Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation

Drexel - Betriebliche Qualifikationsstruktur- und Reproduktionsmuster

Titel: Drexel - Betriebliche Qualifikationsstruktur- und Reproduktionsmuster

Referat (Handout) , 1999 , 17 Seiten

Autor:in: Eva-Maria Müller (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In diesem Referat wurde eine Studie von Ingrid Drexel: “Belegschaftstrukturen zwischen Veränderungsdruck
und Beharrung” vorgestellt. Diese Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und
Wissenschaft in Auftraggegeben. Das Zielder Untersuchung waren die Implementationsprobleme bei
der Einführung neuer Ausbildungsberufe (Facharbeiterberufe) in Betrieben, die überwiegend Angelernte
einsetzten. Die Qualifikationsstruktur vieler Betriebe war durcheine Dreiteilung gekennzeichnet, die
sich in Facharbeiter, Angelernte und Ungelernte unterteilte. Es wurden qualitative Untersuchungsmethoden
gewählt, wie Fallstudien, Expertenbefragungen, Strukturanalysen. Ausserdem wurden 12
Betriebsfallstudien der 1976/77 durchgeführten Untersuchung in der Chemischen und der Eisen- und
Stahlindustrie, Kurzfallstudien in einem Betrieb der Papier, Pappe und Kunststoffverarbeitenden
Industrie, einem Betrieb der Flachglaserzeugenden Industrie, einem Betrieb der Papier, Pappe,
zellstoff- und holzstoffverarbeitenden Industrie, einem Betrieb der Hohlglas erzeugenden Industrie,
einem Betrieb der Kautschuk und Kunststoffverarbeitenden Industrie sowie zwei Betriebe der
Lebensmittelindustrie miteinbezogen.
Zuerst wird in dieser Arbeit auf die Probleme der Betriebe bei der Implementationsproblematik
eingegangen. Drexel untersucht hier insbesondere die Betriebe mit Implementationsproblemen, die sie
auch als Strukturtyp I bezeichnet. Zur Verdeutlichung wird ein typisches Berufsverlaufsmuster eines
Angelernten mit einem Beispiel des betrieblichen Arbeitseinsatzes und der Gratifikationsstruktur und
ein typisches Berufsverlaufsmuster eines Facharbeiters mit einem Beispiel gegenübergestellt.
Im zweiten Teil der vorliegenden Arbeit werden die Integration von Facharbeiterkarrieren und deren
Probleme, die Strategien und Maßnahmen der Problemlösung, Maßnahmen zur Abfederung des
Umstrukturierungsprozesses und die Ursachen der Unattraktivität der Facharbeiterberufe bei Jugendlichen
dargestellt.
Bei dieser Studie gab es auch Betriebe ohne Implementationsprobleme (Strukturtyp II). Auf die
Charakteristika dieser Betriebe wird am Schluss dieser Arbeit kurz eingegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Probleme der Implementation von Facharbeiter-Ausbildung und -Einsatz

2.1 Strukturmuster des “Klassischen Anlernbetriebes der Prozeßproduktion” - Strukturtyp I

2.1.1 Typischer Berufsverlauf des Angelernten

2.2 betriebliche Arbeitseinsatz- und Gratifikationsstrukturen

3. Das Berufsverlaufsmuster von Facharbeitern

3.1 Berufsverlaufsmuster von (Reparatur)-Facharbeitern

3.2 Beispiel für Lohnkarrieren von Elektro- und Metallfacharbeitern im Hüttenbetrieb

3.3 Strukturelle Problemursachen Integration von Facharbeiter-Karrieren in bestehende betriebliche Strukturen - Problemursachen und Problemlösungen

3.3.1 Strategien und Maßnahmen der Problemlösung

3.3.2 Maßnahmen zur Abfederung des Umstrukturierungsprozesses

4. Schaffung attraktiver Berufsverlaufsperspektiven für Ausbildungsplatzbewerber - Problemursachen und Problemlösungen -

4.1 Strukturelle Ursachen der Unattraktivität

4.2 Unattraktive Berufsverlaufsmuster als indirektes Produkt gegebener betrieblicher Strukturen

4.3 Strategien und Maßnahmen der Problemlösung

5. Betriebe ohne Implementationsprobleme - Strukturtyp II

6. Gesellschaftliche Ursachen der Verbreitung und Verfestigung der Berufsverlaufsmuster von qualifiziert Angelernten und Facharbeitern

7. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Implementationsprobleme bei der Einführung neuer Facharbeiterberufe in Betrieben, die zuvor primär durch eine Anlernstruktur geprägt waren. Ziel ist es, die strukturellen Ursachen dieser Konflikte aufzuzeigen und Strategien zu analysieren, mit denen Betriebe die Integration von Facharbeiterkarrieren in bestehende betriebliche Verlaufs- und Lohnstrukturen bewältigen.

  • Analyse der Konflikte zwischen traditionellen Anlernstrukturen und modernen Facharbeiteranforderungen.
  • Untersuchung typischer Berufsverlaufsmuster in Industriebetrieben.
  • Darstellung von Strategien zur Abfederung betrieblicher Umstrukturierungsprozesse.
  • Bewertung der Attraktivität von Facharbeiterberufen für junge Ausbildungsplatzbewerber.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Typischer Berufsverlauf des Angelernten

Die Arbeitskräfte kommen meist aus Handwerk oder Kleingewerbe, wo sie auch ihre Ausbildung absolvierten, d.h. sie besitzen keine entsprechenden fachlichen Qualifikationen des einstellenden Betriebes. Der Einsatz erfolgt auf Arbeitsplätzen mit geringen oder keinen spezifischen fachlichen Anforderungen, aber mit hohen körperlichen Belastungen. Diese Arbeitsplätze beinhalten meist auch eine niedrige Lohneinstufung. Von diesem Einstiegsniveau sind über die Jahre hinweg Aufstiege möglich, die eine bessere Entlohnung, bessere Arbeitsbedingungen und Arbeitsinhalte und damit verbundene Qualifizierungsmöglichkeiten beinhalten. Diese Aufstiege sind wegen hohen körperlichen Belastungen und der daraus entstehenden gesundheitlichen Schäden notwendig.

Aufstiege in Führungspositionen gelten nur für einen begrenzten Teil der Arbeitskräfte. Sie erfolgen nach Betriebszugehörigkeitsdauer (betriebliche Seriosität) und nach Bewährung in bezug auf Leistungsfähigkeit und -willigkeit, einschließlich der Fähigkeit und Willigkeit der selbstständigen Qualifizierung. Meist dauern sie sehr lange und wenn sie überhaupt erreichbar sind, erfordern sie ein großes Maß an Anstrengung und Durchhaltevermögen.

Es herrscht eine hohe Arbeitsplatzsicherheit, da für den Betrieb eine hohe Abhängigkeit von den angelernten Arbeitskräften wegen langjähriger Anlernung besteht. Jedoch besteht diese Sicherheit nur solange der Gesamtpersonalbedarf gleich bleibt oder steigt. Daraus folgt, dass die Arbeitskräfte sehr lange in Betrieb bleiben, meist sogar bis zum Ende der Erwerbstätigkeit. Die Arbeitsplatzsicherheit besteht nur solange, bis die in der Regel nur anlagenspezifische Qualifikation noch den aktuellen Anforderungen des Betriebes entspricht und solange ihr Arbeitsvermögen, ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit noch nicht verbraucht sind. Ansonsten sind Abstiege die Folge, welche die Ursache hoher soziale Risiken der Erwerbstätigkeit beinhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Untersuchungsgrundlage vor, welche die Implementierung von Facharbeiterberufen in anlerngeprägten Betrieben sowie die gewählte methodische Vorgehensweise skizziert.

2. Probleme der Implementation von Facharbeiter-Ausbildung und -Einsatz: Das Kapitel thematisiert den Widerstand des vorhandenen Produktionspersonals und die Schwierigkeiten bei der Rekrutierung Jugendlicher, die durch spezifische betriebliche Strukturmuster verursacht werden.

