Wie sinnvoll ist es eigentlich, sich im Religionsunterricht an Kompetenzen zu orientieren? Darüber diskutieren verschiedene Theologinnen und Theologen, Religionspädagoginnen und Pädagogen, Lehrerinnen und Lehrer. In dieser Arbeit werden vielfältige Standpunkte, Argumente und Thesen pro und contra kompetenzorientierten Religionsunterricht zusammengetragen, die Gabriele Obst in ihren Texten ausführlich behandelt.
Bevor jedoch auf die unterschiedlichen Positionen eingegangen wird, sollen verschiedene Kompetenzmodelle aufgeführt werden, die Gabriele Obst ebenfalls in ihren Aufsätzen vorstellt. Anschließend an den ersten Teil dieser Arbeit soll in einem zweiten Teil eine beispielhafte Religionsstunde vorgestellt werden. Diese wird in einem letzten Teil mit Hinblick auf Kompetenzorientierung und dem Elementarisierungsansatz genauer betrachtet.
Einleitung
1. Teil: Kompetenzorientiertes Lehren und Lernen im Religionsunterricht nach Obst
1.1 Kompetenzmodell nach Hemel
1.2 Kompetenzmodell Deutsche Bischofskonferenz (katholischer RU)
1.3 Der baden-württembergische Bildungsplan und das Kompetenzmodell (evangelischer RU)
1.4 Das Berliner Kompetenzmodell
1.5 Inwiefern ist es sinnvoll sich im Religionsunterricht an Kompetenzen zu orientieren oder eben nicht?
2. Teil: Ein Beispiel einer Unterrichtsstunde (5. Klasse)
3. Teil: Die Unterrichtsstunde im Blick auf Kompetenzorientierung und Elementarisierungsansatz
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Ausgestaltung kompetenzorientierten Lernens im Religionsunterricht. Dabei steht die kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Modellen sowie die praktische Anwendung durch ein konkretes Unterrichtsbeispiel im Fokus, um den Mehrwert und die Herausforderungen dieses Ansatzes für religiöse Bildungsprozesse zu beleuchten.
- Analyse und Vergleich verschiedener religionspädagogischer Kompetenzmodelle (Hemel, Bischofskonferenz, Berliner Modell).
- Kritische Diskussion der Argumente pro und contra kompetenzorientierten Religionsunterrichts.
- Erprobung einer kompetenzorientierten Unterrichtseinheit zum Thema Kirchenraum für die 5. Klasse.
- Verknüpfung der Unterrichtspraxis mit dem didaktischen Elementarisierungsansatz.
Auszug aus dem Buch
1.1 Kompetenzmodell nach Hemel
„Wozu überhaupt religiös erziehen?“ – eine wohl zentrale Frage mit der sich alle unterrichtenden Religionslehrerinnen und Lehrerinnen auseinandergesetzt haben sollten. Der Theologe Ulrich Hemel stellte sich diese Frage und behandelte sie ausführlich in seiner Habilitationsschrift 1988 an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Regensburg. So war Hemel einer der ersten Theologen, der den Begriff „religiöse Kompetenz“ bedeutend geprägt hat. In der erwähnten Habilitationsschrift stellt er ein Modell vor, das den Begriff „religiöse Kompetenz“ im Zusammenhang mit seiner Fragestellung differenziert darlegt. Hiermit hatte Hemel großen Einfluss auf die gesamte Debatte über Kompetenzen und Standards im Religionsunterricht (RU). Sein Kompetenzmodell soll im Folgenden auf Grundlage von den Verschriftlichungen von Gabriele Obst in „Kompetenzorientiertes Lehren und Lernen im Religionsunterricht“ mit den wichtigsten Aspekten beschrieben werden.
Nach Hemel ist das übergeordnete Ziel von religiöser Erziehung die „religiöse Kompetenz“. Es soll also religiös erzogen werden, um die Schülerinnen und Schüler religiös kompetent zu machen. Religiöse Kompetenz ist „die erlernbare, komplexe Fähigkeit zum verantwortlichen Umgang mit der eigenen Religiosität in ihren verschiedenen Dimensionen und in ihren lebensgeschichtlichen Wandlungen". Die Schülerinnen und Schüler sollen fähig gemacht werden ihren eigenen Glauben zu entwickeln, der sich in allen Lebensbereichen in gewisser Weise wiederspiegeln kann, aber keinesfalls „durch pädagogische Mittel“ erzwungen werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung der Arbeit ein und umreißt die Struktur, die von der theoretischen Auseinandersetzung bis hin zur praktischen Umsetzung reicht.
1. Teil: Kompetenzorientiertes Lehren und Lernen im Religionsunterricht nach Obst: Dieses Kapitel stellt verschiedene religionspädagogische Kompetenzmodelle vor und diskutiert kritisch die Argumente für und gegen eine Kompetenzorientierung im Religionsunterricht.
2. Teil: Ein Beispiel einer Unterrichtsstunde (5. Klasse): Hier wird eine spezifische Unterrichtsstunde zum Vergleich evangelischer und katholischer Kirchenräume für eine 5. Klasse konzipiert und erläutert.
3. Teil: Die Unterrichtsstunde im Blick auf Kompetenzorientierung und Elementarisierungsansatz: Im letzten Teil wird das zuvor vorgestellte Unterrichtsbeispiel reflektiert und theoretisch mit dem Kompetenzkonzept sowie dem Elementarisierungsansatz in Bezug gesetzt.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Kompetenzorientierung, religiöse Kompetenz, Bildungsstandards, Elementarisierung, Ulrich Hemel, Gabriele Obst, Unterrichtsplanung, Kirchenraum, Fachdidaktik, christliche Traditionen, Kompetenzmodell, Religionspädagogik, Kompetenzbereiche, Schulentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Kompetenzorientierung im Religionsunterricht, untersucht verschiedene theoretische Modelle und reflektiert deren praktische Anwendbarkeit im Unterrichtsalltag.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition und Einordnung religiöser Kompetenz, die Debatte über Bildungsstandards im Religionsunterricht sowie die didaktische Planung und Durchführung von Unterrichtseinheiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, auf Basis der Texte von Gabriele Obst zu klären, wie sinnvoll eine Kompetenzorientierung im Religionsunterricht ist und wie diese in die Praxis umgesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die bestehende religionspädagogische Literatur und Modelle auswertet und ein praktisches Beispiel anhand didaktischer Kriterien analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Darstellung und Diskussion verschiedener Kompetenzmodelle sowie die methodische Planung einer Unterrichtsstunde zum Thema Kirchenraum.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kompetenzorientierung, religiöse Erziehung, Bildungsstandards und Elementarisierung charakterisiert.
Welche Rolle spielt der Elementarisierungsansatz in diesem Dokument?
Der Elementarisierungsansatz dient als didaktischer Rahmen, um Unterrichtsinhalte auf das Wesentliche zu reduzieren und Lernprozesse fokussiert sowie schülerorientiert zu gestalten.
Warum ist der Vergleich zwischen evangelischen und katholischen Kirchenräumen relevant?
Dieser Vergleich dient als konkretes Fallbeispiel, um die Anwendung von Kompetenzbereichen wie „wahrnehmen und beschreiben“ in einem realen Unterrichtskontext zu demonstrieren.
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- Lisa Theis (Autor), 2020, Grundlagen und Kontroversen der Kompetenzorientierung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1021156