups sind nicht Teil dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragestellung und Relevanz des Themas
1.2 Zielsetzung und inhaltliche Abgrenzung
1.3 Methodische Vorgehensweise
1.4 Inhaltlicher Aufbau
2. Der Gründungsprozess
2.1 Begriffsdefinitionen und -abgrenzungen
2.2 Die fünf Entwicklungsphasen eines Start-Ups (Stages)
2.3 Das Geschäftsmodell
2.4 Der Business Plan und seine Bedeutung
2.5 Der Entrepreneur und das Gründerteam
3. Entwicklung und Bedeutung der Nachhaltigkeit
3.1 Begriffsdefinition Nachhaltigkeit
3.2 Darstellungsweisen der Nachhaltigkeit
3.2.1 Die Dimensionen der Nachhaltigkeit
3.2.2 Nachhaltigkeit als Modell
3.2.3 Triple Bottom Line Prinzip
3.3 Starke und schwache Nachhaltigkeit
4. Unternehmerische Nachhaltigkeit
4.1 Begriffsabgrenzung CSR und unternehmerische Nachhaltigkeit
4.2 Grüne und nachhaltige Start-Ups
4.3 Nachhaltige Geschäftsmodelle und Business Pläne
4.3.1 Nachhaltige Geschäftsmodelle
4.3.2 Nachhaltige Business Pläne
4.4 Mögliche Herausforderungen von nachhaltigen Start-Ups
5. Bewertung der Nachhaltigkeit
5.1 Allgemeine Indikatoren der Nachhaltigkeit und nachhaltige KPIs
5.2 Nachhaltigkeitsbewertung in Start-Ups
6. Entwicklung der Nachhaltigkeit in deutschen Start-Ups
6.1 Aufbau DSM und GSM
6.2 Die Analyse des Nachhaltigkeitsgedankens
6.2.1 Verteilung grüner Start-Ups in Deutschland
6.2.2 Überblick über nachhaltige Förderprogramme in Deutschland
6.3 Zeitliche Einordnung der Entwicklung
6.4 Kritische Würdigung und Diskussion der Ergebnisse
7. Fazit und Zukunftsaussichten
7.1 Fazit
7.2 Zukunftsaussichten
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit sich der Nachhaltigkeitsgedanke in den vergangenen Jahren im deutschen Start-Up-Ökosystem verfestigt hat. Dabei steht die Analyse der Entwicklung, die Rolle als Erfolgsfaktor sowie die Bewertung nachhaltiger Gründungen unter Berücksichtigung von politischen Rahmenbedingungen und Fördermaßnahmen im Fokus.
- Entwicklung des Nachhaltigkeitsgedankens in deutschen Start-Ups auf Basis des Deutschen Start-Up Monitors (DSM).
- Unterscheidung und Bewertung nachhaltiger Geschäftsmodelle und Business Pläne.
- Analyse von Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für nachhaltige Start-Ups.
- Methodische Bewertungsmöglichkeiten der Nachhaltigkeit in Start-Ups.
- Verknüpfung von Nachhaltigkeitstrends mit politischen Ereignissen in Deutschland.
Auszug aus dem Buch
1.1 Fragestellung und Relevanz des Themas
„Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)
Oder anders gesagt „Nachhaltiges Denken und Handeln ist eine Investition in die Zukunft.“ Der voranschreitende Klimawandel, die Ressourcenknappheit sowie die zunehmende Umweltverschmutzung, soziale Unzufriedenheit, Ungerechtigkeit und Armut machen deutlich, dass der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen, Menschen und weiteren Vermögenswerten unerlässlich ist und immer bedeutender für unsere Welt von morgen wird. Vor allem die Unternehmen stehen mittlerweile in einer direkten Beziehung zur ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung der Welt. Das Thema der Nachhaltigkeit ist aktueller als je zuvor; an vielen Orten der Welt wird es hitzig diskutiert und ist mittlerweile viel mehr als nur ein Modewort. Vor allem junge Menschen erkennen die zwingende Notwendigkeit, Nachhaltigkeit in den Alltag der Privatpersonen und Unternehmen sowie Start-Ups zu implementieren und versuchen unter anderem mit der „Fridays for Future“-Bewegung auf die Missstände in der Welt hinzuweisen und die Politik und Gesellschaft zum Handeln zu bewegen.
Auch im Konsumverhalten spiegelt sich der wachsende Nachhaltigkeitsgedanke zunehmend wider. Immer mehr Menschen setzen sich mit den Produkten, die sie erwerben, auseinander und hinterfragen die Herkunft und die Bedingungen der Herstellung. Die Produkte haben heutzutage ein modernes Design und sind ansprechend sowie nachhaltig verpackt. Sie konnten das frühere Vorurteil, nachhaltige Produkte seien „[…] muffig und angestaubt […]“ längst überholen. Die Unternehmen setzen, ob im Zugzwang oder aus eigener Überzeugung, vermehrt auf Nachhaltigkeit und so wird diese zu ihrem größten Werttreiber. Jedoch stellt es eine große Herausforderung dar, bestehende, langjährige und etablierte Strukturen in einem Unternehmen zu ändern oder gar vollständig neue Anordnungen zu integrieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Fragestellung ein, begründet die Relevanz des Themas und erläutert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2. Der Gründungsprozess: Das Kapitel vermittelt ein Grundverständnis für den Gründungsprozess, definiert zentrale Akteure und stellt gängige Praxistools wie das Business Model Canvas vor.
3. Entwicklung und Bedeutung der Nachhaltigkeit: Hier wird der Begriff Nachhaltigkeit historisch und theoretisch hergeleitet, verschiedene Darstellungsmodelle sowie die Unterscheidung zwischen starker und schwacher Nachhaltigkeit erläutert.
4. Unternehmerische Nachhaltigkeit: Dieses Kapitel führt Gründungsprozess und Nachhaltigkeit zusammen, grenzt den Begriff von CSR ab und präsentiert nachhaltigkeitsorientierte Gründungswerkzeuge.
5. Bewertung der Nachhaltigkeit: Es werden Indikatoren und Methoden demonstriert, mit denen unternehmerische Nachhaltigkeit gemessen und speziell bei Start-Ups bewertet werden kann.
6. Entwicklung der Nachhaltigkeit in deutschen Start-Ups: Anhand von Daten des Deutschen Start-Up Monitors (DSM) und Green Start-Up Monitors (GSM) wird die historische Entwicklung des Nachhaltigkeitsgedankens in der Gründerszene analysiert und kritisch gewürdigt.
7. Fazit und Zukunftsaussichten: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungsfelder.
Schlüsselwörter
Start-Up, Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitsgedanke, Grünes Start-Up, unternehmerische Nachhaltigkeit, Green Economy, Nachhaltigkeitsbewertung, Start-Up-Förderung, Geschäftsmodell, Business Plan, Triple Bottom Line, Social Entrepreneurship, Innovationskraft, Klimawandel, Nachhaltigkeitsstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich der Nachhaltigkeitsgedanke in den letzten Jahren innerhalb des deutschen Start-Up-Ökosystems etabliert und entwickelt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von unternehmerischer Nachhaltigkeit, den Gründungsprozessen, der Bewertung nachhaltiger Strategien sowie der Analyse von Datenreihen aus dem Deutschen Start-Up Monitor.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie viele Start-Ups nachhaltige Ansätze verfolgen, wie sich dieser Trend im Zeitverlauf entwickelt hat und welche Herausforderungen dabei bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die methodische Basis bildet ein systematisches Literatur-Review sowie die quantitative Analyse der jährlichen Onlineumfragen des Deutschen Start-Up Monitors (DSM) der Jahre 2014 bis 2020.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen des Gründungsprozesses mit Modellen der Nachhaltigkeit verknüpft, Bewertungskonzepte für Start-Ups vorgestellt und eine detaillierte Analyse der Nachhaltigkeitsentwicklung in deutschen Start-Ups vorgenommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Start-Up, Nachhaltigkeit, Grünes Start-Up, Nachhaltigkeitsbewertung, unternehmerische Nachhaltigkeit und Green Economy.
Was unterscheidet grüne Start-Ups von klassischen Unternehmen?
Grüne Start-Ups zeichnen sich durch die bewusste Integration ökologischer und sozialer Zielsetzungen in ihr Geschäftsmodell aus, wobei sie dennoch ein marktfähiges, profitables Produkt oder eine Dienstleistung anstreben.
Welche Rolle spielen politische Förderprogramme für nachhaltige Start-Ups?
Politische Förderprogramme werden als essenziell betrachtet, jedoch zeigt die Analyse, dass bestehende Angebote oft als unzureichend wahrgenommen werden und das Wissen um deren Verfügbarkeit bei vielen Gründern noch ausbaufähig ist.
Wie bewerten die Autoren die Rolle von Start-Ups bei der Lösung globaler Probleme?
Start-Ups werden als wichtige Treiber und Vorreiter für Umweltinnovationen gesehen, die jedoch aufgrund komplexer langjähriger Wirtschaftsstrukturen nur ein Teil der Lösung darstellen können.
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- Laura Luisa Reinhold (Author), 2021, Nachhaltigkeit in der Gründerszene, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1021091