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Wie können Betriebsräte Digitalisierung in ihrem Unternehmen konkret mitgestalten?

Titel: Wie können Betriebsräte Digitalisierung in ihrem Unternehmen konkret mitgestalten?

Hausarbeit , 2020 , 17 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Hüseyin Ugur Sagkal (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die nachfolgende Untersuchung wird sich ausschließlich auf den privaten Sektor konzentrieren. Im ersten Abschnitt wird eine Definition von Digitalisierung herangezogen, die für die Untersuchung der Frage geeignet ist. Des Weiteren wird der Betriebsrat untersucht werden. Welche Rechte, Aufgaben und Pflichten hat der Betriebsrat? Im zweiten Abschnitt werden ausgewählte Folgen der Digitalisierung genannt, welche Wirkungen sie auf die Arbeitnehmer haben und wie der Betriebsrat mitwirken kann. Im vierten und letzten Abschnitt wird gezeigt, welche Möglichkeiten der Betriebsrat hat, außer auf Folgen der Digitalisierung zu reagieren. Im letzten Abschnitt wird ein Fazit gezogen.

Laut einer Studie von McKinsey gehen nur 10% aller Führungskräfte in Unternehmen davon aus, dass ihr gegenwärtiges Betriebsmodell die Digitalisierung übersteht. Die Coronakrise hat den 90%, die glauben ihr gegenwärtiges Geschäftsmodell überstehe die Digitalisierung nicht, recht gegeben. Die Unternehmen wurden unvorbereitet getroffen, dabeibleiben weder Kleinbetrieben noch Multimilliardenkozerne verschont. Die Gewinner der Krise: Unternehmen, die entweder digital ausgelegt sind oder bereits fortgeschritten in der digitalen Transformation sind. Dabei hat die Pandemie, auch wenn es schwer zu glauben ist, auch positive Impulse gegeben. Die Coronakrise war ein Katalysator und Indikator zugleich für die Digitalisierung. Einerseits wurde durch das neue Krisenarbeitsumfeld die digitalen Defizite deutscher Unternehmen verdeutlicht. Andererseits mussten die Unternehmen mit Digitalisierungsmaßnahmen auf die Krise reagieren und hat sie so zum Handeln gezwungen. Das Thema Digitalisierung wird die Arbeitswelt noch lange begleiten, auch nach der Pandemie. Umso wichtiger ist es für die Industrie-, Betriebs- und Arbeitssoziologie die digitale Transformation der Arbeitswelt weiter und tiefgründiger zu erforschen. Die vorliegende Hausarbeit soll genau dazu einen Beitrag dazu leisten. Da die digitale Transformation der Arbeitswelt ein unheimlich breites Themenfeld ist, konzentriert sich die Forschungsarbeit auf die Digitalisierung im Unternehmen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition von Zentralen Begriffen

2.1 Der Betriebsrat

2.1.1 Aufgaben

2.1.2 Rechte

3 Digitale Folgen in den Betrieben und wie Betriebsräte darauf reagieren können

3.1 Flexible Arbeitszeiten: Ständige Erreichbarkeit und Homeoffice

3.1.1 Arbeitszeiten: Das erzwingbare Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats

3.2 Neue Kompetenzen und das lebenslange Lernen

3.2.1 Förderung der Berufsbildung

4 Initiativen des Betriebsrats

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gestaltungsmöglichkeiten von Betriebsräten im Kontext der digitalen Transformation in Unternehmen des privaten Sektors. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Betriebsräte die Digitalisierung in ihrem Unternehmen konkret mitgestalten können, um sowohl negative Folgen zu begrenzen als auch aktiv positive Arbeitsbedingungen zu schaffen.

  • Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats bei Digitalisierungsprozessen
  • Herausforderungen durch ständige Erreichbarkeit und Homeoffice
  • Bedeutung von Weiterbildung und lebenslangem Lernen im digitalen Wandel
  • Initiativrecht des Betriebsrats zur proaktiven Gestaltung
  • Erfolgsfaktoren für Betriebsvereinbarungen

Auszug aus dem Buch

3.1 Flexible Arbeitszeiten: Ständige Erreichbarkeit und Homeoffice

Die Nachfragegeschwindigkeit nach Dienstleistungen und Gütern, wird durch die Digitalisierung immer größer. Der Druck auf Unternehmen, den Arbeitskräfteeinsatz noch flexibler zu gestalten, wird dadurch immer größer. Um einerseits konkurrenzfähig zu bleiben, aber andererseits die Standorte in Deutschland zu schützen, wurde das Arbeitszeitgesetz 2004 angepasst. Dadurch war es den Betrieben möglich die Arbeitszeit flexibler anzupassen (Bellmann & Gerner 2012). Auf die Nachfrageveränderung flexibel und schnell durch Anpassung der Arbeitszeit zu begegnen ist dabei von erheblicher Bedeutung. Die Digitalisierung hat die flexible Gestaltung der Arbeitszeit weiter intensiviert. Aber auch Arbeitnehmer zeigen ein großes Interesse an flexibler Arbeitszeit. Dadurch haben sie die Möglichkeit unabhängiger zu sein und damit ihre Work-Life-Balance zu verbessern.

Eine Studie des Instituts für Arbeitsmark- und Berufsforschung (IAB) hat die Auswirkungen der Kommunikations- und Informationstechnologie, sowie des Homeoffice auf die Arbeitszeit untersucht (Grunau et al. 2017). Grundlage dafür war die Befragung des Linked Personnel Panels (LPP) (Ellguth et al. 2014). Arbeitnehmer, die mit Laptop, Computer, Handy oder anderen Kommunikationsgeräten benutzen, arbeiten im Schnitt 40,78 Stunden die Woche. Während die Nicht-Nutzer auf eine Wochenarbeitszeit von 38,72. Der Unterschied von zwei Stunden ist hochsignifikant.

Eine Umfrage von YouGov in Kooperation mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit zeigt ebenfalls ein ernüchterndes Bild. „Zwei Drittel der Erwerbstätigen können auch nach Feierabend unter der Woche nicht vom Beruf abschalten, denn sie werden kontaktiert. Knapp die Hälfte hat am Wochenende keine Ruhe und gut ein Drittel ist sogar im Urlaub beruflich erreichbar.“ (Inhoffen 2018) Des Weiteren empfinden die meisten Befragten den beschriebenen Umstand als Belastung für ihr Privat- und Familienleben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen der Digitalisierung für Unternehmen und begründet den Fokus auf die aktive Gestaltungsrolle des Betriebsrats bei diesem Transformationsprozess.

2 Definition von Zentralen Begriffen: Hier werden der Begriff der Digitalisierung durch ein Reifegradmodell definiert und der Betriebsrat als Interessenvertretung mit seinen zentralen Aufgaben und Rechten vorgestellt.

2.1 Der Betriebsrat: Dieses Kapitel erläutert die Stellung des Betriebsrats als Arbeitnehmervertretung und verweist auf die gesetzlichen Grundlagen im Betriebsverfassungsgesetz.

2.1.1 Aufgaben: Es werden die vier Hauptaufgaben des Betriebsrats – Überwachung, Gestaltung, Schutz und Förderung – im Detail erläutert.

2.1.2 Rechte: Hier liegt der Schwerpunkt auf den Beteiligungsrechten des Gremiums sowie den Schutzrechten einzelner Betriebsratsmitglieder.

3 Digitale Folgen in den Betrieben und wie Betriebsräte darauf reagieren können: Dieses Kapitel analysiert die zwiespältigen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt und die konkreten Eingriffsmöglichkeiten des Betriebsrats.

3.1 Flexible Arbeitszeiten: Ständige Erreichbarkeit und Homeoffice: Die Problematiken von Homeoffice und ständiger Erreichbarkeit für die Work-Life-Balance werden unter Einbeziehung aktueller Studien beleuchtet.