3. Das Berufsverlaufsmuster von Facharbeitern: Hier werden die Karrierewege von Facharbeitern analysiert, die aufgrund struktureller Inkompatibilitäten nur schwer in die bestehenden Betriebsabläufe zu integrieren sind.

4. Schaffung attraktiver Berufsverlaufsperspektiven für Ausbildungsplatzbewerber: Dieses Kapitel erläutert die Gründe für die Unattraktivität neuer Ausbildungsberufe und stellt Strategien vor, um diese Berufe für Bewerber attraktiver zu gestalten.

5. Betriebe ohne Implementationsprobleme - Strukturtyp II: Eine kurze Darstellung von Betrieben, die aufgrund ihrer bereits angepassten Arbeitsplatz- und Lohnstrukturen keine Integrationsprobleme aufweisen.

6. Gesellschaftliche Ursachen der Verbreitung und Verfestigung der Berufsverlaufsmuster von qualifiziert Angelernten und Facharbeitern: Untersuchung der sozioökonomischen Rahmenbedingungen, die zur Verfestigung bestehender Karriere- und Beschäftigungsmuster beigetragen haben.

7. Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Ergebnisse über die notwendigen strukturellen Anpassungen der Betriebe, um sich vom ehemaligen klassischen Anlernbetrieb zum modernen Facharbeiterbetrieb zu entwickeln.

Schlüsselwörter

Facharbeiter, Anlernbetrieb, Qualifikationsstruktur, Berufsverlaufsmuster, Implementationsprobleme, Betriebliche Sozialstruktur, Arbeitsmarkt, Lohnpyramide, Umstrukturierung, Berufsbildung, Produktionspersonal, Seniorität, Strukturtyp, Facharbeiterkarriere, Qualifizierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die bei der Einführung neuer Ausbildungsberufe in Industriebetrieben auftreten, die bisher primär durch Anlernprozesse geprägt waren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die betrieblichen Organisationsstrukturen, die Qualifikationsanforderungen, Lohnpyramiden sowie die Spannungsfelder zwischen traditionell angelernten Mitarbeitern und neu ausgebildeten Fachkräften.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, warum die Integration von Fachkräften in starre betriebliche Strukturen auf Widerstand stößt und welche Maßnahmen zur erfolgreichen Umstrukturierung beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer qualitativen Analyse, die unter anderem Fallstudien, Expertenbefragungen und detaillierte Strukturanalysen in verschiedenen Industriezweigen umfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des klassischen Anlernbetriebs (Strukturtyp I), die Herausforderungen bei Facharbeiterkarrieren sowie verschiedene Strategien und Maßnahmen, um diese Karrieren in die Betriebsabläufe zu integrieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Facharbeiter, Anlernbetrieb, Qualifikationsstruktur, Berufsverlaufsmuster und Implementationsprobleme.

Was unterscheidet den „Strukturtyp I“ vom „Strukturtyp II“?

Strukturtyp I bezeichnet Betriebe mit deutlichen Implementationsproblemen aufgrund starrer Anlernstrukturen, während Strukturtyp II Betriebe beschreibt, die durch flexiblere, abgeflachte Arbeitsplatzstrukturen eine leichtere Integration ermöglichen.

Was ist das sogenannte "Wasserfallmodell" in diesem Kontext?

Dabei handelt es sich um eine Maßnahme zur Abfederung des Umstrukturierungsprozesses, bei der qualifizierte angelernte Kräfte durch Erwachsenenbildung nachqualifiziert werden, bevor Jugendliche als Facharbeiter eingeführt werden.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Drexel - Betriebliche Qualifikationsstruktur- und Reproduktionsmuster
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Soziologie)
Autor
Eva-Maria Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1999
Seiten
17
Katalognummer
V10221
ISBN (eBook)
9783638167154
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Drexel Betriebliche Qualifikationsstruktur- Reproduktionsmuster
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eva-Maria Müller (Autor:in), 1999, Drexel - Betriebliche Qualifikationsstruktur- und Reproduktionsmuster, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10221
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  17  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum