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Der Holocaust und die Verantwortung der Alliierten

Titel: Der Holocaust und die Verantwortung der Alliierten

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 28 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit soll aufgezeigt werden, dass die Alliierten – und damit auch die US-Regierung – von der systematischen Vernichtung der Juden vor 1942 wussten. Anhand von bestehenden Fakten, Telegrammen und Berichten, die unter anderem auf der amerikanischen Militärforschungsquelle beruhen, soll eine Antwort gegeben werden, ob und warum die USA zwischen Sommer 1941 – und damit noch vor der Wannseekonferenz – und Kriegsende mehr für die Rettung der Juden hätten tun können.

Welche Personen allerdings in ihrer Rolle Möglichkeiten gehabt hätten, mehr zu tun und auch Leben hätten retten können, soll nun in einigen Schritten beantwortet werden.

Es liegt auf der Hand, dass die Verantwortung für die Ermordung der gesamten jüdischen Bevölkerung in erster Linie bei den Mördern, den Nazis, liegt, aber indirekt ist auch die menschliche Gesellschaft als Ganzes verantwortlich. Vor allem die alliierten Nationen und ihre Regierungen, die nicht alles in ihrer Macht stehende unternommen haben, um das Verbrechen zu stoppen. Es scheint, dass Roosevelt und die US-Regierung samt der Spitze der Alliierten den Holocaust als zufällig bzw. kontingent betrachtet haben, denn obwohl Möglichkeiten vorhanden waren, die Vernichtung der Juden zu erschweren und in manchen Fällen auch zu verhindern, hielten sie es nicht für notwendig, einzugreifen. So lag es in der Macht Roosevelts, die Einwanderungsquote zu erhöhen, um Leben zu retten. Aber eine Mischung aus
Antisemitismus, wirtschaftlichen und politischen Interessen verhinderte, dass während des Krieges und des Wütens der NS-Regierung Juden in großer Zahl in andere Länder aufgenommen wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung von Schuld und Verantwortung

2.1 Der Schuldbegriff

2.2 Der Verantwortungsbegriff

3. Wann und was wussten Roosevelt und das Außenministerium über den Holocaust?

3.1 Das Riegner-Telegramm

3.1.1 Riegners Telegramm auf dem Weg zu den Westalliierten

3.1.2 Riegners Telegramm auf dem Weg zu Rabbi Stephen Wise

3.1.3 Riegners Telegramm über Silverman zu Rabbi Stephen Wise

3.1.4 Die Reaktion von Rabbi Stephen Wise auf das Riegner-Telegramm

3.1.5 Riegner-Telegramm bei Franklin D. Roosevelt

3.2 Warum reagierten die Mächtigen der Vereinigten Staaten von Amerika so zögerlich?

3.3 Ausflüchte der Alliierten

3.4 Was haben Propaganda und Flugblätter gebracht?

4. Was wusste Winston Churchill über den Holocaust und wie reagierte er darauf?

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Kenntnisse der Alliierten, insbesondere der US-Regierung unter Roosevelt und der britischen Regierung unter Churchill, über den Holocaust vor 1945. Dabei wird analysiert, inwiefern eine moralische Mitverantwortung durch das Unterlassen möglicher Hilfsmaßnahmen bestand und welche politischen sowie gesellschaftlichen Faktoren – wie Antisemitismus und militärische Prioritäten – das zögerliche Handeln der westlichen Mächte beeinflussten.

  • Historische Aufarbeitung der alliierten Kenntnis vom nationalsozialistischen Völkermord vor 1942.
  • Analyse des Riegner-Telegramms als zentrales Beweisstück für die Informationslage.
  • Diskussion des Begriffs der "Verantwortung" im Kontext politischer Handlungsspielräume während eines Krieges.
  • Untersuchung der Blockademechanismen in US-amerikanischen und britischen Regierungsstellen hinsichtlich Rettungsaktionen.
  • Bewertung des Einflusses gesellschaftlicher Strömungen wie Antisemitismus auf die Flüchtlingspolitik.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Riegner-Telegramm

Im Juli 1942 erfuhr Eduard Schulte von Otto Fitzner, der am 17. und 18. Juli 1942 an einem Zusammentreffen der oberschlesischen NSDAP-Gauleitung mit Heinrich Himmler teilgenommen hatte, von der geplanten „Endlösung der Judenfrage“. Schulte, der als zuverlässige Quelle galt, traf sich am 30. Juli 1942 mit Isidor Koppelmann in Zürich und erzählte seinem Gegenüber, dass in Hitlers Hauptquartier der Plan erörtert werde, alle Juden aus Deutschland und den von Deutschland besetzten Ländern nach Osten zu deportieren und mit Blausäure umzubringen. Über Isidor Koppelmann und Benjamin Sagalowitz, einen jüdischen Journalisten, der in der Schweiz die Informations- und Pressestelle der Jüdischen Nachrichten aufgebaut hatte, gab Eduard Schulte schon im Juli 1942 die Information über den Beginn der systematischen Vernichtung der Juden in Deutschland an Gerhart M. Riegner weiter.

Riegner war damals Vertreter des Jüdischen Weltkongresses in der Schweiz gewesen und erzählte im August dem amerikanischen Vizekonsul und jüdischen Vertretern in London von den zuverlässigen Berichten, dass 3,5 bis 4 Millionen Juden bei der Operation, die für den Herbst angesetzt sei, getötet werden sollten. Nach Breitman war der „Durchbruch im Westen“ auf Schulte zurückzuführen, der „die beschleunigte Fortführung einer bereits laufenden Aktion“ war. Das Riegner-Telegramm war der entscheidende Beleg dafür, dass die Westalliierten frühzeitig von Hitlers Mordabsichten wussten. Das Telegramm sollte allerdings nicht ohne Hindernisse, Umwege und Glück zu gewünschten Eliten gelangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob die Alliierten trotz Kenntnis über den Holocaust Möglichkeiten zur Lebensrettung aufgrund von Antisemitismus und politischer Zurückhaltung ungenutzt ließen.

2. Begriffserklärung von Schuld und Verantwortung: Es werden philosophische Definitionen von Schuld und Verantwortung dargelegt, um das Handeln der Alliierten aus heutiger Sicht bewerten zu können.

3. Wann und was wussten Roosevelt und das Außenministerium über den Holocaust?: Dieses Kapitel untersucht die Informationswege des Riegner-Telegramms und analysiert, warum trotz expliziter Nachrichten über die "Endlösung" kaum wirksame Gegenmaßnahmen durch die USA eingeleitet wurden.

4. Was wusste Winston Churchill über den Holocaust und wie reagierte er darauf?: Die Untersuchung der britischen Informationslage zeigt, dass Churchill zwar stärker persönlich betroffen reagierte, jedoch durch Blockaden seiner eigenen Minister und die Priorisierung militärischer Ziele an wirksamen Maßnahmen gehindert wurde.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Alliierten zwar über den Völkermord informiert waren, aber politische und antisemitische Hemmnisse sowie die militärische Kriegführung ein entschlossenes Einschreiten verhinderten.

Schlüsselwörter

Holocaust, Alliierte, Franklin D. Roosevelt, Winston Churchill, Riegner-Telegramm, Antisemitismus, Verantwortung, Schuld, Endlösung, War Refugee Board, Flüchtlingspolitik, Rettungsaktionen, NS-Regime, Geschichtswissenschaft, Zweiter Weltkrieg

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der westlichen Alliierten, insbesondere der USA und Großbritanniens, im Umgang mit den Informationen über den Holocaust zwischen 1942 und 1945 sowie deren moralischer Verantwortung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die Informationslage der Geheimdienste, die Rolle antisemitischer Vorurteile in der US-Politik und die Frage nach den tatsächlich vorhandenen Handlungsspielräumen der westlichen Regierungschefs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu beantworten, ob Roosevelt und Churchill mehr für die Rettung der europäischen Juden hätten tun können und warum dies trotz vorliegender Fakten nur in sehr begrenztem Umfang geschah.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-kritische Quellenanalyse, bei der Dokumente wie das Riegner-Telegramm, Geheimdienstberichte und zeitgenössische Berichte mit theoretischen Begriffsbestimmungen von Schuld und Verantwortung in Bezug gesetzt werden.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Rekonstruktion der Informationsweitergabe des Riegner-Telegramms und die Analyse der bürokratischen sowie politischen Blockaden innerhalb des US-amerikanischen und britischen Außenministeriums.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Holocaust-Kenntnis, alliierte Verantwortung, das Riegner-Telegramm, politischer Handlungsspielraum und Antisemitismus in der US-Gesellschaft.

Welche Rolle spielte das Riegner-Telegramm für die Alliierten?

Das Telegramm diente als entscheidender, aber oft ignorierter oder verzögerter Beleg für die systematische Vernichtungsplanung der Nationalsozialisten, dessen Weiterleitung an offizielle Stellen gezielt erschwert wurde.

Inwiefern beeinflussten persönliche Persönlichkeiten wie Breckinridge Long die US-Politik?

Breckinridge Long im US-Außenministerium agierte aktiv gegen eine Ausweitung der jüdischen Einwanderung und behinderte somit konsequent Rettungsbemühungen, was seine individuelle und politische Mitverantwortung unterstreicht.

Warum wurde die Bombardierung von Auschwitz von den Alliierten abgelehnt?

Die Ablehnung begründete sich offiziell in der Priorisierung militärischer Ressourcen für strategische Ziele, wobei historisch jedoch auch die mangelnde Priorisierung des Schutzes jüdischer Leben eine Rolle spielte.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt die Arbeit bezüglich der alliierten Verantwortung?

Die Autorin kommt zu dem Fazit, dass, obwohl der Holocaust primär ein Verbrechen der Nazis war, die Alliierten durch ihr bewusstes Zögern und die Priorisierung anderer Ziele eine Mitverantwortung tragen, da Möglichkeiten zur Minderung der Opferzahlen vorhanden gewesen wären.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Holocaust und die Verantwortung der Alliierten
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
28
Katalognummer
V1022179
ISBN (eBook)
9783346421920
ISBN (Buch)
9783346421937
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verantwortung Alliierten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Der Holocaust und die Verantwortung der Alliierten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1022179
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Leseprobe aus  28  Seiten
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