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Banksy trifft auf Géricault. Über die Bedeutung der Re-Kontextualisierung bei der Interpretation von Kunstwerken

Titel: Banksy trifft auf Géricault. Über die Bedeutung der Re-Kontextualisierung bei der Interpretation von Kunstwerken

Hausarbeit , 2020 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Um der Fragestellung „Welche Rolle kann der Aspekt der Re-Kontextualisierung bei der Interpretation von Kunstwerken spielen?“ nachzugehen, werden im Folgenden zwei Werke ausführlich analysiert: Banksy hat sich bei seinem 2015 geschaffenen Werk We’re not all in the same boat von Théodore Géricaults Floß der Medusa inspirieren lassen. Hilft eine ausführliche Auseinandersetzung mit dessen Gemälde bei der Interpretation von Banksys Street Art?

Um Kunstwerke strukturiert und sinnvoll interpretieren zu können, ist in der Regel eine intensive Beschäftigung mit dem Gesamtkontext des Werks unabdingbar. Hierbei handelt es sich nicht nur um bibliografische Angaben des Künstlers oder historische Einordnungen, sondern eine im Vorfeld stattfindende intensive Analyse des Werkes.

Was für eine Szene wurde dargestellt? Welche Farben wurden verwendet? Spielen Farbkontraste eine Rolle? Sind Personen zu erkennen? Wenn ja, welche Haltung nehmen sie ein? Welche Mimik und Gestik sind erkennbar? Diese Liste an Fragen könnte bis ins Unendliche fortgesetzt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Das Floß der Medusa“ - Théodore Géricault

3. „We’re not all in the same boat“ - Banksy

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Re-Kontextualisierung bei der Interpretation von Kunstwerken anhand eines direkten Vergleichs zwischen dem historischen Gemälde „Das Floß der Medusa“ von Théodore Géricault und Banksys Street-Art-Werk „We’re not all in the same boat“. Ziel ist es zu ergründen, inwiefern die Bezugnahme auf bekannte Bildmotive die inhaltliche Interpretation sowie die politische Aussagekraft des zeitgenössischen Werkes beeinflusst.

  • Analytische Untersuchung der Re-Kontextualisierung als künstlerisches Stilmittel
  • Strukturelle und ikonographische Bildanalyse von Géricaults Historienmalerei
  • Untersuchung von Banksys Street Art im Kontext der Flüchtlingskrise in Calais
  • Vergleich der Intentionen und gesellschaftspolitischen Statements beider Künstler
  • Einfluss des Entstehungsortes und des historischen Hintergrunds auf die Rezeption

Auszug aus dem Buch

3. „We’re not all in the same boat“ - Banksy

Bei dem vergleichenden Kunstwerk (Abb. 1) handelt es sich um Banksys We’re not all in the same boat aus dem Jahr 2015. Auf Deutsch übersetzt bedeutet das „Wir sind nicht alle im selben Boot“. Er sprühte es in der Nähe eines illegalen Camps von Geflüchteten in der französischen Hafenstadt Calais an eine Außenwand. Diese Wand wurde scheinbar schon vor Banksy Erscheinung von Sprayern genutzt. Die Bildelemente sind zwar auf dem Foto zu sehen, werden aber in der folgenden Bildanalyse nicht berücksichtigt, da sie nicht Teil des Werkes sind.

Die untere Hälfte des fotografierten Ausschnitts der Wand ist grau-blau gefärbt, während die obere Hälfte weiß ist. Der von Banksy gesprühte Anteil des Werks ist schwarz-weiß.

Vergleicht man Floß der Medusa von Géricault mit Banksys We’re not all in the same boat ist der Bildaufbau beinahe identisch. Besonders wenn man die Bilder direkt nebeneinander betrachtet, erkennt man die einzelnen Personen exakt wieder. Sie haben alle identische Haltungen eingenommen und befinden sich ebenfalls auf einem Floß. Anders als bei Géricaults Gemälde wurde hier ausschließlich mit Schwarz und Weiß gearbeitet. Lediglich wenige Unterschiede fallen beim genaueren Betrachten von Banksys Werk auf. Der Mann ganz oben auf der Pyramide hält statt einem Tuch eine kleine Fahne. Außerdem handelt es sich bei dem Schiff am Horizont, um eine große Luxusyacht mit einem Helikopter auf dem Deck. In Relation zum Floß mit den Menschen wirkt das Schiff am Horizont proportional etwas größer, als das bei Géricault der Fall ist. Darüber hinaus sind keine großen Wellen zu sehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Bildinterpretation und Re-Kontextualisierung ein und definiert die Forschungsfrage, ob die Auseinandersetzung mit Géricaults Vorbild bei der Interpretation von Banksys Street Art hilfreich ist.

2. „Das Floß der Medusa“ - Théodore Géricault: Hier erfolgt eine detaillierte bildanalytische Untersuchung des Géricault-Gemäldes sowie eine Aufarbeitung der historischen Hintergründe des Schiffbruchs der Fregatte Medusa als politisches Statement.

3. „We’re not all in the same boat“ - Banksy: In diesem Teil wird Banksys Werk im Kontext der Flüchtlingssituation in Calais analysiert und ein direkter ikonographischer Vergleich zu Géricaults Floß gezogen, um die politische Botschaft der Neuinterpretation herauszuarbeiten.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Re-Kontextualisierung eine deutliche inhaltliche Tiefe schafft und dem Betrachter hilft, gesellschaftliche Missstände über die Jahrhunderte hinweg besser zu reflektieren.

Schlüsselwörter

Re-Kontextualisierung, Bildanalyse, Théodore Géricault, Banksy, Floß der Medusa, We’re not all in the same boat, Street Art, Interpretation, politisches Statement, Flüchtlingskrise, Calais, Ikonographie, Kunstgeschichte, gesellschaftliche Missstände, Historienmalerei.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem künstlerischen Stilmittel der Re-Kontextualisierung, also dem bewussten Zitat und der Neuinterpretation bekannter Kunstmotive in einem zeitgenössischen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die bildanalytische Methodik, die historische Einordnung von Géricaults Werk sowie die Untersuchung aktueller politischer Street Art vor dem Hintergrund sozialer Krisen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszufinden, ob und inwiefern der Aspekt der Re-Kontextualisierung die Interpretation von Kunstwerken beeinflusst und ob das Vorwissen über das Original (Géricault) für das Verständnis von Banksys Werk essenziell ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf das Dreistufen-Modell der Bildanalyse nach Erwin Panofsky sowie auf eine komparative Analyse der Bildkomposition.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das Gemälde „Floß der Medusa“ und sein historischer Kontext detailliert analysiert, gefolgt von einer Analyse von Banksys „We’re not all in the same boat“ und dessen Bezugnahme auf die Vorlage.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Re-Kontextualisierung, Interpretation, politisches Statement, Flüchtlingskrise und der Vergleich zwischen klassischer Historienmalerei und moderner Street Art.

Warum wählte Banksy ausgerechnet dieses Géricault-Gemälde als Vorbild?

Banksy nutzt das „Floß der Medusa“ als kraftvolle Metapher für das Alleingelassensein von schutzbedürftigen Menschen, um die politische Ignoranz gegenüber Geflüchteten im Calais der Gegenwart anzuprangern.

Welche Rolle spielt die Luxusyacht in Banksys Werk?

Die Yacht stellt einen entscheidenden Unterschied zur Vorlage dar; sie symbolisiert die privilegierte Gesellschaft, die an der Not der Geflüchteten vorbeifährt, ohne ihnen zu helfen, und unterstreicht somit die soziale Kluft.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Banksy trifft auf Géricault. Über die Bedeutung der Re-Kontextualisierung bei der Interpretation von Kunstwerken
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
19
Katalognummer
V1021322
ISBN (eBook)
9783346431004
ISBN (Buch)
9783346431011
Sprache
Deutsch
Schlagworte
banksy géricault über bedeutung re-kontextualisierung interpretation kunstwerken
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Banksy trifft auf Géricault. Über die Bedeutung der Re-Kontextualisierung bei der Interpretation von Kunstwerken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1021322
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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