Ein Unterrichtsentwurf für den Kunstunterricht in den Klassen 5 und 6. Die Planung einer Unterrichtsstunde für 60 Minuten. Das Thema: Zeichnen nach allen Sinnen: Tastsinn.
Indem die SuS Oberflächen erfühlen, beschreiben und in experimentellen Skizzen die Haptik in eine zeichnerische Darstellung überführen, lernen sie in einer ersten Annäherung den Einsatz und die Wirkung zeichnerischer Gestaltungsmittel im Vergleich.
Inhaltsverzeichnis
Thema der Einheit
Thema der Stunde
Bezug zu den Fachanforderungen
Hauptintention der Stunde
Einbindung in die laufende Unterrichtseinheit
Angestrebte und besonders zu fördernde Kompetenzen
Angaben zur Lerngruppe, unterrichtliche Voraussetzungen
Didaktische Entscheidungen und Überlegungen
Methodische Entscheidungen und Überlegungen
Stundenverlauf
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit liegt darin, Schülerinnen und Schüler dazu zu befähigen, haptische Erfahrungen durch das Ertasten von Oberflächen in eine gezielte zeichnerische Darstellung zu übersetzen und dabei die Wirkung zeichnerischer Gestaltungsmittel wie Punkt, Linie und Schraffur bewusst zu reflektieren.
- Sensibilisierung der Wahrnehmung durch den Tastsinn
- Experimentelles Erproben zeichnerischer Gestaltungsmittel
- Verknüpfung von haptischer Erfahrung und visueller Umsetzung
- Differenzierte Analyse von Oberflächenbeschaffenheiten
- Förderung der zeichnerischen Ausdrucksfähigkeit
Auszug aus dem Buch
Didaktische Entscheidungen und Überlegungen
Die Fachanforderungen Kunst stellen den Erwerb der Bildkompetenz als Kernanliegen ins Zentrum des Unterrichts. Damit geht eine ständige Perzeptbildung einher, die zum Zweck von Bildanalysen und Beurteilungen vielfältig aufgebaut und zunehmend ins Bewusstsein der SuS rücken soll. Um beim Betrachten von Kunstwerken sinnliche Assoziationen zu entwickeln, sind eigene Erfahrungen von Vorteil, um in der Konfrontation mit neuen Bildern an vorhandene gedankliche Konzepte anzuknüpfen. Im Laufe der Orientierungsstufe ist es daher sinnvoll, sinnliche Wahrnehmungsübungen durchzuführen. Diese können in jedem Arbeitsfeld durchgeführt werden, sodass gleichzeitig immer eine altersangemessene Teilanalyse im Zentrum steht, bei der die Wirkung der arbeitsfeldabhängigen Gestaltungsmittel reflektiert wird. Da das Arbeitsfeld Zeichnen in alle weiteren integriert werden kann, fokussiert die Einheit eine erste Thematisierung der zeichnerischen Gestaltungsmittel.
Der Schwerpunkt der Unterrichtsstunde liegt nach den fünf Dimensionen der Bildkompetenz auf der bildstrukturalen Dimension, bei der die formale Gestaltung im Zusammenhang mit der Wirkung betrachtet wird. Für eine Analyse von Zeichnungen würde das bedeuten, dass sich die SuS einerseits über eine Perzeptbildung der Arbeit annähern und auf der anderen Seite Gestaltungsmittel analysieren, um die inhaltliche Deutung zu belegen. Die Grundlagen sind demnach sinnliche Assoziationen zu der Zeichnung und ein Erkennen des Gestaltungsmittel. Um den SuS diesen Zugang zu ermöglichen, experimentieren sie mit der zeichnerischen Darstellung unterschiedlicher Sinneswahrnehmungen. Somit stellt die Stunde das eigene Erfahren vor das Betrachten eines Kunstwerkes und das eigene Experimentieren vor das Assoziieren zu einem in Zeichen verdichteten, gestalteten Bild.
Zusammenfassung der Kapitel
Thema der Einheit: Vorstellung des übergeordneten Rahmens „Ich und meine Umwelt“ mit Fokus auf das Experimentieren mit zeichnerischen Mitteln.