3.1.1 Arbeitszeiten: Das erzwingbare Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats: Das Kapitel verdeutlicht die Verhandlungsposition des Betriebsrats bei der Arbeitszeitgestaltung und empfiehlt Betriebsvereinbarungen zur Regulierung.

3.2 Neue Kompetenzen und das lebenslange Lernen: Angesichts des digitalen Wandels werden die Notwendigkeit von Qualifizierung und die Auswirkungen auf die berufliche Handlungsfähigkeit thematisiert.

3.2.1 Förderung der Berufsbildung: Hier werden das Mitspracherecht bei Personalplanung und die proaktive Förderung von Weiterbildung als Mittel gegen betriebsbedingte Entlassungen diskutiert.

4 Initiativen des Betriebsrats: Dieses Kapitel betont die Notwendigkeit, dass der Betriebsrat selbst aktiv werden muss, etwa durch eigene Weiterbildung und das Erstellen von digitalen Leitlinien.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Gestaltungsmöglichkeiten zusammen und appelliert an die Betriebsräte, ihre Rolle als aktive Gestalter in der digitalen Arbeitswelt 4.0 voll auszuschöpfen.

Schlüsselwörter

Betriebsrat, Digitalisierung, Arbeitswelt 4.0, Mitbestimmungsrecht, Betriebsvereinbarung, Homeoffice, ständige Erreichbarkeit, Weiterbildung, Arbeitnehmervertretung, digitale Transformation, Arbeitszeitgestaltung, Kompetenzentwicklung, Betriebsverfassungsgesetz, Initiativrecht, Gestaltungspotenziale.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten von Betriebsräten, den digitalen Wandel in Unternehmen des privaten Sektors aktiv mitzugestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Arbeitszeitflexibilisierung, die Auswirkungen von Homeoffice, die ständige Erreichbarkeit sowie die Notwendigkeit von lebenslangem Lernen und beruflicher Weiterbildung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage: "Wie können Betriebsräte Digitalisierung in ihrem Unternehmen konkret mitgestalten?"

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Untersuchung und der Auswertung aktueller Studien sowie der gesetzlichen Grundlagen im Betriebsverfassungsgesetz.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Folgen der Digitalisierung, die rechtlichen Mitbestimmungsmöglichkeiten bei Arbeitszeiten und Weiterbildung sowie die Bedeutung proaktiver Initiativen durch den Betriebsrat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Betriebsrat, Digitalisierung, Mitbestimmung, Betriebsvereinbarung und Arbeitswelt 4.0 charakterisieren.

Warum ist das Mitbestimmungsrecht bei der Arbeitszeitgestaltung so wichtig?

Es bietet dem Betriebsrat eine starke Verhandlungsposition, um durch Betriebsvereinbarungen klare Regeln für Erreichbarkeit und Arbeitszeiten zu schaffen und Arbeitnehmer vor psychischer Belastung zu schützen.

Welche Rolle spielt die Weiterbildung für den Betriebsrat selbst?

Der Betriebsrat muss sich selbst fortbilden, um die digitalen Entwicklungen zu verstehen, interne Ziele zu formulieren und effektiv als Gestalter gegenüber der Unternehmensleitung aufzutreten.

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Details

Titel
Wie können Betriebsräte Digitalisierung in ihrem Unternehmen konkret mitgestalten?
Hochschule
Technische Universität Berlin
Note
2,0
Autor
Hüseyin Ugur Sagkal (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V1021900
ISBN (eBook)
9783346416018
ISBN (Buch)
9783346416025
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Digitalisierung Betriebsrat Betriebsräte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hüseyin Ugur Sagkal (Autor:in), 2020, Wie können Betriebsräte Digitalisierung in ihrem Unternehmen konkret mitgestalten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1021900
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Leseprobe aus  17  Seiten
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