Thema der Stunde: Fokus auf die Wahrnehmungsübung „Ich fühle was, was du nicht fühlst“, um Oberflächen haptisch zu erfassen und zeichnerisch darzustellen.
Bezug zu den Fachanforderungen: Einordnung des Zeichnens als elementares Arbeitsfeld zur Untersuchung zeichnerischer Gestaltungsmittel in der fünften Klasse.
Hauptintention der Stunde: Vermittlung der Fähigkeit, durch haptisches Erleben und anschließendes Skizzieren die Wirkung zeichnerischer Mittel gezielt einzusetzen.
Einbindung in die laufende Unterrichtseinheit: Darstellung der zeitlichen Abfolge der acht Unterrichtsstunden und deren inhaltlicher Schwerpunktsetzung.
Angestrebte und besonders zu fördernde Kompetenzen: Definition der Lernziele im Bereich der Wahrnehmung, der fachsprachlichen Analyse und der praktischen zeichnerischen Umsetzung.
Angaben zur Lerngruppe, unterrichtliche Voraussetzungen: Reflexion über die Zusammensetzung der Klasse 5b und die spezifischen Lernvoraussetzungen in den Fächern Kunst und Deutsch.
Didaktische Entscheidungen und Überlegungen: Pädagogische Herleitung der Unterrichtsinhalte basierend auf den Prinzipien der Bildkompetenz und sinnlicher Wahrnehmungsförderung.
Methodische Entscheidungen und Überlegungen: Erläuterung der spielerischen und individualisierten methodischen Vorgehensweise zur Aktivierung der Schülerinnen und Schüler.
Stundenverlauf: Detaillierte tabellarische Auflistung der Phasen, Aktivitäten und Medien innerhalb der Unterrichtseinheit.
Schlüsselwörter
Bildkompetenz, Zeichnen, Perzeptbildung, Oberflächenbeschaffenheit, haptische Erfahrung, zeichnerische Gestaltungsmittel, Punkt, Linie, Schraffur, Wahrnehmungsübung, Kunstunterricht, Bildanalyse, Orientierungsstufe, Gestaltungsprozess, Materialität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtseinheit im Kern?
Die Unterrichtseinheit befasst sich mit der spielerischen und experimentellen Erforschung zeichnerischer Gestaltungsmittel, wobei die SuS ihre Umwelt durch taktiles Erleben und visuelle Darstellung erschließen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die Förderung der Bildkompetenz, das Verständnis für Oberflächenstrukturen sowie die gezielte Anwendung von Punkten, Linien und Schraffuren in der Zeichnung.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsreihe?
Das primäre Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler dazu zu bringen, haptische Sinneseindrücke in adäquate zeichnerische Ausdrucksformen zu übersetzen und deren Wirkung reflektiert zu beurteilen.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?
Die Methodik basiert auf einer forschenden Lernhaltung (z.B. „Forscherauftrag“), der Verknüpfung von Haptik und visueller Analyse sowie einer differenzierten Unterrichtsgestaltung, die individuelle Lernstände berücksichtigt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die methodische Herleitung der Stunde, die Einbettung in das Fachcurriculum und die detaillierte Beschreibung der praktischen Durchführung inklusive Materialeinsatz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Bildkompetenz, Perzeptbildung, haptische Erfahrung, zeichnerische Gestaltungsmittel und Materialität.
Warum ist das Tasten vor dem Zeichnen so wichtig für die Schüler?
Durch das Blinde-Tasten im Beutel wird die Konzentration auf die reine Oberflächenbeschaffenheit gelenkt, was eine unvoreingenommene, direkte zeichnerische Reaktion ermöglicht, statt nur das Objekt zu benennen.
Wie gehen die Schüler mit der zeichnerischen Umsetzung um, wenn sie anfangs unsicher sind?
Die Arbeit bietet Differenzierungsmaterial wie Adjektivkarten und Beispielanalysen an, um den SuS Sicherheit beim „Übersetzen“ der haptischen Empfindung in grafische Strukturen zu geben.
- Arbeit zitieren
- K. Vell (Autor:in), 2020, Kunst in den Klassen 5 und 6. Oberflächenbeschaffenheiten zeichnerisch darstellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1021409